Account Manager in Zeitarbeit - Sackgasse?
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Account Manager in Zeitarbeit - Sackgasse?

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  #1  
Alt 20.10.2011, 14:21
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Hallo!

Eine kurze Frage: Ich habe vermutlich die Möglichkeit bei einem Engineering Dienstleister (sie selber sagen sie wären keine, aber es geht teils stark in Richtung Zeitarbeit, wenn auch nur Techniker und Ingenieure) als Account Manager ein zu steigen. Hauptsächlich werden Projekte komplett durchgeführt, aber auch Arbeitnehmerüberlassung ist ein Thema.

Mein Aufgabenbereich liegt hauptsächlich im Kontakt mit dem Kunden, technische Details abklären und dann das Team "verwalten". Ich führe zwar auch "Einstellungsgespräche" für konkrete Projekte, die Leute werden mir allerdings von der Personalabteilung zu gespielt.

Ich bin somit kein Personaler, sondern im technischen Vertrieb tätig.

Die Branche ist Luft und Raumfahrttechnik, ich werde hauptsächlich im technischen Bereich geschult.

Bin ich damit karriere technisch in einer Sackgasse? Kann ich danach aufgrund der Vertriebserfahrung und den technischen Weiterbildungen auch in "normalen" Unternehmen in der Luft und Raumfahrt Branche Fuß fassen oder bin ich eingeschränkt auf ZA?

Was meint Ihr?

(Zu mir: Ausbildung als Mechatroniker, Studium Wirtschaftsing., jetzt Berufseinstieg)
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  #2  
Alt 20.10.2011, 15:00
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Azzi, ich kenne persönlich Ings die über Ingenieurdienstleister den Wiedereinstieg geschafft haben. Warum sollte sich also nicht auch ein Einsteiger dort seine Sporen verdienen- und seine erste Erfahrung sammeln können?!?
Wenn der technische Vertrieb deine Richtung ist dann gibts von mir ein "Daumen hoch"


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... schöne Grüße

Wolf





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theAzzi (21.10.2011)

  #3  
Alt 20.10.2011, 15:13
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Hallo Wolf,

danke für die schnelle Antwort!

Ausschlaggebend für den Gedanken war ein Gespräch mit einem Personaler, der in einer Zeitarbeitsfirma am Hamburger Hafen beschäftigt ist.

Seiner Ansicht nach, kommt man da nicht so schnell wieder raus und ich wäre in einem Industrie Unternehmen besser aufgehoben. Ich wäre ja kein Zeitarbeiter (der dann wieder eine konkrete Aufgabe in einem Unternehmen wahr nimmt), sondern "Seelenverkäufer", wie der Mitbewohner meiner Freundin es so schön nannte ;-).

Wobei man sagen muss, dass der Personaler eben ein reiner Personaler ist und dass er eher ungelernte Kräfte im Hamburger Hafen "vertreibt".
Bei der Firma, bei der ich einsteigen würde, geht es schon um technisch versiertere Themen, nicht nur um "Wir brauchen nen günstigen Staplerfahrer".

Trotzdem hat er mir damit ein wenig "Angst" gemacht, würde später schon gerne zu Lufthansa Technik, Airbus, EADS oder sonstiges als Account Manager oder ähnliches wechseln.
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  #4  
Alt 21.10.2011, 00:02
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Nabend.

Du schmeißt da diverse Sachen durcheinander.
Zunächst mal ist die beschriebene Aufgabe kein technischer Vertrieb, sondern Dienstleistungsvertrieb im Personalumfeld - das sind zwei vollkommen unterschiedliche Themen. Wenn du also eigentlich in den technischen Vertrieb willst, dann ist das kein sinnvoller Einstieg.

Eine Sackgasse ist ein Job wie du ihn beschreibst nicht und absolut nicht gleichzusetzen mit Personalvermittlern auf Vermittlungsgutschein - davon spricht der Hamburger da nämlich. Kein Mensch zahlt einen Vermittler für ungelernte Kräfte außer der Afa, wenn sie dadurch die Leute los wird.

