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#1
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| Also, ich bin erstmal froh, dass ich das Forum hier gefunden hab, denn ich bin wirklich am Verzweifeln mit meinen Überlegungen, vielleicht kann man mir ja hier ein paar gute Ratschläge geben. Die Sache ist wie folgt: Ich habe letztes Jahr meine Ausbildung zum Bankkaufmann angefangen. Am Anfang war das alles noch ganz interessant, mal solche Einblicke zu bekommen, nur in letzter Zeit macht das immer weniger Spaß und wird immer langweiliger. Z.B. sind wir im Moment im Blockunterricht und ich verstehe wirklich gar nichts und kann mich nichtmal aufraffen, zu lernen, weil mich der ganze Stoff überhaupt nicht mehr interessiert (Paragraphen, Wirtschaftliche Prinzipien, Rechnungswesen, das volle Programm halt). Vor ein paar Monaten habe ich dann beschlossen, dass ich nach der Ausbildung gerne ein Illustration/Fotografie/Kommunikationsdesign-Studium an einer FH machen würde, also eine komplett andere Richtung. Und nun bin ich am überlegen. Generell würde ich sagen, ich zieh das durch und mach die 2 Jahre noch, wenn die Situation nicht wie folgt wäre: Ich will generell gar nichts mehr im Bankenbereich machen, ich bin einfach nicht der Wirtschafts-Typ und Bürojobs finde ich mittlerweile grausam. Wenn ich nun mein Studium in 2 Jahren beginnen möchte, müsste ich mir bis dahin Geld ansparen. Jetzt denke ich mir, wenn ich die Ausbildung mache, verdiene ich 550€ netto und muss davon sparen. Wenn ich nun aber die Ausbildung abbreche und z.B. halbtags/vollzeit wo anders arbeiten geh (und sei es nur bei Aldi an der Kasse), arbeite ich a) wahrscheinlich etwas weniger als jetzt (Do. bis 18 Uhr ist schon ätzend, wenn danach noch Band-Probe ist), verdiene meine 800 - 1.000€ und kann mir somit mehr Geld zurück legen, das ich für das Studium gebrauchen könnte. Des weiteren hätte ich so auch noch mehr Zeit, mich auf das Studium vorzubereiten und eine Bewerbungsmappe anzufertigen, denn ich muss auch noch einiges "erlernen", was das Zeichnen und Malen angeht -> so wie im Moment finde ich kaum Zeit dafür. Und generell bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich zwar (natürlich) gerne viel Geld verdienen möchte, ich dafür aber nicht Gott weiß was opfern möchte, sprich es ist mir nicht SO viel wert. Ich lebe lieber mit 1.000€ im Monat und geh dafür halbtags irgendwo arbeiten (oder von mir aus auch von Mo. - Sa. 30, 35 Stunden), als 2.000€ zu verdienen und meine komplette Zeit auf der Arbeit rumzusitzen. Fazit ist also: Ich bin momentan sehr unzufrieden in der Ausbildung. Den Blockunterricht finde ich schrecklich, ich habe null Motivation, und wenn ich daran denke, ab Ende November wieder in der Filiale zu sitzen, habe ich noch weniger Lust. Jeden Morgen wenn ich aufwache könnte ich schon einen Anfall bekommen, weil ich keine Lust mehr auf den Job habe. Und um es mal wirtschaftlich auszudrücken: Wenn man die "Opportunitätskosten" mit einbezieht, denke ich, dass ich in den nächsten 2 Jahren mehr verdienen kann, mehr sparen kann und mehr erreichen kann bei geringerem Zeitaufwand. Also, was würdet ihr mir raten? Und vor allem: Ich höre zwar oft von Freunden und Bekannten, dass irgendwo eine Aldikassiererin 900€ für eine Halbtagsstelle bekommt, aber sind solche Gehälter realistisch? Ich habe dann vor, für 1 1/2 - 2 Jahre in einer WG zu wohnen mit einem Kollegen und diese (am liebsten) Halbtagsstelle dann erstmal hauptberuflich zu machen, um mich halt nebenbei verstärkt auf das Zeichnen/Malen/etc. konzentrieren zu können. Und natürlich, damit ich etwas mehr Geld zur Seite legen kann und ich dann einen nicht ganz so hohen Studienkredit aufnehmen muss. Ich hoffe ich habe das jetzt nicht zu verwirrend geschildert. Wäre toll, wenn mir da jemand helfen könnte, möglichst nicht einfach mit "sind nur 2 Jahre, zieh das mal durch" -> fühl mich da echt unwohl. Danke schonmal. Geändert von patnrw (06.11.2007 um 17:22 Uhr) |
