Kündigung und Mobbing
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Kündigung und Mobbing

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  #1  
Alt 28.01.2009, 13:57
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Mein Verlobter und ich haben zurzeit ein großes Problem, das uns beide sehr belastet.
Da ich mittlerweile mit den Nerven am Ende bin, wende ich mich nun an euch.

Mein Freund ist seit dem 1. August 2008 in einer Firma beschäftigt, seit Ende letztem Jahres gibt es dort einen neuen Schichtführer, der ihn mobbt und beleidigt.
Er zwang ihn z.B., ohne Schutzmasken mit gefährlichen Stoffen zu arbeiten, drohte ihm, falls er dies nicht mache, mit der Kündigung.
In den letzten Wochen wurde es immer schlimmer, er beschimpfte ihn als "asoziales A...", "dummen Penner" u.Ä.
Letzte Woche erhielt mein Mann zum 28. Februar AUFTRAGSBEDINGT die Kündigung.
Wir wollten am 10. März heiraten und mussten deshalb die Hochzeit absagen, als mein Freund das dem Senior-Chef (der verständnisvoller ist) erzählte, stellte dieser ihm eine neue Kündigung aus, zum 31. März 2009.
Mein Freund wollte oft auch schon in eine andere Schicht versetzt werden, was ihm der Junior-Chef verweigerte.
Diese Woche kamen dann auch rassistische Beleidigungen seitens des Schichtführers.
Mein Freund ist seit längerem schon psychisch am Ende, quält sich aber dennoch zur Arbeit. Er hat Albträume, keinen Appetit mehr.

Am Freitag musste mein Freund zum Arbeitsamt, um sich arbeitssuchend zu melden.
Mit seinem Schichtführer machte er aus, dass er zwei Stunden früher in der anderen Schicht arbeitet, dafür aber früher gehen darf wegen dem Termin.
Nun hat der Schichtführer wohl zum Chef gesagt, dass dies nicht so ausgemacht wurde und mein Freund bekam heute aufgrunddessen ohne Abmahnung o.Ä. vom Junior-Chef die Kündigung zum 28. Februar, da der Schichtführer wohl auch behauptet hatte, mein Freund sei mehrmals zu spät gekommen (dies war nicht der Fall, aber es gibt keine Stechuhren).
Der Senior-Chef, der meinen Freund sehr schätzt, hat zu ihm gesagt, wenn er sich gut machen würde bis zum 28. Februar, dann würde er ihm den Vertrag allgemein verlängern, bis zum Sommer oder länger.
Dabei wurde ihm doch AUFTRAGSBEDINGT gekündigt - aber plötzlich geht eine Verlängerung, und mein Freund hat noch mehr psychischen Druck in den nächsten 4 Wochen, damit er ja nicht bis Ende Februar gekündigt wird?

Bitte helft mir, ich kann nicht mehr zusehen, wie mein Freund in dieser Firma "gehalten" wird, denn "gehalten" ist wohl hier das einzig verwendbare Wort.
Was können wir tun?
Leider haben wir keine Rechtsschutzversicherung, wir wollten demnächst eine abschließen, aber bis dahin ist es ja zu spät.
Ich fühle mich, als ob uns die Hände gebunden sind.
Ich bin total am Ende, bitte gebt mir einen Rat!
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  #2  
Alt 28.01.2009, 14:18
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Anbetracht dessen was du da schilderst sehe ich kaum einen Weg am Anwalt vorbei.

Beleidigungen, rassistische Äußerungen und die Aufforderung zur nicht dem Arbeitsschutz gemäßen Durchführung von Arbeiten müssen angezeigt werden. Sowas geht nicht.

Erkundigt euch bei Gericht, ob ihr u.U. Prozesskostenhilfe erhalten könnt.

Gibt es Zeugen für die Vorfälle, die bereit wären, auszusagen?

Was genau soll eine "auftragsbedingte" Kündigung sein? Eine betriebliche Kündigung funktioniert nach gewissen Regeln - ist diese hier offenbar nicht.
Was steht im Arbeitsvertrag zum Thema Kündigung?


Ganz ehrlich.. ich weiß nicht, ob ich das hier darf oder ob ich gleich auf den Rüssel kriege, aber - ihr braucht dringend rechtlichen Beistand.