Du sprichst hier von einem vollkommen anderen Geschäftsmodell, das sich auch finanziell in einer vollkommen anderen Liga abspielt.

Allerdings ist es de facto Schwerpunkt Personal. Denn das was du da tust ist letztlich Recruitment und Ressourcen-Management.

Wie gesagt - mit technischem Vertrieb hat das nicht viel zu tun.
Es sind zwei paar Schuh, ob man einer Lufthansa einen Ingenieur anträgt, der dort irgendwas entwickeln soll - auf Zeit, sei das via Projekt oder Überlassung - oder ob man BEI einer Lufthansa technischen B2B-Komponenten-Vertrieb macht..
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All mankind is divided into three classes. Those that are immovable, those that are movable, and those that move.
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theAzzi (21.10.2011)

  #5  
Alt 21.10.2011, 10:37
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Hallo Eauvive!

Danke für deinen Beitrag.

Wie siehst du (ihr) denn die Chancen als Account Manager bei einem Industrie Unternehmen unter zu kommen? Was wären sonstige Perspektiven, die man z.B. nach 5-7 Jahren in diesem Unternehmen hätte?

Noch ein paar weitere Infos zu der Stelle:

- Hierachiestruktur ist Account Manager, Key Account, Stellv. Niederlassungsleiter, Niederlassungsleiter. Führungspersonal stammt zu 100% aus dem Vertrieb

- Weiterbildungen werden überwiegend im technischen Bereich statt finden. Wenn der Kunde ein neues thermal coating für die 2nd stage blades in der HPT haben möchte, muss ich wissen was das ist und was man da so grob machen könnte (Kompetenz verkauft, wurde auch im Assessment Center sehr deutlich gemacht)

- Es gibt eine eigene Personalabteilung, die spielen mir die Leute dann zu. Ich führe mit denen dann aber tatsächlich noch ein Gespräch und gucke ob es passt (allerdings ist immer ein Personaler dabei, der mich dabei unterstützt)

- Hauptaufgabe ist der Kundenkontakt im Aviation Bereich (viele Kontakte, breites Netzwerk)

Die Perspektiven, welche ich bisher sah (mögen durch falsche Vorstellungen verfälscht sein): Vertrieb / (key) Account Management bei einem Zulieferer der Luft u. Raumfahrt Industrie, (key) Account Manager bei der Lufthansa Technik oder EADS, allgemein (key) Account Management bei produzierenden oder DL Unternehmen.
Für das reine Personalwesen ist die Stelle meiner Meinung nach zu "unspeziell", da man ja auch permanent vom Personalwesen unterstützt wird (recruiting, Arbeitsrecht usw.)

Komme ich tatsächlich so weit weg von der Technik? Ein "normaler" Account Manager hat doch eigentlich auch nicht so viel damit zu tun bzw. wird geschult und es geht mehr um die "Soft Skills" und die Fähigkeit, unterschiedliche Fachbereiche ohne direkte Weisungsbefugnis mit den Wünschen des Kunden in Einklang zu bringen.

PS: Habe noch andere Angebote, daher zerreißt meine Überlegungen gerne bzw. schreibt eure Meinung nieder!
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  #6  
Alt 24.10.2011, 23:59
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Zitat:
- Hierachiestruktur ist Account Manager, Key Account, Stellv. Niederlassungsleiter, Niederlassungsleiter. Führungspersonal stammt zu 100% aus dem Vertrieb
Ich spinne mal weiter:
Du bist einer von 4 Account Managern, es gibt - logisch - nur einen stellv. sowie einen Niederlassungsleiter. Da man die Niederlassungsleiter nicht allesamt dann zu Bereichsleitern weiterentwickeln kann, funktioniert da irgendwo der Entwicklungsweg schon rein rechnerisch nicht mehr. Soll heißen du KÖNNTEST irgendwann mal Niederlassungsleiter werden. Als One-Man-Show im Greenfield irgendwo in Westbayern zum Beispiel...

