Neuer Arbeitsvertrag/Gehaltserhöhung
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Neuer Arbeitsvertrag/Gehaltserhöhung

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  #1  
Alt 26.10.2010, 11:23
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Frage Neuer Arbeitsvertrag/Gehaltserhöhung


Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe gleich eine "etwas komplizierte" Sache.

Kurze Hintergrundinformation: Ich arbeite in einem produzierendem Unternehmen als Sachbearbeiterin Vertriebsinnendienst. Unser Standort war bis jetzt immer abhängig von einer Muttergesellschaft (Sitz auch in Deutschland). Wir gehören kompl. wiederum zu einem größeren Konzern.

Nun wurde beschlossen, daß unser Standort eine eigenständiges Unternehmen werden soll (wir uns also von unserer Muttergesellschaft abnabeln), wir bleiben allerdings Teil des Konzerns.

Bald sollen uns neue Arbeitsverträge vorgelegt werden. Bei meinem lt. Gespräch mit meinem Abteilungsleiter wegen Gehaltserhöhung bin ich gelobt werden, ja ich hätte es natürlich verdient usw.... aber da es dem Mutterunternehmen so schlecht geht (was auch stimmt) hat er keine Chance das durchzusetzen......
Soll bzw. kann ich nun bei meinem neuen Arbeitsvertrag auf eine Gehaltserhöhung bestehen? Oder soll ich erstmal warten bis ganz viel Wasser durch den Rhein geflossen ist?

Kurze Eckdaten zu meiner Person: 33 Jahre, weiblich, eine 11-jährige Tochter, alleinerziehend. Jetzt seit 3 Jahren in der Firma beschäftigt und absolut unzufrieden mit meinem Gehalt (im Jahr brutto 23.000 EUR)

Vielleicht kann mir ja jemand einen Tipp geben.

Vielen Dank schon mal vor
Viele Grüße
Simi
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  #2  
Alt 26.10.2010, 13:44
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Standard AW: Neuer Arbeitsvertrag/Gehaltserhöhung

Zitat:
aber da es dem Mutterunternehmen so schlecht geht (was auch stimmt)
Zitat:
Nun wurde beschlossen, daß unser Standort eine eigenständiges Unternehmen werden soll

Hier findet also eine Umstrukturierung statt, mit dem Ziel, welche Einsparungen auch immer zu erzielen.

Meine unmassgebliche Meinung ist, dass es in der Tat schwer sein dürfte, Gehaltswünsche durchzusetzen, das wäre nur dann möglich, wenn du zum unentbehrlichen Stammpersonal gehören würdest.

Ich vermute eher, dass jeder Arbeitsplatz auf den Prüfstand kommt, man muss mit Personalkürzungen rechnen, wenn nicht jetzt, dann später.

Zitat:
absolut unzufrieden mit meinem Gehalt (im Jahr brutto 23.000 EUR)
Du verdienst 23.000,--€ brutto : 12 Monate = 1.917,--€ monatlich, im Vergleich zu ALG I oder gar ALG II ist das eine geradezu fürstliche Einnahme.

Wenn ein Unternehmen umstrukturiert wird, muss man sich immer fragen, ob man seinen Arbeitsplatz aufgeben oder sonstwie riskieren kann. Denn wenn man seinen Arbeitsplatz verliert, stellt sich die Frage, ob man im nächsten Unternehmen gut landet oder eine Bruchlandung, möglicherweise mit Kündigung in der Probezeit, macht. Dann steht man nämlich deutlich schlechter da.

Zitat:
Bald sollen uns neue Arbeitsverträge vorgelegt werden.
Wenn das Unternehmen juristisch neu aufgestellt wird und neue Arbeitsverträge vorgelegt werden, kann das auch bedeuten, dass man deinen Lohn nach unten abrundet.

Dieses Szenario bedeutet dann für dich zunächst, dass du eine zumutbare Arbeit nicht ablehnen darfst, sonst riskierst du eine Leistungssperre beim ALG I.

Was zumutbar ist, regelt bei ALG I der § 121 SGB III, nach Auslauf von ALG I greift ALG II mit dem § 2 SGB II und § 10 SGB II.

Es ist hier also nicht die Frage, ob du zuwenig verdienst, sondern was dir möglicherweise bei Arbeitslosigkeit blüht.

Wenn du bisher nicht arbeitslos warst und dich mit den Themen ALG I und ALG II nicht beschäftigt hast, solltest du dies umgehend tun, und verlasse dich bitte nicht auf die Pressemeldungen, die über sinkende Arbeitslosenzahlen und eine boomende Wirtschaft berichten. Diese Meldungen haben ziemlich viel mit Propaganda und der Täuschung des Volkes zu tun.

Eine Umstrukturierung eines Unternehmens bedeutet für einen Arbeitnehmer immer, sich auf drohende Arbeitslosigkeit einzurichten, das heisst, er soll allen finanziellen Ballast abwerfen, alles kündigen, was nicht absolut erforderlich ist, das betrifft dann vor allem den üblichen Kürmel wie Zeitungsabos, Telephonverträge, unnötige Versicherungen usw.
Bitte beachten: es sind immer Kündigungsfristen einzuhalten, man muss also in die Zukunft schauen und für die Zukunft planen und handeln.

Es wäre auch zu prüfen, ob die Wohnung angemessen ist und die Arge/(Jobcenter die Kosten der Unterkunft (Miete) voll übernehmen würde oder ob ein Hilfebedürftiger Anteile der Kosten aus der ALG II - Unterstützung selber zahlen müsste. Die Arge erteilt Auskunft darüber, ob eine Wohnung angenmessen ist.
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  #3  
Alt 26.10.2010, 14:46
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Standard AW: Neuer Arbeitsvertrag/Gehaltserhöhung

na, das klingt ja alles nicht wirklich positiv.

