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| • Gewusst wie! – Kritik gegenüber dem Chef erfolgreich äußern |
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#1
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| Hallo, ich habe heute die Kündigung von meinem Arbeitgeber erhalten. Da der Betrieb weniger als 10 Mitarbeiter hat, braucht er es nicht zu begründen. Auf meine Frage, ob es konkrete Gründe gäbe, hat er wörtlich geantwortet: "Eigentlich nicht!". Allerdings gibt es doch einen Grund und diese dämliche Antwort hat er mir nur aus rechtliche Gründen gegeben, da er genau weiß, dass wir uns vor dem Arbeitsgericht wiedersehen werden, auch wenn mir klar ist, dass das Thema "arbeiten in dieser Firma" vorbei ist. Ich habe vor anderthalb Monaten eine Abmahnung wegen "absichtlicher Falschaussage" erhalten. Ich habe bei der wöchentlichen Lagerzählung dem Chef gesagt, dass alles in Ordnung wäre, obwohl ein kleiner Fehler vorlag. Diesen Fehler habe ich so korrigiert, wie ich ihn sowieso hätte korrigieren müssen, ich habe es allerdings nicht dem Boss gesagt, sondern stattdessen erzählt, es wäre alles in Ordnung. Das war ein Fehler. Es ist kein wirtschaftlicher Schaden entstanden und die Lagerabweichung war nicht mein Fehler. Zusätzlich war der Fehler noch vom Chef gelegt! Er hat einen Karton absichtlich aus dem Lager genommen, damit endlich mal wieder ein Fehler auftaucht, keine Ahnung, warum. Da mein Chef dennoch sehr, sehr anstrengend mit teilweise wochelangen Konsequenzen auf solche normalen Fehler reagiert und der Kollege aus dem Lager, der den Fehler verursacht hat, mehrere kleine andere Fehler in der letzten Zeit gemacht hat, habe ich die Korrektur vorgenommen, ohne den Chef zu informieren. Mein Chef hat dann in die Abmahnung reingeschrieben, dass ich ihn vorsätzlich getäuscht hätte und meinen Kollegen genötigt hätte, die Lagerliste zu fälschen. Drunter stand dann, dass ich mit allem Geschriebenen einverstanden wäre und mir bewußt wäre, dass ein solches Verhalten zur Kündigung führe. Das habe ich natürlich nicht unterschrieben. Bei der Übergabe der Abmahnung, hat mein Chef mir übrigens noch gesagt, dass ich hervorragende Arbeit abliefern würde, aber nur die falsche Einstellung hätte. Das mit der hervorragenden Arbeit hat mir ziemlich oft gesagt. Nach seiner Aussage hat keiner den Job so gemacht wie ich in den 20 Jahren seit er den Laden von seinem Vater übernommen hatte. Ich war knapp 2 Jahre da. Dann ging es richtig los. Zunächst hat er mich massiv unter Druck gesetzt, dieses Ding zu unterschreiben, dann habe ich erklärt, dass ich erst mal zum Anwalt gehen möchte. In der Zwischenzeit hatte ich mich insofern schlau gemacht, als dass ich bei einer Abmahnung noch nicht mal den Erhalt bestätigen muss und wusste mich demzufolge auf dem Boden des deutschen Rechts. An dem Tag, an dem ich meinen Anwalttermin hatte, erteilte mein Chef (er wußte vom Termin) mir die Arbeitsanweisung (!) eine Stellungnahme zur Abmahnung zu schreiben. Auf meinen Hinweis, dass ich erst mal zum Anwalt gehen werden und dass ich eine Abmahnung noch nicht mal unterschreiben müsste (stets sachlich und korrekt wohlgemerkt), bekam er einen cholerischen Anfall und warf mir Arbeitsverweigerung vor. Ich habe den Tag dann irgendwie überstanden und bin später zum Anwalt gegangen. Urlaub habe ich nicht bekommen, obwohl er mir zustand und ich noch nie kurzfristig um Urlaub gebeten hatte. Die Begründung war, dass ich keine Stellungnahme zur Abmahnung schreiben würde. Die Anwältin hat dann die Arbeitsanweisung in ihr Kuriositätenkabinett aufgenommen (stimmt wirklich) und mir geraten, die Finger still zu halten und einfach mal weiter zu arbeiten und dem Chef das auch so zu sagen. Die Abmahnung wäre zwar ein schlechter Witz, aber im Moment wäre es taktisch klüger, nicht dagegen vor zu gehen. Das ist jetzt etwas über einen Monat her. Mein Chef hat mich tatsächlich halbwegs in Ruhe arbeiten lassen in der letzten Zeit. Heute weiß ich warum. Er wusste, dass er mich heute rauswirft.Nachdem ich alle Arbeiten heute abgeschlossen hatte, kam er zu mir und sagte: "Ich überreiche Ihnen jetzt die Kündigung". Rest des Gesprächs, s.o.. Die Kollegen waren geschockt und verstehen es nicht. Na ja. Ich gehe jetzt wieder zum Anwalt, klage gegen die Kündigung (bei der Übergabe hat er gesagt, unterschreiben Sie wenigstens den Erhalt oder muss ich einen Zeugen holen, Ich habe dann unterschrieben, hatte keinen Bock auf seine alte Mutter, die über dem Betrieb wohnt), klage auf Urlaubs- und (falls möglich) auf Weihnachtsgeld. Da hatte ich laut Anwalt Anspruch drauf, weil es alle im Betrieb bekamen, außer mir. Ich habe aus nachvollziehbaren Gründen, im letzten Monat darauf verzichtet, meinen Chef über mein neues Wissen über die Rechtslage zu informieren. Ich bin jetzt bis Ende August freigestellt. Ich hoffe durch die Klage, noch einen Monat länger bezahlt zu werden. Aber mehr werde ich da nicht rausholen könne. Gegen das vermutliche Zeugnis werde ich wohl auch klagen. Mein Chef nimmt alles persönlich. Er hat mir im Rahmen des Rechtsanwalts hinzuziehen vorgeworfen, ich wollte ihn damit nur provozieren. Ach so, weshalb er mich heute gekündigt hat, habe ich noch gar nicht geschrieben. Mein Kollege, der den Bürojob (Vertriebsinnendienst) mit mir zusammen gemacht hat, hatte bis Heute Urlaub. Wenn mich mein Chef also schon vor einem Monat geschmissen hätte, hätte er ja selber was tun müssen. Das geht natürlich nicht. Auch Heute hat er gewartet bis ich mit allen Arbeiten fertig war, um mir dann die Kündigung zu übergeben. Das heißt, meine Arbeit fand der bis ganz zum allerletzten Schluß gut. Ich hatte keine Ahnung, dass das heute kommt. Ich hatte die Abmahnung schon ein wenig verdrängt, ehrlich gesagt und gedacht, es würde tatsächlich einfach weiter gehen. Aber so ist das halt mit Chefs in der dritten Generation bei 90 Jahre alten Firmen. Wer zur Führungsnatur erzogen wurde (Ich kenne die Mutter und den mittlerweile verstorbenen Vater), der eliminiert jeden Ansatz von abweichenden Meinungen im Keim. Die Firma ist 90 Jahre alte und keiner der immerhin 8 Mitarbeiter ist länger als 5 Jahre da. Alle (!) würden lieber heute als morgen den Arbeitgeber wechseln. Alle mögen eigentlich ihre Tätigkeit, halten den durchgeknallten Chef aber nicht mehr aus. Ich glaube, dass meine Kündigung heute auch für den einen oder anderen das Signal war, die Suche nach einem anderen Arbeitsplatz zu forcieren. Da meine Leistung nicht gut, sondern top war, und ich zum Anwalt gegangen bin, obwohl ich nicht durfte, bin ich schließlich gekündigt worden . Das war schön. Mal einen bischen Frust ablassen. Natürlich ist das viel zu viel, um gelesen werden, aber ich hatte halt ein starkes Mitteilungsbedürfnis. Sollte trotzdem jemand bis Hier gelangen, dann bedanke ich mich ausdrücklich für die Aufmerksamkeit und würde mich ehrlich über eine Antwort freuen. Als nächstes nehme ich mir vor, dieses Vertrieblerdeutsch wieder los zu werden. Danke fürs lesen! Sollte es tatsächlich Reaktionen geben, sage ich jetzt schon danke und verspreche, auf jeden Fall zu antworten. |
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#2
