Hoffnungsloser Fall oder warum ich mit 36 Jahren keine Berufserfahrung habe
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Hoffnungsloser Fall oder warum ich mit 36 Jahren keine Berufserfahrung habe

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  #1  
Alt 08.08.2008, 17:52
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Standard Hoffnungsloser Fall oder warum ich mit 36 Jahren keine Berufserfahrung habe


Hallo zusammen,

ich habe mich heute hier im Forum angemeldet und hoffe, dass ihr mir helfen könnt. Meine Frage wäre, wie ich mich bei meinem Lebenslauf und angesichts der mangelnden Berufserfahrung bewerben soll. Wer hat Lust, eine ganz harte Nuss zu knacken?

Wer den Titel "Mit 36 Jahren noch keine Berufserfahrung" liest, amüsiert sich königlich ("so ein ****!") oder regt sich tierisch auf ("was hat die faule Socke eigentlich die ganze Zeit gemacht?"). Jedenfalls darf man das niemandem öffentlich erzählen, wenn man ernst genommen werden will.

Vielleicht macht sich der eine oder andere die Mühe, nachzulesen, wie sowas passieren kann. Das richtige Stichwort lautet natürlich "keine geradlinige Biographie" (dank sozial schwachem Elternhaus und körperlicher Entstellung).

Da ich von kleinauf stark geschielt habe, was durch die dicken Brillengläser noch stärker auffiel, musste ich in die Sehschule, so dass ich erst mit 7 Jahren eingeschult wurde. In der Schule war ich still, schüchtern und zurückhaltend. Aufgrund meiner Behinderung ("Starkes Schielen") wurde ich zum ewigen Aussenseiter.

Da ich aus einem sozial schwachen Elternhaus komme, wurde ich von meinen Eltern nie unterstützt. Beide Eltern hatten noch nicht mal einen Hauptschulabschluss, geschweige denn eine abgeschlossene Berufsausbildung. Beide Malocher. Ja sowas gab es tatsächlich in der BRD in den 50er Jahren. Trotzdem konnte ich dank meiner Intelligenz auf das Gymnasium gehen. Es war die Hölle: Zu Hause wurde ich als arrogant und arbeitsscheu abgestempelt. Denn für meine Eltern hatte nur jemand Ansehen, der Geld heimbrachte. Es war ein regelrechter Kampf, nach der mittleren Reife bis zum Abitur weitermachen zu können. In der Schule musste ich extrem viel nacharbeiten, denn ich hatte im Vergleich zu meinen Mitschülern, die alle Akademiker-Eltern hatten, riesige Wissenlücken, und zwar in jedem Schulfach. Von den Lehrern bekam ich auch keine Hilfe. Von "Förderung sozial benachteiligter Schüler" hatte ich gar nichts gemerkt. Neben der "Entfremdung" weiteres großes Problem: Ich bin erst sehr spät mit IT-Technologie in Berührung gekommen. Im Gegensatz zu meinen Mitschülern, die von den Eltern optimal auf das Berufsleben vorbereitet wurden, war ich ein Irrlicht ohne blassen Schimmer von der Arbeitswelt.

Trotz zerrütteten Familienverhältnissen und enormen Anforderungen am Gymnasium hatte ich mein bairisches Zentralabi mit 1.9 bestanden. Leider erst mit 21 Jahren! Mitschüler waren zu diesem Zeitpunkt 18 oder 19. Dann war ich völlig auf mich gestellt, obwohl ich beim Berater vom Arbeitsamt gewesen war. In meiner Orientierungslosigkeit begann ich eine Lehre, die ich aber nach einem Jahr wieder abbrach. In der Lehre kam ich mit dem theoretischen Teil prima zurecht, aber im praktischen Teil, wo es auf die Zusammenarbeit mit den anderen Azubis ankam, war ich als üblicher Aussenseiter verloren. Da brachten auch die Gespräche mit den Abteilungsleitern nichts.