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#2
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| Also, ich bin erstmal froh, dass ich das Forum hier gefunden hab, denn ich bin wirklich am Verzweifeln mit meinen Überlegungen, vielleicht kann man mir ja hier ein paar gute Ratschläge geben. Die Sache ist wie folgt: Ich habe letztes Jahr meine Ausbildung zum Bankkaufmann angefangen. Am Anfang war das alles noch ganz interessant, mal solche Einblicke zu bekommen, nur in letzter Zeit macht das immer weniger Spaß und wird immer langweiliger. Du hast festgestellt, dass du in der Wirklichkeit angekommen bist. Du bist ein junger Mensch, der bisher von jeder Verantwortung befreit war, weil deine Eltern für dich die Verantwortung und Sorge hatten. Nun trittst du in das eigenverantwortliche Leben ein, und übernimmst mit einer Ausbildung auch Verantwortung für dein weiteres Leben. Du bist gerade dabei, festzustellen, dass das Leben eben nicht nur aus Zuckerguss besteht, sondern auch eine ordentlche Portion Öde, Langeweile, Unterforderung und Fron bereithält. Z.B. sind wir im Moment im Blockunterricht und ich verstehe wirklich gar nichts und kann mich nichtmal aufraffen, zu lernen, weil mich der ganze Stoff überhaupt nicht mehr interessiert (Paragraphen, Wirtschaftliche Prinzipien, Rechnungswesen, das volle Programm halt). Das haben kaufmännische Berufe so an sich, dass sie für junge Menschen mit wenig Lebenserfahrung doch recht trocken erscheinen und schwer verdaulich sind. Der Stoff, der dir vermittelt wird, ist abgehoben, theoretisch, irgendwie fern vom Leben. Dem kann man abhelfen, indem man Bodenkontakt herstellt: Dir als Bankkaufmann-Azubi würde ich empfehlen, in einem Schuldnerforum mitzuwirken. Wenn du dich mit den Problemfällen dort beschäftigst, wirst du bald "Aha!!"-Erlebnisse haben und begreifen, dass dein Lernstoff nicht so unnütz ist, wie du bisher glaubst. Vor ein paar Monaten habe ich dann beschlossen, dass ich nach der Ausbildung gerne ein Illustration/Fotografie/Kommunikationsdesign-Studium an einer FH machen würde, also eine komplett andere Richtung. Und nun bin ich am überlegen. Generell würde ich sagen, ich zieh das durch und mach die 2 Jahre noch, wenn die Situation nicht wie folgt wäre: Ich will generell gar nichts mehr im Bankenbereich machen, ich bin einfach nicht der Wirtschafts-Typ und Bürojobs finde ich mittlerweile grausam. Du musst dir darüber im klaren sein, dass du in jedem Beruf mit kaufmännischen/wirtschaftrlichen Fragen konfrontiert wirst. Das ist der Nebeneffekt, wenn man in einem marktwirtschaftlichen Gesellschaftssystem lebt. Vielleicht bist du dir dessen nicht bewusst, aber wirtschaftliche Fragen werden inzwischen an ganz normale Arbeiter herangetragen. Nehmen wir mal als Beispiel einen Kfz.-Mechaniker. Dessen Aufgabe ist es eigentlich, Autos zu warten und zu reparieren. Aber auch dieser muss sich heute mit Fragen wie produktiver und unproduktiver Arbeit, mit Arbeitswerten (AW), Lohnermittlung und Berechnung, Umsatz und Gewinn, beschäftigen. Denn es ist inzwischen so, dass Mitarbeiter-Motivationsgespräche geführt werden, wo der betreffende Mitarbeiter im Chefbüro sitzt und dort vorgebetet bekommt, dass es mal wieder hinten und vorne nicht gereicht hat und er EDV-Listen um die Ohren gehauen bekommt. Wohl dem, der in der Lage ist, eine solche Liste zu lesen, zu deuten und zu verstehen und Rede und Antwort stehen kann. Wenn ich nun mein Studium in 2 Jahren beginnen möchte, müsste ich mir bis dahin Geld ansparen. Jetzt denke ich mir, wenn ich die Ausbildung mache, verdiene ich 550€ netto