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#1
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| Hallo zusammen! Ich brauch euren Rat ... =/ Ich bin 19 Jahre alt und bin mit meinen Eltern vor 8 Jahren in die Schweiz gezogen. Ich hab die Sekundarschule (in DE: Realschule) abgeschlossen und Ende Monat ist meine 3 jährige Lehre zum Detailhandelsfachmann (in DE: Einzelhandelskaufmann) beendet. Ich bin ab August bei der Firma Vollzeit angestellt. Nun habe ich vor, in ein oder zwei jahren nach Deutschland zurückzukehren. Ich würde gerne so schnell wie möglich Fachabi oder Abi machen, um dann Wirtschaftsinformatik studieren zu können. Für das Abi würde ich gerne so schnell wie möglich nach Deutschland, da ich nicht noch weitere Jahre warten möchte, in die alte Heimat zurückzukehren... ;D Nun suche ich aber euren Rat, da ich wirklich sicher gehen möchte. Ich habe nämlich Bedenken ob das finanziell alles klappt. Da ich berufsbegleitend Abi oder Fachabi machen möchte, kann ich ja nur Teilzeit arbeiten. Ich brauch aber keine grosse Wohnung, im Prinzip würde ein Zimmer schon reichen. Wie seht ihr das, wird das klappen? Arbeiten würde ich wahrscheinlich in einem Elektromarkt oder so. Ich hasse diesen Job zwar, aber eben, deshalb will ich mich ja weiterbilden. Auf Hilfe der Eltern kann ich nicht zählen. Bekommt man in solchen Situationen finanzielle Unterstützung, zwecks Weiterbildung? Ich hab schon überall gesucht, aber nichts konkretes auf meine Frage gefunden. Ist halt schwierig, das beurteilen zu können, wenn man in der Schweiz lebt. Hier würde es wahrscheinlich klappen, wenn ich mir ein Jahr lang was zur Seite legen würde. Freue mich auf eure Antworten ... ![]() Gruss Daniel Geändert von Flurex (09.07.2010 um 00:01 Uhr) |
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#2
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| Meine unmassgebliche und völlig unqualifizierte Meinung: Du lebst seit Jahren in der Schweiz, und wenn du die Möglichkeit hast, dort problemlos Arbeit aufnehmen zu können und dies auch in Zukunft so ist, z.B. bei eintretender Arbeitslosigkeit, und du weiter keine Nachteile dadurch hast, dass du die schweizerische Staatsbürgerschaft nicht hast, würde ich zumindest in den nächsten 15 Jahren nicht nach Deutschland zurückkehren. Deutschland erlebt zur Zeit einen Umbruch, der Bürger des eigenen Landes gilt nichts, wird von den eigenen Beamten seines eigenen Landes als wertloser Untermensch behandelt, wenn dem Bürger etwas gewährt wird, dann nur das, was er nicht will und nicht gebrauchen kann, gewährt wird nicht das, was er benötigt oder sinnvoll wäre. Die Politik ist degeneriert bis ins Mark, Spitzenpolitiker wetteifern darin, sich als Obersch*ein zu präsentieren. Gottseidank haben die Spanier die Deutschen fussballmässig eingesargt, sonst hätte dieser schwarz-rot-goldene Fussballjubel noch weiter angedauert und die Regierung hätte in dieser Zeit sang- und klanglos noch ein paar Sauereien auf den Weg gebracht. Deutschland ist derzeit Gift für jeden jungen Menschen, der es zu etwas bringen will. Soziale Unterstützung gibt es für dich nur im Rahmen von ALG II, dafür musst du aber dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, oder evtl. bafög, wenn du dich bilden willst. Ein Schulbesuch/Studium in Deutschland kommt nur dann in Frage, wenn dieses in der Schweiz nicht realisierbar wäre, aus welchen Gründen auch immer. Ist dir dann die Rückkehr in die Schweiz verschlossen, wäre das für dich ein übler und nutzloser Tausch. Google-Search: Minijob ALG II Hartz IV http://arbeits-abc.de/forum/blogs/no...reviarium-225/ Bafög Bitte lasse dich nicht davon täuschen, dass Deutschland sich nach aussen in Richtung Ausland als moderne fortschrittliche Nation und Europa-Motor darstellt. Das ist nur Stiefelleckerei gegenüber dem Ausland. Durch das Kippen der Alterspyramide wird es vermutlich so sein, dass der Arbeitsmarkt in ca. 15 Jahren recht nett sein wird. Ob das aber wirklich so sein wird, steht auch in den Sternen, denn durch die Freizügigkeit in der EU steht ein Arbeitslosenheer in den ehemaligen Ostblockstaaten Gewehr bei Fuss, da sind soziale Spannungen vorprogrammiert. Deutschland ist auch einer der grössten EU-Einzahler, Deutschland finanziert Griechenland, und demnächst weitere EU-Staaten, dafür hat man jetzt wieder den sozialen Bereich in Deutschland beschnitten. Du kannst dir also ausrechnen, was dich in Deutschland erwartet: nichts. Bitte verfolge das Tagesgeschehen und hinterfrage es. heute.de tagesschau.de wdr.de hr.de mdr.de faz.net volle Kanne: Volle Kanne - ZDF.de
