Ein kleine Geschichte, mit der Bitte um Meinungen und Hilfe!
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Ein kleine Geschichte, mit der Bitte um Meinungen und Hilfe!

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  #1  
Alt 28.01.2009, 08:25
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Yasmin2409 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Ein kleine Geschichte, mit der Bitte um Meinungen und Hilfe!


Hallo,

nachdem ich schon einige "Arbeitsgeschichten" gelesen habe, möchte ich mal meine eigene erzählen und vielleicht könnt ihr mir ein paar Tipps geben.

Also ich bin mittlerweile 30 Jahre alt, bin Kauffrau f. Bürokommunikation, habe am 01.02. mein 10-jähriges Firmenjubiläum und mein Mann arbeitet in der gleichen Firma. An sich ist das ja nicht so schlecht, wenn da nicht so einige Dinge im Argen liegen würden.
Die Firma in der ich arbeite, ist ein familiengeführtes Unternehmen mit sage und schreibe 7 Chefs (ich hoffe ich hab auch alle mitgezählt ) Mein Senior Chef ist mittlerweile 83, er hat nichts mehr zu sagen, aber das hat er wohl vergessen in dem Alter, seine Frau, seine 3 Kinder plus Schwiegertochter und Schwiegersohn.
Hinzu kommt noch sein 5-jähriger Enkel, der jetzt schon weiß das ihm mal alles gehören wird und dementsprechend gibt sich dieses Kind auch.

Zu unserer Firma gehört eine Spedition, LKW-Stoßstangenproduktion, eine Tankstelle mit Kneipe und eine Grundstücksverwaltung, ach und eine Disco in die 2000 Leute rein passen. Also wir machen alles, haben zwar keine Ahnung aber tun einfach so als hätten wir die.
Mein Senior Chef kann nicht mehr so wie er will, sein ältester Sohn sitzt den ganzen Tag rum, hat von Tuten und Blasen keine Ahnung ist aber sehr wichtig. Nee stimmt nicht jetzt hab ich gelogen...er kann telefonieren, in seiner hauseigenen Kneipe (sein 2. Büro wie er selbst sagt) sitzen und essen und natürlich auf seinem Gelände rum laufen und die Leute schikanieren.
Sein zweiter Sohn macht da schon mehr und wird von seinen Geschwistern mit Aufgaben und Aufträgen nur so bombardiert, was er dann wieder rum an mir ausläßt.
Dann haben wir noch die Mutter des rotzfrechen Kindes, die kann aufgrund ihrer Leibesfülle auch nur ca eine halbe Stunde auf Arbeit kommen und schafft dann auch nur an, erzählt aber überall wie schwer sie doch arbeitet

Dann gehts los..mal so im Groben, weil es sonst ein Roman wird:
- in allen unserer Firmen ist nicht mehr viel los, keine Aufträge etc., wobei aber alle Schuld sind außer unsere Chefs
- wir geben das Geld mit vollen Händen aus, aber es kommt nicht mehr viel rein (siehe unsere Disco die ca. 2,5 Millionen Euro gekostet hat, aber keiner mehr hin kommt)
- es wird aber auch keiner entlassen, weil es kann ja wieder besser werden, fragt sich nur wann mit dieser Firmenpolitik

Aber jetzt kommt das Beste, bei der ich eure fachmännische Hilfe brauche !
Als ich hier angefangen habe, kam mein/unser Geld spätestens am 6. des nächsten Monats, heute 10 Jahre später bin ich/wir bei über 2 Monaten späteren Zahlungseingang. Sprich habe ich zb. meinen Novemberlohn am 27.1.2009 bekommen und mein Mann hat bis jetzt noch nicht seinen Novemberlohn. Es ist nicht so das ich das einfach so hingenommen hätte, nein, jeden Monat musste man fragen wie es mit dem Lohn ausschaut und da wurde gesagt, es wir überwiesen, ok dann kam es auch. Letztes Jahr ca. ab September ging es richtg zur Sache. Ich habe meiner "Chefin" mehere E-Mails geschrieben, was mit den Löhnen von mir und meinem Mann ist und sie meinte das sie es nächste Woche macht und so gingen die E-Mails hin und her, mit dem Ergebnis, dass ich faul sei, zu viel Urlaub die letzten Jahre hatte (Urlaub wird bei uns nicht mal irgendwo aufgeschrieben), ich würde nur spazieren gehen und ich würde nur draußen stehen und rauchen und ich darf ihr keine E-Mails mehr schreiben, wenn ich Geld haben will soll ich zu ihren Brüdern gehen (die überweisen aber keine Löhne, sondern geben nur Vorschuß und ich will keinen Vorschuß, ich will mein Geld auf der Bank sehen, denn auf der Bank wurde ich auch schon blöde angesprochen, ob wir überhaupt noch arbeiten gehen würden ).

