Firma pleite?
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Firma pleite?

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  #1  
Alt 07.10.2008, 19:47
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Hey Leute,

eben schockierte mich mein Vater mit der Nachricht, dass seine Firma eventuell pleite geht. Am 23. Oktober soll es sowas wie eine Konferenz geben, in der alles besprochen wird, o.ä. Kennt sich damit jemand aus? Werden alle Arbeiter gefeuert, oder kriegen sie einen anderen Job bei einer anderen Firma?
Dieser Job finanziert eigentlich unser Leben, sodass wir auf sehr viele Sachen verzichten müssten...
Es ist so, dass meine Eltern damals aus Russland hierher kamen und halt gebrochen Deutsch reden (Jedoch klar und deutlich zu verstehen) und dafür einen riesen Lohn bekommen bei der Firma.
Wie sieht es aus, wenn mein Vater sich bei anderen Firmen bewerben würde (Ich würde ihm dann die Bewerbung, usw. schreiben)? Hätte er Chancen aufgenommen zu werden? Er wird 52 dieses Jahr, aber ist eigentlich noch top fit, weil er damals auch sehr sehr sportlich war und nun noch nicht alles weg ist. Er ist auf jeden Fall fleißig und hat Erfahrung, sodass es eigentlich ein Vorteil wäre.
Kann jemand grob auf meine Fragen eingehen?

Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt...
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  #2  
Alt 08.10.2008, 09:15
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Was ist eine Insolvenz?

Arbeitslosigkeit droht - www.arbeitsagentur.de

Antragstellung und Auszahlung - www.arbeitsagentur.de

IG Metall Internet - Home


Wenn sich ein Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten befindet, ist die Standardprozedur, dass mindestens einem Teil der Beschäftigten gekündigt wird.

Dabei muss man leider feststellen, dass die Gekündigten nicht nett behandelt werden und teilweise ziemlich rauhe Methoden herrschen. Das heisst: wer seine Rechte nicht kennt, wird überfahren.

Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, das gekündigte Personal über Vorteile oder Nachteile aufzuklären.

Ich rate daher, der Gewerkschaft beizutreten, damit man Rechtsschutz geniesst (3 Monate Wartezeit, daher bitte sofort eintreten!) und sich sofort bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden.
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  #3  
Alt 08.10.2008, 10:58
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Wenn dein Vater 52 Jahre alt ist, dann sieht es auf dem Arbeitsmarkt schlecht aus, meinen Erfahrungen nach wollen die Unternehmer junge, gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter, Ältere gelten als abgearbeitet, unflexibel, überholt, untauglich, krankheitsanfällig.

Dein Vater hat aber einen Vorteil: er ist über 50, damit kann er bei der Agentur für Arbeit nach den Programmen für Personen über 50 fragen ("50 + "). Diese sollte er auch in Anspruch nehmen.

Dein Vater sollte schon mal darüber nachdenken, wie er sich bewerben sollte, also seine Dokumente (Arbeitszeugnisse) ordnen, ein aktuelles Arbeitszeugnis (Zwischenzeugnis) anfordern, Bewerbungsphotos machen lassen usw.

Wichtig: sollte wirklich Arbeitslosigkeit eintreten, wird das Geld knapp. Bitte daher sofort einen Finanzplan aufstellen, nachsehen, was gekündigt werden kann (Telephonverträge, Zeitungsabonnements, Kabelverträge TV - dvb-t tut's auch :-) - )

Warnung: unter bestimmten Voraussetzungen kann der Insolvenzverwalter von den Arbeitnehmern die letzten drei Monatsgehälter zurückfordern!

Man sollte sich also auf magere Zeiten einrichten ...
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  #4  
Alt 08.10.2008, 13:04
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Danke für die Tipps. Ich werde heute Abend mal mit ihm darüber reden, dass er sich einschreiben soll, dass er Arbeit sucht.

