Brauche dringend Hilfe. Werde ich gemobbt?
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Brauche dringend Hilfe. Werde ich gemobbt?

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  #1  
Alt 25.09.2010, 19:38
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Hallo zusammen,

vor ca. 2 Monaten entwickelte sich bei mir eine Depression. Ich hatte einen besten Freund (seit 3 Jahren),er ist auch mein Arbeitskollege, wir sitzen zu viert an einem Tisch. Auch mit den anderen Kolleginnen hatte ich eine Art Freundschaft, allerdings nicht so intensiv.

In der letzten Zeit habe ich gespürt, dass er sich langsam von mir distanziert. Er wollte nicht immer nur Zeit mit mir verbringen. Anfangs war es nämlich so, dass wir alles zusammen gemacht haben. Er wollte auch immer, dass ich bei ihm schlafe, er hat mir auch viele und teure Geschenke gemacht. Wir haben uns abgöttisch geliebt. Ich muss hinzufügen, dass er schwul ist und mit seinem Freund zusammenlebt. Das war also schon fast eine Dreierbeziehung. Sein Freund war eifersüchtig auf mich, aber wir sind trotzdem klar gekommen.

Jedenfalls grenzte er mich immer mehr aus und das hat mich verletzt, aber ich habe es akzeptiert und auch wieder mehr mit anderen gemacht. Trotzdem hatten wir dann öfters Streitereien, die dann auch eskalierten. Meist aus Missverständnissen heraus. Ich bin dann sehr ausfallend geworden, weil ich da schon mit den Nerven ziemlich am Boden war. Auch wurde ich von meinen Kollegen mit Bemerkungen gestichelt, obwohl sie wussten, dass es mir nicht gut ging. Also z. B. bist eh eine Psychotussi, haben sich halt lustig über mich gemacht.

Irgendwie entwickelte sich dann eine ganz komische Dynamik in unserem Team. Alle distanzierten sich von mir, blieben aber weiterhin oberflächlich nett. Das hat natürlich mein Paranoia noch verstärkt. Durch meine anhaltenden Schlafstörungen habe ich dann von einem Bekannten Schlaftabletten bekommen und die auch einmal genommen, nachdem ich Alkohol getrunken hatte. Daraufhin ging es mir sehr schlecht und ich rief meinen Freund an. Er beruhigte mich auch, hielt das Gespräch aber kurz. Am nächsten Tag konnte ich daher auch nicht zur Arbeit. Dann erfuhr ich, das mein Freund an meine Teamleiterin getreten war und ihr das alles erzählt hatte. Angeblich weil sie auch meine Freundin ist und er sich Sorgen um mich gemacht hat. Klar war ich mit ihr befreundet, aber mehr oberflächlich, er war mein bester Freund. Ich war daher auch sehr enttäuscht und sagte ihm das.

Weil es mir also mit diesen Menschen nicht mehr gut ging, grenzte ich mich vom Team freundschaftmäßig ab und es entwickelte sich für mich ein neuer Freundeskreis, der mir gut tat. In dieser Zeit fühlte ich mich auch psychisch wieder stärker und mit diesen Freunden gab es auch keine Reibereien. Sie haben mich in dieser Zeit auch als ganz normal wahrgenommen und auch die Kollegen, mit denen ich in dieser Zeit eng zusammenarbeitete, bestätigten mir das. Die Arbeitsqualität litt auch nicht.

Dann bat mich auf einmal unsere Abteilungsleiterin zu einem Gespräch. Mein Team würde sich Sorgen um mich machen und ich solle mal zu einem Arzt gehen wegen meinem psychischen Problemen. Und dass ich mir einbilden würde, gestichelt zu werden usw. Auch hätten sie versucht, mit mir zu reden, aber ich wäre nicht darauf eingegangen, daher kommt sie jetzt auf mich zu. Ich war wie vor den Kopf gestoßen! In dieser Zeit hatten die sich doch von mir distanziert, sind nicht mehr ans Telefon oder es gab keine privaten Aktivitäten mehr! Wenn man sich um jemanden Sorgen macht, dann provoziert man denjenigen doch nicht noch mit demütigenden Bemerkungen auf der Arbeit oder macht sich über ihn lustig! Es ist in dieser Zeit niemand auf mich zugekommen und hat um ein Gespräch gebeten, noch nachgefragt, als ich krank war. Am Ende des Gespräches sagte meine Abteilungsleiterin noch, ich solle auf sie zukommen, wenn ich Hilfe brauche.

