Was würdet ihr jemandem raten, der 45 ist und bisher noch keinen richtigen Job hatte? - Seite 7
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Was würdet ihr jemandem raten, der 45 ist und bisher noch keinen richtigen Job hatte?

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  #61  
Alt 28.12.2009, 07:52
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"migk" und hilfesuchend ... hm. Wie können wir ihm hier raten, wenn er sich "nach einem Strick umsieht"?

Fakt ist doch einfach, dass er leider kein Einzelfall ist. "Ewiger Student"...
Das es mit richtiger Arbeit im Alter von 45 nicht so richtig vorwärts geht, ist doch vorprogrammiert. Eigentlich selbst gemachter Ärger.

Den Tipp an ihn, sich als Honorarkraft zu bewerben finde ich für ihn richtig passend. Zumindest unter den Umständen, welche er hier geschildert hat. Besser als Pizzafahren.

Mein Tipp an migk:

Schau dich bei dir in der Region bei Bildungsträgern um und mache dich dort nützlich indem du deine Leistungen die du anbieten kannst dort "verkaufst".
(So habe auch ich es vor 15 Jahren gemacht. Hat gut funktioniert)

Auf was mußt du achten:

Du begibst dich zur deiner IHK. Dort erfährst du, was du wie wann machen mußt. Zuerst brauchst du einen sog. "AdA- Schein" (Ausbildung der Ausbilder). Bekommst du in wenigen Wochen hin. Dann Gewerbeanmeldung als Freiberufler, Steuernummer. Hast du deinen ersten Auftrag zum Unterricht, mußt du darauf achten, was auf deinem Hnorarvertrag steht. Als Freiberufler an sog. "Ersatzschulen" bist du von der Umsatzsteuer befreit. Du erhälst dein Stundenhonorar also brutto gleich netto.
Versichern (KK z.B.) mußt du dich selbst. Empfehle dir für die Anfangszeit "freiwillg versichert". Ist nicht ganz so teuer.

Nun- und wie weiter?

Ganz simpel!- Anfangen!!!!

Dann bist du unter Leuten, kannst dein Wissen "ausspielen" und findest Befriedigung und ein wenig Ruhe wenn du an den Wochenenden deine Unterrichtsvorbereitung machen mußt.

Der schönste Lohn: Anderen etwas vermittelt zu haben, mit dem diese beruflich/ menschlich weiterkommen!

Insider 56
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  #62  
Alt 28.12.2009, 08:16
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Völlig korrekt, bis auf eins:
Zitat:
Zitat von Insider 56 Beitrag anzeigen
Dann Gewerbeanmeldung als Freiberufler, Steuernummer.
Gewerbeanmeldung (und damit verbunden Gewerbesteuer etc...) braucht er nicht, "Steuernummer" als Freiberufler reicht. Mit seinem Abschluss sollte er keine Probleme haben, seinen Freiberuflerstatus zu "verteidigen". Da ist ein guter Steuerberater auch sein Geld wert.

Geändert von wodim (28.12.2009 um 08:59 Uhr)
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Insider 56 (29.12.2009)

  #63  
Alt 29.12.2009, 00:47
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Standard Hallo liebe migk-Fangemeinde!

Erstmal vielen Dank für Euer Engagement! Ich weiss nocht nicht, inwieweit Eure Vorschläge sich in Realität umsetzen können, sie haben mich auf jeden Fall massiv zum Nachdenken inspiriert. Dass ich nach neuen Lösungen suchen muss, ist mir schon klar. Dass ich den ilusorischen Schein gezielten Strebens mit Hinblick auf dessen Erfüllung fallen lassen soll, ist mir auch klar.

Die Idee mit der Freiberuflichkeit finde ich interessant. Leider sehe ich da auch gewisse Inkonsequenzen, aber vielleicht irre ich mich. Und zwar so: Gesetzt den Fall, ich bewerbe mich als Freelancer um einen Auftrag, so möchte der Auftraggeber auch wissen, mit wem er zu tun haben wird und wem er sein Projekt in die Hände legen sollte. So wird er sich auf jeden Fall, bevor er seine Entscheidungen trifft, nach der Vorgeschichte des Kandidaten, möglichen Referenzen etc. erkündigen wollen. Hier werde ich wieder mal mit einem Riesennull dastehen. Und so gesehen, ist es eigentlich gleich, ob man für ein Projekt für ein halbes Jahr als Freiberufler engagiert wird, oder von der Firma für sechs Monate für die Probezeit eingestellt wird. Die Kosten für den Arbeitgeber sollten ungefähr gleich sein, das Risiko noch gleicher.

Außerdem, obwohl mir diese Idee als Idee recht gefällt, weiss ich überhaupt nicht, wie man generell an solche Angebote herankommt. Bei den Jobbörsen finde ich so etwas eher gar nicht, bei der Arbeitsagentur wird man auch lediglich mit einem multiplen Vakuumgrundzustand konfrontiert. Der nachfolgende Papierkram stellt für mich auch ein Buch mit sieben Siegeln dar, aber das kann man lernen, und soll nicht das eigentliche Problem sein.