Uns wurde eher das Gegenteil mitgeteilt. Da es dem Hauptsitz des Unternehmens immer schlechter geht/bzw ging werden wir nun abgekapselt, damit wir von dort aus nicht immer gebremst werden.......

Schwer zu erklären, es muß hier eher aufgestockt werden vom Personal. Wir haben keine eigentständige Buchhaltung, Personalabteilung, Einkauf, controlling usw...... das lief vorher alles über den Hauptsitz......

Ich bin zwar immer etwas skeptisch, aber in dieser Hinsicht hab ich mir eigentlich keine Gedanken um meinen Arbeitsplatz gemacht (zumindest bis jetzt war das so...)

Also, mal ganz ehrlich, ohne jemanden auf die Füße treten zu wollen. Ich habe kein Problem mit ALG I und II-Empfängern, aber dafür das ich min 40 Stunden in der Woche arbeite (einen Anfahrtsweg von einer dreiviertel Stunde habe), mich mein Job oft meinen letzten Nerv raubt, geschweige denn vom schlechten Gewissen meiner Tochter gegenüber, sollte zumindest im Monat etwas mehr hängen bleiben! Aber wir wollen hier ja keine Diskussion über ALG-Empfänger usw anfangen.
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  #4  
Alt 26.10.2010, 16:03
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Standard AW: Neuer Arbeitsvertrag/Gehaltserhöhung

Deine ursprüngliche Frage war natürlich, ob du unterbezahlt bist und was daran zu ändern ist.

Diese Frage kann ein Aussenstehender nur schwer beantworten, deshalb habe ich einfach mal die Sichtweise erweitert.


Zitat:
Schwer zu erklären, es muß hier eher aufgestockt werden vom Personal. Wir haben keine eigentständige Buchhaltung, Personalabteilung, Einkauf, controlling usw...... das lief vorher alles über den Hauptsitz......
Die Frage ist, wie jetzt damit umgegangen wird. Man kann diese Angelegenheiten weiter vom ehemaligen Hauptsitz - dann als Dienstleister - wahrnehmen lassen, das führt dann aber zu einer Leistungsberechnung, und die dürfte gepfeffert sein.


Zitat:
aber dafür das ich min 40 Stunden in der Woche arbeite (einen Anfahrtsweg von einer dreiviertel Stunde habe), mich mein Job oft meinen letzten Nerv raubt, geschweige denn vom schlechten Gewissen meiner Tochter gegenüber, sollte zumindest im Monat etwas mehr hängen bleiben!
Natürlich sollte es so sein, dass eine Arbeit leistungsgerecht bezahlt wird.

Aber es ist natürlich auch so, dass der Arbeitsmarkt eine Rolle spielt, wenn der mit kaufmännischem Personal gesättigt ist, ist es schwer, überhaupt Lohngespräche zu führen.


[QUOTE]Aber wir wollen hier ja keine Diskussion über ALG-Empfänger usw anfangen. [QUOTE]

Man sollte die Sprengkraft von ALG II kennen.

Arbeitslose erhalten im Schnitt 12 Monate ALG I, dann wird privates Vermögen aufgebraucht, bis ALG II greift. Nach einem Jahr ALG II sind die Leute finanziell ausgeblutet und müssen um jeden Preis einen Job annehmen.

Da ALG II - Hilfeempfänger jede zumutbare Arbeit annehmen müssen und damit eigentlich kein Spielraum für Lohnverhandlungen besteht, der Lohn wird dann vom Arbeitgeber diktiert, sollte man sich also sorgfältig überlegen, wie man die Situation mit einem bestehenden Job beurteilt.

Für deine Situation empfehle ich mal, dass du dich mit dem Thema Höchst AG, Frankfurt, und deren Zerlegung beschäftigst.
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  #5  
Alt 27.10.2010, 08:33
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[QUOTE=nontestatum;80914]
Da ALG II - Hilfeempfänger jede zumutbare Arbeit annehmen müssen und damit eigentlich kein Spielraum für Lohnverhandlungen besteht, der Lohn wird dann vom Arbeitgeber diktiert, sollte man sich also sorgfältig überlegen, wie man die Situation mit einem bestehenden Job beurteilt.
QUOTE]

...... und das ist doch das schlimme an der ganzen Situation momentan in Deutschland (auf dem Arbeitsmarkt), man ist froh wenn man überhaupt einen Job hat, der etwas mehr bringt als die "Existens zu sichern". Dann strengt man sich, erzielt richtig gute Ergebnisse (auch welche die eigentlich nicht erwartet werden), bekommt dafür ständig, Lob und Anerkennung, aber davon kann man sich halt auch nicht wirklich viel kaufen.......

Ich habe momentan einen Punkt erreicht, wo es mir richtig schwer fällt, mich noch großartig einzubringen. Viele Kollegen machen Dienst nach Vorschrift, ziehen stur ihre Arbeit durch ohne mal nach rechts oder links zu schau'n.

Das mein Chef von selbst kommt und mir mehr Geld bietet, ist eher unwahrscheinlich, jedoch weiß er von meiner Unzufriedenheit mit der Bezahlung (beim lt. Gespräch meinte er, wenn es der Zentrale nicht so schlecht gehen würde (=es wurde für 2011 wieder Kurzarbeit angemeldet), dann auf alle Fälle. Auch er ist der Meinung, daß "ich mehr verdient hätte")

Ich werde mir auf alle Fälle mal die "Höchst AG, Frankfurt" mit ihrem drumherum zu Gemüte führen. Vielleicht kann ich da ja was brauchbares rausziehen.

Danke schon mal für Deine Hilfe.

Gruß
Simi
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