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#1
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| Hallo, kurz zu mir, ich bin weiblich, 28 Jahre alt, werde in diesem Sommer 29 und bin ohne jegliche Berufsausbildung. Ich war zwar zehn Jahre auf der Realschule, bin jedoch zweimal hintereinander sitzen geblieben und somit folgte der Abgang. Traurigerweise lag der Grund meines Sitzenbleibens nicht an meiner mangelnden Intelligenz oder an irgendwelcher Faulheit, sondern an Verzweiflung, weil ich zwingend in eine andere Klasse wollte. Mobbin ect. Wie dem auch sei. Fakt ist ich hatte keinen Abschluss. Ich habe mich dann kurz darauf in die Volkshochschule begeben und dort ersteinmal meinen Hauptschulabschluss nachgeholt, allerdings habe ich mir diesen selbst finanzieren müssen, kein Amt war bereit mich dort finanziell zu unterstützen, also habe ich nebenbei gearbeitet. Unter anderem als Reinigungskraft und Kurierfahrerin. Wegen der mangelnden Zeit habe ich wenig gelernt, deshalb ist mein Abschluss eher befriedigend als gut. Ich habe danach drei Bewerbungen geschrieben, insbesondere als Bürokauffrau hätte ich arbeiten wollen, evt. im Amt, einen Schreibtischplatz wollte ich. Ich wurde in keinem Fall zu einem weiteren Gespräch eingeladen. Da habe ich das Angebot bekommen Teilzeit als Eilkurier für Autoteile und Arzneimittel zu arbeiten. Das habe ich gemacht. Allerdings war es nicht was ich ein lebenlang beibehalten wollte, also habe ich nach Stellen geschaut und etwas interessantes als Verkaufsberaterin gefunden. Nach einigen Telefonaten und gewaltiger Hartnäckigkeit meinerseit bin ich zu einem Vorstellungsgespräch geladen worden, habe die Damen und Herren prompt überzeugen können und bekam den Job. Ein Jahr als Teilzeit, ein weiteres als Vollzeitkraft und dann noch ein Jahr als Fillialleitung, worauf ich super stolz war. Es handelte sich hierbei im Übrigen um den Verkauf professioneller Haarpflegeprodukte. Dann hat sich bei mir der Kinderwunsch sehr breit gemacht und ich wurde schwanger. Die Firma hat eine harte Notbremse gezogen, gegen die ich auch nicht angehen konnte, ich wurde heruntergestuft als Aushilfe und mir wurde eine neue Fillialleitung päsentiert. Als meine Tochter auf der Welt war, habe ich zwei Jahre ausgesetzt und bin dann wieder in den vorherigen Betrieb, allerdings hatte ich Schwierigkeiten mit der Betreuung meine Tochter und war nicht flexibel genug, also folgte eine Kündigung. Danach habe ich eine einjährige, schulische "Ausbildung" zu Fachkosmetikerin und Wellnessmasseurin gemacht. Nach einer Bewerbung in einer Parfumerie habe ich dort einen Job als Kosmetikerin bekommen, trotz mangelnder Kompetenz, wie ich finde. Aber auch das musste ich nach einem Jahr abbrechen, diesmal von meiner Seite. Ich fuhr täglich etliche Kilometer und hatte niemanden für meine Tochter, wenn sie mal krank wurde und nicht in den Kindergarten konnte. Und Kinder werden leider im ersten Jahr ständig krank. Danach habe ich wieder eine kurze Weile als Kurier gejobbt und dann bin ich wieder zur Reinigungskraft geworden. Seit nun bald zwei Jahren arbeite ich in ein und derselben Reinigungsfirma als Teilzeitkraft. Das lässt sich zeitlich wunderbar mit meiner Tochter vereinbaren, aber es kann keine Dauerlösung sein. Bekannte, Freunde und Familie sind jedesmal entsetzt. Perlen vor die Säue sagen sie, ich wäre zu schade für einen solche Posten. Ich bin kreativ, ich bin helles Köpfchen, teamfähig, super lernfähig, motiviert, aber das nützt leider gar nichts. Mein Traum wäre auch heute noch ein Job am Schreibtisch, gern auch mit Kundenkontakt oder aber im gestalterischen Bereich. Aber ich weiß nicht welche Möglichkeiten ich habe und bin derzeit ohne richtige Perspektive, was extrem an mir nagt. Könnt ihr mir da vielleicht Tipps geben? Was glaubt ihr welche Möglichkeiten ich habe? lg Nadine |
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#2
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| Hmmmm, klingt nach viel Organisationsstress. Bist du alleinerziehend, wenn ich fragen darf? Ich würde in der heutigen Zeit eigentlich jedem prinzipiell eine Ausbildung empfehlen. Dass du bei so wenigen Bewerbungen wie du in deinem Text erwähnst, immer so schnell einen Job bekommen hast, ist in meinen Augen echtes Glück. Ich habe aufgehört zu zählen. Die Voraussetzung für eine Ausbildung hast du meines Wissens mit dem Hauptschulabschluss gemacht (oder muss es die Mittlere Reife sein?). Da ich mir aktuell nicht vorstellen kann, dass man als Halbtags-Reinigungsfee so sehr viel verdient, würde ich mich evtl. mal nach einer Ausbildung in diesem Bereich umsehen. Vllt. findest du ja ein kinderfreundliches Unternehmen (einige bieten unternehmensinterne Kindergärten an (Telekom z.B.). Und über die Ausbildung versuchen, in eine Festanstellung zu kommen. Ellebogen scheinst du ja zu haben/zu entwickeln. Leider hast du den Beruf ja nie gelernt (also als Ausbildung). |
