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#1
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| Seit ca. 1,5 Jahren arbeite ich im Vertrieb (Innen- und teilweise Außendienst) und bin mit der momentanen Situation unglücklich. Der Job schlaucht mich sehr, weil ich an mich selbst hohe Ansprüche habe, der Chef viel von mir hält und Ansprüche stellt. Außerdem muss man den ganzen Tag auf Zack sein - man wird dauert vom Telefon oder anderen Mitarbeitern aus der Arbeit gerissen darf aber nicht den Überblick verlieren. Zwar würde ich mich als sehr guten Koordinator bezeichen, aber der Anspruch alles zu Regeln, damit nichts aus dem Ruder läuft verlangt einem viel ab. Andere kommen damit nicht so gut zu recht, so dass die Niederlassung mehr mit innerem klein-klein kämpft als wirklich weiterzukommen, was das Arbeiten nicht gerade erträglicher macht, wenn man viel ausbügeln muss. Konstruktive Strukturvorschläge meinerseit zum Chef wurden bisher nicht umgesetzt. Antwort: Wir haben uns schon drastisch verbessert du hättest früher mal da sein sollen. Der Chef setzt auf Zeit und will nichts ändern. Er setzt alle Karten auf Aquise und Null in interne Struktur. So nett und sympatisch er ist, meiner Meinung nach eine absolute Fehlentscheidung. Es gibt Projekte von früher so wie die gelaufen sind, da kann ich nur den Kopf schütteln. Nie im Leben hätte ich mir vorstellen können, dass dies bei einer seriösen Firma möglich ist oder das ein Projekt überhaupt so schlecht abgewickelt werden kann. Es sind nachweislich massiv Kunden abgesprungen, weil die Qualität nicht gestimmt hat. Das Personal kommt mir zum Teil sehr unmotiviert vor. Vieles was über dem Tellerrand hinausgeht wird konsequent ignoriert. Bei Großprojekten, die man an Land zieht, muss man kämpfen, damit die Abwicklung funktioniert. Das Personal stöhnt eher, dass Arbeit auf sie zukommt, wenn man ein Projekt koordinieren will und das obwohl ich versuche es jedem Mitarbeiter möglichst leicht zu machen. Es wird nicht honoriert: Statt dessen heißt es noch mehr Arbeit. Wenn es so weiter geht sehe ich mich bald als Burn Out Kandidaten. Mittlerweile sinkt mein eigener Anspruch und ich ertappe mich des öfteren, dass ich fauler werde und mich die "ist mir doch alles egal" Einstellung ebenfalls bald erreicht hat. Nach einem schwerem Studium mit sofortigem Arbeitseintritt ohne Pause bin ich an einen totem Punkt angekommen. Motivationstechnisch bin ich am Ende und ausgepowert auch und das noch weit vor 30ig. Was also machen? Ich hab mich nach einem harten Jahr durchbeißen nun reingefunden, Erfolge erzielt und kenne viele Mitarbeiter andere Niederlassungen, so dass ich bei Fragestellungen sofort weiß welche Durchwahl ich wo anklingeln muss - es ist schon angenehm sein Nest zu haben. Mein Arbeitsvertrag läuft bald aus, der Chef will ihn verlängern und ich habe daraufhin weiterhin Interesse signalisiert, aber noch nicht zugestimmt. Jetzt habe ich mir überlegt dem Chef vorzuschlagen, dass ich vorerst nur halbtags arbeiten will. Zweitens will ich einen Teil der Arbeit im Homeoffice machen, um mich meinen Aufgaben konsequenter, effizienter zu widmen und mich selber weiter zu entwickeln und neu zu motivieren. Den Bürostress will ich soweit reduzieren will möglich. Auch wenn es nicht alle wahrhaben wollen, die Kapazitäten dies auszugleichen wären da, wenn man sie nur effizient nutzen würde. Meine Bedenken sind: Der Chef sieht in mir, dass ich meinen Anspruch und Ambitionen verloren habe. Er wird die Halbtagsstelle nur akzeptieren, wenn es auch für die Firma einen Vorteil birgt. Er wird ablehnen und ich stehe schlechter da. Geändert von Franky (01.05.2011 um 09:12 Uhr) |
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#2