Nun stand ich da: 22 Jahre alt und eine abgebrochene Lehre hinter mir. Keine Unterstützung von den Eltern, mit denen ich den Kontakt abgebrochen hatte. Dazu muss ich sagen, dass ich auch keine Verwandten habe. Statt dessen elterliche Vorwürfe ohne Ende. Verzweifelt nahm ich ein Statistik-Studium in München auf. Inzwischen war mein Vater gestorben, so dass ich mein Studium und die Unterkunft über die Halbwaisenrente und Bafög finanzieren konnte. Ich musste zu jeder Vorlesung mit den Öffis weit anreisen, weil ich mir nur eine Bleibe in Münchens Aussenbezirken oder im Umland leisten konnte.

Nach dem Vordiplom bemühte ich mich um einen Nebenjob. Doch man gab mir mehr oder weniger eindeutig zu verstehen, dass mein starkes Schielen und die daraus resultierende Gehemmtheit ein Hindernis für ein Arbeitsverhältnis darstellen würden. Das sagte man mir indirekt auch am Lehrstuhl, wo ich als Hiwi anfangen wollte. Na klar wird man den normal oder besser aussehenden Bewerber nehmen, wenn man die Auswahl hat. Nicht mal fürs Aus-und Einräumen von Regalen oder auf dem Bau wurde ich genommen. In meiner Not wurde ich zum "Putzmann" *schäm* In Privathaushalten.

Im Gegensatz zu den Mitstudenten, die viel weniger lernten als ich und natürlich Lerngemeinschaften bildeten, brauchte ich viel länger fürs Studium (20 Semester). Für meine Kommillitonen war es völlig normal, viel zu feiern, Auslandssemester zu absolvieren und lukrative Nebenjobs zu haben. Ein Auslandssemester kam für mich nicht in Frage. Zwar kann man auch ein Stipendium beantragen, aber die Unterkunft und Verpflegung musste man aus eigener Tasche bezahlen.

Das Studium verzögerte sich auch dadurch, dass ich mir eine Schielop unterzogen hatte, die von der KK vollständig bezahlt wurde, weil das Schielen als körperliche Behinderung anerkannt wurde. Kein Mensch hatte noch an einen Erfolg geglaubt. Doch nach der Op sah ich völlig normal aus. Mit Ende 20 sah ich zum ersten Mal ganz normal aus! Die Brille ersetzte ich durch Kontaktlinsen. Plötzlich wurde ich von den Mitmenschen viel besser behandelt, sogar attraktive Mädels interessierten sich für mich. Mich hatte diese Umstellung ziemlich mitgenommen, weil ich lernte, wie oberflächlich diese Gesellschaft doch ist. Auf einmal wurde ich in einer Gruppe als gleichwertig akzeptiert. *öhm* Gilt allerdings nur, wenn ich verschweige, dass ich mit 36 noch nie regulär (mit Arbeitsvertrag) gearbeitet habe.

Nach dem Studium, das ich Ende 2006 mit "sehr gut" abschloss und das ich nur aufgrund des "Bildungskredits" zu Ende bringen konnte, meldete ich mich nach einem halben Jahr bei der ARGE arbeitslos. Na klar war das ziemlich spät! Dafür bekam ich dort auch eine Standpauke. Davor war ich noch bei der Beratung für Hochschulabsolventen, die mich keinen Schritt weiter brachte.

Von der ARGE habe ich dann einen Bildungsgutschein für eine Fortbildungsmaßnahme bekommen, die ich vor kurzem mit sehr guten Ergebnissen absolviert habe. Nun muss ich mich aus der Hartz4-Situation (Hartz2 um genau zu sein) bewerben. Ich habe auch schon ein paar mittelständische Softwareunternehmen im Auge. Doch die werden mich wegen meiner Handicaps (krummer Lebenslauf und keine Berufserfahrung) niemals nehmen. Tja...*schnüff* werde mich wohl auf ein Leben als Hatz4-Empfänger einrichten müssen...

Thanx fürs Lesen oder Zuhören

Hat jemand einen Tip, wie ich mein verkorkstes Leben verkaufen soll?

