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#11
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Es war vor Jahren so, wie Du es sagst. Andere Länder funktioniert das Prinzip der Zeitarbeit. Aber jetzt finden sich in Deutschland ZAF da, wo früher Firmen mit Festanstellung waren. Einige Firmen entlassen Mitarbeiter mit Festeinstellung. Die selben Mitarbeiter werden dann als Zeitarbeiter von dieser Firma angefordert. Manche Leute arbeiten jetzt jahrelang bei ein-und derselben Firma. Diesen Mitarbeitern bleibt nichts anderes übrig. Die wollen nicht so eine "Flexibilität". Für Niedrigqualifizierte (Fachkraft f. Lagerlogistik, o.ä.) sind überwiegend ZAFs. Bei Hochqualifizierte (Diplom...) sieht die Sache "noch" anders aus. Ich sehe ZAFs in der Pflicht. Denn wenn sie sich zwischen AG und AN reindringen... Ich verlange keineswegs, daß eine ZAF, einem einen Traumjob sucht. Aber ein wenig auf Qualifikationen etc. des Bewerbers sollte eine ZAF eingehen. Die Stellenausschreibung sollte auch real sein. Ist es aber nie.
__________________ ________________ Freundlichen Gruß Pumuckl |
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#12
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| Die ZAF ist doch auf deine Kompetenzen eingegangen. Dass du keine Lust hast in dem Bereich zu arbeiten steht auf einem ganz anderen Blatt. Und diese Darstellung der bösen ZAFs, die sich gegen den Willen der Unternehmen dazwischengedrängt haben um die armen Arbeitnehmer auszubeuten ist Quatsch. Fakt ist, die Nachfrage seiten der Unternehmen war da. Massiv. Die Entscheidung, Arbeitsplätze auf Leiharbeit auszulagern ist in den Unternehmen gefallen, nicht durch die ZAFs. Die bedienen nur die vorhandene Nachfrage. DIE bildet übrigens auch die Stundensätze, die ein Leiharbeiter nachher mit nach Hause nimmt. Der maßgebliche erste Orientierungspunkt dafür ist die Zahlungswilligkeit des Unternehmens. Und es sind auch nicht die ZAFs, die Unternehmen dazu bewegen, gewisse Bereiche fast ausschließlich via Zeitarbeit zu füllen. Auch das kommt von den Unternehmen selbst. Das sind einfach wirtschaftliche Überlegungen.
__________________ All mankind is divided into three classes. Those that are immovable, those that are movable, and those that move. |
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#13
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Ich spreche aber nicht nur die ZAFs für schuldig. es sind natürlich auch Unternehmen, Politiker mitschuldig.
__________________ ________________ Freundlichen Gruß Pumuckl |
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#14
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Allerdings: Gäbe es die Leiharbeitsfirmen nicht, und vor allem: wären die Gesetze besser und zu Gunsten der Arbeitnehmer, hätten die Firmen ja gar nicht die Möglichkeit, ihre Einstellungen über die Leiharbeitsfirmen zu machen und müssten/würden die Leute auch selber einstellen. Es kann ja nicht sein, dass der schwarze Peter jetzt zwangsläufig den Firmen zugeschoben wird. Natürlich nutzen die ZAF die Situation auch aus, und wenn es darum geht, einen AN los zu werden, weil gerade keine Einsatzmöglichkeit da ist, sind die ZAF auch ganz schnell mit der Kündigung. Meiner Meinung nach kann es nicht angehen, dass ein Arbeitsverhältnis, das über eine ZAF geschlossen wurde, x-mal verlängert werden kann, nur dafür, dass der AN dann nach zwei oder drei Jahren dann doch gekündigt wird, da kein Folgeauftrag vorliegt. Früher war es mal so, dass ein (befristeter) Arbeitsvertrag nur ein oder höchstens zwei mal verlängert werden darf, und dann eine Festeinstellung kommen MUSS. Heutzutage sieht es doch so aus, dass eine ZAF so oft wie sie will, einfach nur befristete Arbeitsverträge verlängern darf, und da fängt es mit der Ausbeutung doch schon an. Ich finde es im Prinzip gar nicht so schlecht, für eine ZAF zu arbeiten, es ist sicherlich besser, als gar nichts zu tun, und die Idee, Engpässe durch ZAF zu füllen, ist sicherlich auch nicht verkehrt, aber wenn es dazu kommt, dass die meisten Neueinstellungen nur noch über Befristung und Zeitarbeitsfirmen getätigt werden, dann läuft doch etwas gewaltig schief! Und dass nicht jede Zeitarbeitsfirma ehrlich und seriös ist, steht für mich auch fest. Sicher gibt es Ausnahmen, aber ich denke, Vorsicht ist auf jeden Fall angebracht bei ZAF, die den Einsatzort bzw. die Firma, bei denen es um den Job geht, bei der Vorstellung nicht nennen wollen. Meine Erfahrung ist, dass manche ZAF bereitwillig Auskunft