Kündigung steht ins Haus - wie verhalten?!
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Kündigung steht ins Haus - wie verhalten?!

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  #1  
Alt 19.11.2011, 20:25
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Liebes Forum!

Ich würde gerne unabhängige Meinungen zu meiner Situation einholen.

Folgendes: Ich arbeite seit knapp 7 Monaten als Sekretärin bei einer Firma. Es gab seitdem einiges was in meinen Augen entschieden falsch lief. Ich habe fast jeden Monat das Gehalt verspätet erst nach mehrmaligem Nachfragen erhalten was zu Ärger mit meinem Vermieter und jeder Menge Rückbuchungsgebühren führte, ein Kollege belästigte mich desöfteren während der Arbeitszeit mit schlüpfrigen Andeutungen per Skype und der Geschäftsführer verlangte das ich ihm Geld für ein Flugticket vorstrecke. Das alles habe ich sozusagen um des Jobs Willen geschluckt auch deswegen weil der GF hauptsächtlich im Ausland war und ich nicht wirklich eine Ansprechperson hatte (Kleinstbetrieb). Ich war allerdings auch in Kontakt mit der Arbeitsagentur die wollte das mein Chef mit die Verspätungen des Gehalts schriftlich bestätigt was er natürlich nicht tat.

Nun wurde vor ca. 3 Wochen ein neuer GF eingestellt. Dieser verlangte von mir eine Grundreinigung des kompletten Büros inklusive Toiletten und das ich ihm beim Möbelschleppen und aufbauen half. Da habe ich mich geweigert da ich dies nicht als Sekretärinnentätigkeit ansehe vor allem bei allem was schon vorgefallen war inklusive des (sehr niedrigen) Gehalts. Da ist er total ausgerastet und hat mich angerschrien ich würde die Arbeit verweigern und mich persönlich beleidgt etc. Danach hatte ich einen Zusammenbruch. Er beruhigte sich und meinte das würden wir irgendwie regeln etc. Ende vom Lied war das ich die Toiletten geputzt habe gegen ein Extra Geld. Das war Anfang des Monats. Letzte Woche bin ich erkrankt und habe mich korrekt krank gemeldet. Er rief in den 7 Tagen Krankmeldung fast täglich mehrmals genauso wie eine Kollegin und hatte ständig irgendwelche Anliegen an mich. Als ich ihm sagte das ich noch nicht weiss wann ich wieder gesund bin rastete er wieder aus schrie mich an ich würde ja gar nicht krank sein und er würde mich kündigen und bei der Arbeitsagentur sagen ich hätte die Arbeit verweigert

Jetzt weiss ich überhaupt nicht wie ich weiter verfahren soll?! Hat jemand vielleicht einen Rat für mich
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  #2  
Alt 21.11.2011, 11:24
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Nicht aufregen. Lohnt sich nicht.

Das hört sich nach einem von diesen kleinen Betrieben an, in denen der Boss die Lohnzahlungen mit Ratenzahlungen verwechselt: Noch 50 x Lohn zahlen, und der Mitarbeiter gehört mir

Das in solchen Betrieben keine exakte Abgrenzung des Tätigkeitsbereiches möglich ist, muss eigentlich auch klar sein, da fällt dann eben auch mal Möbelschleppen an, Staubsaugen und Putzen. Wem das nicht passt, muss bei Betrieben unter 10 Mitarbeitern eben damit rechnen, dass er die Kündung bekommt, die ist dann ja ohne Begründung jederzeit fristgerecht möglich.

Grundsätzlich steht aber im Arbeitsvertrag, was ein Mitarbeter zu tun und zu lassen hat. Deshalb sollte man stets darauf achten, dass im Arbeitsvertag genau geregelt ist, als was man eingestellt ist.

Deine Vorgesetzten haben sich auch nicht im Ton zu vergreifen, anschreien lassen muss sich niemand.

Dein Arbeitgeber kann die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung anzweifeln und eine Amtsärztliche Untersuchung veranlassen, aber solange die AU fachlich korrekt ist und du deine Pflichten hinsichtlich Krankmeldung und Abgabe der AU erfüllst, ist der Vorwurf einer Arbeitsverweigerung einfach nur albern.