MfG

Martin
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  #2  
Alt 08.08.2008, 18:49
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Hallo, liebe Ratgeberin,

an Deiner Einschätzung wäre ich besonders interessiert. Leider bin ich kein fake. Mich gibt's wirklich

MfG
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  #3  
Alt 08.08.2008, 19:33
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Zitat:
Tja...*schnüff* werde mich wohl auf ein Leben als Hartz4-Empfänger einrichten müssen...
Falls es noch nicht allgemein bekannt sein sollte: rund 8 Millionen Menschen leben in Deutschland mit und von ALG II ("Hartz IV").

Das ist das Ergebnis vergangener Regierungspolitik unter der Führung aller Parteien. Das Schlimme daran ist, dass diese verkorkste Regierungspolitik stets von Leute umgesetzt wurde, die zur angeblich gebildeten Elite zählen.

In der Tat scheint es wohl so zu sein, dass Bürger einkalkulieren müssen, längere Zeiträume mit ALG II und den Tafeln leben zu müssen.

Das sollte aber niemanden daran hindern, eigene Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und sein Leben so zu gestalten, dass man am Ende seines Lebens mit Wohlgefallen auf das eigene Leben zurückblicken kann.

Dein bisheriges Leben hat dich schwer geprüft, deshalb bist du dafür bestens prädestiniert, im Dunstkreis der Heilsarmee, der Kirchen, Diakonie, Caritas und sonstiger menschenfreundlicher Organisationen zum Wohle der Menschen zu wirken, die schwächer sind als du.

Denn Gott hat keine anderen Hände als die deinen, also gehe hin und fische im Weinberg des Herrn Menschen.

ALG II (Arbeitslosengeld 2) steht der Aufnahme eines Ehrenamtes nicht entgegen:

Zitat:
(2) Eine ehrenamtliche Betätigung schließt Arbeitslosigkeit nicht aus, wenn dadurch die berufliche Eingliederung des Arbeitslosen nicht beeinträchtigt wird.

§ 119 SGB III, Absatz 2

SGB 3 - Einzelnorm
Die Aufnahme eines Ehrenamtes würde ich auch insofern als nützlich ansehen, weil sich dadurch evtl. auch eine bezahlte Beschäftigungsmöglichkeit bei einem sozialen Träger ergeben könnte.

Natürlich kann man sich bemühen, in der Wirtschaft eine Arbeit zu finden. Aber iich bezweifle, dass dort noch "Karriere" gemacht werden kann, denn du bist einem starken Wettbewerb ausgesetzt und du müsstest dich gegen Mitbewerber durchsetzen, die über "edle" Lebensläufe verfügen.

Ich würde grundsätzlich raten, die üblichen Trampelpfade zu verlassen und schauen, wo man mich wirklich händeringend benötigt.
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  #4  
Alt 08.08.2008, 20:23
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Danke für Deinen Beitrag, nontestatum!

Zur Zeit bin ich ziemlich empfindlich und frustriert, daher reagiere ich auf den kaltschnäuzig eingestellten Bibelspruch etwas allergisch. Das liest sich so herablassend...

Ich will ja gar keine Karriere machen.So doof bin ich auch nicht, mir einzubilden, dass das ohne "Vitamin B" ginge. Nein,ich will einfach nur einen Job, von dem ich normal Leben kann. Aber nicht mal das kriegt man heutzutage ohne die richitgen Kontakte.
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  #5  
Alt 08.08.2008, 21:41
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Zitat:
Zur Zeit bin ich ziemlich empfindlich und frustriert, daher reagiere ich auf den kaltschnäuzig eingestellten Bibelspruch etwas allergisch. Das liest sich so herablassend..
Ich habe dir einen denkbaren und möglichen Weg aufgezeigt, wie du deine Talente einsetzen kannst und dein Leben erfüllend gestalten kannst.

Wenn ich Bezug auf christliche Werte und auf die Bibel nehme, ist das weder kaltschnäuzig noch herablassend, ganz im Gegenteil.