Nach eine Weile hab ich dann versucht, noch mal auf meinen Freund zuzugehen und lud ihn zum Essen ein, um meinen Geburtstag nachzufeiern (er hatte mir nur kurz gratuliert, früher erhielt ich immer teure Geschenke), ich schrieb ihm das per Mail. Er antwortete schriftlich, dass wir das erstmal nicht machen sollten, er es aber nett von mir findet. Die Antwort war, dass ihm die Freundschaft nicht mehr gut getan hat und es ihn krank macht. Er hat meine Wutausbrüche in der Vergangenheit aufgeführt. Ja und das ich ein egoistischer Mensch bin, dem gar nicht auffällt, wie er mit anderen umgeht. Das war alles. Er hat einfach abgeblockt und einen konkreten Grund nicht genannt. Ich meine, ich habe immer zu ihm gehalten, ich hätte alles für ihn getan! Auch war er für kein persönliches Gespräch bereit. Ich musste das dann akzeptieren und hab ihn noch eine Abschiedsmail geschickt. Hab mich für die Vergangenheit bedankt, aber auch geschrieben, dass eine wahre Freundschaft wg. sowas nicht kaputt geht und vor allem nicht auf so eine Art und Weise. Ich hab ihm auch geschrieben, dass eine Freundschaft für mich nun auch nicht mehr in Frage kommt.

Danach hab ich mich in der Firma ganz normal aber oberflächlich den anderen gegenüber verhalten. Trotzdem war mir jeden morgen schlecht und ich hatte den ganzen Tag über Kopfschmerzen und eine innere Unruhe. Auch konnte ich diese Oberflächlichkeit im Team nicht ertragen. Ich wurde nicht in Gespräche einbezogen, nicht mehr gefragt wegen Pausen usw. Aber trotzdem blieben alle oberflächlich nett, auch er. Irgendwann fragte ich dann meine eine Kollegin (die auch Teamleiterin ist, allerdings nicht meine) ob sie mitbekommen hätte, dass ich keinen Kontakt mehr mit meinem Freund hab. Darauf schrieb sie nur kühl zurück, dass sie sich da nicht einmischen möchte. Ich schrieb ihr auch, dass mich dieser Ablauf an ein Geschehen aus der Vergangenheit erinnert. Da hatte eine Kollegin auch mit ihrer Freundin so Schluss gemacht. Die Geschichte hab ich angeführt, weil mein EXfreund und die Kollegin das damals auch unfair fanden und sich darüber aufgeregt hatten. Es war also ein Hilferuf nach Verständnis von mir. Ich hatte diese Geschichte auch meinem EXfreund in einer persönlichen Mail geschrieben.

Naja, jedenfalls saßen diese Teamleiterin, mein EXfreund und noch andere Kollegen dann wohl später zusammen und haben meine persönlichen Mails analysiert und auch der anderen Kollegin erzählt, was ich über sie geschrieben habe. An dem Tag wusste ich das noch nicht und ich habe mich kurz vor Feierabend noch mal mit dieser Teamleiterin unterhalten und bin da auch wieder in Weinkrämpfe verfallen. Plötzlich stand sie dann wieder auf meiner Seite und hat mich noch gesagt, dass sie zu mir hält und wegen sowas nie die Freundschaft beenden würde und wenn was ist, soll ich auf sie zukommen. Ich fragte noch, ob an diesem Tag etwas gewesen wäre, weil die Kollegen alle so komisch zu mir waren. Sie meinte, das bilde ich mir nur ein und es wäre nichts gewesen, niemand würde über mich reden.

