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#1
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| Hallo, ich bin mit der Einstellung aufgewachsen, dass der Chef immer recht hat und man als guter Mitarbeiter immer ja und amen sagt. Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, das man auch mal bissig sein muss, wenn man seine Stelle behalten möchte. Ich habe mich immer gern unterbuttern lassen, nie meine Meinung gesagt und nie dazwischen geredet. Und jetzt werde ich wahrscheinlich deswegen gemoppt. Ich frage mich, wie ich mein Selbstbewusstsein zeigen kann, ohne direkt als frech zu gelten?! Normalerweise bin ich ein sehr selbstbewusster Mensch, schraube mich aber im Job extra zurück um keine Probleme zu bekommen. Das Problem ist jetzt nur, das man mir anscheinend deswegen gern auf der Nase rumtanzt... |
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#2
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| Weder Alles-Schlucken, noch Aufmüpfigkeit / Provozieren / Pöbeln etc. ist eine Lösung. Auch nicht manchmal dies, manchmal das. Auch nicht etwas dazwischen: ein wenig aufmüpfig, ein wenig provokant, so ein bisschen herumpöbeln oder so. Bilde Dir eine sachbezogene Meinung anhand Deines Wissens und Deiner Erfahrung. Sachbezogen meint: auf die Ziele der Arbeit bezogen. Und dann geht es darum, mit Berufserfahrung zu lernen, wie man diese Meinung im Einzelfalle anbringen und durchsetzen kann. Jetzt wird's richtig unbefriedigend: Es gibt dafür keine Pauschallösung. Man müsste den Einzelfall besser kennen. Allgemeiner Tipp: Hast Du Dir eine solche Meinung nach entsprechender Überlegung gebildet, dann mache Dir dafür Notizen, die so sind, als solltest Du sie vor Deinem Chef präsentieren. Diese Ansichten trägst Du dann vor Kollegen, Deinem Chef, wem auch immer freundlich, aber sicher (weil überlegt) vor. Das ist ein erster Schritt, die Präsentation Deiner selbst als fachkompetente Person und die Durchsetzung Deiner Auffassungen zu lernen. Als nächstes schildere uns dann einen ganz konkreten Fall, in dem Du Dir nicht sicher bist, wie Du Dich verhalten kannst.
__________________ Liebe Grüße, Melete Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür. Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags. |
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#3
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| Hallo, mein Problem ist, das ich in solchen Situationen meistens garnichts sage und spärer denke: Mensch da hättest du jetz das und jenes sagen können. Ich hab nen Vorgesetzten, der generell sehr flappsig und auch fies ist. Sprüche reisst usw... Er gibt mir sinnlose Aufgaben die er als Scherz sieht, ich aber so dumm bin die Dinge zutun und er dann sagt: War nicht ernst gemeint. Ich würde gern von Anfang an sagen, das ich für solche Sachen keine Zeit habe, mache die Dinge aber immer, weil das was der Chef sagt ja "Gesetz" ist. Es hat den anschein das er gern Mitarbeiter veräppelt um zu zeigen wer der Chef ist und sein Revier zu markieren. Und da möchte ich einfach nicht mehr nur mitspielen und das dumme Opfer sein, sondern ihm durchaus auch zu verstehen geben das man mit mir nicht alles machen kann. |
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#4
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| Für mich klingt das aktuell eher als versuche der Chef ein KnowHow aus dir rauszukitzeln, das du einfach nicht hast bzw. aufgrund deiner persönlichen Einstellung zum Job gar nicht entwickeln kannst. Was sind denn z.B. "fiese Sprüche", die der Chef bringt? Was sind das für Aufgaben, die er verteilt, bei denen nachher kommt "war nur Spaß"? Sind das Dinge, bei denen du eigentlich aufgrund deiner Ausbildung und Erfahrung WISSEN müsstest, dass es unmöglich ernst gemeint sein kann? Von welchem Umfeld sprechen wir hier überhaupt? Büro? Metzgerei? Produktionsstätte?
