Bossing
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  #1  
Alt 07.04.2009, 11:29
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Hallo!

Ich arbeite seit bald einem Jahr im Einzelhandel. Anfangs war alles toll und super. Die Kolleginnen sind echt nett und man unternimmt auch mal abends was miteinander.

Aber: Mein Chef (Fillialleiter) mobbt mich. Er hat mich jetzt schon 3 mal zum Heulen gebracht, weil er seine Kritik einfach nur sehr fies rüberbringt. Kleine Lappalien werden hochgebauscht. ER hat IMMER Recht.

Heute morgen wars dann wieder soweit. Ich war kaum in der Firma, da hat er mich auch schon angeschrien. Ich hatte sofort Tränen in den Augen. Er meinte, sollte ich mich noch einmal ihm gegenüber "frech" verhalten, würde er mich zum 1. des Monats kündigen. Weil ich mittlerweile von seinem Verhalten die Schnauze voll hab, hab ich ihm gesagt: "Wenn sie meinen dass Sie das tun müssen, bitte." Er hat dann noch weiter rumgeschrien.

Das Ende vom Lied: Ich hab gekündigt. Zum 20.4. läuft mein Vertrag eh aus. Durch Resturlaub und freie Tage konnte ich dann heute morgen quasi gleich wieder gehen.

Meine Kolleginnen werden auch von ihm angeschrien, allerdings sind die stärker als ich. Er weiss, das ich schwach bin, dass ich weine. Und das nutzt er halt aus.

Ich möchte gerne den Vorgesetzten meines Fillialleiters über sein Verhalten in Kenntnis setzen, aber ich weiss nicht wie. Ich hab Angst, das der oberste Chef das runterspielt und sagen wird:"Stellen Sie sich mal nicht so an."

Eine Arbeitskollegin versicherte mir heute morgen, zu bestätigen dass unser Fillialleiter sie auch schon wegen Kleinigkeiten angeschrien hat.

Wie handel ich jetzt am besten? Ich bin momentan noch etwas ratlos. Heute nachmittag werde ich noch zu meiner Hausärztin gehen und ihr davon erzählen. Meine Schwiegermutter meinte, dann hätte ich auch eine Bescheinigung in der Hand dass es sich wirklich um Bossig/Mobbing handelt.

Schon nach einem halben Jahr in der Firma hab ich schon mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören. Ich hab morgens zu Hause gesessen und geheult weil ich zur Arbeit musste. Es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht über meinen Fillialleiter beschwere. Sein Verhalten ist einfach unfair. Immer wieder putzt er einen wegen Kleinigkeiten runter, droht mit fristlosen Kündigungen...

Einerseits bin ich sehr froh, dass ich diesen Stress nicht mehr mitmachen muss. Aber andererseits siehts dann finanziell wesentlich schlechter aus. Aber das kriegen wir schon hin.

Also, was mach ich nun?

LG, Rike
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  #2  
Alt 07.04.2009, 15:40
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Standard Wenn man merkt, dass man vom Chef gemobbt wird...

Hi,

ich kann Dein Problem mit Chefmobbing sehr gut verstehen.
Mein Chef hatte mir immer wieder eine ganz langweilige Aufgabe gegeben.
Als ich ihn fragte, warum die Kollegen plötzlich höherqualifizierte Aufgaben machen, erwiderte er, dass er mich halt schon für diese simple Aufgabe bereits eingeplant hat und er nicht's ändern kann.
Da die Aufgabe unter anderem mit viel Bewegung zu tun hatte, habe ich ihm am nächsten Tag gesagt, dass ich gesundheitliche Probleme ab und zu habe und diese körperliche Arbeit nicht so zügig ausführen kann.
Er sagte mir dann nur, dass ich demnächst mal zum betriebsärztlichen Dienst eingeladen werde. Natürlich sagte er das in einem ernsten ruhigen Ton, aber man konnte ihm ansehen, dass er sich ärgerte - nun musste wohl ein anderer Handlanger diese ganz einfachen Dinge erledigen.

