Fragen an Eauvive
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Fragen an Eauvive

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  #1  
Alt 25.04.2010, 13:27
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Hallo Eauvive,

habe gerade mit Interesse und Vergnügen den zweiten Teil Deines Personalertagebuchs gelesen.

Die Bewerbungsberater-Branche muss ja auch von irgendwas leben.

Wenn erst einmal jeder ein Bewerbungsbuch im Schrank und jeder, der bereit ist, dafür Geld auszugeben, einen Profi mit der Gestaltung der Unterlagen beauftragt hat, dann muss man sich etwas einfallen lassen, um denselben Leuten ein neues Buch oder die nächste Dienstleistung verkaufen zu können. Da kam erst die "Dritte Seite" mit fachlichen Zusatzinfos oder Zusammenfassungen (die m.E. in manchen Fällen durchaus Sinn macht), dann musste unbedingt ein Deckblatt auf den Lebenslauf - mit Dingen, die vorher auf die erste Seite desselben passten, und nun lese ich immer wieder von der Motivationsseite in Form dessen, was Du treffend Laienphilosophie genannt hast.

Und immer wieder glauben Kandidaten, sie könnten eine Arbeitsstelle erhalten, wenn nur ihre Mappe im dicken Stapel optisch auffällt.

Ich möchte Dir nicht in Dein Tagebuch kritzeln, weshalb ich einen neuen Thread aufgemacht habe, denn ich habe Fragen dazu.

edit
... das ist eine gute Idee.
In der Hoffnung dass uns Eauvive noch mehr vom täglichen Wahnsinn auf der anderen Seite des Tisches berichten wird, bitte ich darum diesbezügliche Kommentare und Fragen hier zu posten.

Wolf



Was hälst Du von Bewerbungs-Flyern (einer der neueren Modeerscheinungen auf dem Bewerbungsmarkt)?

Und was hälst Du bei Papierbewerbungen (die manche Unternehmen weiterhin anfordern) von irgendwie gebundenen Bewerbungsbroschüren?

Oder nehme ich da jetzt was vorweg, das ich natürlich viel lieber in der amüsanten Form Deines Tagebuchs lesen möchte? Wenn Du dazu etwas geplant hast, dann gedulde ich mich lieber, um die Antwort zu bekommen.

Zitat:
Entgegen anderslautender Meinungen ist ein langjähriger Mitarbeiter eines Weltkonzerns nicht automatisch geeignet für eine Mitarbeit in einem kleinen Familienunternehmen...
Wie wahr. Allerdings hat mich das Folgende hinsichtlich meiner eigenen Bewerbungen ins Grübeln gebracht:

Zitat:
Größe des Unternehmens? Produktportfolio? Internationale Ausrichtung? Unternehmensmentalität?
Hast Du diese Infos nur vermisst, weil der Firmenname nicht dabei stand?

Oder würdest Du empfehlen, zu jeder Station des Werdegangs die Unternehmensgröße als Info dazu zu schreiben?

Wie sollte man das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer internationalen Ausrichtung vermerken?

Das sind Angaben, die ich bei Durchsicht der Bewerbungen anderer im Zweifel den Zeugnissen entnommen habe. Empfiehlst Du einen Hinweis im Lebenslauf?

Und wie sollte man die Unternehmensmentalität darstellen?
__________________
Liebe Grüße, Melete

Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür.

Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags.

Geändert von derWolf (27.04.2010 um 10:53 Uhr)
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  #2  
Alt 25.04.2010, 13:47
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Zitat:
Zitat von Melete Beitrag anzeigen
Hallo Eauvive,

habe gerade mit Interesse und Vergnügen den zweiten Teil Deines Personalertagebuchs gelesen.
Freut mich

Zitat:
Die Bewerbungsberater-Branche muss ja auch von irgendwas leben.
Oh, ich sehe täglich wie nötig sie gebraucht werden, ich komme ursprünglich aus dieser Branche...

Zitat:
Wenn erst einmal jeder ein Bewerbungsbuch [...]was Du treffend Laienphilosophie genannt hast.
Amen.

Zitat:
Und immer wieder glauben Kandidaten, sie könnten eine Arbeitsstelle erhalten, wenn nur ihre Mappe im dicken Stapel optisch auffällt
.

Nochmal Amen.

Zitat:
Ich möchte Dir nicht in Dein Tagebuch kritzeln, weshalb ich einen neuen Thread aufgemacht habe, denn ich habe Fragen dazu.
Ich weiß nicht, wie es der Moderation lieber ist, die schieben es sich schon, wie sie es mögen.