Ich denke eher, dass dein bisheriges Leben schlecht abgelaufen ist und dass durch dein Leiden deine sozialen Kompetenzen verkümmert sind. Diese gilt es zu trainieren, und dies kannst du dadurch, dass du anderen Menschen hilfst. Wenn du dabei Erfolg erfährst, wird sich Milde in dein Herz senken und deine Verbitterung wird weichen.
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  #6  
Alt 10.08.2008, 23:26
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Hallo nontestatum,

tschuldigung, habe dich völlig missverstanden. Scheinst ja wirklich christlich unterwegs zu sein. Auf meine Verbitterung habe ich ein Recht, auch wenn mich diese Verbitterung keinen Schritt weiter bringt. Des loas I mer nimmer net nehme. Aber ich habe ein Recht darauf - angesichts meiner Biografie.

Und dass mir die Ratgeberin noch keinen Rat gegeben hat, sagt auch alles: Dem Mann kann nicht mehr geholfen werden Jo mei des koa doch net olles gwesn sei...
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  #7  
Alt 11.08.2008, 05:03
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Zitat:
Zitat von martink Beitrag anzeigen
hallo nontestatum,

tschuldigung, habe dich völlig missverstanden. Scheinst ja wirklich christlich unterwegs zu sein. Auf meine verbitterung habe ich ein recht, auch wenn mich diese verbitterung keinen schritt weiter bringt. Des loas i mer nimmer net nehme. Aber ich habe ein recht darauf - angesichts meiner biografie.

niemand verlangt von dir, dass du dich von heute auf morgen wie einen Handschuh umkrempelst. Aber neben all deinen Dornen und Stacheln solltest du anfangen, auch Blüten zu bilden.

pixelio.de - Bild: Distelblüte - Deine kostenlose Bilddatenbank für lizenzfreie Fotos



und dass mir die ratgeberin noch keinen rat gegeben hat, sagt auch alles: Dem mann kann nicht mehr geholfen werden Jo mei des koa doch net olles gwesn sei...

der Thread ist ja noch relativ neu, und wenn man in Arbeit und Brot steht, hat man nicht immer sofort Zeit, einen Beitrag zu verfassen. Hinzu kommt, dass dein Anliegen schon etwas spezieller ist und man sich damit auch eingehender befassen muss.

Aber wenn du in die Bibel schaust, wirst du erkennen, dass dein Problem garnicht so neu und einzigartig ist:

Zitat:
Psalm 22: Gottverlassenheit und Heilsgewissheit

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, / bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage?
Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; / ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe.
Aber du bist heilig, / du thronst über dem Lobpreis Israels.
Dir haben unsre Väter vertraut, / sie haben vertraut und du hast sie gerettet.
Zu dir riefen sie und wurden befreit, / dir vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, / der Leute Spott, vom Volk verachtet.
Alle, die mich sehen, verlachen mich, / verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
«Er wälze die Last auf den Herrn, / der soll ihn befreien! Der reiße ihn heraus, / wenn er an ihm Gefallen hat.»
Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog, / mich barg an der Brust der Mutter.
Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, / vom Mutterleib an bist du mein Gott.
Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe / und niemand ist da, der hilft.
Viele Stiere umgeben mich, / Büffel von Baschan umringen mich.
Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, / reißende, brüllende Löwen.
Ich bin hingeschüttet wie Wasser, / gelöst haben sich all meine Glieder. / Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen.
Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe, / die Zunge klebt mir am Gaumen, / du legst mich in den Staub des Todes.
Viele Hunde umlagern mich, / eine Rotte von Bösen umkreist mich. / Sie durchbohren mir Hände und Füße.
Man kann all meine Knochen zählen; / sie gaffen und weiden sich an mir.
Sie verteilen unter sich meine Kleider / und werfen das Los um mein Gewand.
Du aber, Herr, halte dich nicht fern! / Du, meine Stärke, eil mir zu Hilfe!