Ich muss dazu sagen, dass ich eine 9-jährige Tochter habe, die auch ernährt werden möchte. Und wenn es um meine Existenz geht, werd ich leicht böse.
Es war dann schon so weit, das ich entlassen werden sollte, aber da meinte mein Senior Chef, dass er mich nicht raus schmeißt, denn dann würde ich Arbeitslosengeld bekommen, entweder ich kündige selbst oder komme mit den "regelmäßigen" Zahlungen klar.
Dann steht man da und weiß nicht mehr was man dazu sagen soll..man ist einfach nur platt

Ich hab mich schon im Internet informiert, was man alles dagegen machen kann, aber da heißt es eigentlich immer nur das man zum Anwalt gehen sollte.
Wisst ihr vielleicht noch eine andere Möglichkeit, ohne eine Sperre vom Amt zu bekommen??
Wäre ganz lieb, wenn ihr schreiben könntet und mir ein paar Tipps geben könntet.

Ich hoffe das meine Geschichte nicht allzu langweilig war.

Viele Grüße
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  #2  
Alt 28.01.2009, 14:47
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Grüß dich/euch,

naja, der Tipp mit dem Anwalt ist ja auch kein schlechter..

Was steht in deinem / eurem Vertrag zum Thema Fälligkeit der Gehälter?


Das Ding ist: Ein Arbeitgeber, der dein Gehalt überweist, wie es ihm grade Spaß macht, dürfte - spätestens bei Wiederholung und wenn du MIT FRISTSETZUNG anmahnst - einen sauberen Grund für eine fristlose Kündiung deinerseits liefern.. und wenn dir die Weiterbeschäftigung nicht mehr zuzumuten ist, dann gibts auch keine Sperren.. theoretisch.

Was hälst du denn von der Idee, mal direkt mit dem Arbeitsamt zu sprechen?

Natürlich wollen die dir nicht kündigen... hast du eine Idee, worauf sie sich einlassen würden, nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit?

Was hälst du denn von dem Gedanken, dich mit knackigen 30 und ner Menge Erfahrung schnödamente aus ungekündigter Anstellung zu bewerben? Wieso hast du denn sofort das A-Amt im Hinterkopf?

Eigentlich dürftest du was finden mit dem Background...
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  #3  
Alt 29.01.2009, 07:48
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Yasmin2409 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Hallo Eauvive,

danke schon mal für deine Antwort.

Vertrag? Du meinst einen Arbeitsvertrag?? Jetzt muss ich ein bißchen schmunzeln, denn ich habe keinen und werde nach der Zeit auch keinen mehr unterschreiben, weil dann nur Mist raus kommen würde. Bei mir ist weder der Urlaub schriftlich geregelt, noch mein Gehalt noch sonst irgendwas. Bei mir basiert zumindest das Gehalt nur auf mündlicher Vereinbarung. Über Urlaub wurde auch nie gesprochen und seit dem es hier so ein Affentanz ist, habe ich ab jetzt 20 Tage Urlaub im Jahr!!!

Ans Arbeitsamt hatte ich schon gedacht, um mich schon mal arbeitssuchend zu melden. Dann aber wieder verworfen, weil ich mir nicht sicher bin, ob unser Arbeitsamt meinem Chef was steckt.