Beachte bitte den § 312 SGB III. Dort steht, dass der Arbeitgeber Tatsachen zu bescheinigen hat, nicht Hirngespinste.


Der Arbeigeber kann anscheinend noch den Lohn zahlen, wenn auch zeitverzögert. Ob man da aber auf Dauer glücklich wird, wage ich zu bezweifeln.

Ich würde mich um eine andere Stelle bemühen, der Umgangston zeigt auch, dass man dich nur deshalb nicht kündigt, weil man keinen anderen hat, den man angiften kann.

Ich rate dazu, dass du dich darum kümmerst, dass du einen Text für dein Arbeitszeugnis erstellst (Ghostwriter, Rechtsanwalt), sonst läufst du noch ewig deinem Arbeitszeugnis hinterher und must auch noch hinterhältige Formulierungen anfechten.
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malvina (24.11.2011)

  #3  
Alt 21.11.2011, 11:26
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Zitat:
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Folgendes: Ich arbeite seit knapp 7 Monaten als Sekretärin bei einer Firma.
Achte auf die Anwartschaft von ALG I = mindestens 12 Monate

Siehe § 127 SGB III
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  #4  
Alt 24.11.2011, 11:14
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Vielen Dank schon mal für diese Einschätzung.

Mittlerweile ist die Situation noch verzwickter Er schickt mir nun partout die angedrohte Kündigung nicht Ich denke er will mich damit klein kriegen und chantagieren damit ich selber kündige und dadurch Nachteile kriege. Ich habe regelrecht Angst auf Arbeit zu gehen weil er ein Choleriker ist und ich nicht weiss was als Nächstes kommen kann...hab ich eine Möglichkeit das beim Arbeitsamt irgendwie nachzuweisen?! Gibts es gute Gründe das man selbst kündigen kann ohne eine Sperre zu kriegen?
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  #5  
Alt 24.11.2011, 13:39
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Er schickt dir die Kündigung offensichtlich deshalb nicht, weil damit sein Personalproblem auch nicht gelöst werden würde.

Du hast selber festgestellt, dass dein Boss ein Choleriker ist, heisst, er produzirt jede Menge heisser Luft und Sonnenband für andere, aber effiktiv macht sich das nicht in schwarzen Zahlen bemerkbar.

Solche Leute muss man nehmen wie sie sind, die haben halt einen gewissen Unterhaltungswert.

Jeder lernt solche Typen in seinem Berufsleben kennen, ich selber habe mir dann mal gesagt, ich sitze hier auf meinem Stühlchen und muss für diesen Zirkus noch nichtmal eine Eintrittskarte kaufen .

Und mit Angst zur Arbeit zu gehen, ist eine Extraleistung, die der Boss nicht extra bestellt hat und die er auch nicht extra bezahlen will. Also warum bringst du die mit an deinen Arbeitsplatz?
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  #6  
Alt 04.12.2011, 14:56
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Hallo,

generell gibt es in dieser Situation nur eines - Du musst Dir einen neuen Job suchen!
Gehe dabei nicht übers Arbeitsamt! Setze Dir das Ziel, an jedem Wochenende 20 Bewerbungen zu schreiben, dann sollte es auch nicht ohne Chance sein.

- Wenn Du über Skype komprimittierende Posts bekommst, solltest Du die speicher, ausdrucken o.ä. und gut aufheben!

- Die verspätete Gehaltszahlung sieht man am Kontoauszug

- Fang keinen Streit an - der uralte Trick, sich den gegenüber in Unterhosen vor zu stellen (kennst Du die langen Unterhosen, die es früher bei der Bundeswehr gab?) hilft da oft

Sobald Du einen neuen Job hast, kannst Du ja kündigen, oder Dich kündigen lassen. Wenn Du Skype Ausdrucke hast, die eindeutig auf eine "sexuelle Belästigung" hinweisen, dann kannst Du das eventuell irgendwann nutzen. Allerdings braucht man für solche Dinge extreme Nerven!


