Rekonvalezenzzeit
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Rekonvalezenzzeit

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  #1  
Alt 01.02.2011, 17:12
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Frage Rekonvalezenzzeit


Hallo,
ich habe eine vll etwas ungewöhnliche Frage zum Thema Lebenslauf. Ich habe bis 2007 während eines studienbedingten Auslandsaufenthalts eine schwere Hirnblutung erlitten und war bis jetzt auf Grund dessen nicht in der Lage weiterzustudieren bzw. muss/werde das Studium jetzt abbrechen muss, da ich nicht mehr in der Lage bin mehr wie 4h am Tag zu arbeiten.

Deshalb werde ich mich jetzt wahrscheinlich zu einer Teilzeitausbildung bewerben. Normal soll man Rekonvalezenzzeiten ja nicht in den Lebenslauf schreiben. Ich werde aber auf Grund dessen bei meiner Arbeit diesbzgl eingeschränkt sein. Intelligenz ist nicht eingeschränkt und körperlich sieht man mir auch nichts mehr auf den ersten Blick an. Von Folgeerkrankungen ist auch nicht auszugehen. Aber ich kann halt nicht Vollzeit arbeiten...

Desweiteren würde ich diese Rehazeit auch gerne reinschreiben, da es wirklich ungewöhnlich ist, dass ich heute wieder so viel kann. Dafür habe ich 3 Jahre extrem hart gearbeitet - normalerweise wäre ich tot oder eben noch Pflegefall... Worauf ich stolz bin und ich denke, dass es ein Pluspunkt für einen Lebenslauf ist.

Jetzt meine Frage. Wie und wo schreibt man sowas sinngemäß in den Lebenslauf?

Viele Grüße
John
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  #2  
Alt 02.02.2011, 12:41
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Standard AW: Rekonvalezenzzeit

Hallo John -

erst mal gratuliere zu deiner enormen Eigeninitiative bezüglich der Wiederherstellung deiner Gesundheit.
Nun wäre es für dich also an der Zeit einen Arbeitgeber zu finden, der gefühlvoll auf deine Person eingehen kann und dir eine Chance gibt, noch weitere Verbesserungen an dir zu ermöglichen.

Um deinen persönlichen derzeitigen Gesundheitszustand in den Lebenslauf einzubringen, würde ich dazu den etwaigen zukünftigen Ausbildungsbetrieb mit ein paar Worten informieren. Diese könnten folgendermassen lauten:

Rehamassnahme seit 2007 - 2010, welche weiterhin auch während der Ausbildung teilweise in Anspruch genommen werden muss, um dem Gesundungsprozess zu fördern.

Es wäre ja nicht sinnvoll, dem zukünftigen AG hier irgendetwas zu verschweigen.

Dazu wäre auch die Mithilfe des Integrationsamtes unter Umständen vorteilhaft.

Gruss

wellen
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JohnC (14.02.2011)

  #3  
Alt 02.02.2011, 17:22
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Hallo wellen,
erstmal vielen Dank für die netten Worte .

Den AG über eine solche Kleinigkeit zu informieren ist leider umungänglich, da ich mich ja auch nicht auf einen normalen Arbeitsplatz bewerben kann. Bevor ich mich irgendwo bewerbe, versuche ich telefonisch die "Human Ressources" zu erreichen und ihnen meinen besonderen Wunsch persönlich zu schildern, da ein solcher Arbeitsplatz doch größtenteils erst geschaffen werden muss. Bzw. erklärt werden muss, warum ich mich für eine Teilzeitausbildung bewerbe, da ich ja keine junge Mutter ohne Abschluss bin :D.

Da ich leider selber noch zu wenig Informationen über meine eigene Leistungsfähigkeit habe, habe ich erst bei zwei Firmen (privat und öffentlich) angerufen um mich einfach mal zu informieren, ob es da überhaupt Möglichkeiten für mich gibt. Beide Personaler waren doch sehr hilfsbereit und optimistisch mir etwas ermöglichen zu können (zumindest wenn ich 4h am Tag durchhalten würde). Ich soll mich nochmal melden, wenn ich mehr weiß und sie behalten mich im Hinterkopf - was das jetzt wirklich heißt... Aber das hat mir trotzdem erstmal Mut gemacht und deshalb überhaupt angefangen meinen alten Lebenslauf zu überarbeiten.

Im Lebenslauf habe ich jetzt folgende Überschriften in dieser Reihenfolge:
Name und Kontaktdaten, Persönliches, Schule, Universität, Praktika und Nebenjobs, Sonstiges, Sprachen, Soziales Engagement, Sonstige Qualifikationen

Unter "Sonstiges" habe ich eben geschrieben:
Seit Nov. 2007 ambulante und stationäre Rehamaßnahmen für einen optimalen Genesungsverlauf

Und bei Sonstigen Qualifikationen habe ich den Schwerbehindertenausweis.

Aber irgendwie gefällt mir das noch nicht so richtig...in der Struktur. Haben Sie/Du vll einen Änderungsvorschlag?

