Umschulung, Neue Ausbildung, Weiterbildunbg ???
Zurück   Arbeit und Karriere Forum > Arbeit & Beruf > Karriere & Job


Umschulung, Neue Ausbildung, Weiterbildunbg ???

Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Bookmark and Share
  #1  
Alt 17.06.2010, 10:28
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 16.06.2010
Ort: Berlin
Beiträge: 4
Bedankte sich: 1
0 Danksagungen in 0 Beiträgen
hanseat befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Umschulung, Neue Ausbildung, Weiterbildunbg ???


Hallo an Alle!

Bin beim Durchforsten des Internets und dank Google immer wieder in diesem Forum gelandet und hoffe, daß mir jemand weiterhelfen kann.

Und zwar geht es um folgendes:
Ich bin gelernter Reiseverkehrskaufmann und arbeite jetzt seit meiner Ausbildung insgesamt schon 10 Jahre in diesem Beruf. Bei meinem derzeitigen Arbeitgeber bin ich nun in einem reinen Callcenter gelandet und der Arbeitsalltag besteht fast ausschließlich nur aus dem Buchen innerdeutscher Flüge, Bahn-Onlinetickets und Hotels. Und genau das bin ich satt! Ich habe den Beruf nicht erlernt, um in einem stupiden Callcenter zu versauern und mir täglich 50 - 70 Telefonate zu ziehen. Eine Chance innerhalb des Unternehmens in eine andere Abteilung/Tätigkeit zu wechseln besteht nicht und der Wechsel zu einem neuen AG fällt auch aus, da in diesem Tätigkeitsfeld alle Firmen in etwa gleich arbeiten. Daher bin ich am überlegen, wie ich diese Situation ändern kann.

Hinzu kommt, daß ich seit einem knappen halben Jahr eine Verbraucherinsolvenz laufen habe (unverschuldet, da ich im Alter von 15 Jahren eine belastete Immobilie geerbt habe und niemand das Erbe für mich ausgeschlagen hat) und daher nicht über irgendwelche finanziellen Reserven verfüge.

Nun zu meiner Frage:
Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich mich entschließe, beruflich in eine ganz andere Richtung gehen zu wollen? Für eine Umschulung brauche ich doch eigentlich diesen Bildungsgutschein (den ich nicht bekommen würde), oder? Oder kann ich mich einfach so auf einen neuen Ausbildungsplatz bewerben? Vielleicht hat jemand noch eine andere Idee...?!?

Vielen Dank schonmal und liebe Grüße
Mit Zitat antworten

  #2  
Alt 17.06.2010, 13:27
Benutzerbild von Melete
Guru
 
Registriert seit: 22.11.2009
Beiträge: 1.239
Bedankte sich: 27
150 Danksagungen in 146 Beiträgen
Melete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Die Situation

Zitat:
Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich mich entschließe, beruflich in eine ganz andere Richtung gehen zu wollen? Für eine Umschulung brauche ich doch eigentlich diesen Bildungsgutschein (den ich nicht bekommen würde), oder? Oder kann ich mich einfach so auf einen neuen Ausbildungsplatz bewerben?
Wenn Du nach 10jähriger Berufspraxis wieder eine Ausbildung machst, begibst Du Dich damit zurück an Punkt Null und musst Dich anschließend mit Teanagern um Arbeitsplätze schlagen, für die keine Berufserfahrung notwendig ist. Diejenigen, welche z.B. aus gesundheitlichen Gründen zu einer Umschulung gezwungen sind, haben ihre liebe Mühe mit dieser Situation.

Zitat:
Hinzu kommt, daß ich seit einem knappen halben Jahr eine Verbraucherinsolvenz laufen habe (unverschuldet, da ich im Alter von 15 Jahren eine belastete Immobilie geerbt habe und niemand das Erbe für mich ausgeschlagen hat) und daher nicht über irgendwelche finanziellen Reserven verfüge.
Das ist das eigentliche Problem. Die Insolvenz lässt Dir höchstwahrscheinlich nicht die finanziellen Mittel für eine Aufstiegsweiterbildung (welche Dich in ganz andere berufliche Aufgabenfelder führen könnte, und zwar auf einem höher qualifizierten Niveau). Förderungen, mit denen Schul-/Akademie-/Studiengebühren finanziert werden könnten, entfallen, da sie entweder teilweise oder ganz auf Darlehen basieren, die letztendlich von Banken gegeben werden.