Am nächsten Tag schrieb ich die Kollegin an, die sich so komisch verhielt, fragte einfach, ob irgendwas wäre. Daraufhin bekam ich eine gepfefferte Mail zurück. Sie war nämlich die Kollegin, die damals so **** die Freundschaft beendet hatte. Mir wurde nun Hetzerei unterstellt, dabei hatte das alles persönlich nichts mit ihr zu tun. Ich stand also als Sündenbock da, obwohl die anderen ja alle genauso darüber dachten.

Ich stellte dann auch die anderen zur Rede und die meinten, es wäre nicht aus Böswilligkeit geschehen, sondern sie wollten mich nur verstehen. Aber ich habe doch das Gespräch gesucht und wurde abgeblockt! Von allen! Wenn man jemanden verstehen will, dann spricht man ihn doch an und diskutiert nicht hinterrücks persönliche Mails! Ich hab mich dann so in Rage gefahren, dass ich wohl einen Nervenzusammenbruch hatte und beinahe etwas Unüberlegtes getan hätte.

Deshalb bin ich dann auch zu meiner Teamleiterin und habe gebeten, mich umsetzen zu lassen. Was ich dann auch konnte. Plötzlich waren alle im Team ganz ruhig und schauten mich bemitleidet an. Aber ich denke, sie wollten mich die ganze Zeit loswerden, ansonsten macht man einen Menschen nicht so fertig, wenn man weiß, er hat eine Depression. Kurz nach meinem Umzug saß dann auch schon die neue beste Freundin von meinem Ex-Kumpel auf meinem Platz.

Als ob es nicht noch schlimmer kommen könnte, habe ich dann meine Abteilungsleiterin um ein Gespräch gebeten. Es hatte ja jeder mitbekommen und ich wollte nur evtl. Gerüchten vorbeugen. Auch hatte sie mir ja damals Hilfe angeboten.

Als ich mit meiner Abteilungsleiterin reden wollte, habe ich schon das Desinteresse gespürt. Sie hat mich auch gleich zu Beginn des Gepräches unterbrochen und dann nur genervt zugehört und ob ich denn nun fertig wäre. Sie ist gar nicht auf meine Erzählung eingegangen und hat nicht versucht, mich zu verstehen oder rauszubekommen, was da jetzt genau abging und warum ich mich umgesetzt habe. Sie sagte, ich wäre bei ihr an der falschen Adresse und Persönliches hätte in der Firma nichts zu suchen. Das Verhalten der anderen wurde gebilligt, meines dagegen nicht. Es wurde mir auch indirekt gedroht, wenn ich mich nicht zusammenreiße und den Mund halte. Und das meine Arbeit nun kontrolliert wird. Es wurde kein Schlichtungsgespräch mit den Beteiligten vorgeschlagen. Mir wurde wortwörtlich gesagt, wenn ich keine soziale Kompetenz besitze, ist das mein Problem.

Seitdem ich auf meinem neuen Platz sitze, geht es mir psychisch wieder besser. Ich war auch beim Arzt und bekomme Tabletten. Trotzdem bleibt eine innere Wut und Enttäuschung bestehen. Ich kann die anderen gar nicht mehr ansehen, mir wird da ganz schlecht. Ich komme mir vor wie im falschen Film und ich fühle mich ungerecht behandelt. Was kann ich tun, damit die nicht ungestraft davon kommen? Muss ich mich so behandeln lassen? Und warum ist mein einstmals bester Freund jetzt so gemein zu mir? Vor ein paar Wochen sagte er mir noch, dass er mich lieb hat und nicht ohne mich leben kann und nun mobbt er mich mit den anderen!

Geändert von Pechvogel80 (25.09.2010 um 19:41 Uhr)
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  #2  
Alt 25.09.2010, 20:38
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Standard AW: Brauche dringend Hilfe. Werde ich gemobbt?

Zitat:
Was kann ich tun, damit die nicht ungestraft davon kommen?
Menschen gehen Beziehungen ein und lösen diese auch wieder auf.

