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| • Gewusst wie! – Kritik gegenüber dem Chef erfolgreich äußern |
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#1
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| Hallo. Ich möchte dieses Forum mal nutzen um meine Idee kund zu tun und um zu erfahren was andere von meinem Vorhaben halten. Ich lebe in einer Stadt mit ca. 41.500 Einwohnern. Wir haben hier eine wunderbare Innenstadt mit einer sehr belebten Fußgängerzone. 4 Eiscafe´s, 2 Apotheken, mehrere Bücher- und Schreibwarenläden, Unterwäschegeschäfte, Herren- und Damenausstatter. Schuhläden, da wäre ich beim Thema angekommen, gibt es in der Fußgängerzone drei. Im gesamten Ort haben wir 5, wenn man die beiden Sportläden nicht dazu zählt. Also Schuhe gibt es hier reichlich. Schuhe sind auch wichtig in meinen Augen. Schuhe werden immer gekauft. Wir brauchen sie, um uns komfortabel bewegen zu können. Es gibt sogar richtige Schuhvernatiker. Die Sache ist nur die, ich lebe hier seit gut 26 Jahren und habe hier für den Alltag maximal drei oder 4 Paar Schuhe gekauft. Üblicherweise fahre ich immer mit dem Auto in die ca. 30km entfernte Grossstadt. Hier gibt es keinen Laden, der moderne Sneakers verkauft. Also richtige Modeschuhe. In letzter Zeit sehe ich sehr oft auf die Füße anderer Leute. Ich beobachte die Mode einzelner. Der Trend liegt eindeutig bei Sneakern bekannter Marken. Ob bei 16 Jahrigen oder bei mitte 30. Sportlich elegant, retro oder klassisch. Alles da. Aber kein Geschäft dafür hier. Ich wünsche mir einen kleinen Laden , ca. 30qm Ladenfläche, mit einem gut sortiertem Angebot, mit angenehmer Atmosphäre, guter und nicht zu aufdringlicher Beratung, stylisch aber nicht zu peppig. Ich bin berufstätig. Sitze fest im Sattel. Ich möchte meien Job nicht aufgeben. Jedenfalls nicht gleich. Sowas parallel zu errichten wird sicher eine Menge Blut und Schweiß kosten. Dessen bin ich mir bewusst. Aber ich habe einen Traum. Ich habe mich noch nie so intensiv mit diesem Gedanken beschäftigt, wie jetzt. Ich fuchse mich aktuell durch Foren. Überlege, ob ich einen Kurs zur Existenzgründung mache bzw. belege. Kopfschmerzen macht mir aktuell, ob meine Bank bereit ist, mir für meine Idee Geld zu geben. Ich habe dafür leider kein Eigenkapital. Zudem finanziere ich mit meiner Frau eine Immobilie, sprich unser Haus. Nun, seid doch so gut und gebt mir bitte Euren Senf dazu. Lasst mich hören, was meine Idee wert ist. Gruss, Adios |
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#2
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| Zitat:
Wie stellst Du Dir die Öffnungszeiten vor? Nur abends nach Deinem Dienstschluss und am Samstag? Oder steht tagsüber eine andere Person im Laden? Wenn ja: wer? Deine Frau? Ein(e) eingestellte(r) Verkäufer(in)? Wie viele Stunden könntest Du zusätzlich zu Deinem Hauptberuf pro Woche für das Geschäft aufwenden? Wie steht Deine Frau zu dem Vorhaben? Habt Ihr Kinder? Ist es für Deine Familie in Ordnung, wenn sie Dich ein paar Jahre nur zum Schlafen oder vielleicht mal am Sonntag sieht? Dabei könnte es auch gut geschehen, dass Du den Sonntag für all diejenigen Dinge brauchst, die unter der Woche liegen geblieben sind (Buchführung, Planung von Marketingaktionen, Preiskalkulation, Korrespondenz, was weiß ich).