Vor einiger Zeit hatte ich auch eine Idee zur Selbständigkeit. Ich habe sie aber zunächst auf Eis gelegt, weil ich kein Startkapital habe, und man wird mir leider keinen Kredit gewähren.

In diesem Sinne
Viele Grüße an alle; wellen zieh dich warm an, soll nie schaden!
Euer migk
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  #64  
Alt 29.12.2009, 06:08
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Standard Hallo migk!

Wie kommt man an solche Aufträge ran?:

Agentur kannste vergessen- wie du richtig schreibst. "Jobbörsen" ebenso.
Einfach so beginnen, wie ich es vorgeschlagen habe... z.B. im Internet dir einige Bildungsträger deiner Region heraussuchen.

Wie habe ich es gemacht?:

Muss zugeben, ich hatte eine gute Protektion über einen bekannten Professor aus Fulda. Aber das war erst der Anfang. Danach bin ich "tingeln" gegangen, also ins Auto gesetzt und mit meiner Mappe bei BT vorgesprochen. Meine Protektion hat mir viele Türen geöffnet.

Und: ... es waren KEINE "Projektzeiten", sondern Maßnahmen mit den dazu gehörigen Nummern der Genehmigungsbehörden. So konnte ich mir meine Jahresplanung in den unterschiedlichen Orten in D sorgfältig einplanen. Arbeitszeit war von Mo.- Fr. jede Woche. Urlaub? hm, sehr wenig.

Kleiner Tipp:

Auch in "Jobbörsen" und der lieben Arbeitsagentur stehen natürlich derartige "Angebote" für selbst. Honorardozenten. Doch davon sollte man die Finger lassen, weil diese oft in der "Scheinselbständigkeit" enden. Kenne solche Fälle, wo die Leute als "Coach 1" usw. betitelt werden. Auf der Basis von 800 EU- aber Abfahrt!
Und als "geringfügiges Gewerbe" ebenso die Finger davon lassen.

Na, allen einen Guten Rutsch!

Insider 56
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  #65  
Alt 29.12.2009, 10:09
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Zitat:
Zitat von migk
Hallo liebe migk-Fangemeinde!
Ähm - das kommt auch nicht so gut 'rüber, glaube ich.

Zitat:
Zitat von Insider 56 Beitrag anzeigen
Auch in "Jobbörsen" und der lieben Arbeitsagentur stehen natürlich derartige "Angebote" für selbst. Honorardozenten. Doch davon sollte man die Finger lassen, weil diese oft in der "Scheinselbständigkeit" enden.
Genau, das ist auch eine Falle, in die man nur allzu schnell 'reintappen kann. Es genügt, wenn du längere Zeit nur einen (oder überwiegend nur einen) Auftraggeber hast und in seinen "organisatorischen Ablauf eingebunden" bist - also mit festen "Arbeitszeiten", eben meinetwegen an einer wie auch immer gearteten Bildungseinrichtung mit Lehr - / Stundenplan etc. Dann ist das faktisch eine "abhängige Beschäftigung" wie jedes Angestelltenverhältnis, also "Scheinselbstständigkeit".

Ich habe z.B. mal einen Weiterbildungslehrgang mitgemacht, der ging 1 Jahr, und "full time". Die Dozenten waren an der Einrichtung "integriert", aber "freie Mitarbeiter" - frag mich mal, wie die sich gegen "Scheinselbstständigkeit" abgesichert haben.

Geändert von wodim (29.12.2009 um 10:13 Uhr)
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  #66  
Alt 29.12.2009, 10:33
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Zitat:
Zitat von migk Beitrag anzeigen
Die Idee mit der Freiberuflichkeit finde ich interessant. Leider sehe ich da auch gewisse Inkonsequenzen, aber vielleicht irre ich mich. Und zwar so: Gesetzt den Fall, ich bewerbe mich als Freelancer um einen Auftrag,
Nee, nee: Als Selbstständiger schreibt man keine "Bewerbungen" um Aufträge (wie um eine Festanstellung), sondern macht Angebote. Ein feiner Unterschied, aber auch nicht nur von der Form her.

Zitat:
Zitat von migk Beitrag anzeigen
so möchte der Auftraggeber auch wissen, mit wem er zu tun haben wird und wem er sein Projekt in die Hände legen sollte. So wird er sich auf jeden Fall, bevor er seine Entscheidungen trifft, nach der Vorgeschichte des Kandidaten, möglichen Referenzen etc. erkündigen wollen. Hier werde ich wieder mal mit einem Riesennull dastehen.
Du hast einen guten Abschluss - kannst du den noch mit entsprechenden guten Referenzen von deiner Uni "verzieren"? Det könnte es bringen.