Das ist das, was das Leben dir bietet: Momente des Glücks, geniesse dieses, solange es anhält.

Wenn sich deine Mitmenschen dann anderweitig orientieren, kannst du diese nicht festhalten, wenn sie das nicht wollen. Für dich ergibt sich daraus kein Recht, Strafe zu verlangen.

Wenn du in einer Behörde oder einem grösseren Unternehmen arbeitest, darfst du private Dinge nicht mit den Dingen und Notwendigkeiten des Arbeitsplatzes vermengen. Du musst da eine gewisse Distanz und professionellen Abstand halten können, sonst leidet die Arbeit darunter.

Für deine Vorgesetzten zählt nur der Unternehmenserfolg, sie haben keine Zeit und auch keine Kraft, sich mit den privaten Problemen einzelner Mitarbeiter zu befassen. Denn es ist ja auch so, dass auch deine Vorgesetzen ihren kleinen Microkosmos haben, in dem sie leben und den sie vor dem Kollabieren bewahren müssen: Ehepartner oder Lebensgefährten, Kinder, kranke Eltern, Schulden, Stress mit der Chefebene, ...

Wenn du Harmonie suchst, ist ein Unternehmen der falsche Platz dafür.

Du musst dir ebenfalls deinen eigenen Mikrokosmos schaffen, und den kannst du nur ausserhalb des Unternehmens aufbauen.

Du musst die Menschen so annehmen wie sie sind, du kannst sie nicht fertig backen. Dazu gehört eben auch, Fehler und Unvollkommenheit zu akzeptieren, zumindest in einem bestimmten Rahmen.

ich habe hier eine Tasse, die eine grosse Weisheit ausspricht:

Aussen steht:

ist das ein Scheixxladen hier

Innen steht:

... ausser am Zahltag


Siehe das einfach so: du gehst arbeiten, um deinen Lebensunterhalt zu verdienen, es ist einfach nur ein Job, und die Menschen um dich herum dort sind Kollegen, mehr aber eben auch nicht.
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  #3  
Alt 25.09.2010, 20:52
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Standard AW: Brauche dringend Hilfe. Werde ich gemobbt?

Hallo Unbekannte/r.

Wie sag ich das jetzt..
Vielleicht fasse ich einfach mal die Fakten, die du geschildert hast, relativ kurz zusammen - womöglich siehst du selbst etwas:

1. alle deine Kollegen sind entweder deine Freunde, oder sie mobben dich - teils auch erst das eine, dann das andere

2. du hast schon seit einer Weile psychische Probleme. Mehrfach haben dir Menschen in deinem Arbeitsumfeld aktiv Hilfe angeboten bzw. dir geraten, einen Arzt aufzusuchen

3. aktuell fühlst du dich aktiv gemobbt, weil Menschen in deinem Arbeitsumfeld keinen nähergehenden Kontakt zu dir haben wollen.


Dazu kommen dann Details. Du sprichst von einem schwulen besten Freund - mich würde interessieren, kanntest du den VOR der Arbeit schon oder hast du ihn dort kennengelernt?
Du sprichst teilweise von Personen (Abteilungsleitung/Teamleitung etc.) die du erst als "hatte ich nicht viel mit zu tun" bezeichnest und im nächsten Moment als "freunde".

Zudem dann noch die beschriebene Reaktion der anderen Teammitglieder, die ich sehr bezeichnend finde plus jetzt die finale Konsequenz, dass die Abteilungsleitung klar gemacht hat, dass bezweifelt wird, dass du für das Unternehmen so noch tragbar bist.

Ich kenne sehr viele arbeitende Menschen. Keiner von Ihnen würde sein Team als seinen Freundeskreis bezeichnen oder das überhaupt anstreben - Freunde hat man im Privatleben. Ganz selten ergibt sich vielleicht über die Arbeit auch eine Bekanntschaft. Aber Team = Freundeskreis - das ist keine normale emotionale Reaktion.
Auch massive psychische Probleme als Reaktion auf eine gewisse Distanz zwischen Arbeitskollegen ist keine normale emotionale Reaktion.