geben, und da denke ich, dass es korrekt läuft, aber manche nennen es eben nicht, und das ist doch dann mit Vorsicht zu genießen. Ich hatte letztens auch so einen Fall, das kam mir auch etwas merkwürdig vor. Da bekam ich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch von einer ZAF, die haben es dann supereilig gemacht, am besten solle man doch schon einen Tag später bei der Firma anfangen... dann war das Vorstellungsgespräch direkt am nächsten Vormittag, alles lief gut, die ZAF war auch zufrieden mit dem Vorstellungsgespräch, der Sachbearbeiter sagte dann, er würde sich am selben Tag nach Rücksprache mit der Firma bei mir melden, und was kam? Nichts mehr. Ich bekam allerdings auch KEINE Absage. Eine telefonische Nachfrage meinerseits - weil die es ja so eilig gemacht hatten - ergab nur die Aussage, dass der Arbeitgeber sich angeblich noch nicht gemeldet hätte. Danach nur noch Funkstille, und die angeblich so eilige Stellenausschreibung stand noch wochenlang danach im Netz. Was für mich auch deutlich zeigt, dass es diese Stelle nicht gibt und auch nie gegeben hat. Denn wenn es so wäre, dass die Firma sich für eine andere Mitbewerberin entschieden hätte, hätte ich ja zumindest eine Absage bekommen. Und da die Stelle ja angeblich so akut war, ist es schon mehr als nur auffällig, wenn die Stelle dann wochenlang nicht besetzt wird. |
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#15
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Erstens: Wieso verdienen Leiharbeiter im niedrigqualifizierten Bereich weniger als Festangestellte Kräfte im selben Sektor? Antwort: Weil die Unternehmen nicht bereit sind, für die Flexibilität mehr zu zahlen als bei Festangestellten. Aber die ZAF muss auch Geld verdienen. Also verdient die ZAF am Ende praktisch die Differenz zwischen dem, was der Festangestellte bekommt und dem, was der Zeitarbeitnehmer bekommt. Jetzt ploppt gleich irgendein betriebswirtschaftlich dunkelinformierter auf und schreit: Ja aber die bekommen viel mehr Geld!! Ja - weil sie die Arbeitgeberkosten für die Leihkräfte tragen, die bei einem Festangestellten das Unternehmen trägt. Die tatsächlichen Gewinne sind erstaunlich klein beim einzelnen Arbeitnehmer. Vor allem im Verhältnis zu dem, was der Arbeitnehmer verdient. Zitat:
Es gibt schwarze Schafe in der Branche - wie in jeder Branche. Da allerdings schwarzschafige ZAFs tendenziell an arbeitslose Menschen geraten, die verhältnismäßig viel Zeit im Netz verbringen UND zudem sehr gerne Übeltäter benennen, ist es keine Kunst, dass am Schluss die Mär von der kategorisch bösen Zeitarbeit die Runde gemacht hat. Es gibt keinen schwarzen Peter. Zeitarbeit an sich ist weder schlecht noch böse. In der Zeitarbeit verdienen auch nicht kategorisch alle schlechter als in Festanstellung. Aber von den gut arbeitenden ZAFs hört man schlichtweg nix, weil sich keiner drüber beschwert. Zitat:
Dagegen müssten die ZAFs sich absichern, wenn sie nicht kündigen könnten. Sie müssten also mehr Geld verdienen, ein Polster anlegen. Da die Unternehmen aber nicht mehr zahlen als etwas mehr als für Festangestellte, bliebe nur ein Weg, das Geld einzubringen - den Lohn der Leiharbeitnehmer kürzen. Zitat:
Die Befristungen und Zeitarbeitsthemen sind ja auch deshalb so populär geworden, weil durch falsch verstandene political correctness Arbeitgebern immer engere Schlingen gedreht wurden. Wenn ich heute jemandem kündige, prüfe ich vorher fünfmal, ob ich auch alles bürokratisch richtig abgewickelt habe, oder der Mensch mir eine extrem teure Klage anhängen kann. Zitat:
Zitat:
Denn es geht nicht nur um diese Stelle, sondern um die Zusammenarbeit mit der ZAF generell... Klar, genau DAS sollte auch kommuniziert werden und wenn ein aktuelles Projekt ansteht, sollte man auch über dieses Projekt sprechen. Aber grundsätzlich geht es bei ZAFs nie um konkrete Stellen sondern immer erst mal um den Pool. Zitat:
Es könnte ganz simpel tatsächlich so gewesen sein, dass das Unternehmen angesagt hat, es müsse in zwei Tagen jemand auf der Matte stehn, dann aber nicht mehr dahinter war. Die vertragliche Zusammenarbeit zwischen einer ZAF und einem Unternehmen beginnt erst dann, wenn der Mitarbeiter dort einsteigt. Dann werden die entsprechenden Verträge geschlossen. Vorher gibt es da keinerlei Verbindlichkeit. Das Unternehmen kann abspringen, es kann sich für einen andren Dienstleister entscheiden.. alles möglich. Und dass Anzeigen sich auch gerne mal automatisch erneuern ist ja hinlänglich bekannt. Das hat nix zu bedeuten.