und muss davon sparen. Wenn ich nun aber die Ausbildung abbreche und z.B. halbtags/vollzeit wo anders arbeiten geh (und sei es nur bei Aldi an der Kasse), arbeite ich a) wahrscheinlich etwas weniger als jetzt (Do. bis 18 Uhr ist schon ätzend, wenn danach noch Band-Probe ist), verdiene meine 800 - 1.000€ und kann mir somit mehr Geld zurück legen, das ich für das Studium gebrauchen könnte. Des weiteren hätte ich so auch noch mehr Zeit, mich auf das Studium vorzubereiten und eine Bewerbungsmappe anzufertigen, denn ich muss auch noch einiges "erlernen", was das Zeichnen und Malen angeht -> so wie im Moment finde ich kaum Zeit dafür. Und generell bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich zwar (natürlich) gerne viel Geld verdienen möchte, ich dafür aber nicht Gott weiß was opfern möchte, sprich es ist mir nicht SO viel wert. Ich lebe lieber mit 1.000€ im Monat und geh dafür halbtags irgendwo arbeiten (oder von mir aus auch von Mo. - Sa. 30, 35 Stunden), als 2.000€ zu verdienen und meine komplette Zeit auf der Arbeit rumzusitzen. Fazit ist also: Ich bin momentan sehr unzufrieden in der Ausbildung. Den Blockunterricht finde ich schrecklich, ich habe null Motivation, und wenn ich daran denke, ab Ende November wieder in der Filiale zu sitzen, habe ich noch weniger Lust. Jeden Morgen wenn ich aufwache könnte ich schon einen Anfall bekommen, weil ich keine Lust mehr auf den Job habe. Und um es mal wirtschaftlich auszudrücken: Wenn man die "Opportunitätskosten" mit einbezieht, denke ich, dass ich in den nächsten 2 Jahren mehr verdienen kann, mehr sparen kann und mehr erreichen kann bei geringerem Zeitaufwand. Eine Ausbildung hat nichts zu tun mit Motivation oder Lust, sondern mit der Vorbereitung und Gestaltung deines weiteren Lebensweges. Du gehörst einer Generation an, von der man verlangen wird, dass sie bis 70 arbeitet bzw. erwerbstätig ist. Gleichzeitig wird aber weniger Erwerbsmöglichkeit angeboten, d.h., die Menschen werden lange Zeiträume in Arbeitslosigkeit verbringen und müssen dann arbeiten und verdienen, wenn sich überhaupt die Möglichkeit dazu bietet. Die Folge ist, dass eine Vermögensbildung und Altersvorsorge, wie sie bisher als selbstverständlich galt, nicht mehr möglich ist. Die Hartz IV - Gesetzgebung um ALG II herum besorgt dann den Rest. Insofern kann man es garnicht hoch genug einschätzen, wenn man eine Ausbildung geboten bekommt, die sich um Geld und Finanzen dreht. Versiebt man eine solche Ausbildung, hätte man sich um eine Chance gebracht. Also, was würdet ihr mir raten? Und vor allem: Ich höre zwar oft von Freunden und Bekannten, dass irgendwo eine Aldikassiererin 900€ für eine Halbtagsstelle bekommt, aber sind solche Gehälter realistisch? Ich habe dann vor, für 1 1/2 - 2 Jahre in einer WG zu wohnen mit einem Kollegen und diese (am liebsten) Halbtagsstelle dann erstmal hauptberuflich zu machen, um mich halt nebenbei verstärkt auf das Zeichnen/Malen/etc. konzentrieren zu können. Und natürlich, damit ich etwas mehr Geld zur Seite legen kann und ich dann einen nicht ganz so hohen Studienkredit aufnehmen muss. Ich hoffe ich habe das jetzt nicht zu verwirrend geschildert. Wäre toll, wenn mir da jemand helfen könnte, möglichst nicht einfach mit "sind nur 2 Jahre, zieh das mal durch" -> fühl mich da echt unwohl. Dein Unwohlsein musst du überwinden. Unwohlsein ist eine Emotion, das ist unprofessionell, ausserdem darfst du dein Ausbildungsverhältnis nicht als ein Arbeitsverhältnis ansehen. Als Azubi ist es dein Job, nicht zu arbeiten, sondern zu lernen und zu fragen: wie mache ich dieses und jenes, warum ist das so, wo steht das, wer hat das gesagt, ... Danke schonmal. -------------------------------------------------------------------------------- Geändert von patnrw (Heute um 18:22 Uhr).