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| Du hast in verantwortlicher Position in einem Lager gearbeitet. Offensichtlich besteht das Problem darin, dass dein Verantwortungsbereich nicht ordentlich und unmissverständlich definiert war und daher von deinem Boss nach Belieben mit Inhalt gefüllt werden konnte. In einem Lager sollte es so sein, dass der Verantwortliche in diesem Lager Fehlbestände in einem definierten Rahmen und Zuständigkeitsbereich korrigieren kann und darf. Wenn ihm kein Spielraum gewährt wird, sollte es so sein, dass Fehlbestände erfasst und dem Boss zwecks Zuordnung/Abbuchung zur richtigen Kostenstelle vorgelegt werden. Natürlich darf ein Unternehmer zwecks Vertrauenskontrolle Lagerbestand wegnehmen und hinzufügen, um zu prüfen, ob die Beschäftigten korrekt reagieren. Das setzt aber voraus, dass vorher die Arbeitsbedingungen unmissverständlich festgelegt wurden und dass eine entsprechende Lagerbuchhaltung existiert, wo man jede Buchung nachvollziehen kann. Ein Lagerverwalter ist auch so etwas wie ein Vermögensverwalter und Treuhänder seinem Boss gegenüber. Deshalb wiegen Vorwürfe der Untreue und des unkorrekten Arbeitens besonders schwer, und man sollte, wenn man zum Lagerpersonal gehört, darauf achten, dass man über einen in juristischer Hinsicht klinisch reinen und antibakteriellen Arbeitsvertrag verfügt. Wenn das Arbeitsverhältnis nun endet, weil die Zuständigkeiten unsauber abgesteckt waren und weil der Unternehmer sich in seiner Rolle als Gutsherr gefällt, so schadet sich vor allem der Unternehmer. Denn er muss erst mal wieder einen ehrlichen, zuverlässigen und treuen Mitarbeiter finden. Wobei ich das Wort "Qualifikation" bewusst nicht erwähne. Das Arbeitszeugnis, was du jetzt erhälst, musst du natürlich genau unter die Lupe nehmen.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. Geändert von nontestatum (02.08.2008 um 07:36 Uhr) |
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mastispix (03.08.2008) | ||
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#3
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| Zitat:
Arbeitslosigkeit droht - www.arbeitsagentur.de http://www.arbeitsagentur.de/zentral...rbeitsuche.pdf Wenn du dich arbeitslos meldest und du Leistungen (ALG I) beantragst, muss dir der Arbeitgeber eine Arbeitsbescheinigung ausstellen. Achte bitte darauf, was der Arbeitgeber bzgl. schuldhaften Verhaltens dort hineinschreibt: http://www.arbeitsagentur.de/zentral...cheinigung.pdf Wird dir schuldhaftes Verhalten vorgeworfen, wird die Agentur für Arbeit dich mit einer dreimonatigen Leistungssperre beglücken, das bedeutet, dein Leistungsanspruch sinkt von 12 auf 9 Monate. Dem solltest du also entsprechend entgegenwirken.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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mastispix (03.08.2008) | ||
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#4
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| Zunächst Danke für die Antwort! Am Montag gehe ich als erstes zum Arbeitsamt, danach zum Anwalt und zum Schluß zur Zeitarbeitsfirma, um notfalls dort am 01.09. anfangen zu können, falls ich nix anderes bis dahin finde. Ich möchte nämlich nicht arbeitslos sein. Zur Info: Ich war nicht im Lager beschäftigt, sondern im Büro. Dort hatte ich die Möglichkeit, die Lagerbewegungen nachzuvollziehen. Dies hatte ich ja auch gemacht, den Buchungsfehler meines Kollegen aus dem Lager aufgedeckt und dann die Korrektur vorgenommen. Das entsprach auch alles den Arbeitsanweisungen. Danach habe ich allerdings zum Chef gesagt, dass