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#16
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Ich will jetzt auch nicht alle ZAF über einen Kamm scheren, mir ist es durch Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen auch bewusst, dass es durchaus seriöse Firmen gibt, die sogar ordentliche Löhne zahlen. Es ändert jetzt aber nichts daran, dass es ungerecht ist, wenn Leute für dieselbe Arbeit weniger Geld bekommen, nur weil sie über eine ZAF eingestellt wurden. Man darf vor allem nicht vergessen, dass es nicht nur dann das niedrigere Gehalt ist sondern auch viele Leistungen, die ein fest angestellter AN hat, nicht bezahlt werden, wie z.B. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und auch der Urlaubsanspruch ist (meistens) geringer. Rechne das einfach mal zusammen, und dann ist das schon ein gewaltiger Unterschied bei den Vergütungen der Festangellten zum Leiharbeiter!!! Da ist dann einfach die Regierung gefragt, Regelungen und Gesetze zu finden, die so eine Ungerechtigkeit verhindert. Hinzu kommt, dass es vlt. noch den Nebeneffekt hätte, angenommen, die Firmen wären gezwungen, für Leiharbeiter mehr auszugeben, dass sie sich dann vlt. doch überlegen würden, stattdessen jemanden fest anzustellen. Es müssen einfach auch Anreize für die Firmen geschaffen werden, Festeinstellungen vorzunehmen! Da schläft unsere Regierung und fördert stattdessen noch die Leiharbeit. Zitat:
Ist auch egal, aber auch wenn du ein noch so großer Befürworter der ZAF bist (vielleicht sollte man ab und an einfach mal seine rosarote Brille absetzen?), solltest du vielleicht trotzdem auch mal die Schattenseiten sehen und nicht alles schön reden wollen!! Ich vermute bald, dass du selber eine ZAF hast, anders kann ich mir so eine Werbung nicht erklären. Ich habe es schon geschrieben: Im Prinzip ist Zeitarbeit nicht das Schlechteste, man kann durchaus auch gute Erfahrungen damit machen. Dennoch läuft nicht alles so, wie es optimal wäre, und definitiv werden viele AN ausgenutzt. Zitat:
Ok, es hätte seine Vorteile, man lernt ab und an neue Firmen/Leute kennen, ist sicher nicht uninteressant, wenn es denn funktionieren würde.. Denn meistens haben die ZAF eben KEINE Folgeprojekte. Das wird vermutlich daran liegen, dass es einfach schon zu viele Zeitarbeitsfirmen gibt. Zeitarbeit wäre keine schlechte Sache, aber es funktioniert nun einmal nicht, da es an Folgeaufträgen fehlt. Und die angeblichen Übernahmen durch die Firmen - wird jedesmal bei der Vorstellung angepriesen, dass man gute Chancen für eine Übernahme hat - sind auch nur leere Versprechungen. Ich kenne jedenfalls niemanden, der durch eine ZAF einen festen Job bekommen hat. Wird aber natürlich bei der Vorstellung jedesmal behauptet, wahrscheinlich haben die Angst, dass sie sonst keine AN finden würden, die sich drauf einlassen! Finde ich unfair, denn wenn es schon um einen Job geht, der nur vorübergehend für ein paar Monate oder so ist, dann sollte das vorher doch auch klar deklariert werden, damit man sich keine falschen Hoffnungen macht und sofort weiß, woran man ist! Zitat:
Also ich bleibe bei meiner Meinung: Zeitarbeit ist nicht immer das Schlechteste, aber es ist mit Vorsicht zu genießen und erst recht, wenn die Firmen so tun, als ginge es um eine Stelle, aber den Firmennamen nicht nennen wollen. Zeitarbeit könnte funktionieren, wenn es nicht so explodiert wäre mit immer mehr Zeitarbeitsfirmen, die sich vermutlich gegenseitig die Aufträge/Jobs wegschnappen, so dass kaum Zeitarbeitsfirmen tatsächlich über Folgeaufträge verfügen, so dass die Realität nun einmal leider so aussieht, dass die irgendwann einen Job für ein paar Monate haben.. dann kommt kein Folgeauftrag, es wird gekündigt.. und nach zig Monaten oder wann auch immer meldet sich die Zeitarbeitsfirma, wenn man Glück hat, wieder. Das kann es aber nicht sein, da es sich kaum ein AN leisten kann, nur ein paar Monate zu arbeiten, um dann wieder monate- oder gar jahrelang, je nachdem, arbeitslos zu sein. Absoluter Missstand. |
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