Mündliche Kündigung in der Probezeit
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Mündliche Kündigung in der Probezeit

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  #1  
Alt 24.11.2009, 21:00
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Unglücklich Mündliche Kündigung in der Probezeit


Hallo zusammen,

am 01.09.2009 begann ich(19, männlich) meine Ausbildung zum Juwelierfachverkäufer bei einem renommierten Juwelier in Dortmund. Meine Probezeit endet am 30.11.2009.
Am 17.11.2009 wurde ich zur Personalleiterin bestellt. Diese sprach mir die fristlose Kündigung aus und forderte mich auf, meine Sachen zu packen und zu gehen.
Der Geschäftsinhaber habe sie mit der Kündigung beauftragt.
Für ein klärendes Gespräch stehe der Chef nicht zur Verfügung.
Mehr Informationen habe ich bis heute nicht erhalten. Ich weiß nur, dass mir nichts vorgeworfen wird und ich für meine Arbeit bis dahin täglich gelobt wurde.
Meine Versuche, telefonisch Kontakt mit dem Geschäftsinhaber aufzunehmen scheiterten. Er war für mich nicht zu sprechen.
Am nächsten Tag nahm ich telefonischen Kontakt mit der Personalchefin auf um diese zu bitten, nochmals mit dem Geschäftsinhaber zu reden und diesen zu bitten, mich in einer anderen Filiale des Unternehmens meine Ausbildung fortsetzen zu lassen.
Am nächsten Tag informierte mich die Personalleiterin darüber, dass der Geschäftsinhaber dies abgelehnt habe.
Die Kündigung hat nicht nur mich völlig unverhofft getroffen. Auch die Geschäftsführung und die Kollegen waren völlig ahnungs- und fassungslos.

Nun zu meiner Frage: Seit der mündlichen Kündigung ist bereits eine Woche vergangen und eine schriftliche Kündigung habe ich bis heute nicht erhalten.
Ich weiß, dass eine mündliche Kündigung unwirksam ist, aber welche rechtlichen Konsequenzen hat das?
Sollte bis zum 30.11.2009 keine schriftliche Kündigung eingegangen sein, so befinde ich mich doch weiterhin in Ausbildung, oder ?
Und dann greift die Regelung, dass ausserhalb der Probezeit nur sehr erschwert gekündigt werden kann.
Aber was heißt das konkret für mich ?
Soll ich dann am 01.12.2009 ganz normal zur Arbeit gehen und gucken, was passiert?

Bin völlig ratlos und brauche dringend Unterstützung. Was soll ich tun?
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  #2  
Alt 25.11.2009, 12:02
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Ich gehe davon aus, dass du eine Probezeit von drei Monaten hast und wenn dein Boss dich nicht innerhalb dieser Frist formgerecht kündigt, er zumindest Probleme haben wird, dich loszuwerden.

Wegen des sensiblen Geschäftsbereiches stellt eine Kündigung natürlich einen Gau dar, der Raum für umfangreiche Sepkulationen öffnet und dir einen erheblichen Schaden zufügt.

Ich rate dir, sofort fundierten juristischen Rat bei einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht einzuholen (VOR Beratung Kostenfrage klären!).

Meiner unmassgeblichen Meinung nach ist deine Lehrstelle so oder so verbrannt, bleibt dir die Ausbildungsstelle aber erhalten, so gilt es, den eingetretenen Schaden zu begrenzen und nach Lösungen zu suchen, die alle beteiligten Parteien zufriedenstellt.

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  #3  
Alt 25.11.2009, 20:44
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Frage

Hallo Nontestatum.

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ihren Rat, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen hatte ich auch schon erwogen, mich dann aber dagegen entschieden, da ich im Falle des Eingangs einer schriftlichen Kündigung ohnehin machtlos wäre. (Kündigung während der Probezeit jederzeit ohne Angabe von Gründen möglich !!!!)
Ins Grübeln gekommen bin ich bei dem Gedanken, dass die Firma die fristgerechte schriftliche Kündigung -aus welchen Gründen auch immer- versäumen könnte. Was dann???
Bezog sich Ihr Rat auf diese- mögliche- Situation oder sollte ich grundsätzlich anwaltlichen Rat in Anspruch nehmen?