Meinen Mann und ich haben uns bereits mehrfach beworben, aber bei derzeitigen Wirtschaftslage wollen viele Firmen erst mal abwarten, was mit der Wirtschaft so passiert.

Wenn ich bzw. wir fristlos kündigen würden, dann würde folgendes passieren (ich hab es in den 10 Jahren oft genug mitbekommen):
1. werden unsere Gehälter eingefroren, dass heißt wir bekommen nichts mehr
2. müssen wir unsere Gehälter vor dem Argbeitsgericht einklagen (was nicht so schwer ist, weil unsere Firma beim Arbeitsgericht sehr bekannt ist und jeden Prozeß bis jetzt verloren haben
3. weiß ich aus Erfahrung, dass wir uns dann mit einer Ratenzahlung unserer Gehälter einverstanden erklären müssen, weil meine Chefs ja nicht zahlen können und laß mich mal hoch greifen, wir dann jeden Monat 500,00 bekommen würden.

Also alles nicht so einfach.

Viele Grüße
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  #4  
Alt 08.02.2009, 12:33
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malefiz befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Was für ein Dilemma!

Hallo,

ich habe deine Geschichte gelesen und bin maßlos entsetzt. Du lässt ganz schön viel mit dir machen! Für mich ist das Ausbeuterei und neben dem finanziellen Ding werden deine Nerven ganz schön gelitten haben. Tu dir selbst einen Gefallen und überlege dir die Sache mit dem Anwalt nochmal. Allein, dass du keinen Vertrag hast und das Gehalt nicht pünktlich gezahlt wird (wenn es schon lange nicht läuft in der Firma, geht's evtl. auch um Insolvenzverschleppung) ... glaubst du, dass es noch besser wird? Sicher ist der Weg übers Gericht nicht der Einfachste, aber nur so wirst du zu deinem Recht kommen.

Ich denke auch, dass du dich weiter bewerben solltest. Rein schon um das Gefühl zu haben, etwas tun zu können.

Ich drücke dir ganz doll die Daumen!
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  #5  
Alt 09.02.2009, 07:43
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Yasmin2409 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Hallo Malefiz,

danke für deine aufmunternden Worte.

Wir haben uns jetzt auch dazu entschlossen, den nächsten Schritt zu tun. Am Freitag haben wir beide Urlaub, unter dem Vorwand meines Geburtstages, und erst gehen wir zum Arbeitsamt und Mittags haben wir einen Beratungstermin bei einem Fachanwalt f. Arbeitsrecht.
Letzte Woche musste ich eine Aufstellung machen, was wir noch an Außenständen haben und das war ja ein Witz, wenn man bedenkt das eine Firma die anderen Firmen mit abdecken muss. Und da kann ich mir jetzt schon denken, dass es vielleicht noch maximal noch 3 Monate so halbswegs läuft.

Ich denke eben auch, dass ich/wir schon viel zu viel mitgemacht habe. Wir haben ungefähr 3000€ von unserem Ersparten genommen, um nicht all zu sehr in den Dispo zu rutschen und vielleicht doch dann in diese Schuldenfalle rein zu treten.

Ich hoffe nur, dass wir nicht irgendwann auf unsere offenen Löhne verzichten müssen.

Viele Grüße
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  #6  
Alt 09.02.2009, 11:11
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malefiz befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Viel Glück

Hallo Yasmin,

drücke dir die Daumen für Freitag.

Am besten ihr sucht vorher schon die Zahlen zusammen, also wann welcher Lohn bezahlt/ nicht bezahlt wurde usw.
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  #7  
Alt 10.02.2009, 07:55
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Yasmin2409 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Hallo Malefiz,

ja die Daten haben wir vom ganzen letzten Jahr raus gesucht. Ich bin ja mal gespannt was raus kommt.
Man mag es nicht glauben, mein Mann hat bis heute seinen Novemberlohn noch nicht.
Es macht wirklich sehr wütend, wenn man dann mal so auf sein Konto schaut und da irgendwie nur noch rot sieht
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