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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| So ist es. Wenn ich das mal so sagen darf. . |
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| Genau so ist es eben nicht, wenn ich das mal sagen darf. >>Du hast festgestellt, dass du in der Wirklichkeit angekommen bist. Du bist ein junger Mensch, der bisher von jeder Verantwortung befreit war, weil deine Eltern für dich die Verantwortung und Sorge hatten. Nun trittst du in das eigenverantwortliche Leben ein, und übernimmst mit einer Ausbildung auch Verantwortung für dein weiteres Leben. Du bist gerade dabei, festzustellen, dass das Leben eben nicht nur aus Zuckerguss besteht, sondern auch eine ordentlche Portion Öde, Langeweile, Unterforderung und Fron bereithält. << Das Leben bestand für mich noch nie aus Zuckerguss, und auch in meiner Schullaufbahn wurde ich schon mit unnützen Sachen und Entscheidungen konfrontiert. Dann habe ich 1 Auslandsschuljahr, 2 Jahre einen Nebenjob gemacht, 1 Jahr Zivildienst (technischer Bereich). Während meines Auslandsschuljahres hatte ich dann auch Design-Fächer als Unterricht, und das waren sogar meine besten Fächer, die für mich am interessantesten waren. Und auch wenn das noch nicht sehr viel ist, kann man mir doch nicht die Kompetenz absprechen, meine Interessen zu kennen und zu vertreten. Ich stelle jeden Tag auf's neue fest, dass der Stoff einfach nichts für mich ist. Ich war schon ewig kreativ (Musik, Malen/Zeichnen, Webdesign, usw.), nur bisher halt Hobbymäßig. Und jetzt wo ich so eine Ausbildung angefangen habe, stelle ich fest, dass das viel eher mein Bereich ist. Nicht umsonst hat mich bisher jeder, der mich gut kennt, gefragt "Warum bist du denn eigentlich Bänker geworden?". Ich fühle mich in diesem Beruf halt nicht wohl und weiß, dass ich da nichts mehr machen möchte. Und ich denke, mit 23 Jahren ist man so unerfahren auch nicht mehr, dass man nicht mal annähernd eine Ahnung hat, was man denn gerne tun würde. >>Eine Ausbildung hat nichts zu tun mit Motivation oder Lust, sondern mit der Vorbereitung und Gestaltung deines weiteren Lebensweges. Du gehörst einer Generation an, von der man verlangen wird, dass sie bis 70 arbeitet bzw. erwerbstätig ist. Gleichzeitig wird aber weniger Erwerbsmöglichkeit angeboten, d.h., die Menschen werden lange Zeiträume in Arbeitslosigkeit verbringen und müssen dann arbeiten und verdienen, wenn sich überhaupt die Möglichkeit dazu bietet. Die Folge ist, dass eine Vermögensbildung und Altersvorsorge, wie sie bisher als selbstverständlich galt, nicht mehr möglich ist. Die Hartz IV - Gesetzgebung um ALG II herum besorgt dann den Rest. Insofern kann man es garnicht hoch genug einschätzen, wenn man eine Ausbildung geboten bekommt, die sich um Geld und Finanzen dreht. Versiebt man eine solche Ausbildung, hätte man sich um eine Chance gebracht.<< Für mich steckt da eine ganze Menge Motivation und Lust mit drin! Wenn ich unmotiviert und uninteressiert bin, kann ich meinen Job nicht annähernd so gut machen, wie wenn er mir Spaß macht. Das mit der Altersvorsorge ist mir auch bewusst -> trotzdem bin ich mit der Ausbildung nicht zufrieden, und trotzdem möchte ich in diesem Bereich nichts machen. Daher sehe ich das auch nicht als Chance, da ich spätestens 2009 aus der Branche raus wäre. >>Dein Unwohlsein musst du überwinden. Unwohlsein ist eine Emotion, das ist unprofessionell, ausserdem darfst du dein Ausbildungsverhältnis nicht als ein Arbeitsverhältnis ansehen...