Jetzt zu Deinem Problem. Wenn Du tagtäglich heulst, ist das der falsche Ort um weiterarbeiten zu können. Bewerbe Dich am besten heimlich bei anderen Einzelhandelsläden. Wenn es hart auf hart kommt, kannste bei bereits vorliegendem Neuvertrag schnell umspringen und du bist nicht sofort arbeitsuchend. Wenn Du wirklich nicht mehr kannst, dann lass' Dich krank schreiben, sage Deinem Hausarzt, dass Du in psychischer Weise den Druck Deines Chefs nicht standhalten kannst. Du möchtest Abstand vorerst gewinnen und wieder zu Kräften kommen.

Freundlicher Gruß
BF

Geändert von Benutzerfreundlich (07.04.2009 um 15:42 Uhr)
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  #3  
Alt 08.04.2009, 07:30
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Hallo!

Ich glaube, du hast überlesen das ich bereits gekündigt habe, bzw. meinen Vertrag auslaufen lasse.
In der Tat war ich gestern noch bei meiner Hausärztin. Sie hatte vollstes Verständnis für mich und hat mich sofort unterstützt. Sie hat mich krankgeschrieben und mich zu einem Psychotherapeuten überwiesen.

Als nächstes werde ich meinen obersten Chef anrufen. Ich war gestern noch nicht in der Lage dazu. Ich zittere immer noch. Aber ich lasse meinen Mobber nicht damit durchkommen. Es arbeiten schliesslich noch andere unter ihm, und leiden genauso!
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  #4  
Alt 08.04.2009, 10:51
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Hi Rike 19,

ich wollte dir eigentlich recht geben mit dem was du inzwischen gemacht hast.
Muss ich irgendwie überlesen haben!

Natürlich weiss ein jeder Arbeitnehmer dass sein Chef mehr zu sagen hat als man selbst. Trotzdem ist es nicht angebracht, dass man in einem schroffen oder sogar schreienden Ton seine Mitarbeiter bis zum Weinen bringt.

Hatte auch mal eine Chefin, die gerne sich als "mütterliches Element" der Abteilung präsentieren wollte. Man könnte über alles mit ihr reden, man sollte sogar eigene Ideen einbringen und seine innersten Probleme schildern.
Hahaha... diese Frau hat alle nur überwacht und war sogar bereit sich von schwächeren Mitarbeitern oder die wohl nicht so viel gelacht haben wie sie, einfach zuerst zu trennen.

Leute ich habe einen Rat für Euch: Passt ja auf, dass euer(e) Chef/in nicht mehr lacht und über andere spricht als alle Mitarbeiter in der Abteilung /Firma.
Diese Menschen kann es überall geben, die denken nur an sich, wollen insgeheim nur höher aufsteigen und präsentieren ihr Verhalten in den harmonischsten Farben! - Alles Betrüger heute!

LG
BF
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  #5  
Alt 08.04.2009, 13:33
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Hallo!

Mittlerweile habe ich den obersten Chef über das Verhalten unseres Fillialleiters informiert. Er hat mir zugehört und mich noch gefragt, warum denn keiner schon früher was gesagt hätte. Ich gab ihm dann die Antwort, dass wir alle Angst um unserem Job haben. Er sagte, dass wäre okay, aber man muss auch vernünftige Arbeitsbedingungen haben. Nächste Woche kommt er in die Filliale, der Fillialleiter ist dann in Urlaub. Ich hab meinen Kolleginnen schon gesagt, dass die auf jeden Fall den Mund aufmachen sollen, damit sich endlich mal was ändert. Ein Gespräch zwischen dem obersten und dem Fillialleiter wird es auch noch geben, aber erst möchte er mit den Angestellten sprechen.

