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#1
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| An alle Spezialisten, ich arbeite als Abteilungsleiter in einem Unternehmen, welches in den letzten zwei Jahren zweimal umfirmiert wurde und kurz vor einem Verkauf steht. Nachdem in den letzten Jahren das Geschehen teilweise nicht mehr nachvollziehbar war, bin ich schon geraume Zeit auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Dass es nicht leicht ist einen neuen Job zu finden, in dem man sich verwirklichen kann, brauch ich niemandem zu erzählen. Entweder stimmt der Job aber nicht das Geld oder aber der Lohn war angemessen, aber ich hätte innerhalb weniger Tage anfangen müssen und ich habe ja ein halbes Jahr !!! Kündigungsfrist. So lange wartet heutzutage jedoch keine Firma auf einen neuen Mitarbeiter, leider! Da im Jahr 2006 2 Kollegen und ein Vorgesetzter von heute auf morgen ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist freigesetzt wurden habe ich bei meinem letzten überaus positiven Angebot, welches absolut zu mir passt, bei dem ich noch etwas bewirken und bewegen kann und bei dem das Gehalt stimmt, nach langer Überlegung, die mir nach 11 Jahren wirklich nicht leicht gefallen ist, am 13.06.2007 einen neuen Arbeitsvertrag zum 01.08.2007 unterzeichnet. Ich wäre ein Narr gewesen wäre, mir diesen Job nicht zu sichern. Überglücklich darüber fangen nun aber die Probleme an. Am 01.06.2007 teilte mir mein Vorgesetzter in einem Einzelgespräch mit, dass er mit mir zufrieden sei und ich eine gute Entwicklung zeige, jedoch die Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen eher mager seien. Auch er wisse nicht, was die Zukunft bringt und ob ein evtl. Käufer der Firma überhaupt weiterhin mit ihm zusammen arbeiten möchte. Nachdem ich nun am 13.06.2007 meinen neuen Arbeitsvertrag unterzeichnet habe, informierte ich meinen Vorgesetzten am 14.06.2007, also einen Tag später in einem Gespräch, dass ich mich entschlossen habe einen Aufhebungsvertrag abzuschließen, dass mir die Entscheidung nach 11 Jahren im Unternehmen nicht leicht gefallen ist, aber ich mit 37 Jahren noch eine gute Möglichkeit habe etwas Neues zu beginnen. Er bedauerte dies, zeigte jedoch Verständnis für meine Entscheidung und erkundigte sich über die neue Position. Dann fragte er nach meiner Kündigungszeit (die müsste er jedoch gekannt haben!) Diese ist laut Vertrag ein halbes Jahr, jedoch genau aus diesem Grund bat ich darum, einen Aufhebungsvertrag ab zu schließen, um die Zeit ab zu kürzen. Dass ich bereits einen neuen Vertrag unterschrieben habe, sagte ich ihm in dieser ersten Information nicht, da ich ihn damit unter Druck gesetzt hätte und er sich dadurch evtl. stur gestellt hätte. Mein Chef plant im zweiten Halbjahr in Summe 40 Führungskräfte ab zu bauen. Als ich ihn vor etwa einen Monat fragte, was wir tun, wen eine Führungskraft selbst aufhören möchte, war seine Antwort, dass wir demjenigen keine Steine in den Weg legen werden. Mit dieser Aussage konfrontiert ich ihn. Er antwortete, dass damit nicht meine Ebene gemeint gewesen wäre. Da er noch keine Lösung habe, müsse ich aus heutiger Sicht mit dem halben Jahr Kündigungszeit rechnen und zum Monatsende kündigen. Ich habe ihm darauf hin zwei Lösungsvorschläge unterbreitet: Ein Kollege, der ab 01.07.2007 nur noch für übergeordnete Tätigkeiten zuständig sein soll, bevor er in zwei Jahren in Altersteilzeit geht, könnte weiterhin seinen Job machen und sein geplanter Nachfolger könnte meinen Bereich übernehmen. Dies mag er nicht, da er den Kollegen bereits schon einmal anderweitig eingeplant hatte und nun wieder umdisponiert habe. Dies wolle er nicht ein weiteres Mal tun. Mein zweiter Vorschlag war ein Kollege einer kleinen Abteilung mit „nur“ 20 Mitarbeitern, worauf er sagte, dass er auch kurz daran gedacht habe. Er selbst äußerte die Idee, vielleicht den Kollegen, der in zwei Jahren in Altersteilzeit geht die nächsten zwei Jahre für meinen Bereich ein zu setzen – so lange dies jedoch nicht geklärt sei, müsse ich mit dem halben Jahr rechnen. Ich sagte ihm, dass ich mich in dieser Situation nicht wohl fühle und bat ihn noch einmal darum, mich mit meiner Entscheidung nicht die komplette Kündigungszeit zu binden. Dies nahm er zur Kenntnis, sagte jedoch, dass er dazu heute nichts sagen könne, auch der Einarbeitungsprozess dauere Monate (ich hatte damals 3 Wochen und er selbst hatte gar keine auf seinem Posten!). Ich gab ihm auch zu bedenken, dass er bei seinem Vorhaben, die Struktur zu ändern und nochmals massiv Personal ab zu bauen, Führungskräfte benötigt, die voll und ganz hinter ihm stehen und ich ihm dabei nicht im Weg stehen wolle. Mit den Worten, dass er sich jetzt erst einmal eine Lösung einfallen lassen würde und ich bis zu einer Lösung vorerst mit niemanden darüber reden solle, beendeten wir das Gespräch. Dass er sich nicht über meine Entscheidung freuen würde und gleich heute im Gespräch alles geregelt sein würde, war mir schon klar. Das muss sich nun auch erst einmal bei ihm setzen und er muss sich Lösungen ausdenken, dennoch muss ich ihm spätestens in der kommenden Woche mitteilen, dass ich bereits zu Ende Juli aufhören möchte. Dass er mir hierbei Steine in den Weg legen würde, hätte ich nach den vorherrschenden Bedingungen nicht gedacht, zumal das Unternehmen kurz vor einem Verkauf steht und die entsprechenden Vorbereitungen laufen. Was ist zu tun? Was muss ich beachten und was kann im schlimmsten Fall passieren? In meinem Vertrag steht nichts von einer Vertragsstrafe, wann wird solch eine Strafe fällig und unter welchen Bedingungen? Was und wer muss welchen Beweis antreten und kann ein Unternehmen, das vor einem Verkauf steht und in den letzen zwei Jahren zweimal umfirmiert wurde, überhaupt auf eine so lange Kündigungszeit bestehen? |
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#2
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| Alte Erfahrung: Verträge sind einzuhalten, wer sie nicht einhält, macht sich schadenersatzpflichtig (Mehrkosten bei Zeitarbeit, Anheuern von Consulting-Kräften). Was du nicht schwarz auf weiss schriftlich mit Stempel und Siegel hast, ist nur Schall und Rauch. Bei deiner Gehaltsklasse solltest du dich unbedingt von einem kompetenten Rechtsanwalt beraten und begleiten lassen.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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