Zitat:
Zitat von migk Beitrag anzeigen
Die Kosten für den Arbeitgeber sollten ungefähr gleich sein, das Risiko noch gleicher.
Falsch. Warum beschäftigen viele lieber freie Mitarbeiter als Angestellte?

Rein rechnerisch kostet ein Angestellter (je nach Firmengröße) über die Zeit gesehen so das 1,8 - 2,5 fache seines Bruttogehalts. Aber auf seinem Kontoauszug sieht er nicht 1/3 davon. Alles andere schlucken Fiskus und gesetzliche Versicherungen (Steuern, SV, je zur Hälfte für AG und AN). Und bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, der ganze Verwaltungsaufwand für einen zusätzlichen Angestellten,... Ein freier Mitarbeiter schreibt immer mal seine Rechnung, kriegt die bezahlt und fertig. Wenn er nicht da ist, gibt's kein Geld, und leistet er sich einmal ein "vertragswidriges Verhalten", braucht er am nächsten Tag nicht wiederzukommen.

Die Frage der Haftung: Wenn ein Angestellter mal Mist baut, so dass der Firma ein Schaden entsteht, kann man ihn bis zu einem Monatsgehalt haftbar machen. Einen freien Mitarbeiter voll.

Alles in allem: Das Risiko liegt bei einem Angestelltenverhältnis etwa zur Hälfte auf beiden Seiten (dafür gibt's die Probezeit). Ein Freiberufler arbeitet voll auf eigene Kosten, auf eigene Rechnung, auf eigenes Risiko.
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Insider 56 (30.12.2009)

  #67  
Alt 30.12.2009, 15:07
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mich wuerde aus reiner Neugierinteressieren, was Du an der Uni so gemacht hast (Job) und wie lange war es?
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  #68  
Alt 30.12.2009, 15:45
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Geht nix weiter ??

Gruss

wellen
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Beiträge stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar, ein Beratervertrag kommt nicht zustande.
- keine nichtssagenden Politikerworte - bitte !!
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  #69  
Alt 31.12.2009, 01:00
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Zitat:
Zitat von 219 Beitrag anzeigen
mich wuerde aus reiner Neugierinteressieren, was Du an der Uni so gemacht hast (Job) und wie lange war es?
Es waren knapp 7 Jahre. Während dieser Zeit meine Aufgaben und Beschäftigungen waren:
- Konzeptausarbeitung, Organisation und Durchführung eines Testverfahrens für ein Teilprojekt eines HEP-Experiments;
- Teamleitung (Techniker) für die Inbetriebnahme und Instandhaltung des Teststandes;
- Elektronik-, Hardwarebeschaffung;
- Programmieren, Signal- und Datenerfassung, Erstellen von Datenbanken;
- Konzept und Anwendung einer Methode für die Datenauswertung und Analyse und deren Validierung;
- Mehrere Forschungs- und Arbeitsaufenthalte im Ausland (Schweiz, Italien, Spanien);
- Veröffentlichungen, Publikationen, Präsentationen, Anleitungen, Führungen;
- Betreuung von Studierenden im Praktikum, während der Diplom-, Master- und Bachelorarbeiten, sowie im "undergraduate project".
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  #70  
Alt 31.12.2009, 11:02
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Zitat:
Zitat von migk Beitrag anzeigen
Es waren knapp 7 Jahre. Während dieser Zeit meine Aufgaben und Beschäftigungen waren:
- Konzeptausarbeitung, Organisation und Durchführung eines Testverfahrens für ein Teilprojekt eines HEP-Experiments;
- Teamleitung (Techniker) für die Inbetriebnahme und Instandhaltung des Teststandes;
- Elektronik-, Hardwarebeschaffung;
- Programmieren, Signal- und Datenerfassung, Erstellen von Datenbanken;
- Konzept und Anwendung einer Methode für die Datenauswertung und Analyse und deren Validierung;
- Mehrere Forschungs- und Arbeitsaufenthalte im Ausland (Schweiz, Italien, Spanien);
- Veröffentlichungen, Publikationen, Präsentationen, Anleitungen, Führungen;
- Betreuung von Studierenden im Praktikum, während der Diplom-, Master- und Bachelorarbeiten, sowie im "undergraduate project".
Sauber - lass dir das alles schriftlich geben, als gut formulierte Referenz zu deinem Abschluss, dann dürfte es eigentlich keine Probleme mehr bei der Auftragsaquise geben. Nur immer "trau - schau, wem".

Der E-Technik - Student, den ich da kenne, gibt seine Stunden übrigens nicht als Honorardozent, sondern ganz privat (Nachhilfe in Mathematik halt - für ihn fachlich ein Klacks, und recht einträglich, und mit "Scheinselbstständigkeit" kann ihm da keiner was).

Geändert von wodim (31.12.2009 um 11:05 Uhr)
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