Zitat:
Was hälst Du von Bewerbungs-Flyern (einer der neueren Modeerscheinungen auf dem Bewerbungsmarkt)?
Sehr situationsabhängig.
Wenn ich z.B. im Printumfeld - sei das jetzt als Drucker oder Designer oder Werbefachkeks - unterwegs bin, sicherlich ganz weit vorn. Vergleichbar mit dem von mir gern erzählten Bewerbungspuzzle, das eine Kindergärtnerin gebastelt hat. In der klassischen Industrie halte ich es für hinderlich. Ich kann nicht alle für mich wichtigen Informationen entnehmen, das macht mir Mehrarbeit. Ich kann das Ding auch nicht wie normale Unterlagen später zu den Akten des Mitarbeiters packen, dazu muss ich die eigentlichen Unterlagen anfordern. Insofern - inhaltlich absolut griffig aufgemacht eine Alternative zu Initativbewerbungen, die ich aber mit gemischen Erfolgsaussichten sehe. Insbesondere wenn die besagten "subjektiven" Stichwortlisten auftauchen, in denen nicht steht, was der Bewerber gemacht hat sondern vielmehr, was er zu können glaubt.

Zitat:
Und was hälst Du bei Papierbewerbungen (die manche Unternehmen weiterhin anfordern) von irgendwie gebundenen Bewerbungsbroschüren?
Schwierig. Sieht zwar hübsch ordentlich aus, aber macht wiederum Mehrarbeit wenn z.B. nur Teile davon zur Weitergabe kopiert werden sollen oder das Ganze später in die Personalakte soll. Da ist es einfach unhandlich. Deshalb haben sich die Hefter und Klemmhefter ja bis heute gehalten.

Zitat:
Oder nehme ich da jetzt was vorweg, das ich natürlich viel lieber in der amüsanten Form Deines Tagebuchs lesen möchte? Wenn Du dazu etwas geplant hast, dann gedulde ich mich lieber, um die Antwort zu bekommen.
Ahm.. nein, tatsächlich landen postalische Bewerbungen bei mir ungesehen im Mülleimer. Ich verlange eindeutig Email-Bewerbungen. Anders ist die Menge an Bewerbungen gar nicht zu verwalten und zu bewältigen. In Papierform geht es bei mir wirklich nur via Messen, wenn jemand seine Unterlagen dabei hat. Dann pflegt die Sachbearbeitung es ins System ein per Scanner. Aber bei ausgeschriebenen Stellen - nogo.


Zitat:
Hast Du diese Infos nur vermisst, weil der Firmenname nicht dabei stand?

Oder würdest Du empfehlen, zu jeder Station des Werdegangs die Unternehmensgröße als Info dazu zu schreiben?

Wie sollte man das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer internationalen Ausrichtung vermerken?

Das sind Angaben, die ich bei Durchsicht der Bewerbungen anderer im Zweifel den Zeugnissen entnommen habe. Empfiehlst Du einen Hinweis im Lebenslauf?
In der Regel kennt man ja seine Papp.en.Heimer(wieso darf ich nicht ************ schreiben?). Und grade auch seine Mitbewerber bzw. die wichtigsten Unternehmen in der Branche und kann anhand eines Firmennamens der halbwegs geläufig ist relativ viel verknüpfen.

Grundsätzlich gehören für mich in einen wirklich gut strukturierten Lebenslauf Angaben zu:

Unternehmensgröße
Produktportfolio bzw. Kerngeschäft des Unternehmens
Bei Führungskräften Angaben zu den geführten Mitarbeitern und zum verantworteten Budget und ggf. die Berichtslinie
Und selbstverständlich eine ordentliche Tätigkeitsbeschreibung zu jeder Position.
Internationalität kann entweder aus dem Unternehmen selbst hervorgehen (US-Amerikanische Mutter z.B.) oder eben aus den Tätigkeitsbeschreibungen. Wenn ich regelmäßig Lieferanten weltweit koordiniere, muss ich das eben reinschreiben. "Koordination von Lieferanten" heißt für mich sonst erst mal, dass es nur deutschsprachige waren.


Zitat:
Und wie sollte man die Unternehmensmentalität darstellen?
Kann man nicht direkt.
Das ergibt sich aus der Unternehmensgröße, der Internationalität, insbesondere ggf. der Muttergesellschaft und der Branchenausrichtung.

In einem US-Amerikanischen Konzern zum Beispiel weht in der Regel ein relativ ellbogenlastiger, hire-and-fire-tendenzieller Wind. Die Mitarbeiter sind sehr flexibel, dynamisch aber auch nicht sehr loyal, weil die Unternehmen es auch seltenst sind.
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Folgender Benutzer sagt Danke zu Eauvive für den nützlichen Beitrag:
Melete (25.04.2010)

  #3  
Alt 25.04.2010, 20:27
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Hallo Eauvive

Deine beruflichen Erfahrungen decken sich eigentlich mit meinen Vorstellungen von den Abläufen in einem Personalbüro und es wäre auch absurd, den Personalern jede Entscheidungsbefugnis abzusprechen, denn wo bliebe dann die Arbeitserleichterung für den Arbeitgeber?!

