Arschkriechen im Job
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Arschkriechen im Job

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  #1  
Alt 27.07.2009, 21:11
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Was haltet ihr von Arschkriechen im Job, hilft es wirklich, um voran zu kommen?
Ich finde Arschkriecherrei einfach wiederlich, aber ich musste erleben, dass man wohl auch immense Vorteile durch sowas haben kann.

Wir haben in unserer Firma Auftragseinbußen.
Nun werden Leute beurlaubt und entlassen.
Wenn man im Vorfeld ganz genau hingehört hat, konnte man schon erahnen, was kommen wird. Es war absehbar.
Es war auch absehbar, dass nicht alle gehen müssen.
Zunächst wurde Druck gemacht, damit sich die Leute noch mehr anstrengen, schneller und produktiver arbeiten. Es wurden auch sehr viele Überstunden gemacht, um einige Projekte schnell zu vollenden.

Einer hat in dieser Zeit voll mit der Arschkriecherei angefangen.
Er ist begonnen, beim Leiter unserer Arbeitsgruppe auf Freundschaft zu machen. In der Firma hat er sich auch voll an ihn rangemacht. Er ist ständig mit ihm in Zigarettenpause oder Kaffee / Getränk holen gegangen. Oder gleich gefragt, ob er was mitbringen soll.
Jede Mehrarbeit, jede Überstunde hat er sich freiwillig gemeldet.
Bei der Frühstückspause der letzte der den Raum verliess und der erste, der wieder da war.

Die gehobeneren Positionen bestellten immer bei einem Restaurant Mittagessen für die Mittagspause. Die normalen angestellten haben meisstens nicht mitbestellt weil es duch relativ teuer war. Mal eben nen Stundenlohn nur für die Mittagspause ist doch etwas viel für nen kleinen Angestellten.
Für die normalen Angestellten war es ehr normal, sich Essen von Zuhause mitzubringen oder was aus der Bäckerei zu holen.
Doch er hat bei den hohen Tieren Mittagessen vom Restaurant bestellt, damit er mit denen zusammen essen kann.
Im Nachhinein denke ich, dass er auf diese Weise wohl auch das ein oder andere ehr mitbekommen hat, weil auch in der Mittagspause oft Beruf und Firma nebenbei Thema ist.

Privat hat er auch begonnen, sich mit dem Leiter anzufreunden.
Folge war, dass er bald ne Einladung für ne Party hatte, wo sonst keiner von den normalen Angestellten dabei war.

Nunja, nun kam die Beurlaubung. Sehr viele Leute wurden zwangsweise beurlaubt und verlieren dadurch die gesamten angesammelten Überstunden.
Das sind teilweise hunderte von Euros die flöten gehen. Es gab auch betriebsbedingte Kündigungen.
Doch der neue Freund des Vorgesetzten muss nicht gehen. Der hat weiterhin seinen vollen Arbeitstag. Der muss keine Überstunden abbauen sondern bekommt sie ausbezahlt. Auf Arbeit wird der ehr noch durchgeschliffen wenn grad nix zu machen ist. Der bekommt sowieso immer schon die besten Arbeiten. Und er wurde garaniert auch bei den anderen Vorgesetzten gut gelobt.
Habe mich voll darüber aufgeregt.
Mir wurde gesagt, ich kann froh sein, wenn ich nicht gekündigt werde und wieder kommen darf. Meine Arbeit sei ohnehin nur befriedigend.

Wie ich die arschkriecherei im Beruf hasse.
Wie steht ihr dazu?

Geändert von Alien (27.07.2009 um 21:28 Uhr)
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  #2  
Alt 27.07.2009, 21:29
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Ja - hast recht - ich verachte diese Leute.

Gruss

wellen
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  #3  
Alt 27.07.2009, 21:40
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Ja aber was soll man machen.
Wenn man was sagt, bekommt man gleich eins vor den Latz geknallt und macht sich ziemlich unbeliebt.

Aber ich finds krass, im Monat 200-300 Euro auszugeben nur um da Mittagspause machen zu können, wo die Geschäftsleitung und Vorgesetzten Pause machen.
Man hätte wohl auch ohne Essen vom Restaurant zu bestellen, dort Mittagspause machen können, wär aber etwas blöde gekommen, sich mit nem Wurstbrötchen da hin zu setzen. Die hätten dann wohl gefragt, was wollen sie denn hier. Das Mittagessen vom Restaurant wurde dort hin gebracht und wenn man was bestellt hatte, konnte man dort auch essen ohne schief angesehen zu werden.
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  #4  
Alt 28.07.2009, 08:04
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Alphons Silbermann - Von der Kunst der Arschkriecherei

Der hat doch fast nen Kniefall mitsamt seiner Gattin vollzogen, als mal ein höherer vorgesetzter bei ihm privat zu Besuch war.
Meist finden sich hier auch die sog. Denunzianten.
Eine ganz widerliche Gattung die den namen "Mensch" nur noch in Anführungsstrichen verdienen.