Das ist sehr schade, aber vermutlich nicht zu ändern. Solltest Du irgendeine Möglichkeit sehen, evtl. monatliche Zahlungen für eine Aufstiegsausbildung aufbringen zu können (Unterstützung durch Partnerin, Familie etc.), dann lass es mich wissen. Ich hätte einige Ideen, die ich in diesem Fall vorschlagen würde.

Ebenso sehe ich leider in der Insolvenz ein Problem bei einem Arbeitgeberwechsel.

Ich rate Dir ganz dringend davon ab, Deinen jetzigen Arbeitsplatz aufzugeben, ohne einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben zu haben, und zwar bei einem Arbeitgeber, dessen Entscheider definitiv von der Insolvenz unterrichtet sind. Auch dann wäre ein Wechsel ein höheres Risiko als ein solcher es für andere Arbeitnehmer darstellt (z.B. Gefahr der Entlassung in der Probezeit). Eine Insolvenz stellt im Falle von Arbeitslosigkeit ein Vermittlungshemmnis dar.

Du könntest Dich bei anderen Playern der Reisebranche sowie in artverwandten Berufen um Arbeitsstellen bewerben. Kommst Du in die engere Wahl, kannst Du austesten, welche Chancen trotz Insolvenz für Dich bestehen, ohne dass Du zuvor Dein jetziges Einkommen aufgegeben hast. Mit Glück findest Du womöglich eine Arbeit, die Dir wieder Spaß macht und mit der Du Deine ursprünglichen Berufsvorstellungen realisieren kannst.

Ich sammle dazu jetzt gleich noch eine Reihe von Ideen.

Ergänzung: Ich kann mir vorstellen, dass es Dir nicht erlaubt ist, Deine finanzielle Situation zu verschlechtern. Vermutlich darfst Du nicht einfach Deinen Job an den Nagel hängen und statt dessen noch einmal eine Ausbildung machen oder einen schlechter bezahlten Job annehmen. Erkundige Dich dazu lieber, bevor Du einen Schritt in eine solche Richtung machst.
__________________
Liebe Grüße, Melete

Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür.

Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags.

Geändert von Melete (17.06.2010 um 14:03 Uhr) Grund: Ergänzung
Mit Zitat antworten

  #3  
Alt 17.06.2010, 13:40
Benutzerbild von Melete
Guru
 
Registriert seit: 22.11.2009
Beiträge: 1.239
Bedankte sich: 27
150 Danksagungen in 146 Beiträgen
Melete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Brainstorming

Du könntest Dich als Reiseverkehrskaufmann in Hotels, Ferienanlagen und -clubs, auf großen Campingplätzen oder in Erholungs- und Ferienheimen bewerben.

Kleine, spezialisierte Reiseveranstalter, z.B. für Kulturreisen, Sprachreisen, organisierte Individualreisen etc. bieten mit Sicherheit Arbeitsstellen, bei denen es auch um Organisation, Marketing und individuelle, ausführliche Kundenberatung geht.

Reiseverkehrskaufleute arbeiten auch in Kureinrichtungen, in Ausflugs- und Kreuzfahrtunternehmen oder Erlebnisbädern.

In Tauch-, Surf- und Segelschulen sowie andere Sportschulen aller möglichen Art, in großen Fittness-Centern und im Bereich Bootsverleih gibt es kaufmännische Tätigkeiten.

Im Bereich Stadtmarketing oder bei Tourismusverbänden könnte es ebenfalls Einsatzbereiche für Reiseverkehrskaufleute geben.

Und das wären z.B. artverwandte Berufe mit Stellen, auf die Du Dich evtl. auch bewerben kannst:

Kaufmann/-frau - Tourismus und Freizeit - BERUFENET, Berufsinformationen einfach finden

Zitat:
Kaufleute für Tourismus und Freizeit beraten und informieren Kunden über touristische Leistungen und Attraktionen. Sie organisieren Veranstaltungen und setzen Verkaufs- und Marketingkonzepte zur Förderung des regionalen Tourismus um.
Assistent/in - Hotelmanagement - BERUFENET, Berufsinformationen einfach finden

Zitat:
Assistenten und Assistentinnen im Bereich Hotelmanagement unterstützen die Geschäftsleitung bei allen Aufgaben, die in Marketing und Verkauf, im Controlling, in der Buchhaltung oder in der Personalabteilung anfallen.
Zwar gibt es nicht viele festangestellte Reiseleiter und Fremdenführer. Aber falls Dir eine solche Tätigkeit Spaß machen würde, könntest Du Dich auch in dieser Richtung umsehen. Es gibt auch den Beruf des Reisehelfers für Menschen mit Behinderung.
__________________
Liebe Grüße, Melete

Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür.

Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags.
Mit Zitat antworten
Folgender Benutzer sagt Danke zu Melete für den nützlichen Beitrag:
hanseat (17.06.2010)

  #4  
Alt 17.06.2010, 14:32
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 16.06.2010
Ort: Berlin
Beiträge: 4
Bedankte sich: 1
0 Danksagungen in 0 Beiträgen
hanseat befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

Hallo Melete!

1000Dank für deine ausführlichen Antworten.

Meinen jetzigen Job werde ich definitiv nicht aufgeben bevor ich was Besseres habe, das steht fest. Ich war in letzter Zeit auch bei einigen Vorstellungsgesprächen und habe die potenziellen neuen Arbeitgeber schon im Gespräch darauf hingewiesen, daß ich eben in der PI stecke (wenn auch unverschuldet). Ich habe das eigentlich bisher nicht als zwingenden Hinderungsgrund mitbekommen. Aber wie ich aus deinen Antworten rauslese ist jetzt wohl wirklich nicht der richtige Zeitpunkt für einen "Neuanfang". Da hast Du wahrscheinlich Recht. Bleibt also nur, zu versuchen, irgendwie im Fach zu bleiben aber eine andere Richtung einzuschlagen. Mhhh, werd mal drüber nachdenken. Vielen Dank nochmals.
Mit Zitat antworten

  #5  
Alt 18.06.2010, 09:13
Benutzerbild von Melete
Guru
 
Registriert seit: 22.11.2009
Beiträge: 1.239
Bedankte sich: 27
150 Danksagungen in 146 Beiträgen
Melete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Bildungsprämie, Bildungs- und Qualifizierungsschecks

Zitat:
Bleibt also nur, zu versuchen, irgendwie im Fach zu bleiben aber eine andere Richtung einzuschlagen.
Solltest Du feststellen, dass Du dafür eine Weiterbildung brauchst (keine Ausbildung), dann gibt es verschiedene Programme, mit denen diese gefördert werden kann. Beispiele: Sprachen, IT, Marketingkurs, evtl. Veranstaltungsmanagement etc.


Bildungsprämie

Bundesweit bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Bildungsprämie an.

Voraussetzungen: Erwerbstätige, die maximal 25.600 Euro (51.200 Euro bei gemeinsam Veranlagten) im Jahr versteuern.

Förderung: die Hälfte der Kursgebühr, maximal 500 €.

Infos hier:

Bildungsprämie:


Bildungs- und Qualifizierungsschecks

Verschiedene Bundesländer haben ähnliche Programme aufgelegt. Bedingungen und Förderung sind meist ähnlich, unterscheiden sich jedoch in einzelnen Punkten, daher: stets nachsehen, was eher infrage kommt.

Sollte Dein Bundesland nicht dabei sein, dann bringe bitte in Erfahrung, ob ebenfalls etwas in dieser Art angeboten wird. Wenn ja: stelle bitte einen Link in diesen Thread ein, um unsere Liste zu ergänzen.

Brandenburg: Bildungsscheck

Home - Europäischer Sozialfonds im Land Brandenburg

Hessen: Qualifizierungsscheck

Qualifizierungsscheck

Nordrhein-Westfalen: Bildungsscheck

Erfolgreich arbeiten | Angebote nutzen | Bildungsscheck | Arbeitspolitik NRW

Rheinland-Pfalz: QualiScheck

QualiScheck.rlp.de: Aktuelles
__________________
Liebe Grüße, Melete

Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür.

Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags.
Mit Zitat antworten

Antwort




Themen-Optionen


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Umschulung oder neue Ausbildung In Flames Weiterbildung 1 24.11.2009 20:31
2te Umschulung? Neue Ausbildung? Neu Orientieren? Dubs Weiterbildung 0 19.08.2009 09:13
Ich will eine neue Ausbildung machen .. Vibro Ausbildung 0 13.10.2008 19:17
Ausbildung abbrechen und neue anfangen Bienlein Ausbildung 0 02.09.2008 12:07
Kann man als Arbeitslose einen neue Ausbildung anfangen? Und die Finanzierung? junejeany Ausbildung 3 08.03.2007 20:57


Zurück   Arbeit und Karriere Forum > Arbeit & Beruf > Karriere & Job


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 05:08 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.5 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO 3.3.2 ©2009, Crawlability, Inc.
Template-Modifikationen durch TMS
Copyright (c) arbeits-abc.de Alle Rechte vorbehalten.