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| Ich kann Dich gut verstehen. Genau das habe ich auch einmal vor längerer Zeit in meinem Berufsleben gemacht: die Arbeit ins Home-Office verlegt. Und es war tatsächlich so, wie Du es jetzt vermutest. Es war wesentlich effizienter, weil das Chaos drumherum nicht mehr gegeben war. Allerdings habe ich damals als freie Mitarbeiterin weiter gearbeitet, nach Abzug sämtlicher Kosten im Endeffekt weniger verdient und im Ansehen beim Chef hat es auch nicht gerade eine Medaille gebracht. Für mich persönlich war das nicht schlimm, denn ich hatte beim Ausstieg ein sehr gutes Zeugnis erhalten und habe mich dann ohnehin beruflich ganz anders orientiert. Ich habe damals nebenberuflich studiert und mir außerdem auch noch irgendwann eine Arbeitsstelle (wieder in Festanstellung) gesucht, die besser zu meiner beruflichen Neuorientierung bzw. meinem nebenberuflichem Studium passte. Es ist verdammt schwer, Dir jetzt einen Tipp zu geben, denn solche Ausstiege können auch sehr nachhaltig daneben gehen. Bei mir war es so, dass ich schon sehr viel länger in einer Situation war, die ich für mich nicht mehr als gut und motivierend, sondern als ausbrennend und wenig sinnvoll empfand. Aus dieser Situation heraus hatte ich mich auch anderweitig beworben - und zwar mit Erfolg. Der Haken war für mich persönlich nur, dass sich dabei herausstellte, dass ich gute Chancen auf Arbeitsstellen hatte, bei denen ich vom Regen in die Traufe gekommen wäre. Also beschloss ich, diesen Schritt nicht zu machen, und stellte grundlegendere Überlegungen an, wo ich in meinem Berufsleben hinsteuern will. Dir würde ich erst einmal den naheliegendsten Schritt empfehlen: Schau Dich auf dem Arbeitsmarkt um. Der sieht momentan für Leute mit guter Ausbildung in einem bestimmten Alter in etlichen Bereichen sehr gut aus. Womöglich bekommst Du sehr gute Angebote. Ein wenig Geduld braucht es natürlich schon. Aber ganz so schnell, wie man selbst es meint, wenn man sich gestresst und frustriert fühlt, brennt man glücklicher Weise dann doch nicht aus. Verlängere den Job ruhig (allerdings natürlich nur, wenn im Vertrag eine Kündigungsfrist vorgesehen ist). Und dann halte nach Deinen aktuellen Chancen Ausschau. Könnte gut sein, dass da irgendwo was sehr Gutes auf Dich wartet. Solltest Du nach einigen Angeboten den Eindruck haben: "Das ist es alles nicht", dann melde Dich noch mal. Man hat meistens viele Möglichkeiten.
__________________ Liebe Grüße, Melete Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür. Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags. |
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#3
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| Hallo Racing, da bist du ja in einer wirklich sehr schwierigen Lage. Ich würde versuchen aus dieser Firma auszusteigen. Denn die Probleme scheinen immens zu sein. Auch wenn man so schnell nicht an seine Grenzen kommt, finde ich gerade in jungen Jahren hat man noch alle Chancen und sollte sich nicht aus Bequemlichkeit durch etwas durchquälen müssen. Zuerst wollte ich dir raten mit deinem Chef über die Probleme die du in der Effizienz dieser Firma siehst zu reden. Aber das könnte nur Ärger geben oder du könntest dadurch den Hut für die Verbesserung aufgesetzt bekommen. Was bei deinem jetzigen Arbeitspensum echt schlecht wär. Das mit dem Home-Office finde ich schwierig. Wir hatten auch mal ein Vertriebsmitarbeiter. Ein guter Vertriebler!!! Allerdings ist er durch das Home-Office tatsächlich negativ aufgefallen und anders in der Chefetage beurteilt wurden, obwohl seine Arbeit erstklassig war. Aber das hat so etwas von ausgrenzen. Ich will nichts mit der Truppe zu tun haben. Versthst du was ich meine? Es ist wie gesagt eine schwierige Sache. Ich hoffe ich konnte dir ein paar Denkanstöße geben. |
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#4
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| Hallo, grundsätzlich kann ich Deinen Unmut verstehen. Wobei es in dem Bereich, in dem Du tätig bist, meiner Meinung nach normal ist, dass man "kein ruhige Kugel" schieben kann, Vertrieb ist Action. Ich kann gut nachvollziehen, dass die Situation unbefriedigend ist, letztendlich gilt für Dich love it or leave it, denn einen Job, der soviel abverlangt kann man nicht mit Bauchschmerzen machen. Lass Die also eine wualifiziertes Zwischenzeugnis ausstellen, verlänger Deinen Vertrag und bewirb Dich anderweitig. |
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