Du solltest momentan eh in erster Linie an Deinen Nerven arbeiten.

Wenn Du eine neue Stelle suchst, gib als Wechselgrund weder Belästigung, Mobbing oder das Benehmen des Chefs an, auch die verspätete Gehaltszahlung würde ich nicht sofort ins Rennen werfen. Manche Personalleute drehen die Argumente um und stellen Dich als nicht belastbar, streitbar und uneinsichtig oder penibel dar.

Eigentlich ist es gemein. Aber wenn Du einem Personalleiter einer Firma sagst, Du möchtest die Stelle wechseln, weil Du die Toiletten putzen solltest, dann wird er intern sagen, "die hält sich für etwas Besseres" ... Auch, wenn Dein Chef ein Idiot ist, akzeptieren das nicht viele Leute als Wechselgrund. Interessant ist es, dass niemand 8 Stunden mit einem Idioten das Büro teilen möchte, wenn man es als Wechselgrund angibt, bedeutet das, dass man nicht anpasungsfähig ist.

Als Beispiel möchte ich nennen, als mich mal ein Pesonalberater gefragt hat, warum ich den gleich wechseln möchte. "Warum versuchen Sie nicht, die Zustände in Ihrer Firma zu ändern?". Als ich dann gesagt habe, ich mache es, wie in der Kneipe. Wenn Sie mir nicht gefällt, könnte ich ja auch mit dem Wirt diskutieren, was er daran verbessern könnte. Es ist besser, eine andere Kneipe zu suchen, die mir gleich gefällt. Natürlich kam ich nicht in die engere Wahl.

Viel besser ist es, absolut unterfordert zu sein. Nur Schreibkram und Langeweile, das fordert nicht genug. Du kannst wesentlich mehr und suchst eine Firma in der Du Deine Fähigkeiten voll entfalten kannst ....
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Counselor (05.12.2011)

  #7  
Alt 02.01.2012, 10:31
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Böse AW: Kündigung steht ins Haus - wie verhalten?!

So wollte mal ein Update geben. Die Situation ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten.

Habe letztendlich Ende November die Kündigung erhalten zum 31.12. Ich bin dann sofort zum Anwalt und habe die Sache geschildert, denn ich hatte sozusagen eine Vorahnung das dieser ekelhafte Mensch mir auch noch das "üppige" Gehalt von 1000 netto und die "sehr ausgedehnten" Urlaubsanspruch von 20 Tagen streitig machen will. Der Anwalt riet mir zur Krankschreibung und das ich mir den Urlaub ausbezahlen lassen soll. Ich hatte danach wieder einen Zusammenbruch und habe dem Ex Chef das Angebot gemacht mir den Urlaub bis Ende Dez zu genehmigen und somit abzugelten. Gleichzeitig wollte ich die Bescheinigung fürs Arbeitsamt von ihm.

Er schrie mich wieder an, er würde mir gar nichts genehmigen und die Bescheinigung nicht geben. So nun bin ich ja heute aus dem Arbeitsvertrag raus. Weder mein Gehalt noch meinen Urlaubsanspruch habe ich erhalten. Mehr noch er hierlt mir einen hinterhältig formulierten Vertrag unter die Nase den ich unterschreiben sollte, wo er auch noch behauptete ich hätte meinen Urlaub bereits genommen (!!) obwohl er zu dem Zeitpunkt gar nicht in der Firma war. Also am Mittwoch gehts für mioch wieder zum Anwalt. Wie ich meine Miete heute bezahlen soll ist mit schleierhaft...und meinem Ex Chef ist es ******* egal ob ich obdachlos werde oder nicht Traurig und ungerecht sowas!!!
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  #8  
Alt 02.01.2012, 10:44
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Hallo,

prinzipiell solltest Du nicht mehr selbst mit dem alten Chef kommunizieren. Dies sollte alles über den Anwalt laufen. Nur so kannst Du den "Stress" in Grenzen halten. Ausserdem kann jede Kommunikation mit dem alten Arbeitgeber eine Unbedachtsamkeit oder so etwas verursachen.

