arbeiten mit psychisch kranke Menschen
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  #1  
Alt 01.02.2012, 20:18
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Guten Abend!

Ich habe hier eine ernst zu nehmende Frage.

Ich habe jahrelang Probleme mit mir selber gehabt und wusste nicht, was mit mir los war. So habe ich vor Jahren erfahren, dass ich Borderliner (F60.30) bin mit mittelgradige Depressionen (F32.2).

Allgemein komme ich mit meine Gefühlen nicht klar - (wir haben keine Gefühle, sondern wir sind das Gefühl - das ist typisch Borderliners). Ich raste schnell aus (auf der Arbeit oder zu Hause). Kritik empfinde ich als schädlich. Ich habe immer das Gefühl, dass man schlecht über mich redet. Ich stehe immer unter hohe Anspannung, in der Regel immer zwischen 50 und 80. Über 70 ist die Anspannung zu hoch und muss mich runter skillen. Das dauert und dafür muss ich am besten allein sein.

Das ist ein Teil meiner Krankheit. Dann könnt Ihr Euch vorstellen (könnt Ihr nicht, weil Ihr echt keine Ahnung habt, was Borderline ist - Sorry, es ist keine Beleidigung aber selbst meine Freundin kann sich nicht in meiner Lage versetzen nach 10 Jahren), wie es abgeht. Immer leben mit der Angst auf einmal auszurasten.

Und so verliere ich oft die Arbeitsstelle. Ich habe gerade 3 Monaten Klinikaufenthalt hinter mir, wo ich das DBt gemacht habe und bin am 31.1. entlassen worden. Ich habe viel gelernt, komme aber weiterhin nicht richtig klar mit mir selber.

Die Depressionen kommen noch dazu. Ich stehe ständig unter Druck mich nicht zu ritzen und Selbstmordgedanken quälen mich, weil ich nicht weiter kommen.
Ich denke oft an dem Torwart von Hannover, von dem keiner etwas wusste. Ich will nicht so enden.

Aus diesem Grund möchte ich von Euch wissen: Wärt Ihr bereit einen Menschen mit 50% Schwerbehinderung einzustellen als Baumpfleger (FAW) oder Gärtner mit ETW?
Und welche Aufgaben würdet Ihr ihm zutrauen oder anvertrauen?

Würdet Ihr überhaupt solch einen Menschen einstellen?

Man braucht ja nicht dem Arbeitgeber die Krankheit zu erwähnen aber einerseits, klingt es doof am Vorstellungstag zu sagen "Hey, ich bin ein Bordi, habe DBT hinter mir und bin oft depri und habe 50% GdB".

Und wenn ich die Probezeit nicht bestehe: "Hey, ätschiBätschi. Ich habe einen Schwerbehindertenausweis mit 50& GdB. Sie können mich nicht rausschmeissen!"

Einerseits (typisch und positiv für Bordi), wir sind sehr zuverlässig, sind überpünktlich (wir hassen Unpünktlichkeit - da steigt die Anspannung), wir sind sehr zuverlässig, sind sauber, ordentlich (was sich auf die Geschwindigkeit der Arbeit auswirkt - somit sind wir ein wenig langsamer. Bordis machen sich zu viele Gedanken. Das ist der Grund!

Das klingt auch doof!


Ich würde mich über eine Resonanz freuen. Dann könnte ich mich ein wenig orientieren. Ob es sich lohnt weiter im Gartenbau zu arbeiten oder einfach studieren!

Danke
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  #2  
Alt 02.02.2012, 10:38
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Standard AW: arbeiten mit psychisch kranke Menschen

... dir hier einen Rat zu geben ist sehr schwer Chocolat Chaud, was würdest du selbst denn in Zukunft gerne tun?
Kannst und möchtest du denn wieder als Landschaftsgärtner arbeiten und ist es denn tatsächlich eine Option für dich zu studieren?
__________________
... schöne Grüße

Wolf





Die in meinen Beiträgen enthaltenen Aussagen stehen nur und ausschließlich für meine persönliche Meinung.
Sie stellen keine, wie auch immer geartete, Rechtsberatung dar.
Ich bin kein Jurist.
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  #3  
Alt 02.02.2012, 17:22
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Standard AW: arbeiten mit psychisch kranke Menschen

mir würde es interessieren, wie die Arbeitgeber das sehen! Welche Chancen solche Menschen haben!

Diese Sorge begleiten viele Patienten in der Klinik! Das habe ich selber erlebt!

Wollen AG wissen, dass man 50% GdB oder dass man eine psychische Erkrankung hat?
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  #4  
Alt 03.02.2012, 06:12
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Standard AW: arbeiten mit psychisch kranke Menschen

Ich schlage vor, dass du einer Gewerkschaft beitrittst und dass du dich fort beraten lässt.

Wenn du arbeitslos bist, zahlst du auch nur einen symbolischen Beitrag.

In der Realität ist es natürlich so, dass die Arbeitgeber junge, dynamische, kräftige, fröhlche, kommunikationsstarke, nicht älter als 25, dafür aber mindestens 35 Jahre Berufserfahrung, mobil mit Auto, Tag und Nacht arbeitende Mirabeiter wollen, die weder Samstag noch Sonntag kennen, die beim Wort Urlaub und Lohn irritiert gucken und Fragen, was das ist.

Mit anderen Worten: die Bosse wollen eigntlich Klone von sich selber

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Wenn du dich bewirbst und du kommst mit einem Grad der Behinderung, bedeutet das zunächst für den Arbeitgeber das Problem Kündigungsschutz, verminderte Produktivität und mehr zu gewährender Urlaub, und denkbarerweise mehr Ausfalltage durch Krankheit.

Die Frage wäre daher, ob du deine Handicaps angeben musst, weil du z.B. mit gefährlichen Maschinen arbeitest oder weil du Medikamente einnehmen musst, die sich nachteilig auf deine Arbeit oder auf die Arbeitssicherheit auswirken, hier kommt dann die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers in's Spiel.

Nun lässt sich das Problem nicht so einfach und verkürzt darstellen, denn wir leben in einer globalisierten Welt, wenn in China Toaster für 9,99€ hergestellt werden, und die armen Arbeiter dort schon jetzt um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, weil sie inzwischen schon wieder zu teuer geworden sind und andere noch billiger arbeiten, stellt sich in Europa die Frage, wieviel ein völlig fitter Arbeiter ohne Einschränkungen erwirtschaften kann,wenn er einer solchen Wettbewerbsverzerrung ausgesetzt ist.

So wie ich das sehe, wirst du dir, solange du körperlich dazu in der Lage bist, dein Brot auch im Rahmen einer Selbständigkeit erwirtschaften können, solange diese nicht ruinös ausgelegt ist, sondern in einem bescheidenen Rahmen örtlich begrenzt ist, und die Selbstständigkeit für dich auch überschaubar bleibt, also keine Schulden für Maschinen etc.
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