__________________ All mankind is divided into three classes. Those that are immovable, those that are movable, and those that move. |
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#5
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| Mmh, also das hört sich jetzt nicht gerade nach einem Vorgesetzten an, der eine Stärke in Mitarbeiterführung haben könnte. Dennoch ist es besser für Dich, wenn Du es schaffen kannst, mit ihm zurecht zu kommen. Also, mein Tipp wäre in diesem Fall folgender: Wenn wieder einmal eine wichtige Situation für Dich gegeben ist, in der Du Dich fragst: Was soll ich jetzt tun, damit er zufrieden mit mir ist, dann lasse Dir einen Gesprächstermin bei ihm geben und bereite Dich richtig gut darauf vor. Als Grund für den Termin kannst Du "Einzelheiten der Auftragsabstimmung" oder irgend etwas angeben, das zutreffend ist (bei Bedarf können wir noch gemeinsam darüber nachdenken, dann müsste ich jedoch mehr Details wissen). Achte darauf, dass Du mit ihm unbeobachtet und in Ruhe unter vier Augen sprechen kannst. Dann schildere ihm mit einigen Sätzen Dein ganzes Engagement für Deine Arbeit, was Du daran gut findest, wie Du Dich dafür einsetzt und wie wichtig es für Dich ist, die Ziele zu erreichen und richtig gute Leistung zu erbringen (Kanal richtig auf = so ungehindert rausbringen wie Deine Aussagen bei uns im Forum). Dann sage ihm, dass Du in diesem einen konkreten Fall durch eine Aussage von ihm etwas verunsichert bist. Schildere, dass er gesagt hat: War nicht ernst gemeint. Vermutlich hast Du noch nicht sehr viel Berufserfahrung. Sage ihm ernst, dass Du immer ernst meinst, was er sagt. Schmunzel dann und erläutere, dass das ja vielleicht daran liegt, dass Du noch nicht so viel Berufserfahrung hast. Dann lächele ihn an und sage ganz offen, dass Du gerne einen Tipp von ihm hättest, wie Du damit in diesem speziellen Fall umgehen kannst. Sage ihm, dass es Dir darum geht, gute Leistung zu erbringen, und dass Du in diesem Einzelfall wissen möchtest, was er von Dir erwartet. Auf die eine oder andere Weise musst Du mit ihm reden - früher oder später. Spätestens bei einer Kündigung stünden vermutlich Gespräche an, und sei es über Dein Zeugnis. Versuche, Dir konkrete Tipps von ihm einzuholen, aus denen hervorgeht, was er von Dir erwartet. Lasse Dich aber nicht auf Diskussionen ein, bei denen es um diverse Fälle in bunter Mischung geht. Keine Diskussion über das Allgemeine schlechthin. Das dürfte höchstwahrscheinlich daneben gehen. Beziehe Dich nur auf einen ganz konkreten Einzelfall. Und bleibe bezüglich dieses Einzelfalls dabei, dass Du wissen möchtest, was er von Dir erwartet. Sollte er versuchen, das Gespräch ins Allgemeine zu ziehen, dann wiederhole freundlich, aber bestimmt, dass Du in diesem Einzelfall wissen möchtest, was er von Dir erwartet. Gebrauche keine Formulierungen, die Verkleinerungen oder Verharmlosungen darstellen wie z.B "Ich wollte ja nur wissen", "Ich weiß ja auch nicht, aber..." Versuche, ihn anzuschmunzeln und zu fragen: "Welche Ziele soll ich erreichen? Was erwarten Sie von mir?" Versuche es einfach mal. Meiner Erfahrung nach sind Vorgesetzte, die solche Spielchen treiben, wie Du sie geschildert hast, eher unsicher. Erkläre ihm nicht den Krieg (und sei es nur innerlich), sondern versuche erst einmal, ihn dazu zu bringen, Dir zu erklären, was er von Dir will. Einen Versuch ist es allemal wert. Wenn's nicht funktioniert, kann's doch eigentlich nicht schlimmer werden als es jetzt ist.