Zu dieser Geldgeschichte : Man kriegt doch eine Abfindung von dem Laden, oder nicht? Also eine bestimmte Summe ist für einen, der 10 Jahre treu dort gearbeitet hat, drinne, oder nicht?
Aber ich kann nicht verstehen, wieso die Arbeitgeber so denken. Mein Vater regt sich jeden Tag über die Neulinge auf, dass sie nach über einem Jahr immer noch dieselben Fehler machen, wie in der Anfangsphase und dass die "heutige Jugend" (ja ja ) sehr faul ist und dass die mal dort Pause machen, dann da und kaum arbeiten...
Krank ist er höchstens eine Woche im Jahr, das ist normal denke ich...
argh sehr bitter, hoffentlich geht die Firma nicht pleite, irgendwie trifft mich der Schock mindestens genauso wie ihn...in der Schule heute mehrere Male daran gedacht und sofort das Lächeln verloren...Sorry, aber richtige *******!

Was denkt ihr... Wie schnell machen die den Laden dicht, wenn die auf der Konferenz am 23.10 sagen, dass die pleite sind. Haben die dann noch Zeit, paar Monate zu arbeiten, oder direkt raus und dicht?

Wenn sich ein Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten befindet, ist die Standardprozedur, dass mindestens einem Teil der Beschäftigten gekündigt wird.
Das meintest du...was hat das mit "mindestens einem Teil der Beschäftigten.." auf sich? Was ist mit den anderen ? Wie hoch ist die Chance, dass der Laden aufgekauft wird?
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  #5  
Alt 08.10.2008, 14:29
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Zitat:
Man kriegt doch eine Abfindung von dem Laden, oder nicht? Also eine bestimmte Summe ist für einen, der 10 Jahre treu dort gearbeitet hat, drinne, oder nicht?
Wenn es einen Betriebsrat und damit einen Sozialplan gibt: vielleicht ...

... aber wo kein Vermögen mehr ist, kann auch nichts mehr ausgezahlt werden ...


Zitat:
Das meintest du...was hat das mit "mindestens einem Teil der Beschäftigten.." auf sich? Was ist mit den anderen ? Wie hoch ist die Chance, dass der Laden aufgekauft wird?
Ein Betrieb, der insolvent (pleite) ist, muss Kosten sparen.

Kosten kann man sparen, indem man Personal entlässt und dadurch die entsprechenden Lohnkosten einspart. Oft ist es dann so, dass die übriggebliebenen Mitarbeiter die Arbeit des entlassenen Personals mit übernehmen und abarbeiten müssen.

Ob ein Betrieb überlebt oder aufgekauft wird, kann man so nicht sagen, das hängt davon ab, wie verwertbar der Betrieb noch ist.
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  #6  
Alt 08.10.2008, 14:48
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Der Vertrieb fertigt Sachen für Autos an, für die Innenausstattung. Es kommen täglich LKW's aus Tschechien, Spanien, Berlin, ... um Ware abzuholen. Mein Vater meint, dass die damals laut seinem Wissen großen Gewinn gemacht haben, aber im letzten Jahr irgendwie 1-2 Millionen in den negativen Bereich. Aber genaues kann er halt auch nicht sagen, da er ein normaler Mitarbeiter ist.
Aber es gibt in dem Gebiet, wo er arbeitet nur ihn und einen anderen, sonst keinen, der die Arbeit erledigt (Die Ware in die LKW's stellen mit Gabelstaplern + alles dort sortieren, dass alles übersichtlich bleibt). Also stehen die Chancen doch eigentlich gut, dass er bleibt, oder? Er macht seinen Job gut, hat insgesamt ca. 100 Überstunden gemacht in den letzten 2 oder 3 Jahren (sein Partner -160 Stunden, die nachgeholt werden müssen), ist selten krank, etc.
Was meinst du? Sieht es durch diese Situation besser aus?

Edit : Damals war die Firma für diverse Audimodelle da, Passats, etc., aber in letzter Zeit wird nur Ford Focus und noch paar Sachen gemacht, aber die großen Namen, wie Audi und so bleiben aus und es kommen kaum neue Aufträge dazu
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