Gruss


wellen
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  #5  
Alt 02.08.2009, 16:10
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An sich mag ich Arschkriecherei auch nicht, v.a. wenn alles nur für den guten Schein ist.
Bei Deinem Kollegen scheint es aber so zu sein, dass er sich auch arbeitstechnisch sehr engagiert. Das ist m.E. nicht zu verteufeln. So hart es klingt, aber es ist doch nur logisch, dass ein Arbeitgeber am liebsten natürlich seine fleißigsten und besten AN behält und die, die sich committen. Und dieses "Committment" kann man natürlich so oder so auslegen.

Ist der Kollege jedoch nur dann fleißig, wenn es jemand mitbekommt, ist es schon Arschkriecherei. Nur was wird er auf lange Sicht davon haben? Gar nichts wahrscheinlich, denn wenn der faule Zauber auffliegt, wird auch er auf der Abschussliste stehen...

Viele Grüße
Wieselchen
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  #6  
Alt 10.08.2009, 10:51
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cutter befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Wenn man sich durch Leistungen z.b duch persönliche Weiterbildung auch
nach Feierabed unverzichtbar macht, ist das ja im Interesse der Firma und
einem selbst.(damit meine ich nicht die Partys)

Es gibt immer solche und solche und ich würde nie mit vorgesetzten Essen gehen, da sich aus solchen Beziehungen über kurz oder lang nur Probleme ergeben.

Wenn das Dein Kollege nicht merkt, dass er sich in eine persönliche Abhängikeit
und Willkür des leitenden Angestellten bringt, dann hat er nicht weit genug gedacht.

gruss
cutter
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  #7  
Alt 10.08.2009, 21:36
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Standard Hallo Alien!

Sehe es wie **Wieselchen**.

Und so ein richtiger A...kriecher ist doch in Wirklichkeit sehr arm dran. Er macht sich zu Spielball anderer und wenn man in satt hat, weil er vielleicht nicht mehr so will oder kann, wie man es von ihm erwartet oder gewohnt ist, wird er abserviert. Ist also nicht beneidenswert.

Ansonsten kann ich nur sagen. Du weißt das es der Firma momentan nicht so gut geht und die Vorgesetzten/der Chef nun verschärft ein Auge auf die Mitarbeiter werfen, die sich in der schwierigen Zeit wirklich reinhängen. Warum regst du dich also über einen Mitarbeiter auf, der seinen eigenen Weg gefunden hat, auf sich aufmerksam zu machen (ist doch sein Ding, wofür er sein Geld verprasst). Zeig stattdessen, das du genauso ein wertvoller Mitarbeiter bist, dem das Wohl der Firma wichtig ist. Dafür muss man kein A....kriecher sein.
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Liebe Grüße Ratgeberin
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Eure Fragen beantworte ich gern nach meinem besten Wissen. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehme ich nicht. Alle meine Äußerungen, Kommentare und eigenen Beiträge, sind Ausdruck meiner persönlichen Meinung. Sie sind nicht als Rechtsberatung oder Ersatz zu verstehen.
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  #8  
Alt 13.08.2009, 12:01
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Ziemlich subjektives Thema, oder?

A...k...ei fängt bei dem einen sehr früh, beim andren spät an.. man ist auf der Arbeit ohnehin unter Zweckbekannten, nicht unter Freunden, und sich nach außen teils sympathischer zu präsentieren, als man vielleicht sein mag, absolut normal.

Geht mir bei Kundenterminen ja auch nicht anders. Da geht es einfach nicht drum, ob ich den Menschen mag oder nicht. Es geht nur drum, dass er mich mag, weil mir das einen Vorteil bringt. Ist das jetzt auch A...k...ei?

Und es gibt Grauzonen.
Irgendwo zwischen "soll ich am Sonntag ihren Wagen waschen" und "hey, der Anzug steht ihnen wirklich ausgezeichnet" und "hey, schön dich zu sehn!" gibt es abertausende von Nuancen.. wo fängt A..k..ei an?

Wenn man sich dann anbetracht solchen Verhaltens in Neid ergeht, weil natürlich die Sympathie der Bekriechten in Richtung des Kriechers eindreht, kann man sich damit entweder selbst lächerlich machen, sich selbst im Kriechen versuchen.. oder aber man sucht sich ein Betätigungsumfeld, in dem man damit nichts erreicht sondern nur mit Leistung.

Dort ist dann aber vielen der Druck zu groß..
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