Entreiße mein Leben dem Schwert, / mein einziges Gut aus der Gewalt der Hunde!
Rette mich vor dem Rachen des Löwen, / vor den Hörnern der Büffel rette mich Armen!
Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, / inmitten der Gemeinde dich preisen.
Die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn, / ihr alle vom Stamm Jakobs, rühmt ihn; / erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels!
Denn er hat nicht verachtet, / nicht verabscheut das Elend des Armen. Er verbirgt sein Gesicht nicht vor ihm; / er hat auf sein Schreien gehört.
Deine Treue preise ich in großer Gemeinde; / ich erfülle meine Gelübde vor denen, die Gott fürchten.
Die Armen sollen essen und sich sättigen; / den Herrn sollen preisen, die ihn suchen. / Aufleben soll euer Herz für immer.
Alle Enden der Erde sollen daran denken / und werden umkehren zum Herrn: / Vor ihm werfen sich alle Stämme der Völker nieder.
Denn der Herr regiert als König; / er herrscht über die Völker.
Vor ihm allein sollen niederfallen die Mächtigen der Erde, / vor ihm sich alle niederwerfen, die in der Erde ruhen. [Meine Seele, sie lebt für ihn; /
mein Stamm wird ihm dienen.] Vom Herrn wird man dem künftigen Geschlecht erzählen, /
seine Heilstat verkündet man dem kommenden Volk; / denn er hat das Werk getan.


Quelle: Bischöfliches Ordinariat Regensburg - Gebete der Bibel





Wenn du dir mein Avatar und meine Signatur ansiehst, wirst du erkennen, dass das Leben auch mit mir nicht gerade zartfühlend umgegangen ist. Die Wege des Herrn sind seltsam und es fällt schwer, seinen Willen zu erkennen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass Zeit für Gott keine Rolle spielt. Sein Wirken erkennt man oft erst viele Jahre später, und vielleicht war deine Leidenszeit nur die Vorbereitung für die Zeit, wo du an Alter und Erfahrung gereift bist.

Zitat:
Und der Engel des HERRN kam zum andernmal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iß! denn du hast einen großen Weg vor dir.

1. Könige 19, 7

Bibel-Online.NET - - Lutherbibel 1912



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  #8  
Alt 11.08.2008, 11:28
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Standard Hallo MartinK - Willkommen in unserem Forum!

Zitat:
Und dass mir die Ratgeberin noch keinen Rat gegeben hat, sagt auch alles: Dem Mann kann nicht mehr geholfen werden Jo mei des koa doch net olles gwesn sei...
Bevor ich mich zu Deinem Anliegen äußere möchte ich Dir sagen, dass Du Dir da ganz schön was zusammen spinnst. Nur weil ich noch nicht geantwortet habe, heißt das nicht, dass ich Dich in die Schublade "Hoffnungsloser Fall - Antwort sinnlos" stecke. Neben dem Forum habe ich noch ne Menge anderer Sachen zutun, weshalb ich einfach noch nicht zum Schreiben gekommen bin.

Die obige Aussage zeigt mir, dass Dein Selbstbewusstsein nicht nur angeschlagen, sondern überhaupt keins vorhanden ist. Sicher, in Hinblick auf Deine Vergangenheit kann man das nachvollziehen, aber halte Dir doch auch mal vor Augen, was Du schon alles erreicht hast! Du hast zwar keine Berufserfahrungen, aber trotz aller Umstände hast Du ein Studium erfolgreich absolviert und soeben eine Fortbildungsmaßnahme mit sehr gutem Erfolg beendet. Ist das nichts! Jetzt liegt es an Dir Dich den Arbeitnehmern als kompetente Kraft zu verkaufen. Das schaffst Du aber gewiss nicht, mit solch einer negativen Einstellung Dir selbst gegenüber. Ich rate Dir dringend etwas für Dein Selbstbewusstsein zu tun. Schließe Dich einer Selbsthilfegruppe an oder suche Dir professionelle Hilfe bei einem Psychiater, mit dem Du über Deine Probleme reden kannst. In dem Unternehmen welches Dir vorschwebt arbeiten zu wollen, könntest Du Dich erstmal um ein Praktikum bewerben, auch wenn dieses erstmal wieder unentgeltlich wäre. Zeige was Du auf dem Kasten hast, gehe auf die Menschen zu, mache einen Strich unter Deine Vergangenheit und vergrabe Dich nicht im Selbstmitleid. Mache Dir mal Gedanken über Dich und schreibe auf, welche Eigenschaften Du an Dir gut findest. Wie möchtest Du Dich/Deine Arbeitskraft verkaufen, wenn Du mit Dir selbst nicht im Einklang bist. Den Vorschlag von Nonte finde ich übrigens auch sehr hilfreich. Nur wenn Du Deinen Allerwertesten hochbekommst, auf die Menschen zugehst und Dich anbietest, kannst Du Kontakte knüpfen. Dabei können wir Dir nicht helfen.