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#3
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| Hallo, und erstmal danke für deine Antwort. Klar darf man fragen , und nein ich bin nicht alleinerziehend. Ich lebe mit meinem Mann zusammen, bin also verheiratet, dadurch das wir ein eigenes Haus haben aber auch örtlich gebunden. Mein Mann ist selbst berufstätig und verlässt das Haus um fünf Uhr in der Früh und kommt um etwa 16 Uhr wieder heim. Meine Mutter ist selbstständig und hat wenig Zeit, daher ist es von vorneherein schwierig gewesen mit der Unterbringung unserer Kleinen. Nun habe ich sie seit zwei Jahren in einem wunderbaren Kindergarten, der auch super Zeiten hat, so das ich deutlich flexibler sein kann, ganztags, Notdienste, ect. Ich war tatsächlich noch nie arbeitslos, nicht einmal für wenige Monate. Ich hatte sicherlich einige Portion Glück. Den Job als Kurierfahrerin hatte man mir angeboten, da musste ich mich nicht bewerben. Den Job als Verkäuferin habe ich nur bekommen, weil die Chefin völlig fasziniert war von meiner Standfestigkeit und meiner einvernehmenden Art. Tja und ich habe auch bei dem Job als Kosmetikerin gar keine Bewerbung geschrieben, ich habe angerufen, mich für den Nachmittag verabredet und habe eine Probewoche gemacht, dann wurde ich genommen. Ich denke das ich auf dem Land lebe hat vielleicht im Bezug auf die unkomplizierten Bewerbungsmethoden Vorteile. Bei Bürojobs habe ich da aber wenig hoffnung so "unkompliziert" ranzukommen. Ich habe ehrlich gesagt nicht die leiseste Ahnung ob ich mit einem Hauptschulabschluss einen Ausbildungsplatz in einem Büro bekommen könnte. Tatsächlich verdiene ich als Reinigungskraft mehr, als ich es als Fillialleitung verdient habe. Ich werde nach Tarif bezahlt und war selbst erstaunt, aber es ist nichts für ein Leben. Meint ihr ich soll es einfach mal mit Bewerbungsschreiben versuchen? Habe jetzt auch noch über ein Fernstudium nachgedacht, zur Grafik-Designerin, wäre ja mein Ding. Außerdem habe ich gerade mal geschaut. Bürokauffrau immer mit Realschulabschluss und mindestens 3 in Mathe. Ich und Mathematik stehen von je her auf Kriegsfuß. lg Nadine Geändert von Na. Ha. (09.03.2011 um 13:47 Uhr) |
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#4
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| Ok. Dass du deinen Mann und ein paar andere Leute drum herum hast, die man theor. für das Töchterchen einspannen kann, ist ja aber schon mal ein Vorteil. Gibt auch viele Tagesmütter, wenn das noch ein Problem sein sollte. Ich denke, du solltest es einfach mal probieren mit Bewerbungen. Vielleicht hast du im Bekanntenkreis Connections, die deine Bewerbung (mangels nachweislicher Qualifikation) etwas unterstützen können. Spitze wäre es natürlich, wenn du ohne Ausbildung etwas finden würdest, aber auch die Stellenausschreibungen für Ausbildungen würde ich bei dir keinesfalls außer Acht lassen!!! Das sind 2-3 Jahre (wenn man gut ist, kann man ja verkürzen), du hast einen Mann, der dich finanziell etwas absichern kann und wenn du einen guten Arbeitgeber findest, kannst du evtl. auch eine duale Ausbildung machen (Praxis + Uni). Ist halt ein Haufen Arbeit, wenn man nebenbei noch Mutter ist und einen Haushalt hat. Das muss man sich überlegen, ob man sich dem gewachsen fühlt. Ich wohne halt in der Großstadt und habe trotz Abitur und erfolgreicher Ausbildung zur Industriekauffrau bisher keine Festanstellung gefunden (bin Zeitarbeitskraft). Aber wenn du mobil bist (Auto), deine Energie, dein Engagement und deine Hartnäckigkeit nutzt, kann die Kleinstadt natürlich seine Vorteile haben, weil es unkomplizierter und persönlicher gehen kann, wenn man Glück hat. Zeig immer deine Bereitschaft, dich in einer Probewoche zu beweisen, zeig deine Talente und deine schnelle Auffassungsgabe. Auf verschiedene Aufgabengebiete kannst du dich ja scheinbar gut einstellen, hattest auch schon Führungsverantwortung. Die Basis fehlt dir eben. Und die würde ich im ersten Schritt jetzt mal angehen. Ich suche auch nach einem neuen Job, habe auch schon über ein Fernstudium nachgedacht, aber man muss halt auch schauen, dass man alles "step by step" macht. Alles auf einmal kann einen schnell überfordern und dann leidet man nicht nur selbst, sondern auch der Job/die Ausbildung (+Noten). |
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