Nochmal:

Du sagst, dein "ehemals bester Freund" mobbt dich - weil er keinen Kontakt mehr möchte?

Die sollen nicht ungestraft davonkommen? Womit denn? Damit, dass sie keinen privaten Kontakt zu dir wollen? Das Recht hat jeder Mensch, sich seine Freunde auszusuchen und auch, eine solche Entscheidung später wieder zu revidieren.

Immer wieder tauchen in deiner Schilderung Hinweise dahingehend auf, dass deine Umwelt die Welt vollkommen(!) anders wahrnimmt als du bzw. grade auch DICH und DEIN Verhalten komplett anders wahrnimmt als du..

Ich sage das mit dem größtmöglichen Respekt:
Sprich mit einem Psychotherapeuten. Und wenn er nachher nur sagt "Jawohl, sie werden offensichtlich gemobbt!".. du verlierst ja nichts dabei.
Aber ICH ganz persönlich empfinde deine Wahrnehmung, insbesondere deine emotionale Einordnung der Menschen um dich herum als nicht gesund.

Aber hier habe ich nur DEINE Schilderung, DEINE Perspektive.. entsprechend schwierig ist es, sich ein Bild zu machen.

Gruß,
Eauvive
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  #4  
Alt 25.09.2010, 21:11
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Danke für eure Antworten!

@ nontestatum:
Du vertrittst also die Meinung, man solle einfach abstumpfen und allen Frust in sich hineinfressen. Ob das auf lange Sicht gut geht? Nein, ich bin nicht so ein Mensch, ich kann das nicht. Aber du hast recht, man sollte berufliches und privates nicht vermischen, das habe ich bei dieser Geschichte gelernt.
Aber siehst du es nicht als Mobbing an, was da abging? Interpretier ich da zu viel rein?


@ Eauvive:
Mein ehemals bester Kumpel ist in einem anderen Team. In diesem Team war ich vor einem Jahr. Ich habe alle Beteiligten in der Firma kennengelernt. Bis vor kurzem saß ich noch in diesem Team, hatte aber bereits andere Aufgaben. Und es ist wahr: Meine jetztige und meine ehemalige Teamleiterin waren auch meine Freunde, heißt, wir sind privat Essen gegangen, ins Kino, Disco und haben uns auch private Probleme erzäht. Nur war das eben nicht so eine innige Freundschaft wie ich sie mit ihm hatte. Die Freundschaft ging auch 3 Jahre! Wir haben alles füreinander gemacht und hingen ständig zusammen. Und ich finde nicht, dass man eine Freundschaft einfach so beendet ohne wichtigen Grund, denn dann war es nie eine Richtige! Ich hab ihn ja nicht verraten oder so! Und ein wahrer Freund zieht sich doch nicht zurück, wenn es dem anderen nicht gut geht. Gerade in schlechten Zeiten sollte man doch zusammenhalten! Das macht Freundschaft aus!

Außerdem hast du überlesen, dass die Meinung über meine psychische Disposition nur in diesem Team vertreten wird. Wie gesagt, bin ich jetzt mit anderen Kolleginnen befreundet (aus einer anderen Abteilung) und denen erscheine ich wie immer, aber sie merken schon, dass ich durch die ganzen Vorkommnisse traurig und niedergeschlagen bin und trotzdem halten sie zu mir. Reden mit mir, wir machen privat viel zusammen und sie versuchen auch, objektiv zu sein. Sie sagen, ich soll das nicht so sehr an mich rankommen lassen, schauen, dass es mir gut geht und einfach das Gegebene akzeptieren. Und die Kollegen, mit denen ich zusammenarbeite merken von meiner angeblichen psychischen Störung auch nichts und ich mache meine Arbeit weiterhin sehr gut, wurde mir auch bestätigt! (Und das sind wirklich nur Kollegen, also ich bin bestimmt nicht mit allen befreundet und das denke ich auch nicht)

Versteh nicht, warum du es so ungewöhnlich findest, wenn man mit Kollegen befreundet ist. Was ist mit den Menschen, die in eine neue Stadt ziehen und niemanden kennen?!