Ich bin natürlich geehrt das Du so großen Wert auf meine Meinung legst, aber wundersame Kräfte, die Dich beruflich zum Erfolg bringen habe ich auch nicht. Ich kann Dir wie jeder andere auch hier Ratschläge/Anregungen anbieten. Was Du daraus machst, liegt ganz allein bei Dir.

Ich würde mir Deinen Werdegang gerne mal in zeitlicher Abfolge anschauen, um mir ein genaues Bild machen zu können!

Eine Frage noch, kennst Du heute Menschen die Du als Deine echten Freunde bezeichnen würdest oder bist Du noch immer ein Einzelgänger?

Ansonsten möchte ich noch sagen, wir sind Dir bei Deiner Bewerbung jederzeit gern behilflich und auch wenn Du andere Fragen hast oder Dir einfach mal Deinen Frust von der Seele schreiben möchtest, kannst Du das hier gerne tun. Aktiv werden musst Du aber allein, es wird niemand an Deiner Haustür klingeln kommen und Dich an die Hand nehmen.
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Liebe Grüße Ratgeberin
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Deutsche Knochenmarkspenderdatei MACHT MIT - JEDER EINZELNE ZÄHLT!

Eure Fragen beantworte ich gern nach meinem besten Wissen. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehme ich nicht. Alle meine Äußerungen, Kommentare und eigenen Beiträge, sind Ausdruck meiner persönlichen Meinung. Sie sind nicht als Rechtsberatung oder Ersatz zu verstehen.
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  #9  
Alt 13.08.2008, 21:31
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Ja wo bist Du denn? Erst startest Du einen riesen Hilferuf und nun lässt Du Dich nicht mehr blicken.
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  #10  
Alt 14.08.2008, 07:19
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Hallo MartinK,

Du solltest Dir die Tipps von Ratgeberin sehr zu Herzen nehmen. Als ich Deinen Fall gelesen habe, kamen mir ganz ähnliche Gedanken. Klar, Deine Lebensgeschichte hat es Dir nicht einfach gemacht. Aber im Gegensatz zu vielen anderen hast Du gelernt, Dich durch zu beißen. Auf Deine Erfolge wie Abitur und Studium wären viele stolz und würden mit breiter Brust durchs Land ziehen.

Du aber machst genau das Gegenteil. Du verhälst Dich wie ein angeschlagener Boxer: in der Ecke stehen und sich weiter verprügeln lassen - und als Schutz lediglich die Arme ein bisschen hochhalten und auf fremde Hilfe warten. Ganz ehrlich: Du lädst die anderen mit Deiner negativen Beschreibung ja gerade dazu ein, Dich als Bewerber abzulehnen. Du bekommst nie einen Job, wenn Du einen auf Mitleid machst.

Du hast oft am Boden gelegen und bist immer wieder aufgestanden. Warum tust Du das jetzt nicht? Vergleiche Dich nicht mit den anderen Bewerbern - schaue auf Dich selbst! Schau nicht, was die anderen besser können als Du - betone das, was Dich auszeichnet und Du besser kannst als andere! Sage, was Du kannst - reite nicht auf Deinen Schwächen rum!

Hol Dir einen Coach, der mit Dir genau an diesen Punkten arbeitet. Ich bin Personaler und weiß, dass jeder Mensch seine Geschichte hat. Aber es kommt darauf an, wie mir die Geschichte erzählt wird. So wie Du sie erzählst, beende ich nach 10 Minuten das Gespräch bzw. lege Deine Bewerbung nach ein paar Absätzen auf den Stapel "Absagen". Mache mich neugierig auf Dich, zeige mir, welche Qualitäten Du hast. Dann lese ich weiter und höre mir auch Deine Geschichte an - allerdings nur, wenn Du nicht eins auf Mitleid machst, sondern mit Selbstbewusstsein vor mir stehst.

Bernd
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