<< Und genau von dieser "Selbstfolter-Mentalität" halte ich nicht viel. In letzter Zeit z.B. werden verstärkt Bankkaufleute / Berater ab 35 aufwärts psychisch krank und gehen in den Vorruhestand, weil der Konkurrenzdruck und damit die Zielvorgaben immer stärker ansteigen und sich die Leute kaputtarbeiten, um dann im November doch nicht auf die Erfolgsprämien verzichten zu müssen etc. Kein Job ist mir so wichtig, dass ich mich dafür kaputt mache -> und genau dazu führt diese "Augen zu und durch" Einstellung meiner Ansicht nach. >>ausserdem darfst du dein Ausbildungsverhältnis nicht als ein Arbeitsverhältnis ansehen. Als Azubi ist es dein Job, nicht zu arbeiten, sondern zu lernen und zu fragen: wie mache ich dieses und jenes, warum ist das so, wo steht das, wer hat das gesagt, ...<< Richtig, so steht das in den Lehrbüchern. Wer allerdings selbst mal ein Azubi war, wird wissen, dass man nicht da ist, um zu lernen, sondern als billige Hilfskraft. Man legt Konten an, man füllt Kunden die Überweisungen aus, man Zeichnet Pfändungsauszahlungen ab. Lernen tut man etwas im Blockunterricht, sonst nur praxisbezogene Sachen, die sich aus der Tätigkeit gerade spontan ergeben. Und im Blockunterricht kommen dann Paragraphen, Gesetzestexte und wirtschaftliche Prinzipien (Wirschaft hin oder her, aber was eine Isoquante ist, wie ich irgendwelche Kurven und Graphen verschieben muss, etc. muss ich selbst als Bänker nie mehr wissen). Ein Azubi darf auch Urlaub nehmen, wann er möchte. Trotzdem wurden mir dieses Jahr etliche Wünsche ausgeschlagen, weil zu dem Zeitpunkt gerade Festangestellte Urlaub hatten. Was ich also sagen will: Ich bin nicht mehr in der Phase, dass ich gerade locker flockig aus der Schule komme und nun meine, das Leben ist voller Abenteuer und Spaß. Genau so ist mir aber bewusst, dass Bankkaufmann einfach nicht der richtige Beruf für mich ist. Er ist nicht nur langweilig, er frustriert mich. Solche Berufe gibt es, "Geschmäcker" sind halt verschieden. Das hatte mich an deiner Aussage, nontestatum, etwas irritiert, weil sich das so angehört hat, als sei grundsätzlich jeder Beruf für jeden geeignet, man muss sich nur damit abfinden und seine Emotionen abschalten. Zumindest habe ich das so verstanden. Und da es ein Fakt ist, dass ich ab spätestens 2009 nie wieder etwas im Bankenbereich machen möchte, frage ich mich, ob es möglich ist, irgendwo halbtags oder bei einer ca. 30, 35 Stunden Woche 900, 1.000€ zu verdienen, damit ich das 2 Jahre durchziehen kann und ich mich intensiv auf mein Studium vorbereiten kann. Sollte ich die Ausbildung nicht abbrechen, würde nach Ausbildungsende sowieso studieren gehen. Die Frage ist also eher, was sinnvoller ist -> nebenbei zu arbeiten und studieren (mehr Geld, mehr Freizeit, mehr Möglichkeiten für Vorbereitung), oder eine Ausbildung zu absolvieren, und dann in einem komplett anderen Bereich studieren (weniger Geld, weniger Zeit und Möglichkeiten, dafür eine abgeschlossene Ausbildung und keine Lücke im Lebenslauf). Geändert von patnrw (07.11.2007 um 15:15 Uhr) |
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#5