Das Thema Miete solltest Du mit dem Arbeitsamt und gegebenenfalls mit der Bank regeln. Wenn Du ausstehende Gehaltsansprüche hast, sollte der Überziehung des Gehaltskontos eigentlich nichts im Wege stehen (vielleicht bin ich da etwas zu naiv, aber so sollte es sein). Wenn die Firma Dein Gehalt nachzahlt, werden auch die entstandenen Zinsen erstattet.

Idealerweise kannst Du die finanzielle Situation mit Arbeitsamt und Überziehungskredit überbrücken. Von Deinem Anwalt hörst Du in drei Monaten, dass alles in Ordnung ist und dann wird auch der fehlende Betrag überwiesen.

Inzwischen solltest Du Dich absolut losgelöst von dem Rechtsstreit um einen neuen Job kümmern.

Bei dem Rest sollte eigentlich auch das Arbeitsamt eine Hilfe sein (sollte es zumindest). Auch das Anmahnen der Papier solltest Du dem Arbeitsamt bzw. dem Anwalt überlassen.

Nochmal:

Jeder direkte kontakt mit dem ehemaligen Arbeitgeber bedeutet Stress, den Du bei der Suche nach einer neuen Stelle nicht brauchen kannst!


Tower
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malvina (02.01.2012)

  #9  
Alt 02.01.2012, 17:08
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Hallo Tower,

danke für Deine Einschätzung.

Naja um neue Arbeit kümmere ich mich laufend. Im Moment bin ich da aber psychisch auch nicht auf dem Damm, hab die Befürchtung wieder an so einen Abzocker zu gelangen. Stehe unter straken Medikamenten da ich seit der ganzen Geschichte mein Leben nicht mehr wirklich auf die Reihe kriege.

Habe seit der Bitte mit der urlaubsabgeltung auch keinen Kontakt gehabt, eben nur schriftlich (Vertrag bekommen). Der Anwalt meint zu mir er kann erst was machen wenn Fristen ablaufen etcpp....werde ihn ja am Mittwoch aufsuchen da bin ich schlauer. Naja das Arbeitsamt ist leider gar keine Hilfe in der Hinsicht...ich hab da weinend angerufen und die meinte er hätte Zeit von bis zu 10 tagen und dann erst soll ich(!) den erstmal schriftlich anmahnen und wenn er dann nicht reagiert kann das Amt das was machen. Was für mich heisst die ganzen Tage Existenzangst da ich ja ohne diesen Wisch nix beantragen kann. Deswegen kann ich mir auch nicht vorstellen das die einem da mit der Miete etc aushelfen...ich weiss nicht von was ich dann die Mahnungen bezahlen soll verdiene ja nur 1000 euro. Und die Bank naja, fragen könnte ich da hast Du Recht aber ich bezweifel es stark und vor allem warum bleibe ich dann auf den Zinsen sitzen ist ja nicht meine Schuld ?!

Ich versuche ja soweit wie möglich alles auf die Reihe zu kriegen aber ich kann mir diesen Monat ja nix holen, noch nicht mal eine Fahrkarte zu einem Vorstellungsgespräch oder Amt.
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  #10  
Alt 02.01.2012, 17:34
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Hallo,

das Thema (Bank)Zinsen sehe ich da wirklich nicht als das große Problem an. Zu dem Thema Erstattung kannst Du den Anwalt befragen.

Dein großsses Thema ist, dass Du keinen Monat ohne Gehalt überbrücken kannst und daran musst Du arbeiten!

Meiner Meinung brauchst Du zur Überbrückung etwas Geld und dazu fallen mir einige Möglichkeiten ein. Überziehung des Gehaltskontos (hohe Zinsen aber nur kurzfristig), Eltern, Freunde

Ein Job muss her und da musst mit Hochdruck daran arbeiten, dann kommt auch Deine Psyche wieder in Ordnung. Dabei kann Dir auch das Arbeitsamt nur sehr bedingt helfen.

Wenn die Eltern als "Backup" ausfallen, kannst Du nach Beratungsstellen in deiner Kommune suchen (wie man kurzfristig Überbrückung bekommt)

Tower
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