Geändert von Pechvogel80 (25.09.2010 um 21:32 Uhr)
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  #5  
Alt 25.09.2010, 22:00
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Zitat:
Du vertrittst also die Meinung, man solle einfach abstumpfen und allen Frust in sich hineinfressen.
Nein, diese Meinung habe ich nicht vertreten.

Sondern ich meine, dass man diese Welt mit offenen Armen willkommen heissen soll.

Und dazu gehört eben auch, dass man Enttäuschungen verkraften muss, unerwarteten Kummer erleidet, das heisst aber nicht, dass man abstumpfen muss oder Frust in sich hineinfressen lässt.
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  #6  
Alt 26.09.2010, 09:19
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Danke nontestatum, du hast ja recht.
Aber findest du, ich sollte wegen der Sache noch mal auf den Betriebsrat zugehen? Es kann doch nicht sein, dass Mitarbeiter von anderen so fertig gemacht werden. Ich habe eine Depression, mir ging es schon wieder besser und dann haben die mich dermaßen schikaniert, dass ich wieder einen Nervenzusammenbruch hatte. Das ist auch schon öfters in der Firma vorgekommen, also dass Leute plötzlich gemobbt wurden, aber von der Firma keinerlei Hilfe erfahren..2 hatten sogar freiwillig gekündigt.
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  #7  
Alt 26.09.2010, 09:47
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Hallo nochmal,

ich sage es mal anders:

Es gibt Firmen, die stellen grundsätzlich keine Ehepaare, Geschwister oder - wenn sie es denn mitkriegen - Lebenspartner ein. Explizit um das Private außerhalb der Firma zu halten. In manchen Firmen MUSS einer der Partner mindestens die Niederlassung wechseln, wenn es zu einer Partnerschaft unter Kollegen kommt..

Ich kenne in meinem Umfeld viele, die jederzeit gerne einen Freund für einen Job empfehlen - sofern der nicht in ihrer eigenen Niederlassung/Firma ist.

Weil es selbst für gute Freundschaften viel verlangt ist, sich 8 Stunden am Tag auszuhalten.

Versteh das nicht falsch, sich mit Kollegen gut zu verstehn ist völlig richtig und nur so funktioniert ein wirklich gute Arbeitsklima - aber da gibt es einfach Grenzen. Und wenn man die praktisch kategorisch ignoriert, wie es da bei dir der Fall zu sein scheint - wird das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendwann nach hinten losgehn.

Machen denn diese Teams alle regelmäßig privat was miteinander oder initiierst du das?

Hast du denn Freunde, die nicht gleichzeitig Kollegen sind?

Du sprichst den Umzug in eine fremde Stadt an - hatte ich. Diverse Male in den letzten Jahren. Ich hab mir auch jedes Mal einen neuen Freundeskreis aufgebaut und wenn da mal ein Kollege dazwischengerutscht ist, war es Zufall, weil es eben zueinander passte.

Freunde suche ich mir danach aus, mit wem ich mich am besten verstehe. Kollegen werden ausgesucht danach, wer den Job am besten macht und diese Leute sitzen dann halt mit mir am Tisch. Mit denen muss ich nichts, aber auch gar nichts gemeinsam haben.
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  #8  
Alt 26.09.2010, 09:53
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Zitat:
Aber findest du, ich sollte wegen der Sache noch mal auf den Betriebsrat zugehen?
Wie soll der Betriebsrat dir helfen können?

Betriebsräte kennen sich im Arbeitsrecht aus, sind aber psychologisch nicht so geschult, dass sie jemandem mit Depressionen helfen könnten.