__________________ Liebe Grüße, Melete Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür. Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags. |
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#3
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| Hallo Melete, ich arbeite im öffentlichen Dienst. Meine Arbeitswoche hat 12 Tage und ist sehr komplex durch die Wechselschicht. Also einen Tage Frühdienst, am nächsten Spätdienst. Den Tag darauf wieder Frühdienst. Der einzige Vorteil ist, dass meine Arbeitszeiten mit 7 Std. relativ kurz ist. Mein Frühdienst beginnt um halb sieben und endet um halb zwei. Der Spätdienst beginnt um 13.oo Uhr. Mit meiner Idee bin ich noch ganz am Anfang. Ich bin der Auffassung, dass ich dazu einen Teilhaber benötige, damit immer jemand presänt ist und die Aufgaben klar verteilt sind. Heute Abend bin ich mit einem langjährigen Freund verabredet. Von Beruf ist er Groß- und Einzelhandelskaufmann. Meine Frau und ich verdienen unseren Lebensunterhalt, wir haben zur Zeit ein Kind. Wünschen uns aber ein zweites. Wenn das Geschäft in den ersten 1-2 Jahren nur die laufenden Kosten deckt ist das zufrieden stellend. Meine Frau und ich ergänzen uns sehr gut in allen Lebenslagen. Was das Geschäft angeht, soll sie nur beratend zur Seite stehen. Aktive Mitarbeit übernimmt sie nicht. Wenn, dann nur sehr bedingt. Zuhause kann nicht alles drunter und drüber gehen. Das Privatleben muß organisiert bleiben. Wieviele Teilzeitkräfte notwendig sind, ist noch nicht errechnet. Dazu ist das Modell noch nicht reif genug. Die Idee lebt erst seit gut einem Monat. Wir werden mindestens noch ein halbes Jahr, wenn nicht länger, für die Planung und Vorbereitung benötigen. Die Öffnungszeiten werden den übrigen Ladenöffnungszeiten angepasst. Wie viele Stunden ich dazu beitragen werde liegt auf der Hand. Selbstständig bedeutet: Man arbeitet selbst und ständig. Ich bin auf deinen kommenden Beitrag gespannt. Sei ruhig kritisch. LG, Adrian |
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#4
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| Öffnungszeit, Arbeitszeit und Personal: Also, wenn ich das richtig verstanden habe, planst Du diesbezüglich folgendes:
Kaufmännisches Wissen ist zwingend, wenn Ihr für dieses Vorhaben Geld braucht (wobei eine Ermangelung kaufmännischen Wissens auch ansonsten fahrlässig wäre). Insofern ist ein Teilhaber, der Groß- und Einzelhandelskaufmann ist, sehr gut. Was möchtest Du selbst denn beitragen?
Der Teilhaber: Wenn Ihr das Geschäftsvorhaben zu zweit aufbaut, werdet Ihr beide vollumfänglich für alles haften. Das dürfte unabhängig davon sein, welche Rechtsform Ihr wählt. Eine Bank leiht i.d.R. kein Stammkapital für eine GmbH, sondern allenfalls Geld für Investitionen und Betriebsausgaben. Auch dann, wenn Ihr selbst das Stammkapital für eine GmbH aufbringen könntet, würdet Ihr für dieses Unternehmen keinen Cent Darlehen oder Kredit bekommen, wenn Ihr nicht beide persönlich dafür zeichnet (also beide vollumfänglich dafür haftet). Insofern kann man sich bei entsprechendem Geldbedarf anfänglich den Stress sparen, sich mit der Geschäftsführung einer GmbH (GmbH-Gesetz und entsprechender Handhabung) auseinanderzusetzen. Vollumfängliche Haftung bedeutet: jeder von Euch beiden steht nach außen hin mit seinem Privatvermögen (wenn Du von Deiner Frau keine Gütertrennung hast, sitzt sie ebenfalls mit im Boot) für alles ein. Gläubiger können sich nach Belieben denjenigen greifen, von dem sie sich