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#1
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| Guten Morgen ihr Lieben, ich habe mich hier angemeldet, um Hilfe gegen meine entwickelte Arbeitsangst zu finden. Ich bin jetzt 23 Jahre alt und arbeite seit 1 1/2 Jahren in meinem Betrieb. Anfangs habe ich mich mit allen super verstanden, mit den Chefs, den Kunden und den Kollegen. Letztes Jahr hat allerdings unser alter Betreiber pleite gemacht und ein Neuer den Laden übernommen. Wir haben also auch neue Chefs bekommen. Einige wenige "alte" Mitarbeiter (einschließlich mir) sind noch geblieben. Allerdings komme ich mit den neuen Chefs garnicht klar. Ich habe in dem dreiviertel Jahr, indem ich dort nun für den neuen Betreiber arbeite zwei Abmahnungen bekommen. Mir kommt es vor, als wird garnicht mehr mit einem gesprochen, es wird sofort abgemahnt. Seither habe ich jeden Morgen panische Angst, zur Arbeit zu gehen. Ich bin nervlich am Ende. Schon den Abend davor bekomme ich Bauchschmerzen, möchte garnicht mehr ins Bett gehen. Am morgen (wie heute) sind die Schmerzen noch schlimmer, ich zittere und bekomme Herzrasen. Möchte am liebsten garnicht hingehen. Ich habe jeden Tag Angst, wieder ne Abmahnung zu bekommen, oder zu den Chefs zu müssen. Ich habe durch diese Angst wirklich jegliche Freude am Leben verloren. Auch mein Privatleben leidet darunter weil ich einfach nicht mehr unbeschwert sein kann, nur noch an die Arbeit denke. Auch meine Arbeit selbst leidet natürlich, da ich Angst habe Fehler zu machen und dadurch unkonzentriert bin. Bei meinem alten Chef war das garnicht der Fall und ich habe meine Arbeit super gemacht. Aber die neue Situation macht mich einfach total fertig und ich weiss nicht, wie ich damit umgehen soll.. Ich Sag mir immer: "Mehr als kündigen können Sie dir nicht und das überlebst du dann auch!" Aber irgendwie funktioniert das nicht.... Hoffe, ihr könnt mir hier eventuell helfen.... |
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#2
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| so ein ähnliches problem hatte ich auch nur mit dem unterschied keine angst, sondern überarbeitet. habe 3 jahre lang geschuftet, auch am wochenende. ich habe dann ganz einfach gar nichts mehr gemacht. bin nicht wieder arbeiten gegangen, habe nicht angerufen. du bist so jung, du hast es nicht nötig dich fertig machen zu lassen. geh nicht mehr hin. gruß Bitte den Arbeitsvertrag beachten ! =========================== Geändert von nontestatum (12.04.2010 um 12:01 Uhr) |
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#3
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| Wenn man beabsichtigt zu kündigen, muss man sich an den Arbeitsvertrag halten und die Kündigungsfristen beachten. Eine Eigenkündigung oder eine Mitwirkung an einem Aufhebungsvertrag führt zu Leistungssperren bei der Agentur für Arbeit bzw. Arge/Jobcenter. Bei der Arge bedeutet eine Sanktion eine Regelsatzkürzung von 100%, das bedeutet, Personen unter 25 können kaum auf ALG II ausweichen, wenn eine ALG I - Leistungssperre ausgesprochen wurde. In diesem Fall würde ich mich sofort bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden und mich um eine neue Stelle bewerben, denn es liegen bereits zwei Abmahnungen vor, dabei ist es eigentlich egal, ob diese berechtigt sind oder nicht, der Arbeitgeber hat hier klar kundgetan, dass er an diesem Mitarbeiter nicht interessiert ist. Jeder Tag, der auf der alten Arbeitsstelle verbracht wird, ist verlorene Zeit, denn Ruhm und Ehre, Anerkennung und Wertschätzung wirst du dir dort niemals erwerben können, selbst dann nicht, wenn du deine Arbeitsleistung um 500% steigerst, es wird niemals genug sein, da kannst du deine Arbeitskraft lieber bei einem anderen Arbeitgeber einbringen. Wen die Arbeit psychisch belastet, dann gehören dazu zwei Parteien: Der Boss, der Druck ausübt, und der Arbeitnehmer, der den Druck annimmt und sich tyrannisieren lässt. Du wirst aber nicht dafür bezahlt, dass du dich psychisch alle machen lässt, ist auch so im Arbeitsvertrag nicht vereinbart, sondern lt. Arbeitsvertrag hast du eine Arbeitsleistung zu erbringen und der Arbeitgeber den Lohn. Mehr ist das nicht. Lasse den psyischen Quatsch an dir abperlen, wenn dein Boss dich zittern sehen will, soll er dich dafür extra bezahlen. Selbst wenn du arbeitslos wirst, ist das kein Unglück. In der Zeit versuchst du dann etwas zu lernen, z.B. durch Praktika. Diese sind auch während des Bezuges von ALG I möglich, wenn sie nicht länger als 4 Wochen dauern, muss man mit der Agentur vorher absprechen.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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#4
