Jobwechsel nach 3/4 Jahr-sinnvoll, machbar oder nicht?
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Jobwechsel nach 3/4 Jahr-sinnvoll, machbar oder nicht?

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  #1  
Alt 17.06.2008, 08:51
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Rita befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Jobwechsel nach 3/4 Jahr-sinnvoll, machbar oder nicht?


Hallo,

wie schon in der Vorstellung gesagt bin ich 27 Jahre alt und seit einem 3/4 Jahr in der Wirtschaftsprüfung tätig. Leider läuft hier einiges nicht so wie ich mir das vorgestellt habe. Das liegt zum Großteil an der aktuellen Arbeitsbelastung, die aus der vergangenen Kündigungswelle resultiert.

Aber jetzt erstmal von Anfang an:

Ich habe mich vor genau einem Jahr hier beworben, weil ein Freund mir erzählt hat, dass in dem Jahr etwas mehr Leute als üblich gekündigt haben und es recht einfach wäre hier einen Job zu bekommen. Das war für mich sehr reizvoll, da ich zu diesem Zeitpunkt bereits seit einem 3/4 Jahr auf Jobsuche war und nichts gefunden hatte(Schlechte Noten im Studium, bzw. nicht die gewünschte Fächerkombination; Ich bin Volkswirtin und habe Steuern vertieft, in die WP bin ich wegen dem Freund, weil mann hier auch den Steuerberater machen kann und weil ich der Ansicht war ich kann hier all das on the Job lernen, was ich in den Steuervorlesungen nicht verstanden habe - sprich buchen).

Als ich dann an meinem ersten Arbeitstag im Büro ankam fand ich dann eine ganz andere Situation vor. Inzwischen hatten wesentlich mehr Leute gekündigt und man fragte sich allgemein, wie die kommende Saison laufen soll. Es kamen dann weitere Kündigung und es wurden auch einige Leute nach der Probezeit nicht übernommen, so dass wir inzwischen ein Verhältnis von Wirtschaftsprüfer zu erfahrenen Mitarbeitern zu neuen Mitarbeitern von etwa 1:1:1 haben und eindeutig zu wenig WPs und Erfahrene.
Entsprechend sieht unsere Arbeitsbelastung aus. Wenn ich mal vor 20.00 Uhr daheim bin, bin ich inzwischen richtig froh.

Dazu kamen nun noch zwei weitere Ereignisse:

Zum einen wurde mir von meinem direkten Vorgesetzten mitgeteilt, dass es schlecht aussehe, wenn ich immer erst um 8.30 Uhr im Büro erscheine. Ich solle doch schon um 7.45 Uhr da sein ( Zur Info unsere offiziellen Arbeitszeiten sind von 8.30 -17.30 mit einer Stunde Pause, nicht 7.45-20.00 und Überstunden ist hier im Sinne von Bezahlung oder Ausgleich ein Fremdwort). Das war zwar freundlich gemeint - ich versteh mich auf der persönlichen Ebene sehr gut mit ihm und er hat es sich zum Ziel gesetzt mich hier maximal zu fördern - es hat mich dann aber doch ein bischen geärgert, da ich jetzt eben seit einem 3/4 Jahr ständig Überstunden schiebe und in einer neuen Standt lebe in der ich keine Menschenseele kenne, weil ich am WE einfach platt bin.

Zum anderen gibt es hier einen Kollegen der dazu tendiert, seine Arbeit irgendwem hinzuwerfen und dann eine perfekte Arbeit erwartet, die er einfach nur noch unterschreiben muss. Kürzlich hat es mich getroffen mit ihm zusammenzuarbeiten und ich war mit der Aufgabe einfach überfordert. Daraufhin, bekam ich mit ihm zimlichen Ärger, dass er sich von einer Zusammenarbeit etwas anderes erwartet usw.

Jetzt überlege ich, ob ich mir nicht einen andern Job suchen soll, vielleicht auch was Richtung VWL, denn eine Besserung der Situtation (Sprich Neueinstellungen) ist nicht in Sicht und da ich auch Single, jung und mobil bin würde es sich im Augenblick noch anbieten. Abgesehen davon will ich natürlich auch mal jemanden kennenlernen und nicht in 20 Jahren als arbeitwütiger Single mein Leben fristen.

So, jetzt habe ich erstmal viel erzählt. Ich hoffe irgendwer liest das Ganze auch bis zum Ende durch. Ich bin gespannt auf Eure Antworten.

LG Rita
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  #2  
Alt 17.06.2008, 10:46
DickiW
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Standard Machbar ist alles

Hallo Rita,

da ich in der Personalberatung tätig bin, kenne ich mich mit Deiner Problematik ganz gut aus.
Grundsätzlich ist zu sagen, daß für einen optimalen Jobwechsel ein Zyklus von 1,5 - 3 Jahren sinnvoll ist.
Wenn die Situation im aktuellen Unternehmen jedoch untragbar ist, die Lernkurve extrem abflacht oder sonstige akute Gründe vorliegen, kann auch ein Jobwechsel vorher sinnvoll sein. Jedoch ist zu beachten, daß dieser Wunsch bei Bewerbungen schlüssig argumentiert wird. Und der nächste Job sollte mind. 2 Jahre behalten werden, da der Lebenlauf sonst sehr zerfleddert wird...
=> Nach Deiner Situation zu urteilen würde ich sagen: Schau Dich um!
Anschauen würde ich mir nun entweder die großen WPs (KPMG, E&Y, Deloitte, PWC) und andere Kleine. Oder Du schaust Dich in der Industrie um. In welchen Branchen warst Du den bis jetzt auf Prüfung bzw. Projekten unterwegs - da solltest Du am meisten Chancen haben und das macht dann auch einen stringenten Eindruck.

Wichtig ist beim Lebenslauf darauf zu achten, daß Du jetzt den Punkt Berufserfarhung nach den persönlichen Daten an erster Stelle bringst und danach Ausbildung/Studium. Das vergessen viele, die sich aus dem ersten Job wegbewerben und vernwenden den "Absolventen-CV"!
Und Du solltest Neben AG-Namen, Deiner Positionsbezeichnung noch 3-5 Stichworte zu Deinem Tätigkeitsfeld reinschreiben, die für den zukünftigen AG relevant sind (sieh Dir hier die Stellenausschreibungen an!)

Beim Anschreiben und im Bewerbungsgespräch auf KEINEN Fall negativ über aktuellen AG äußern - das kommt immer schlecht an.
Als Grund würde ich hier die fallende Lernkurve auf Grund schlechten Verhältnisses erfahrene MA - unerfahrene MA angeben.

Und schau Dir genau an, wie die Kultur der Unternehmen ist. Die hohe Kündigungsrate hätte ein absolutes Warnzeichen sein müssen!

Viel Erfolg
DickiW
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