Zu den Gründen, die zu meiner Kündigung führten, habe ich über Dritte folgendes erfahren:

Der Chef sei der Auffassung, dass ich für das hochpreisige Klientel des Hauses nicht genügend Profil habe und daher für diesen Job nicht geeignet sei.
Die Meinung aller Kollegen dazu: Blödsinn !!!

Meine Meinung dazu: Vorgeschobener Grund !!!

Ich bin doch erst 19 und kann (noch)nicht das Charisma und Auftreten eines erfahrenen Verkäufers haben. Um die Tricks und Kniffe zu lernen macht man doch eine Ausbildung !! Und die Persönlichkeit eines langjährig erfahrenen Branchenfuchses bekommt man leider erst nach Jahren der Berufserfahrung.
Was erwartet der Mann denn nach 2,5 Monaten Ausbildung??????
Ich würde alles tun, um die Ausbildung fortsetzen zu dürfen da ich meine Arbeit sehr geliebt habe.
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  #4  
Alt 25.11.2009, 23:08
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Zitat:
Zitat von wessi2000 Beitrag anzeigen
Hallo Nontestatum.

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ihren Rat, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen hatte ich auch schon erwogen, mich dann aber dagegen entschieden, da ich im Falle des Eingangs einer schriftlichen Kündigung ohnehin machtlos wäre. (Kündigung während der Probezeit jederzeit ohne Angabe von Gründen möglich !!!!)

Ins Grübeln gekommen bin ich bei dem Gedanken, dass die Firma die fristgerechte schriftliche Kündigung -aus welchen Gründen auch immer- versäumen könnte. Was dann???
Bezog sich Ihr Rat auf diese- mögliche- Situation


Ja. Die Lebenserfahrung zeigt, dass man dann eine Strategie der Zermürbung anwendet, der gerade ein junger Mensch nicht standhalten kann. Sollte eine solche Situation eintreten, müsste man nach einer Lösung suchen, die beide Parteien zufriedenstellt, z.B. Fortsetzung der Ausbildung in einem anderen Betrieb oder Vermittlung in einen anderen Ausbildungsberuf.

oder sollte ich grundsätzlich anwaltlichen Rat in Anspruch nehmen?

Auch das würde ich erwägen. Denn wird die Kündigung wirksam, hast du ein riesiges Problem einen neuen Ausbildungsplatz zu finden, da du aus einem sensiblen Geschäftsbereich kommst und ein neuer potentieller Ausbilder sich kein Bild davon machen kann, warum du entlassen wurdest. Ein neuer Ausbilder würde sich vermutlich lieber gegen deine Bewerbung entscheiden.

Ein Rechtsanwalt könnte zwar in dieser Situation nichts unternehmen, intellektuell wäre er aber auf der Augenhöhe deines Bosses und könnte ihm die sozialen Folgen einer Kündigung beschreiben. Möglicherweise liesse sich eine für dich verträgliche Vereinbarung finden, der Rechtsanwalt träte also sozusagen als Mediator (Vermittler, Fürsprecher) auf.


Zu den Gründen, die zu meiner Kündigung führten, habe ich über Dritte folgendes erfahren:

Der Chef sei der Auffassung, dass ich für das hochpreisige Klientel des Hauses nicht genügend Profil habe und daher für diesen Job nicht geeignet sei.
Die Meinung aller Kollegen dazu: Blödsinn !!!

Meine Meinung dazu: Vorgeschobener Grund !!!

Du kannst von einem Menschen kein objektives Urteil erwarten. Das ist wie in der Schule: mag der Lehrer den Schüler nicht, kann der sich abstrampeln wie er will, er hat verloren.

Ich bin doch erst 19 und kann (noch)nicht das Charisma und Auftreten eines erfahrenen Verkäufers haben. Um die Tricks und Kniffe zu lernen macht man doch eine Ausbildung !! Und die Persönlichkeit eines langjährig erfahrenen Branchenfuchses bekommt man leider erst nach Jahren der Berufserfahrung.
Was erwartet der Mann denn nach 2,5 Monaten Ausbildung??????