Interessant fand ich auch folgendes: Mein Fillialleiter behauptete dem obersten gegenüber, dass er mich nicht mehr haben wollte. Dabei ist es ja umgekehrt, ich will den Fillialleiter nicht mehr! Der oberste Chef war sehr überrascht, als ich ihm das sagte... Da merkt man wieder, dass der Fillialleiter ein falsches Biest ist.
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  #6  
Alt 09.04.2009, 08:05
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Hi Rike 19,

Ich wäre froh, wenn ich nie wieder so eine Chefin mit "mütterlichem Element" bekommen würde. Diese hinterfiesige Ziege!

Leider gibt es auch noch immer männliche Chefs, an die man sich vertrauensvoll wenden kann. Im Nachhinein nutzen sie das gesagte aber nur dazu aus, einen aus der Abteilung zu befördern oder gar ganz aus der Firma.

Blicke sagen mehr als zwanzig Wörter und ganz besonders der alltägliche Tonfall.

Je mehr man Chefs etwas erzählt, z.B. dass man jeden Tag Probleme mit dem Aufstehen hat oder gesundheitliche Dinge, so bringt man sich bei ihm/ihr in eine Sackgasse.

Noch mal was an Dich Rike 19, echt toll, dass der obere Chef das jetzt in die Hand nehmen will. Viel Erfolg!

Grüße!
BF
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  #7  
Alt 09.04.2009, 10:47
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Hallo!

Ich werd mit meinen Kolleginnen am Wochenende nochmal durchgehen, was ich dem obersten Chef erzählt hab. Die wissen nämlich nur bruchstückhaft, was ich ihm gesagt hab. Unser Fillialleiter weiss auch gar nicht, dass der oberste herkommen wird. Ich hoffe echt, dass sich für die anderen Mädels was ändern wird. So macht das arbeiten ja auch keinen Spaß mehr.

LG
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  #8  
Alt 16.04.2009, 15:11
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Standard Re: Bossing

Hallo!

Wie ist denn jetzt der aktuelle Stand?
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  #9  
Alt 16.04.2009, 18:03
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Hallo!

Am Wochenende hatte ich mich ja mit meinen Kolleginnen getroffen. Eine von ihnen wird was sagen, eine nicht. Die anderen sind sich noch nicht sicher. Ich hatte meinen Kolleginnen auch nochmal gesagt, dass ich auch gerne herkomme wenn der oberste Chef da ist. Heute ist Donnerstag und ich hab noch nichts von ihnen gehört. Hmm, morgen ist ja auch noch ein Tag...
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  #10  
Alt 16.04.2009, 18:27
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Standard Es ist richtig gegen Bossing/Mobbing anzukämpfen

Hallo,

es ist immer richtig gegen falsche Töne, fiese Attacken, Lästerungen von Chefs/Chefinnen bzw. Kollegen/Kolleginnen anzukämpfen.

Mobbing oder auch Bossing (vom Chef/in) kommt immer häufiger vor, mal lautstark, mal ganz hinterlistig, oder einfach direkt.

Eigentlich müsste unsere Gesellschaft, wenn es denn eine gibt, wissen, dass auch Krankenkassen diese resultierenden Kosten immer mehr tragen müssen.
Z.B. durch Psychotherapeutische Behandlungen - das ist neben Existenzängsten eines der häufigsten Themen unserer Zeit.

Für mich sind Leute die andere nur mobben, einfach schlicht Idioten, die nicht wissen, wieviel Schaden sie anrichten. Nicht nur dem Opfer schädigen sie, sondern der gesamten Gesellschaft. Zudem sind gerade viele Chefinnen/Chefs verbissen auf Macht und Ansehen. Sie möchten immer höher aufsteigen, um es allen zu zeigen, mit ein paar untergebenen Opfern finden sie sich ab.

Leute die einen in der Firma mobben, direkt darauf ansprechen und immer Blickkontakt halten. Wenn der Chef nicht selbst mobbt, sollte man nach dem ersten gescheiterten Versuch sofort sich an ihn wenden. Kann oder möchte dieser nicht helfen, ist der Betriebsrat bzw. eine Vertrauensperson in der Firma gefragt. Diese haben strikte Geheimhaltung und empfindliche Sachen dürfen einfach nicht zwischen Tür und Angel besprochen werden.
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