am leichtesten Geld erwarten. Das wärst Du mit Deinem weiterhin vorhandenen, festen Einkommen und Deiner (vielleicht schon zum Teil abbezahlten) Immobilie. Im Innenverhältnis besteht bzw. kann eine anteilige Haftung vereinbart werden. Dann muss ggf. derjenige Partner, an den sich die Gläubiger gewendet haben, seinerseits dann versuchen, sich den entsprechenden Anteil vom anderen Partner zurückzuholen. Beschäftige Dich mal mit der Rechtsform der GbR. Ihr (Du und Dein Teilhaber) seid automatisch eine GbR, sobald Ihr gemeinsam tätig werdet (also schon lange, bevor Ihr einen Schuh verkauft habt). Und wie gesagt: haftungsmäßig wird sich dieselbe Situation ggf. auch mit einer anderen Rechtsform einstellen. Lese Dir mal diese Seite BMWi Existenzgründungsportal | GbR und das hier http://www.existenzgruender.de/imper...vertrag_12.pdf durch und bespreche das auch mit Deinem potentiellen Partner, insofern er Interesse an dem Vorhaben hat. Halte mich mal auf dem Laufenden. Dann kann ich mit weiteren Fragen und Literaturtipps aufwarten.
__________________ Liebe Grüße, Melete Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür. Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags. Geändert von Melete (01.06.2010 um 12:03 Uhr) |
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#5
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| * Öffnungszeiten wie die anderen Geschäfte vor Ort -> richtig * Teilhaber, der ganztags im Geschäft ist -> selbstverst. in der Gründungszeit und auch darüber hinaus, bis das Unternehmen weitesgehend routiniert ist (vermutlich die ersten 3 J.) Ideal wäre dann eine Art Filialleitung. * Ergänzend Teilzeitkräfte -> ist vermutlich unumgänglich * Du selbst in Deiner Freizeit -> richtig Was möchtest Du selbst denn beitragen? * In der Freizeit auch im Geschäft stehen? -> Nichts lieber als das, der direkte Kontakt zu Menschen liegt mir sehr. Außerdem bin ich in meinem Ort sehr bekannt. Das möchte ich zu nutze machen. * Die Buchführung? Vor 13J. habe ich mein Fachabi in FR Wirtschaft gemacht. Das war eigentlich nicht so schwer. Für die Praxis ist mein Bildungsstand ungenügend. Vielleicht irgendwann. Möglicherweise mein Freund und Partner. Aber das werde ich heute Abend erfahre. Ansonsten prof. Hilfe * Korrespondenz und Bürokram? -> das kann ich leisten * Einkauf? -> richtig * Marketing? -> eher das Gebiet meies Freundes * Etwas anderes, was? Personalgespräche, Ladegestaltung, Messebesuche etc. Danke für deine Tip´s und Anregungen |
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#6
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| Du befindest Dich hinsichtlich Deines Vorhabens in der sogenannten Orientierungsphase. Mit meinen Fragen klopfe ich bestimmte Grundvoraussetzungen ab. Eine dieser Grundvoraussetzungen ist, dass die Familie bereit ist, das Vorhaben mitzutragen. Sinn des Ganzen kann ja nicht sein, dass mit der Realisierung die Familie auseinanderfällt. Als weitere Grundvoraussetzung hast Du z.B. definiert: Zitat:
Es ist gut, wenn Du ihn zu einem so frühen Zeitpunkt in die Planung mit einbeziehst. Ist die Planung schon weit fortgeschritten, lässt sich nur schwer jemand finden, der bereit ist, sich für die Idee und die fertigen Pläne eines anderen in der notwendigen Weise zu engagieren und dafür auch ein nicht unbeträchtliches finanzielles Risiko auf sich zu nehmen. Schon jetzt hast Du eine Reihe von Vorstellungen im Kopf, z.B. die Art von Schuhen betreffend, die Du verkaufen willst, den Laden betreffend etc. Diese Vorstellungen müssen mit denen eines potentiellen Partners übereingebracht werden. Umso weiter Deine Planung im Detail fortgeschritten ist, desto unwahrscheinlicher wird es m.E., einen Partner zu finden, der sich entsprechend auf das Vorhaben einlässt. Alles auf eine Karte? Jetzt noch einmal zurück zur Familie. Zitat:
Diese Darlehen laufen i.d.R. über 10 Jahre, wobei die ersten 2 Jahre rückzahlungsfrei sind, damit das Geschäftsvorhaben erst einmal anlaufen kann, bevor die entsprechende Belastung eintritt. Nun stelle ich Dir eine Frage, die Dir auch Banker stellen werden: Was geschieht denn, wenn der Laden floppt? Wärst Du in der Lage - sagen wir z.B. - 700 € inkl. Zinsen im Monatsdurchschnitt (real stehen die Rückzahlungen Vierteljährlich an) aufzubringen, nachdem Du Dein Geschäft wieder schließen musstest? Vielleicht, indem Du zusätzlich zu Deiner Arbeitsstelle noch einen Nebenjob aufnimmst und Ihr Euch obendrein entsprechend einschränkt (über 8 Jahre hinweg)? Oder würde Euch dann alles um die Ohren fliegen, was Ihr bislang aufgebaut habt (z.B. Euer Haus)? Müsstest Du womöglich gar Privatinsolvenz anmelden (oder Regelinsolvenz, falls z.B. noch Steuerschulden anstehen)? Das ist jetzt einfach mal eine von mir sehr grob dahingeschätzte Summe (natürlich ohne jede Gewähr). Niedriger wird man die Summe jedoch m.E. kaum bekommen (eher könnte sie noch höher werden). Und in den ersten Monaten nach Schließung könnten zusätzlich z.B. noch offene Lieferantenrechnungen anstehen und man kommt nicht sehr schnell aus etlichen Verträgen heraus (Mietvertrag, Versicherungen etc.). Das ist ein Risiko, das Du mit dem Vorhaben eingehst. Geht das? Oder müsstest Du schlichtweg alles auf eine Karte setzen, d.h. entweder läuft der Laden oder alles geht den Bach herunter?
__________________ Liebe Grüße, Melete Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür. Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags. Geändert von Melete (02.06.2010 um 10:08 Uhr) |
| Folgender Benutzer sagt Danke zu Melete für den nützlichen Beitrag: | ||
adios (04.06.2010) | ||
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#7
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| Hallo Melete, vielen Danke für deine Hilfestellung und deinen wichtigen Anregungen. Bislang hatte ich keine freie Minute um adäquat antworten zu können. Ich werde es allerdings zum Wochenende tun und hoffe, dass Gespräch mit dir fortführen zu können. LG, Adrian |
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#8
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| Wenn es denn mal irgendwann soweit ist mit dem Laden - Was hälst du von einer kleinen Ecke wo Kinder geparkt werden können? Und natürlich auch liebende Ehegatten? Nichts geht mir mehr auf den Senkel als jemanden beim Einkaufen zu begleiten wenn ich selbst in dem Laden nichts möchte. Danebenstehen ist immer doof. Für Kinder ganz besonders. Und Eltern können mit Kind an der Hand auch nicht so gut auswählen, gucken und vergleichen. Also wäre doch eine kleine Ecke mit Spielzeug toll, wo die Kinder warten können. Und ein Tisch mit ein paar Stühlen wo dann die Herren auf ihre Damen warten? Vielleicht noch ein paar Zeitschriften oder Bildbände auf dem Tisch, zum Blättern. Nix was viel Konzentration braucht, aber etwas um die Zeit totzuschlagen. Das kenne ich von Peek & Cloppenburg und finde dass das eine ganz tolle Einrichtung ist. Kundenservice der dich nochmals von anderen Mitbewerbern abhebt. |