Danke nochmal und viele Grüße
John

Geändert von JohnC (02.02.2011 um 18:08 Uhr)
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  #4  
Alt 03.02.2011, 11:03
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Zitat:
Unter "Sonstiges" habe ich eben geschrieben:
Seit Nov. 2007 ambulante und stationäre Rehamaßnahmen für einen optimalen Genesungsverlauf
Der Lebenslauf - beigefügt dem Bewerbungsschreiben - soll vor allem einen chronologischen lückenlosen Ablauf der schulischen als auch der bisherigen beruflichen Qualifikation wiedergeben.

Dein Vermerk unter Sonstiges weist zudem deinen zukünftigen AG darauf hin, dass es eben dein Handicap derzeit ist nicht so einsatzfähig zu sein, wie es normalerweise im Interesse eines AG sein dürfte.

Mehr muss dein Hinweis auch nicht rüberbringen - deswegen sehe ich es als weniger relevant an, ihn in seiner Ausdrucksweise zu verändern.
Wichtiger ist es für dich den entsprechenden AG für deine persönlichen Bedürfnisse überhaupt zu finden.
Es könnte ja sein, dass dieser sich nicht in deinem Umfeld befindet und sich eine persönliche Umzugssituation für dich ergeben könnte.
Würde diese denn überhaupt in dein Konzept auch passen ?
Was sind überhaupt deine Interessen in Sachen Arbeits- und Ausbildungsaufnahme und welche Stelle könntest du dir da vorstellen ?

Gruss

wellen
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  #5  
Alt 03.02.2011, 14:42
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Hi wellen,
danke für die Antwort. Dies ist im Prinzip mein erster relevanter Lebenslauf und diesbzgl etwas neues.

Flexibel in Sachen "Umzug" bin ich/ will ich heute nicht mehr sein. Ich wohne mittlerweile mit meiner Freundin und ihren zwei Kindern zusammen. Früher hätte ich auf diese Frage sicherlich ganz anders geantwortet, aber auch die Prioritäten ändern sich nach einer solchen Geschichte.

Ich habe ein fast zu 65% fertiges Wirtschaftsingenieurwesenstudium. Ich denke ich sollte bei der Ausbildung auch in dieser Richtung gehen. Also Industriekaufmann oder ähnliches (?) wäre sinnvoll. Denn ein handwerklicher Beruf (Richtung Ingenieur) ist sicherlich auf Grund der körperlichen Handicaps - reste der halbseitenlähmung - leider nicht realisitisch - auch wenn ich diesbzgl "begabt" bin.

Ich habe hier in der Nachbarschaft bei einem kleinen Pharmaunternehmen (knapp 200 Mitarbeiter) angerufen und initiativ nach einer Teilzeitausbildung gefragt und meine Situation geschildert. Die Antwort war sehr positiv, allerdings könnte ich frühstens 2012/2013 anfangen als Industriekaufmann, sie hätten bereits für eine junge Mutter ein ähnliches Projekt erfolgreich gestaltet. Ich solle mich bei Ihr (also bei der zuständigen Personallerin) wenn es soweit ist nocheinmal melden.

Ich denke/hoffe, dass ich auf Grund meines guten Lebenslaufs (Abitur, Vordiplom, sehr gute Praktikantenzeugnisse, Auslandaufenthalt, soziales Engagement) und meiner nachweislich nicht eingeschränkten Intelligenz gute Chance mit einer Initiativbewerbung für eine Ausbildung bei einem regionalen Unternehmen hier habe. Insbesondere über die Schwerbehindertenquote. Aber vielleicht sehe ich das zu optimistisch... Haben sie eine Ahnung wie da meine Chancen stehen?

Auf jeden Fall muss leider erstmal geklärt werden, wieviel Stunden ich am Tag den auf Dauer arbeiten kann, denn ohne dieses Wissen macht eine Bewerbung keinen Sinn. Die örtliche Behindertenwerkstatt hat mir eine längere Arbeitserprobung, mit einem speziellen Programm für mich, angeboten. Muss/kann man sowas auch in den Lebenslauf reinschreiben oder ist das dann ein No-Go?

Viele Grüße
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  #6  
Alt 06.02.2011, 16:39
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Ein Lebenslauf ist ja auch sowas wie eine persönliche Offenbarung.
Was man da nun konkret reinschreibt, bleibt wohl dir selbst überlassen und dem Umstand, wie ehrlich du deinem zukünftigen AG gegenüber sein möchtest.

Da deine derzeitige Arbeitsleistungsdauer ja wie du selbst schreibst noch etwas "wackelig" ist, musst du natürlich vordergründig an deren weiteren Verbesserung arbeiten. Eine Ablehnung deiner Bewerbung dürfte dich deshalb keineswegs entmutigen, sondern sollte eben dahingehend betrachtet werden, dass Gut Ding einfach auch Weile benötigt.