Wer dir helfen kann, ist dein Arzt (Psychologe), und dazu gehört nicht nur bei Medikamenteneinnahme eine Ernährungsberatung, denn viele Stoffe sind psychoaktiv, Sußstoffe, Zucker, Konservierungsstoffe, Koffein, Zitrusfrüchte, da muss man Bescheid wissen, und wenn man dann irgendwann seine Balance gefunden hat, sieht die Welt schon viel besser aus.
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  #9  
Alt 26.09.2010, 10:41
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Ich danke euch noch mal, dass ihr mir versucht, zu helfen und mir zuhört!

@ Eauvive
Zitat:
Zitat von Eauvive Beitrag anzeigen
Machen denn diese Teams alle regelmäßig privat was miteinander oder initiierst du das? Hast du denn Freunde, die nicht gleichzeitig Kollegen sind?
Es hat sich halt so bei uns entwickelt, weil wir uns gut verstanden haben. Die Intiative ging meistens von den anderen aus. Also dass sie eine Wanderung vorgeschlagen haben oder ob wir ins Kino gehen usw. Es ist auch nicht das ganze Team befreundet, vielleicht hab ich mich da falsch ausgedrückt. Mein Ex-Kumpel und ich waren noch mit 2 Teamleiterinnen befreundet. Die Kollegen, die jetzt meine Freunde sind, arbeiten in einer ganz anderen Abteilung. Ich habe also geschäftlich nicht viel mit ihnen zu tun. Habe aber früher einmal kurz mit ihnen zusammengearbeitet und auf einer Firmenfeier sind wir uns dann näher gekommen und unternehmen nun auch privat was zusammen. Mit den anderen Kollegen pflege ich einen ganz normalen Umgang und da unternehme ich auch nicht den Versuch, es persönlicher werden zu lassen. Dass mit den anderen hatte sich halt einfach so ergeben, da eben gemeinsame Interessen und Sympathie vorhanden war.

Außerhalb der Firma habe ich auch Freunde, natürlich. Aber die wohnen nicht hier, ich habe diese Freunde schon jahrelang. Wir telefonieren regelmäßig und besuchen uns 2-3x im Jahr.

Aber ich schließe eben nicht so schnell Freundschaften, weil ich eher introviertiert bin. D. h. wenn ich weggehe, lerne ich so keine neuen Leute kennen, eher oberflächlich. Es braucht bei mir einfach auch gemeinsame Aktivitäten, bis sich eine Freundschaft entwickelt. Ich will auch nicht krampfhaft Freunde außerhalb suchen, es dauert sehr lang, bis ich einmal richtig warm werde, aber dann bin ich sozusagen auch treu.


@ nontestatum:
Zitat:
Wie soll der Betriebsrat dir helfen können?
Na wegen dem Mobbing! Oder siehst du das nicht so? Liegt es wirklich nur an mir? Bilde ich mir das ein?
Ich gehe bereits zum Arzt und nächste Woche habe ich einen Termin beim Neurologen. Aber ich sage es noch mal: Es ging mir nur immer richtig schlecht, als ich mit diesen bestimmten Menschen zusammen war! Ich habe das Gefühl, die wollten mich fertig machen, damit ich den Platz wechsel, weil er ja jetzt keinen Bock mehr auf mich hat und da muss ich natürlich weg!
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  #10  
Alt 26.09.2010, 13:09
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FreiBir befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Bei mobbing kann dir kein Betriebsrat und auch kein Arbeitsgericht helfen, allenfalls bei den daraus resultierenden Aktionen, die gegen dich gerichtet werden.

Und da sehe ich leider noch nichts was wirklich Hand und Fuß hätte um dagegen an zu gehen.

Mache deinen Job einfach ordentlich und konzentriere dich mehr auf deine Freizeitgestaltung, statt der freundschaftlichen Beziehung zu deinen Kollegen hinterher zu trauern.

Die Idee von Nonte professionell deine psychischen Probleme auf zu arbeiten ist auch ein wichtiger Punkt, worauf du dich zunächst konzentrieren solltest.

Viel Erfolg dabei!
__________________
Viele Grüße,

FreiBir

Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein um sicher Unrecht zu tun, muß man die Rechte studiert haben.
Georg Christoph Lichtenberg
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