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| Hallo, ich hab ja schon Gespräche mit meinem Chef geführt und da hatte ich eher das Gefühl, das man mich nicht los werden will, sondern mir schon noch eine Chance geben möchte. Das merke ich schon auch im Betrieb, das ich dafür Annerkennung bekomme, wenn ich etwas gut mache und mir von Zeit zu Zeit auch wieder mehr vertraut und zugemutet wird. Auf der anderen Seite habe ich schon auch den Gedanken gehabt, man will sich nur den "Weg frei Schaufeln" für eine Kündigung, denn ich bin schwerbehindert und habe einen besonderen Kündigungsschutz. Mein Vertrag läuft bald aus, ich gehe sowieso nicht mehr davon aus, noch übernommen zu werden. Ich denke, sie behalten mich noch die Zeit und lassen den Vertrag dann auslaufen. Kann denn eine Firma so heuchlerisch sein, dass sie dem Mitarbeiter noch Hoffnung macht und in Wirklichkeit schon alles geplant hat, ihn los zu werden?! Ich hätte im Grunde echt Lust, zu meinem Chef zu gehen und zu sagen: "Wieso sagen sie nicht einfach, dass sie mich los haben wollen, die zwei Abmahnungen sagen doch schon alles...." Ich meine, mir war klar das Abmahnungen nie was tolles sind... Aber ich hätte jetzt nicht gedacht, dass man als Mitarbeiter wirklich garkeine Chance mehr in nem Betrieb hat, wenn man schon zwei davon kassiert hat... Das macht die Sache bei mir ehrlich gesagt grad nicht besser... |
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#5
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| Wofür bist du abgemahnt worden? Und wie lange läuft dein Vertrag noch?
__________________ Viele Grüße, FreiBir Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein um sicher Unrecht zu tun, muß man die Rechte studiert haben. Georg Christoph Lichtenberg |
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#6
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| Hallo, mein Vertrag läuft noch bis ende des Jahres. Die erste Abmahnung war wirklich fahrlässig und ich habe sie auch angenommen und den Fehler eingesehen, möchte da auch nichts beschönigen. Bei der zweiten Abmahnung ging es um Namensschilder. Ich habe Namensschilder nicht abgehängt, bzw andere darum gebeten obwohl es meine Aufgabe gewesen wäre. Allerdings hängen die Schilder so hoch, das ich als Rollstuhlfahrer schlecht dran komme. Mir wurde vorgeworfen die "Verantwortung an andere Leute weiterzugeben" usw... Ich war damals auch ehrlich gesagt zu perplex und zu fertig um dazu noch irgendwas zu sagen obwohl ich wohl schriftlich dazu Stellungnahme hätte tragen sollen. Und naja, dann war da noch eine Sache, bei der habe ich einen ordentlichen Rüffel bekommen, weil ich angeblich patzig gewesen bin zu einem Vorgesetzten, dabei ist diese Person laut Firmendiagram nicht mein Vorgesetzter und was mir in den Mund gelegt wurde habe ich so auch nicht gesagt aber mir wurde nicht geglaubt... Auf der anderen Seite muntert man mich aber auch auf, macht mir Hoffnungen, sagt mir, wenn ich etwas gut gemacht habe usw... Nur wenn irgendwas ist, habe ich das Gefühl direkt fertig gemacht zu werden ohne Chance auf Rechtfertigung. Ich bin eigentlich ein sehr redegewandter und offener Mensch, aber da fehlt mir dann einfach die Sprache irgendwas zu sagen und auch der Mut, wenn ich ehrlich bin. Und naja, es läuft an der Arbeit so eigentlich... der Tag heute war auch okay. Wenn ich einfach meine Arbeit machen kann und vom Chef in Ruhe gelassen werde. Ich hab schlichtweg Angst vor meinem Chef, seit diese Sachen gewesen sind. Wenn ich schon die Schuhe auf dem Boden höre stellen sich mir jedes Mal die Nackenhaare auf... Ist kein schönes Gefühl. Generell mag ich aber meine Arbeitskollegen und meine Arbeit. Ich kann sie und ich komme mit ihr klar. Ich mag die Atmosphäre und mit Kollegen hab ich auch keine Probleme. Es würde mir denke ich deswegen auch so schwer fallen, den Job zu verlieren. |
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#7
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| Solltest du weiterhin wegen Lappalien abgemahnt werden, schreibe am Besten direkt einen Widerspruch. Noch besser ist es natürlich direkt etwas zu sagen, wenn einem etwas aufgetragen wird, was man so nicht bewältigen kann. Wenn also Jemand dich beauftragt Schilder abzudecken, die du aus deiner Position nicht erreichen kannst, sage dass du dort nicht ankommst, dass du aber gerne Jemanden mit der Aufgabe betrauen kannst. Da du ja das Gefühl hast, dass deine Arbeit jetzt mehr anerkannt wird und du deine Arbeit gerne magst, gib einfach weiterhin dein Bestes. Es wird ja gewürdigt, und vielleicht hast du deinen Chef gerade im falschen Moment erwischt (was sein Verhalten nicht entschuldigen soll), und nimm dir seine Reaktionen nicht so sehr zu Herzen. Wenn er bemerkt, dass dich das nicht so sehr berührt, wird er sicherlich auch nicht mehr seine Launen an dir auslassen.