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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Flurex (11.07.2010) | ||
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#3
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| Vielen Dank für die umfangreiche Antwort. Ein Beispiel: Mein Vater ist Rettungssanitäter, und er hat hier schon 2 Menschen sterben lassen müssen, weil sie meinten, sie wollen sich nicht von einem Deutschen helfen lassen. Vielleicht ist dir auch der Fall bekannt, wo eine junge Deutsche Radiomoderatorin terrorisiert wurde, bis sie schliesslich mit nem Trauma zurück nach Deutschland zu ihren Eltern ist. Klar, das sind jetzt extreme Beispiele. Jedoch geht es mir insgesamt im Alltag ca. nach dem Muster. Und gerade im Verkauf beim direkten Kundenkontakt ist es manchmal nicht leicht. Notfalls würde ich das Fachabi hier machen und später umziehen, aber eigentlich möchte ich das so schnell wie möglich über die Bühne bringen. Edit: Ich hab mal mit dem BAföG-Rechner rumgespielt, und wenn ich alles richtig gerechnet habe, bzw. überhaupt BAföG berechtigt bin, würde ich mit ca. 500 Euro Zuschuss rechnen können. Zusammen mit nem Teilzeitjob würde das doch reichen. Ich wär zwar nicht gerade reich, habe aber genug. Ich weiss nur nicht, ob ich überhaupt berechtigt bin, da die vielleicht sagen können, dass ich einfach zurück zu meinen Eltern soll etc. Da die aber in der Schweiz bleiben, geht das ja schlecht. Geändert von Flurex (09.07.2010 um 03:51 Uhr) |
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#4
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| Naja das mit dem BAföG ist ziemlich komplex wie ich gemerkt hab .. am besten informier ich mich wenn es soweit ist direkt telefonisch. Hat ja sonst keinen Sinn. Gerade wenn die Eltern in nem anderen Land wohnen werden etc. ist es wohl noch komplizierter ... Ich werde jetzt erstmal ab August Berufserfahrung sammeln und gleichzeitig eine Marketing-Weiterbildung machen über 8 Monate hinweg. Danach Berufsmaturiät (Fachabi) mit Teilzeitjob (in der selben Firma wie bisher) und dann mal sehen. Wahrscheinlich komm ich dann in ca. 3 Jahren nach Deutschland zurück, ich werd dann wohl auch mehr verdienen (dank Ausbildung, Berufserfahrung und Weiterbildung) und kann wahrscheinlich von nem Teilzeitjob neben dem Studium leben ... hoffe ich jetzt einfach mal. |
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#5
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| Zuschüsse, Darlehen und Stipendien Über BAFöG solltest Du Dich tatsächlich informieren, bevor es soweit ist - rechtzeitig natürlich (!), aber nicht schon Jahre im Vorfeld. Da kann sich nämlich noch die Gesetzgebung ändern. Für die meisten Studierenden ist die Finanzierung des Studiums eine Puzzle-Arbeit, bestehend aus Zuschüssen, Darlehen und eigenem Verdienst durch Jobs etc. Du solltest Dich also auch über Darlehen und die verschiedenen Formen der Zuverdienstmöglichkeiten informieren. Außerdem gibt es jede Menge verschiedener Stipendien. Das ist ein wichtiges Thema für die Vorabinformation, da sie nicht zurückzuzahlen sind (auch nicht teilweise wie BAFöG). Zu diesen Themen kann ich Dir ggf. Links geben. Aber Dein Studium scheint ja noch eine Weile in der Ferne zu liegen. Auch diesbezüglich kann sich in den nächsten Jahren noch einiges ändern. Nebenberufliches Studium bei Vollzeit- oder Teilzeitarbeit Das ist im Grunde genommen das, was Du bisher angedacht hast. Mit einer regulären Arbeitsstelle gilt Dein Studium nämlich nur als Teilzeitstudium bzw. nebenberufliches Studium. Informiere Dich also durchaus einmal genauer über verschiedene Möglichkeiten für ein nebenberufliches Studium (z.B. Fernstudium). Auch