Wie denn nun deine Chancen wirklich stehhen vermag ich leider nicht zu sagen. Da wäre ich ja Hellseher , wenn ich hierin die Zukunft blicken könnte. - sowas gibts nicht.
Wünschenswert wäre es eber, dass von staatlicher Seite hier alle nur erdenklichen Wege geebnet würden, um Personen wie dir ein weiteres berufliches Vorwärtskommen zu ermöglichen.

Schade, dass dieses kleine Pharmaunternehmen erst in 2 Jahren eine derartige Ausbildung ins Auge fasst.
Ich würde dieses von der Behindertenwerkstatt dir angebotene Programm deshalb annehmen und sehr engagiert daran auch mitarbeiten.
Dies in deinem Bewerbungsschreiben auch kundzutun sehe ich nicht negativ.


Gruss

wellen
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  #7  
Alt 07.02.2011, 20:41
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Hallo wellen,
ich denke Ehrlichkeit währt am längsten in diesem Fall. Es muss ja nicht alles im Lebenslauf stehen (kann es ja auch nich), aber spätestens beim Bewerbungsgespräch sollte man die Karten auf den Tisch legen. Im beiderseitigen Interesse.

Mit der Arbeitszeit/Belastbarkeit wird sich leider nicht mehr viel verändern, aber ich muss dringend lernen meine eigenen Grenzen zu respektieren und feststellen wie lange ich wirklich auf Dauer belastbar bin. Dies wird sicherlich dieses Jahr noch in Anspruch nehmen (Therapien, Behindertenwerkstatt etc.)...

Ja das mit den Chancen dachte ich mir schon, dass du dazu nichts sagen kannst. Versuchen kann man es ja mal

Dafür habe ich jetzt wirklich tolle Zeugnisse über Praktika und ehrenamtliche Tätigkeiten bekommen. Ich hoffe das wird mir etwas helfen

Ich denke den Weg über die AgenturfürArbeit wird nicht sehr viel bringen. Dies mache ich wenn es konkret wird (sprich Exmatrikulation). Bis dahin werde ich erstmal versuchen initiativ Kontakt mit Unternehmen aufzunehmen, da ich darin meine größte Chance sehe. Wenn ich einen Personaller persönlich spreche, meine Situation ganz klar schildere aber auch was ich kann. Dann glaube ich kann ich eine Bewerbung an jmd persönlich schicken und hab hoffentlich Erfolg. (die Behindertenquote bringt dem Unternehmen ja auch monatl. 200€, so das ich kein allzu große finanzielle Belastung wäre).



gruss
John
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  #8  
Alt 09.02.2011, 19:44
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Zufällig kenn ich einen, dem ein sehr ähnliches Schicksal widerfahren ist.
Er ist zwar schon über 45 und wenn man sieht, was ein Gehirnnschlag aus einem Menschen machen kann, den man sonst nur als erfolgreichen und mitten im beruflichen Leben stehenden Menschen machen kann, stimmt das schon bedenklich.
Was mir aufgefallen ist, wäre z.B. , dass die Nichtannahme seines Schicksals wohl alles nur sehr verschlimmert.
Aber es redet sich wohl ein davon nicht Betroffener leicht und wer weiss schon wie man selber darauf reagieren würde.
Dass du die notwendige Stärke findest und weiterhin auch ausbaust, dazu wünsche ich dir alles Gute.

Gruss

wellen
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  #9  
Alt 10.02.2011, 15:53
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Die Krankheitsbewältigung ist etwas sehr sehr schweres und kann man bei bleibenden Schäden eigtl nur mit einer Psychotherapie schaffen. Ich spreche jetzt unangebrachter Weise für alle, da ich aber doch einige Mitschicksalsträger kenne, bin ich fest davon überzeugt, dass es eigtl fast allen so geht.

Nur diesen Schritt zu sehen, dass man ein Problem damit hat, dass schaffen nicht alle... Dann noch sich prof. Hilfe zu holen, ist in Deutschland leider immernoch ein Tabuthema. Nur "Irre gehen zum Seelenklempner". In anderen Ländern läuft es anders, in Amerika z.B. geht jeder zweite zum Psych. Und wenn es nur ist, weil der Nachbar ihn morgens nicht grüßt...

Ich z.B. fange jetzt eine neue Psychotherapie an, um wirklich zu akzeptieren, dass ich nicht mehr so kann wie ich will. Dass ich das Studium nicht fertig machen kann und nie eine Karriere machen kann, wie ich 20 Jahre daraufhin gearbeitet habe...

Naja das Theam artet aus . Nochmal vielen Dank für deine kompetente Hilfe. Du kannst deinem Freund folgende Seite empfehlen: Handicap Forum :: REHAtalk Das Forum für Menschen mit Handicap.
Dort kann man sich anonym mit Leidgenossen austauschen und sieht, das man nicht alleine ist und wie andere mit den selben Problemen umgehen (oder auch nicht)

Viele Grüße
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wellen (11.02.2011)

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