Dennoch eine Anmerkung hierzu
Zitat:
Ich will nicht abstreiten, dass es grade in großen Unternehmen sicherlich solche Personalsachbearbeiter gibt, die letztlich nur eine gröbste Sondierung vornehmen und am Ende an einen Recruiter weiterleiten, der entscheidet, wer in die engste Wahl kommt. Aber das weiß der Bewerber nicht. Niemals.
Anhand Unternehmensgröße, eigener Recherche, einem simplen Anruf in der Zentrale kann man als Bewerber eigentlich relativ leicht herausfinden, ob seine Bewerbung direkt beim Chef, im hauseigenen kleinen/großen Personalbüro oder bei einer HR-Fabrik landet. Dementsprechend kann man zu mindestens grob einschätzen, ob mit einer Rasterfahndung zu rechnen ist (wie elastisch oder starr die ist, kann man natürlich nicht wissen) und sich je nach persönlicher Passgenauigkeit um die Stelle bewerben oder auch nicht.

Mit dem Nicht-Bewerben in wenig bis gar nicht aussichtsreichen B/C/Häh-Fällen ist das allerdings so eine Sache. Viele sind von Amts wegen genötigt sich auf Stellen zu bewerben, für die man wenig eignet ist oder die man schlicht nicht haben will. Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass auch der Bewerber nicht ehrlich sein darf.

Wie du so schön sagst.
C’est la vie
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schöne Grüße
wombat

Für jene die von Quantität auf Qualität schließen. Die Anzahl meiner Beiträge resultiert nur aus meinem zwanghaften Drang meine höchst persönliche, fachlich unbeleckte, bemüht vernünftige aber möglicherweise falsche Meinung zum Besten zu geben. Zögert also nicht, euch Rat von Experten zu holen, die dafür dann (hoffentlich) auch geradestehen. Ich gehöre nicht zu dieser Elite und tue letzteres auch nicht.

Geändert von wombat (25.04.2010 um 20:29 Uhr)
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  #4  
Alt 27.04.2010, 18:51
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Ich entschuldige mich schon einmal für die Verzögerung - ich hatte den Beitrag noch im Originalpost gesehen, dann war er weg und ich konnte es mir nicht erklären und dachte schon, ich haluziniere.

Zitat:
Zitat von wombat Beitrag anzeigen
Dennoch eine Anmerkung hierzu

Mit dem Nicht-Bewerben in wenig bis gar nicht aussichtsreichen B/C/Häh-Fällen ist das allerdings so eine Sache. Viele sind von Amts wegen genötigt sich auf Stellen zu bewerben, für die man wenig eignet ist oder die man schlicht nicht haben will. Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass auch der Bewerber nicht ehrlich sein darf.

Wie du so schön sagst.
C’est la vie
Da bin ich vollkommen bei dir, allerdings würde ich solche Fälle explizit als solche benennen. Die von mir berichteten kamen allsamt von Menschen die keine Rechtshelfsbelehrung im Nacken hatten sondern in (in der Regel sicheren) Anstellungsverhältnissen waren.

Über die benannte Problematik bin ich mir voll und ganz im Klaren und denke, das wäre ein anderes, eigenes Thema:

"Wie gehe ich mit Zwangsbewerbungen um" - sowohl als Bewerber als auch als Personaler, denn die schlagen ja in diesen Fällen ebenso die Hände über dem Kopf zusammen, wenn Bewerbungen offensichtlichst nicht ernst gemeint sein können. Denn bearbeitet resp. verwaltet müssen sie dennoch werden.

Andrerseits erlebe ich es durchaus so, dass auch Bewerber die nicht die Arbeitsagentur im Nacken haben, eine erstaunliche "Flexibilität" in Sachen Bewerbung an den Tag legen.

Das beginnt mit "naja, 50% passt, versuchen wir es doch mal" und endet mit indischen und chinesischen Absolventen (wertungsfrei, es SIND zu 80% indische und chinesische...) die sich auf Geschäftsführungspositionen bei großen Mittelständlern bewerben, wenn die Anzeigenschaltung bilingual oder gleich auf Englisch stattfindet.

Das sind durchaus Realitäten.


Gruß
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  #5  
Alt 27.04.2010, 22:17
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Zitat:
Zitat von Eauvive Beitrag anzeigen
Über die benannte Problematik bin ich mir voll und ganz im Klaren und denke, das wäre ein anderes, eigenes Thema:

"Wie gehe ich mit Zwangsbewerbungen um" - sowohl als Bewerber als auch als Personaler, denn die schlagen ja in diesen Fällen ebenso die Hände über dem Kopf zusammen, wenn Bewerbungen offensichtlichst nicht ernst gemeint sein können. Denn bearbeitet resp. verwaltet müssen sie dennoch werden.
Nun dann habe ich ja immerhin ein neues Thema angeregt. Ich bin sicher es wird mit Spannung erwartet

Zitat:
Andrerseits erlebe ich es durchaus so, dass auch Bewerber die nicht die Arbeitsagentur im Nacken haben, eine erstaunliche "Flexibilität" in Sachen Bewerbung an den Tag legen.

Das beginnt mit "naja, 50% passt, versuchen wir es doch mal" ...
Hast mich erwischt
Klappt aber ab und an
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