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| Ich versehe Dich. Ich kann Dir aber auch nicht die Entscheidung abnehmen. Es gibt im Leben keine 08/15 Lösungen. Ich persönlich reagiere allergisch wenn Leute ihre Schulen oder Ausbildungen abbrechen wollen weil sie meines irgendwo anders die große Freiheit oder den Spaß zu finden. Diese Freiheit gibt es nicht. Als Du die Ausbildung angefangen hast, hast Du Dir doch irgendetwas dabei gedacht, oder nicht? Du bist doch Deinen Neigungen gefolgt. Ich habe z.B. auch eine kfm. Ausbildung. Mir geht es damit gut. Ich mache meinen Job gerne. Von Spaß kann ich nicht reden. Es ist aber auch nicht so dass es mich anwidert. Jeder Job hat seine schönen und weniger schönen Seiten. Als ich meine Ausbildung machte fand ich z.B. ReWe furchtbar langweilig und stupide. Heute weiß ich dass es notwendig ist um eine Firma zu durchleuchten und Schwächen zu erkennen. Es geht gar nicht ohne. Wenn ich das schon höre die Schule sei unnütz...! Einer der Aufgaben der Schule ist den Leuten beizubringen auf Ziele hinzuarbeiten. Gegen alle Widerstände. Das Durchhaltevermögen üben. Zitat:
Wir haben alle ganz unten im Keller angefangen. Wir waren alle einmal Azubis Wir haben uns alle den Aufstieg hart erarbeitet. Auch mit langweiligen Kleinkram. Wir haben alle damit angefangen trockenen Kleinkram in die Birne zu klopfen. Zitat:
Zitat:
In vorigen Generationen mussten Kinder darauf warten, dass ausnahmslos alle Erwachsenen satt werden. Erst dann durften sie essen. Weißt Du warum das so war? Ein Kind konnte leicht ersetzt werden und es brachte den Sippen keine Vorteile. Die Nahrung musste erst unter denen aufgeteilt werden, die auch Nahrung beschaffen konnten. Unter den Leistungsträgern. Hört sich das hart an? Es war aber so. Was erwartest Du? Sollen sie Dich als Manager einstellen? Ein Manager muss erst einmal beweisen, dass er Durchhaltevermögen hat und auf ein Ziel hinarbeiten kann gegen alle Hindernisse. Wenn jemand nicht einmal die Schule durchhält oder seine Ausbildung und nicht einmal gegen seinen eigenen inneren Schweinehund ankommt...wie sollte ihm dann jemand größere Aufgaben zutrauen mit weitaus größeren Hindernissen. Dagegen ist Schule oder Ausbildung ein Sonntagsspaziergang. Wenn Du Pflichtbewußtsein als "Selbopfermentalität" bezeichnest musst Du dort hingehen wo Du das große Glück findest und die große Freiheit. Zitat:
![]() Auch nach einem Studium wirst Du nicht zum Manager. Du fängst erst mal mit einem Praktikum an. Für 0,- Euro. Du fängst im Keller an. Du kannst auch die Ausbildung weiter machen und Dich trotzdem auf´s Studium vorbereiten. Dazwischen kannst Du einige Zeit arbeiten und Dich orientieren und informieren. . Geändert von helen3 (16.01.2008 um 16:48 Uhr) |
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#6
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Dass man morgens lieber auschlafen will und am liebsten von 10 - 14 Uhr arbeiten möchte bei 5.000€ netto ist klar, und dass das nicht geht auch. Und ich bin mit Sicherheit Pflichtbewusst, bin max. 1-2 Tage im Jahr krank (dann aber auch wirklich), gehe meinen Pflichten sehr wohl nach und mache das auch sehr gut, meine Arbeitgeber loben mich in den höchsten Tönen, ohne jetzt übertreiben oder Schulter klopfen oder Anerkennung zu wollen. Aber es gab bisher keinen Arbeitgeber (und das waren 2 beim Nebenjob, 3 beim Zivildienst und 4, 5 in meiner Ausbildung, bedingt durch Abteilungs- und Filialwechsel), die gesagt hätten, dass ich mich ändern muss. Im Gegenteil, im Zivildienst haben sich 2 Abteilungen mehr oder weniger zerstritten, weil beide wollten, dass ich für den Rest der Zeit da bleibe. Und auch in meiner Ausbildung gab es bisher nur gute Beurteilungen und keine Beschwerden. Ich sagte auch nur, dass ich mich für keinen Job der Welt kaputt machen würde. Und auch dabei bleibe ich. Wer will schon freiwillig mit 40 in psychiologischer Behandlung sein und nicht mehr arbeitsfähig? Da habe ich andere Vorstellungen von meiner Zukunft, auch wenn die nicht aus Spaß und Abenteuer bestehen. Geändert von patnrw (07.11.2007 um 16:22 Uhr) |