Er kann nichts erwarten. Du musst erst Warenkenntnise erwerben und kannst dann auf die Kundschaft losgelassen werden. Meine Meinung dazu wäre, dass du in einer hochpreisigen und beratungsintensiven Branche mit sensibler Kundschaft erst 1 Jahr im Kielwasser eines erfahrenen Verkäufers läufst und erst dann an die Kundschaft herangeführt wirst.


Ich würde alles tun, um die Ausbildung fortsetzen zu dürfen da ich meine Arbeit sehr geliebt habe.
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  #5  
Alt 26.11.2009, 19:59
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Unglücklich

Hallo Nontestatum,

ich habe heute Kontakt zu einem Rechtsanwalt aufgenommen, der Fachanwalt für Arbeitsrecht ist.
Erst mal zu einem ersten Beratungsgespräch.
Mal sehen, was der so sagt.
Jedenfalls nochmals herzlichen Dank für Ihre Antworten. Das war echt eine Hilfe.

P.S. ich sage noch mal Bescheid, wie es weiter gegangen ist.

Schöne Grüße

Wessi 2000
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  #6  
Alt 11.12.2009, 20:05
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Daumen hoch Gewonnen !!!!!!!!!!!! Bin sehr glücklich !!!!!



Hallo nochmal,

wie versprochen hier noch mal eine kurze Rückmeldung:

Also die schriftliche Kündigung ist bis zum 30.11.2009 nicht angekommen und auf Anraten des Anwaltes bin ich am 01.12. wieder zur Arbeit gegangen und habe meine Arbeitskraft angeboten.
Wie nicht anders zu erwarten hat man mich gebeten, wieder zu gehen.
Ich habe dann einen langen Brief an meinen Ausbildungsbetrieb geschrieben, in dem ich meine Situation geschildert habe aber auch, dass ich mich im Recht fühle (da mein Ausbildungsvertrag nicht wirksam gekündigt wurde) und ich auf meine Recht aus meinem Ausbildungsvertrag freiwillig nicht verzichten kann und will.
Und jetzt kommt's:
Seit dem 03.12.2009 darf ich meine Ausbildung fortsetzen.
Der Geschäftsinhaber hat eingewilligt, dass wir noch mal von vorne anfangen .
Bisher läuft alles gut und ich habe nicht das Gefühl, dass man mir irgend etwas nachträgt.
Ich bin sehr glücklich und möchte hiermit allen Mut machen, nicht aufzugeben sondern zu kämpfen. Für mich hat es sich gelohnt, wenn ich auch nicht viel Hoffnung hatte. Das war das schönste vorzeitige Weihnachtsgeschenk das ich je bekommen habe.

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.

Vielen Dank nochmal für die Unterstützung. Das war sehr nett.

Schöne Weihnachten
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  #7  
Alt 11.12.2009, 20:10
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Zitat:
Zitat von wessi2000 Beitrag anzeigen
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.
... Wessi- da sprichst du ein großes- und wahres Wort gelassen aus.
Auch dir eine gute Zeit, ob mit oder ohne Weihnachten...
__________________
... schöne Grüße

Wolf





Die in meinen Beiträgen enthaltenen Aussagen stehen nur und ausschließlich für meine persönliche Meinung.
Sie stellen keine, wie auch immer geartete, Rechtsberatung dar.
Ich bin kein Jurist.
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wessi2000 (12.12.2009)

  #8  
Alt 11.12.2009, 22:41
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Rotes Gesicht

Achte bitte streng darauf, deine Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag zu erfüllen.

Denke daran, dass du dich im Auge eines Tornados befindest, innen ruhig und windstill, aussen herrscht die Hölle.

Ich will dich nicht entmutigen, aber du solltest deinem Ausbilder nicht die geringste Gelegenheit geben, an dir herummäkeln zu können.

Viel Glück
__________________
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wessi2000 (12.12.2009)

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