Zitat:
- Weiterbildungen werden überwiegend im technischen Bereich statt finden. Wenn der Kunde ein neues thermal coating für die 2nd stage blades in der HPT haben möchte, muss ich wissen was das ist und was man da so grob machen könnte (Kompetenz verkauft, wurde auch im Assessment Center sehr deutlich gemacht)
Nicht Produktkompetenz mit Ressourcenkompetenz verwechseln.

Zitat:
- Es gibt eine eigene Personalabteilung, die spielen mir die Leute dann zu. Ich führe mit denen dann aber tatsächlich noch ein Gespräch und gucke ob es passt (allerdings ist immer ein Personaler dabei, der mich dabei unterstützt)
Auf Deutsch:
HR machen andere, die Technik machen auch andere.
DU machst Dienstleistungsvertrieb.

Zitat:
- Hauptaufgabe ist der Kundenkontakt im Aviation Bereich (viele Kontakte, breites Netzwerk)
Also Vertrieb.
Und du wirst sehr schnell feststellen, dass du bestenfalls Oberflächenwissen in der Technik ansammeln kannst, weil die Themen bei unterschiedlichen Kunden einfach zu verschieden sind, um sie alle zu beherrschen. Du musst lediglich den Eindruck erwecken können es einordnen zu können. Im Sinne von "du weißt es nicht, du weißt aber, wo man es nachschlagen kann" bzw. du kannst es nicht (Technisches KnowHow), weißt aber, wer es kann.

Zitat:
Die Perspektiven, welche ich bisher sah (mögen durch falsche Vorstellungen verfälscht sein): Vertrieb / (key) Account Management bei einem Zulieferer der Luft u. Raumfahrt Industrie, (key) Account Manager bei der Lufthansa Technik oder EADS, allgemein (key) Account Management bei produzierenden oder DL Unternehmen.
Bei einem Zulieferer der Luft- Raumfahrtindustrie müsstest du über Produktkenntnisse verfügen, die du in der besagten Stelle einfach nicht generieren kannst. DL Unternehmen - ja, denkbar. Alles andre, also Produktvertrieb - da kannst du maximal als Junior Sales Manager o.ä. einsteigen, weil du eben Vertriebsknowhow aber kein Produktknowhow mitbringst. Und grade in dieser Branche gibt es keinen breiten Kundenstamm sondern eher wenige sehr große. Da riskiert man ungern was.


Zitat:
Für das reine Personalwesen ist die Stelle meiner Meinung nach zu "unspeziell", da man ja auch permanent vom Personalwesen unterstützt wird (recruiting, Arbeitsrecht usw.)
Richtig.
Dennoch würde man dir am Markt eher noch KnowHow in Recruitment (Wer kann welchen Job machen) zutrauen als technisches KnowHow, wie es im technischen Vertrieb in solchen Spezialbranchen gefordert ist.

Zitat:
Komme ich tatsächlich so weit weg von der Technik? Ein "normaler" Account Manager hat doch eigentlich auch nicht so viel damit zu tun bzw. wird geschult und es geht mehr um die "Soft Skills" und die Fähigkeit, unterschiedliche Fachbereiche ohne direkte Weisungsbefugnis mit den Wünschen des Kunden in Einklang zu bringen.
Sekunde, die Leute von denen du sprichst werden in den "soft skills" geschult, weil sie den Rest schon mitbringen. Nicht selten entwickeln sich vormalige Entwicklungsingenieure in den Produktvertrieb des eigenen Hauses weiter - die kennen ihre Produkte extrem gut, die Technik dahinter ebenfalls. Und sie wissen, dass man im Vertrieb sehr gutes Geld verdienen kann, wenn man gut ist.

Wenn du wirklich in den technischen Vertrieb willst, solltest du auch genau dort einsteigen - Trainee im technischen Vertrieb.

Dass dir in anderen Branchen höhere Einstiegspositionen angeboten werden kommt ja nicht von ungefähr...
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