Hier findet ihr in jedem Fall schon einmal vorab versierte Gesprächspartner zu fiktiven Fällen... eine unerlaubte Rechtsberatung gibt es dort natürlich nicht.

Wünsche euch alles Gute.
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  #3  
Alt 28.01.2009, 15:02
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Danke für deine Antwort.
Ich sehe es wie du, was da abgezogen wird, kann nicht rechtens sein und wir wollen unbedingt dagegen angehen.

Nur wird das Geld erstmal knapp, falls er nicht zum 1. März was neues hat, da meinem Freund 1 Monat Beschäftigung fehlt, um ALG I zu kriegen (er war vorher selbstständig).
Ich weiß nicht, ob wir uns, trotz Gerichtskostenhilfe, einen Anwalt leisten können, ich bin auch nicht der Topverdiener...

Zeugen... Das ist so eine Sache, die haben selbst Angst um ihren Arbeitsplatz.

Wie genau funktioniert denn die betriebliche Kündigung? Ich schaue mir heute Abend mal den Vertrag an und gebe dir Bescheid, wenn du magst.

Vielen Dank für die Internetseite, ich schau gleich mal rein!
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  #4  
Alt 28.01.2009, 15:08
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Das was da läuft ist nicht nur nicht rechtens, wenn das so stimmt wie geschildert, ist das strafrechtlich relevant, sprich, theoretisch könnte dein Freund bei der Polizei Anzeige erstatten


Und noch was:

Dein Freund(!!) kann gerichtlich dagegen vorgehen. Nicht "ihr". Nicht "du". Was du verdienst spielt dann also keine Rolle.

Im Härtefall kann man auch das Geld für eine Erstberatung beim Anwalt mal kalkulieren. Der kann u.a. ja auch den Fall einschätzen.

Die Zeugen wären halt schon wichtig.

Wie gesagt - schau mal ob du drüben schon konkretere Gedankengänge verfolgen kannst.
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  #5  
Alt 28.01.2009, 15:21
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Wegen meinem Geld - wir wohnen ja zusammen, von da an ist es schon relevant, weil er kriegt ja Hartz, falls er nichts findet, und Hartz + ein Gehalt ist nicht gerade viel, um eine mittelteure Wohnung und das Leben zweier Menschen zu bestreiten, verstehst du, was ich meine?
Da wäre so ein Termin beim Anwalt, der ja oft um die 100 € o.Ä. kostet, nicht allzu gut...

Den Kerl bei der Polizei anzuzeigen, da hat er auch schon dran gedacht.
Er hat aber im Internet gelesen, dass das Ganze wohl nicht zu viel Erfolg führt...
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  #6  
Alt 28.01.2009, 15:50
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Nochmal..

Wenn ER kann anzeigen bzw. in dieser Sache einen Anwalt konsultieren. ER. Nicht du und nicht ihr...

Entsprechend ist es, wenn es um Prozesskostenhilfe geht, irrelevant, ob du als seine Freundin (!) Krösus bist oder nicht weil ER das Recht auf entsprechenden Beistand hat.
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  #7  
Alt 28.01.2009, 15:55
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Hmm, willst du evtl. andeuten, dass er die Prozesskosten übernommen bekommt?
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  #8  
Alt 28.01.2009, 16:01
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Das is was, was ich weder entscheiden, noch von hier aus beurteilen kann, aber Prozesskostenhilfe bezieht sich i.d.R. auf eine Person...



Einfach beim Gericht nachfragen.
Aber am besten schnellstens, weil ggf. Fristen zu beachten sind.

Stell deinen Beitrag drüben im andren Forum mal ein, damit du da zügig ein paar Ideen zu bekommst... (achte auf die Formulierung!)

Gucksu mal hier! - da is auch schön erklärt..

Geändert von Eauvive (28.01.2009 um 16:04 Uhr)
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  #9  
Alt 28.01.2009, 16:04
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Ach so okay, habe schon verstanden.
Noch eine Frage: wo soll er den Antrag auf die Hilfe denn einreichen, bei dem Amt, das das Hartz ausbezahlt oder beim Gericht, wenn ja, bei welchem?
Mache ich, vielen Dank erstmal!
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  #10  
Alt 28.01.2009, 16:07
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An jedem Amtsgericht gibt es eine kostenlose Beratungsstelle.

Da erklären sie euch alles und helfen auch beim Ausfüllen des Antrages, wenn ihr das denn machen wollt.
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