alles in Ordnung wäre. Ich habe den Fehler nicht verursacht und es ist kein wirtschaftlicher Schaden entstanden. Ich habe wesentlich zum Versuch beigetragen, dass der Chef nichts vom Fehler erfährt. Aber mit über 24h Abstand, beginnt die Erkenntnis zu wachsen, dass es auch Vorteile birgt, sich nicht mehr regelmäßig demütigen lassen zu müssen. Dies war nicht mein erster Arbeitgeber, deswegen weiss ich, dass totale Überwachung (Beispiel: 2 wöchentliche Durchsuchungen des Schreibtischs durch den Chef, auch nach 2 Jahren noch, ohne jemals irgend etwas zu finden) nicht normal ist und dass mein Chef vermutlich krank ist und auf Dauer den Laden mit seinen Macken gegen die Wand fahren wird. |
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#5
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| Typisch Kleinfirma. Bei mir auch. Man ist praktisch rechtlos, und den Launen des Chefs ausgesetzt. Ich habe auch immer gut gearbeitet, aber auf einmal hieß es, du machst alles falsch. Nicht mal mir Erklärung, was eigentlich. Mir wurde die Buchhaltung Stück für Stück genommen, mit der Begründung, du machst was Falsch. Als ich meinen Vorgänger (in Rente) der mich eingearbeitet hatte, im Juni fragte, ob etwas falsch ist, sagte der, es ist alles in Ordnung, so weiter und nicht anders. Als ich das dem Chef sagte, erwiedert er, was geht mich der Typ an, der ist nicht mehr hier. Aber er selbst konnte mir nicht sagen, was falsch ist. Allerdings bin ich jetzt schlauer, er hat einen Bekannten, der macht ihm die Buchhaltung schwarz nebenbei. Währen ich im Urlaub war, hat er die bereits seit 2 Monaten von ihm stillgelegte Buchhaltung, von seinem Bekannten nachbuchen lassen. Ich erledigte in der Zeit ohne arbeit nur Nebentätigkeiten, oder wie er sagte, ich könne ja in der Zeit, die jetzt frei ist, putzen. Eine Putzfrau könne er nicht bezahlen, die würde ja nicht umsonst kommen. Und ich hätte ja jetzt Zeit. Ich bin alleinerziehen mit 2 Kindern, und kann nicht von mir aus kündigen. Aber mein Chef ist auch so ein Patriach. Keine Meinung zählt, nur seine. Wenn es Fehler gibt, meistens durch ihn, Haben immer die anderen Schuld. Ich habe dienen Bericht ganz gelesen, weil ich es interessant finde, das es anderen genauso mistig geht. Und das Chefs von Kleinbetrieben, machen können was sie wollen. In der Rechtsberatung, wurde mir erklärt, das in einer Kleinfirma ohne Angabe von Gründen, auch ein vielleicht 60zig jähriger gekündigt werden kann, um einen jüngeren einzustellen. Und man hat keine Handhabe dagegen. Man kann nicht mal klagen, weil ein Kleinbetrieb machen kann was er will. Es gibt sicher auch gute Chefs, aber alle anderen, die nur Leute suchen, die vielleicht sogar abhängig sind, weil sie vielleicht Kinder haben oder Schulden oder so, ist ein Kleinbetrieb die beste Möglichkeit, diese Menschen auszupressen. Weil man sich nicht wehren kann. Das ist meiner Meinung nach bei dir üble Nachrede von Seiten deines Chefs. Weil er meiner Meinung nach, den Fehler den du gemacht hast mitherbeigeführt hast. Aber das kenne ich, Fehler machen nur die anderen. Der Chef nie. Bei mir ist es Mobbing, da durch den Boss, Bossing. Aber in einem Kleinbetrieb egal, es kümmert keinen. VG Katja |
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#6
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| auch wenn es 2 Jahre alt ist: Zitat:
Dann kam die Kündigung. So schlecht geredet wie in dieser Firma habe ich in 15 Jahren nie erlebt (ausser die Bundeswehr). Geändert von zeitverlust (14.01.2010 um 10:22 Uhr) |
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