__________________ Viele Grüße, FreiBir Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein um sicher Unrecht zu tun, muß man die Rechte studiert haben. Georg Christoph Lichtenberg |
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#8
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| Hallo, irgendwie ist mein Optimismus wieder weg. Ich merke, das ich täglich immer noch innerlich wie ein HB-Männchen rumspringe. Ich habe halt irgendwo das Gefühl, ich werde absichtlich ausgegrenzt. Das ist dieses "mal ist es besser, mal ist es schlechter", was mir so zu schaffen macht. Nur manche Situationen zeigen mir halt wirklich, das mich zumindest meine Vorgesetzte nicht leiden kann. Und ich denke, solange das so ist werde ich dort auch (in deren Augen) keine gescheite Arbeit mehr verrichten können. Ich habe heute wieder einen sehr großen Fehler gemacht aus Nervosität und bin jetzt an dem Punkt angelangt, mir aus dem Kopf zu schlagen das ich dort noch eine langfristige Chance habe. Ich rechne sogar morgen oder in den nächsten Tagen mit einer weiteren Abmahnung bzw Kündigung. Ich merke, das meine Arbeit selbst auch nicht mehr gut ist, so wie sie einmal war, weil ich einfach immer traurig bin, voller Angst und unkonzentriert. Und in der Firma wird das einfach auch nichts mehr, das habe ich jetzt verstanden. Ich werde demnächst auch einen Psychologen dazu nehmen, weil ich aus dieser Angst einfach auch in meinem Privatleben nicht mehr raus komme. Ich kann mich nicht mehr entspannden, denke nur immer nervös an die Arbeit. Auch mein Selbstbewusstsein hat sehr gelitten. Diese Arbeit beherrscht momentan mein ganzes Leben. Manchmal wünschte ich mir, es würde einfach "vorbei" sein, was natürlich witzig ist weil das im Grunde gerade DAS ist, vor dem ich Angst habe... Wie gehe ich weiter vor? Muss ich meiner Arbeitsagentur bescheid geben wenn ich nebenher schon wieder neue Bewerbungen schreibe? |
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#9
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| Wenn du einen befristeten Vertrag hast, bist du sowieso verpflichtet, dich rechtzeitig arbeitsuchend zu melden. Bitte melde dich sofort bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend ohne Leistungsbezug. Du kannst dann auch Bewerbungskostenübernahme beantragen. Arbeitslosigkeit droht - www.arbeitsagentur.de Bitte beachte den § 38 SGB III, die Arbeitsuchendmeldung ersetzt NICHT die Meldung nach § 38 SGB III !
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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#10
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| Das hört sich schon ganz nach Mobbing an.. ohje! Ist schwer da was zu raten, aber wenn gar nicht anders geht, würde ich mich Krank schreiben lassen.. und in der Zeit versuchen mit der Arbeitsagentur evtl eine Lösung zu finden. Sage denen, das es Psychisch gar nicht mehr geht und du es lange genug versucht hast.. evtl auch einen Termin bei einem Psychiater machen und mit dem das Thema mal durch gehen, damit du was in der Hand hast! Vielleicht eine Bescheinigung über Psychischer Belastung durch Mobbing oder Burn Out Syndrom. Damit kannst du nachweisen, das du dem nicht mehr gewachsen bist und somit auch kein Zustand ist den man noch länger stand hält.
__________________ Liebe Grüße SiSa Auch wenn ein Leben beschädigt ist, wirft man es nicht weg! |
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