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#1
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| Hintergrund die Firma macht Ihre Umsätze zu 75% mit Internet-Versandhandel und 25% Ladengeschäft vor Ort. Ware eher im hochpreisigen Segment, Kundschaft eher gutbetucht und erwartet entsprechenden Service. Dies wird u.a. dadurch geboten, dass unser hauseigener Elektromeister die gekauften Produkte (hauptsächlich für die Ladenkundschaft) natürlich unter Berechnung eines (aus meiner Sicht recht gepfefferten) Stundensatzes auch montiert. Unser Elektromeister macht seine Sache wirklich außerordentlich gut, sowohl aus fachlicher Sicht als auch im Umgang mit unseren etepetete-Kunden. Ich bin gewissermaßen in der Branche zu Hause und weiß das solche Leute nicht leicht zu finden sind. Was ich außerdem weiß, ist, dass unsere Umsätze trotz Krise um 15 % gestiegen sind, dass der Mann reichlich unterbezahlt ist und eine Gehaltserhöhung bitter nötig hätte. Aber er lässt sich von Senior-Chefs Gejammer, dass die Montagen kein Geld reinbringen ins Bockshorn jagen und macht das Maul nicht auf. Senior-Chef ist so gestrickt, dass er die Bewerber zuerst eine Hausnummer nennen lässt und angemessene Lohnvorstellungen durchaus auch akzeptiert. Wer sich allerdings unter Wert verkauft, der hat dann auch das Pech nicht mehr von ihm zu kriegen und so ist es unserem Elektromeister ergangen. Ich habe bezüglich der Lohnpolitik schon mal meinen Unmut geäußert und konnte immerhin erreichen, dass unsere Aushilfen vernünftig bezahlt werden. Aber dabei handelte es sich um junge Leute, bei denen ich es nicht fair fand, dass ihre Unerfahrenheit bei Lohnverhandlungen ausgenutzt wird. Unser Elektromeister ist allerdings ein gestandener Mann, der in der Lage sein sollte selber seine Interessen zu vertreten. Ich weiß, deshalb nicht so recht, ob ich diesbezüglich mal ein Apropos schmeißen soll. Einerseits arbeitet der Mann in dem Bereich, der nun mal nicht den Löwenanteil des Umsatzes generiert und nüchtern betrachtet könnte man den Montage-Service wenn auch mit Qualitätseinbußen outsourcen, andererseits erwartet die Kundschaft eine „Rundumversorgung“ und es macht Sinn einem fähigen Mann Anreize zu bieten, zu bleiben.. Was meint ihr, soll ich meine vorlaute Klappe halten und es dem Kollegen überlassen, sich aus der Problematik rauszureiten oder sollte ich das Problem mal dezent ansprechen?
__________________ ______________________ schöne Grüße wombat Für jene die von Quantität auf Qualität schließen. Die Anzahl meiner Beiträge resultiert nur aus meinem zwanghaften Drang meine höchst persönliche, fachlich unbeleckte, bemüht vernünftige aber möglicherweise falsche Meinung zum Besten zu geben. Zögert also nicht, euch Rat von Experten zu holen, die dafür dann (hoffentlich) auch geradestehen. Ich gehöre nicht zu dieser Elite und tue letzteres auch nicht. |
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#2
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| Man muss immer aufpassen, dass man sich nicht zwischen zwei Stühle setzt. Wenn der Mitarbeiter aber gut ist, ein Potential für das Unternehmen darstellt, sollte man es nicht soweit kommen lassen, dass er abgeworben wird oder aus blanker Not heraus selber schlau wird. Ich habe das mal erlebt, Mr. Boss probierte sich mal an einem Mitarbeiter aus und vertickerte ihm, wenn er mehr Lohn wolle, müsse er erst mal beweisen, dass er es auch wert ist, er solle froh sein, dass er überhaupt einen Arbetsplatz habe und Gott danken, dass er ihn noch nicht in die Gosse gestossen hat. Das Ende vom Lied war dann ein ziemliches Desaster, aber nicht für den heruntergeputzten Mitarbeiter. Der hat sich dann eine Stelle an Land gezogen, mehr Lohn für weniger Arbeit, dafür hat sich Mr. Boss einen Mitarbeiter angelacht, der ihn dann auch noch bestohlen hat - und er hat sich nicht mit Kleingeld begnügt. Für ein eingespieltes Team gilt meiner Ansicht nach ein Grundsatz: never touch a running system. Das heisst hier: das bestehende Team nicht gefährden, sondern erforderlichenfalls auch aus eigenem Antrieb des Geschäftsführers heraus eine Lohnanpasung vornehmen. Das muss nicht unbedingt eine Erhöhung des Bruttolohnes sein, damit macht man wahrscheinlich nur das Finanzamt glücklich. Das kann mehr Urlaub sein, Fahrtkostenzuschüsse, Bildungsveranstaltungen, alles das, was steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten unterworfen ist. Einen Handwerker macht auch neues Werkzeug und eine ansprechende Gestaltung seines Arbeitsplatzes glücklich, oftmals hausen Einzelkämpfer-Handwerker ja buchstäblich auf der Müllkippe.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
| Folgender Benutzer sagt Danke zu nontestatum für den nützlichen Beitrag: | ||
wombat (25.04.2010) | ||
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#3
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| Danke dir für deine Einschätzung Nonte ![]() Das mit dem Fahrtkostenzuschuss wäre tatsächlich recht passend, da der Kollege nicht gerade um die Ecke wohnt. Die anderen Zuckerl machen weniger Sinn, da Bares gefragt ist. Die Aufhübschung der Werkstatt ist tatsächlich in Arbeit . Liegt wohl daran, dass Cheffe selbst gern werkelt, wenn's zeitlich möglich ist und den Verhau auch nimmer sehen konnte.Werde mal sehen, was ich tun kann.
__________________ ______________________ schöne Grüße wombat Für jene die von Quantität auf Qualität schließen. Die Anzahl meiner Beiträge resultiert nur aus meinem zwanghaften Drang meine höchst persönliche, fachlich unbeleckte, bemüht vernünftige aber möglicherweise falsche Meinung zum Besten zu geben. Zögert also nicht, euch Rat von Experten zu holen, die dafür dann (hoffentlich) auch geradestehen. Ich gehöre nicht zu dieser Elite und tue letzteres auch nicht. |
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