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#6
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| Hallo, was für ein Knowhow?! Ich empfinde seine Art, wie er sie an den Tag legt oftmals als vollkommen daneben. Er schreit Mitarbeiter an, beleidigt sie, spricht schlecht hinter ihrem Rücken, wirft ihnen bei Krankheit eine "tolle" Arbeitsmoral vor usw... Wenn die Leute nicht funktionieren wie er sich das vorstellt, dann hat man bei ihm schon verspielt. Er will, das man ihn als Respektsperson sieht, dulded keinerlei Widerworte. Einmal wurde ich zu einem Gespräch gebeten, als ich angeblich frech gewesen wäre zu einer Vorgesetzten (laut Organigram ist sie uns aber nicht vorgesetzt), er hat das Gespräch mit mir geführt obwohl er nicht die Leitung ist, die Leitungskraft saß nur daneben und hat zugesehen. NUngut, er hat also dieses Gespräch mit mir geführt, indem ich eigentlich für Dinge beschuldigt wurde, die so nicht der Wahrheit entsprachen. Er hat so einen seelischen Druck auf mich ausgeübt, Fragen immer mit Gegenfragen beantwortet, garnicht auf mich eingegangen, was ich gesagt habe war immer "nicht relevant". Irgendwann saß ich da, schweissnass, mir war schwindlig und ich hatte übelste Panik, dass ich gemeint habe, ich würde jetzt am liebsten garnichts mehr sagen, worauf er meinte, dass das Kindergarten sei. Da wird einem richtig psychischer Druck gemacht, man kommt garnicht zu Wort oder bekommt ne Chance, seinen Standpunkt zu erläutern, man ist auch garnicht daran interessiert, irgend eine Wahrheit rauszufinden. Natürlich sind mir im Nachhinein tausend Dinge eingefallen, die ich gern gesagt hätte, aber als ich da gegessen bin wär ich am liebsten tot umgefallen. |
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#7
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| Zitat:
Zitat:
Du könntest der schlagfertigste, selbstsicherste Mensch der Welt sein und würdest dabei trotzdem auf der Strecke bleiben. Eine solche Gesprächssituation hat nur den Sinn, Dich zusammenzufalten, und das wird ihm auch dann gelingen, wenn Dir spontan mehr und bessere Widerworte einfallen. Wenn er immer zu solchen "Gesprächen" neigt, dann ist das, was Du eingangs vermutet hast, unzutreffend: Zitat:
Warum glaubst Du, dass die richtigen Widerworte die Situation ändern würden? Gibt es dafür Anhaltspunkte, z.B. Kollegen, die anders reagieren als Du und dann besser aus einem solchen Gespräch herauskommen?
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#8
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| Hallo, mit meiner Kollegin geht er ganz anders um. Er macht Spaß mit ihr, lacht mit ihr, spricht ganz normal mit ihr usw... Im normalen Alltag ignoriert er mich meist, oder redet nur mit mir, wenn er was möchte. Ganz selten fragt er auch mal, ob es mir gut geht - dann bin ich sehr überrascht, weil dieses "fürsorgliche" rein garnicht zu ihm passt und ich denke dann schon immer, er fragt das mit einem Hintergedanken, aber danach kommt nichts mehr. Aber er ist wohl generell bekannt für seine einschüchternde Art in Gesprächen. Übt gern Druck aus. Wer nicht zu 100% mit ihm fährt hat eigentlich schon verloren. Ich möchte eigentlich nicht mehr so eingeschüchtert ihm gegenüber sein, sondern mich selbstbewusster verhalten können um ihm eben auch zu zeigen, dass man mit mir nicht alles machen kann und ich auch eine respektwürdige Mitarbeiterin bin. Achja, es stimmt übrigens, ich habe noch nicht sehr viel Berufserfahrung. Ich komme direkt aus der Ausbildung und arbeite dort erst seit 2 Jahren. Mit den neuen Chefs arbeite ich jetzt fast ein Jahr zusammen. Vor dem Wechsel der Betreiber hatte ich aber nie die Probleme um die es hier nun geht, da jeder vor jedem Respekt gehabt hat und es solche Situationen nie gab. Natürlich möchte ich dazu lernen. Man formt sich ja auch erst mit den Jahren der Erfahrung. Und ich weiss auch, das es im Beruf immer wieder "komplizierte" Menschen geben wird, mit denen man sich irgendwie arrangieren muss. Deswegen frage ich ja hier nach :-) |
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#9
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| Macht Deine Kollegin etwas anders im Umgang mit ihm? Oder hast Du den Eindruck, dass Dein Chef vom ersten Augenblick an ganz anders auf sie zugegangen ist als auf Dich?
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#10
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| Hi, nein macht sie nicht. Ich denke, es kann vielleicht daran liegen das ich einfach mitunter die Jüngste in diesem Posten bin?! |