hierfür kannst Du von uns Links und Tipps erhalten. Es ist zwar sehr anstrengend, zusätzlich zu einer Vollzeitstelle ein Studium zu absolvieren, aber viele schaffen es trotzdem. Der Vorteil ist: man kann gleichzeitig vollumfänglich anerkannte Berufserfahrung sammeln. Nachteile: Je nach Beanspruchung im Berufsleben gibt es Schwierigkeiten mit dem Studium und es kostet meist ordentlich Geld (privatwirtschaftlich organisiert, also keine öffentlich subventionierte Uni). Mit viel Glück findet sich ein Arbeitgeber, der sich an den Kosten beteiligt. Dann dürfte es auch in seinem Interesse liegen, dass der Arbeitnehmer dieses Studium absolviert, so dass er vielleicht keine häufigen Überstunden bis 22 Uhr ansetzt und auch mal für Prüfungstermine frei gibt. Finanzierst Du das Studium alleine, so könntest Du Dich natürlich auch nach einer 25- oder 30-Stunden-Stelle umschauen. Dann wäre das Studium zeitlich besser schaffbar. Gleichzeitig wärst Du mit den Arbeitszeiten flexibel, da man sich die Lernzeiten für ein Fernstudium frei einteilen kann. Nach Abzug der Studiengebühren dürfte dann aber nicht mehr berauschend viel zum Leben übrigbleiben. Grundsätzlich gilt: Teilzeitstellen sind in den allermeisten Fällen vergleichsweise schlecht bezahlt, weil sie i.d.R. nur für wenig qualifizierte Aufgaben eingerichtet werden. Es sind meist Aufgaben, die man typischer Weise Frauen gibt, welche dann in Steuerklasse 5 kaum mehr als ein Taschengeld übrig behalten. Gerade deshalb sind diese Teilzeitstellen oftmals sogar besonders schlecht bezahlt. Viele deutsche Arbeitgeber (die Schweizer sind da meinem Wissen nach nicht anders) gehen nämlich davon aus, dass die Frau in der Ehe - wenn überhaupt - finanziell auch nicht mehr als eine Art Taschengeld beizutragen braucht und beitragen sollte. Manchmal werden 20-Stunden-Stellen sogar auf 400 €-Basis vergeben. Duales Studium Informiere Dich auf jeden Fall auch mal über die Möglichkeiten eines dualen Studiums. Dabei arbeitest Du in einem Betrieb und gehst phasenweise an die Uni. Das Studium findet also direkt in Verbindung mit einer betrieblichen Ausbildung statt. Dafür könnte es eine Ausbildungsvergütung geben. Ich bin allerdings überfragt, wie viel das sein könnte. Informiere Dich halt mal über das Thema. Evtl. lässt sich ja ein duales Studium auch mit BAFöG, einem Darlehen oder einem Stipendium verbinden. Diese Art Studium mit Praxisbezug wird immer beliebter. Ich persönlich halte recht viel davon, da man sein akademisches Wissen direkt mit praktischer Erfahrung verbinden kann. Soweit ich weiß, sind die Ansprüche der Arbeitgeber für die Vergabe dualer Studienplätze sehr hoch. Entsprechend hoch dürfte auch die Anerkennung und Übernahmequote sein. Für einen dualen Studienplatz müsstest Du Dich sehr frühzeitig bei Arbeitgebern bewerben! Hinzuverdienst für Vollzeitstudierende an einer Präsenzuniversität Das ist der klassische Weg: Jemand studiert, erhält BAFöG oder Geld von den Eltern und verdient sich was dazu. Werkstudent: Du hättest einen normalen Präsenzstudienplatz und würdest gleichzeitig regelmäßig Geld auf Basis eines festen Vertrags als Werkstudent bei einem Unternehmen hinzuverdienen. Andere Studentenjobs: Diverse Aushilfsjobs mit mehr oder weniger vorausgesetzter Qualifikation für Studenten sind einer regulären Teilzeitstelle während eines Studiums vorzuziehen, da sie günstig in der Sozialversicherung und oftmals vergleichsweise gut bezahlt sind. Manch ein Teilzeitbeschäftigter ärgert sich über die Stundensätze, die an Studierende für dieselben Aufgaben gezahlt werden. Informiere Dich über Stellen als Werkstudent und über Aushilfsjobs aller Art für Studenten.
__________________ Liebe Grüße, Melete Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür. Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags. Geändert von Melete (10.07.2010 um 21:39 Uhr) |
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Flurex (11.07.2010) | ||
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#6
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| Vielen, vielen Dank, werd mich mal weiter informieren. |
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