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#7
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Wenn du die Ausbildung abbrichst, hast du einen ordentlichen Disqualifizierungsknick in deinem Lebenslauf, wer wird dir dann noch Vertrauen schenken? Kein Mensch verlangt von dir, diesen Beruf ewig auszuüben, er ist nur ein Grundstock, hast du den Kaufmannsgehilfenbrief in der Tasche, kannst du machen, was dein Herz begehrt. Dann hast du auch was aufzuweisen: Abi, einen gesellschaftlich anerkannten Beruf. Ich sage das mal so: wenn du die Axt an die Wurzeln eines Baumes legst, solltst du dir vorher im Klaren darüber sein, welche Blätter verdorren werden ...
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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#8
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| Hallo Patnrw, Du hast Dir doch selbst schon all Deine Fragen beantwortet! Worin liegt jetzt noch Dein Problem? Eigentlich weißt Du doch, welchen Weg Du in Zukunft beschreiten möchtest. Also? Gruß Sanne |
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#9
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| Diese Aussage Zitat:
Zitat:
Wenn Du die Ausbildung beendest, sei Dir darüber im klaren, das nicht alles so reibungslos ablaufen könnte, wie Du es Dir vorstellst. Jetzt befindest Du Dich in einer Ausbildung und hast nach erfolgreichem Abschluss eine Basis, auf die Du weiter aufbauen kannst. Wenn Du aber sicher bist (und das bist Du, scheint mir), diese Berufsrichtung ist nicht Deine, dann schlage den Weg ein, den Du gerne gehen möchtest. Was hält Dich davon ab? Du hast Dir doch schon alles so schön ausgemalt. Was genau möchtest Du von uns hören? Im Grunde gibt es doch nur zwei Argumentationen. Entweder wird man Dich versuchen umzustimmen und davon zu überzeugen, die Ausbildung durch zuziehen (so wie helen3 und Nonte) oder man wird Deinen Pläne befürworten und Dir dazu raten den Weg einzuschlagen, der Deinen Interessen entspricht (so wie sanne). Ich sage deshalb nur, Du weißt was Du willst, wenn du Dir sicher bist etwas ändern zu wollen, setzte Deine Interessen unter Berücksichtigung eventuell auftretender Konsequenzen durch und gehe den Weg, der Dir vorschwebt.
__________________ Liebe Grüße Ratgeberin http://arbeits-abc.de/Deutsche Knochenmarkspenderdatei MACHT MIT - JEDER EINZELNE ZÄHLT! Eure Fragen beantworte ich gern nach meinem besten Wissen. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehme ich nicht. Alle meine Äußerungen, Kommentare und eigenen Beiträge, sind Ausdruck meiner persönlichen Meinung. Sie sind nicht als Rechtsberatung oder Ersatz zu verstehen. |
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#10
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| Zitat:
Sie können ja einwenig kürzer treten, dass heißt aber noch lange nicht, dass sie deshalb ihr ganzes Leben umkrempeln müssen. So viel ich weiß gibt es Ausbildungspläne. Was ein Azubi in welchem Jahr machen darf/muss. Es gibt doch sicherlich einen Azubi-Beauftragten im Betrieb. Rede doch einmal mit ihm darüber. Über die jetzigen Aufgaben und die zukünftigen. Auch darüber, dass Du Dir vielleicht schwierigere Aufgaben erhoffst etc. |
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