Chefin ist Perfektionistin - Wie lange werde ich das aushalten?
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Chefin ist Perfektionistin - Wie lange werde ich das aushalten?

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  #1  
Alt 03.03.2010, 11:40
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Hallo zusammen

Ich habe im Sommer 2009 meine Ausbildung zur Kauffrau mit Berufsmatur (Schweiz) abgeschlossen. Danach war ich ein halbes Jahr arbeitslos, trotz vielen Bewerbungen. Es hiess immer, ich sei zu jung oder habe zuwenig Arbeitserfahrung. Seit Januar 2010 habe ich jetzt aber eine 100%-Stelle und zwar im Sekretariat einer Weiterbildungsschlule. Klingt toll nicht?!

Ja, mein Aufgabenbereich ist vielseitig, sehr interessant, aber auch sehr fordernd. Ich mache die ganze Administration der Schule, denn wir sind nur 3 Mitarbeiter. Davon ist eine die Geschäftsleitung und Schulleiterin (Frau A.) und die andere ist eine Empfangsdame, die erst Abends kommt.

Mein Problem hier ist, dass meine Chefin, mit der ich den ganzen Tag zu zweit im Büro verbringe, wirklich sehr launisch ist. Sie ist eine richtige Perfektionistin und ausserordentlich intelligent und erwartet natürlich auch, dass ich auch perfektionistisch und ausserordentlich intelligent bin.

Ich finde dafür, dass ich erst 2 Monate hier bin, erledige ich schon beinahe alle meine Aufgaben selbstständig. Aber wenn ich eine kleine Frage (nur zur Sicherheit) habe, dann reagiert sie gereizt und gibt mir keine wirkliche Antwort. Sie meint, sie erkläre alles genau einmal, danach darf ich sie nicht mehr fragen. Aber wenn ich etwas nur minim falsch mache, sagt sie ich hätte sie vorher fragen sollen.

Ist das nicht zuviel verlangt?? Ich denke immer, die soll erst mal jemanden finden, der alles so schnell versteht und selbstständig arbeiten kann nach 2 Monaten.

Ausserdem spricht sie sehr wenig. Sie geht jedem Gespräch mit mir aus dem Weg, doch mit den Dozenten (die erst Abends kommen) kann sie am Telefon stundenlang über die Empfangsdame lästern und über Schüler. Ich denke, sie zieht auch über mich her, wenn ich nicht da bin. Ansonsten ist es fast jeden Tag so, dass wir nicht mehr als 5 Minuten an einem Tag sprechen.

Wenn sie mich etwas, muss ich immer sofort auswendig Bescheid wissen und ich fühle mich auch unter Druck gesetzt. Oft muss ich eine Arbeit auch sofort abbrechen, wenn sie etwas will..

Das Seltsame daran ist, dass sie immer einen ruhigen Ton bewahrt. Aber das, was sie sagt gefällt mir nicht. Wenn ich etwas nicht richtig weiss, oder es ihr zu lange dauert, wirft sie mir einen richtigen Todesblick zu, aber der Ton bleibt freundlich.

Irgendwie fühle ich mich ihr auch verpflichtet. Die Schule läuft nicht gut und sie hat sich für ein Jahr keinen Lohn gutgeschrieben. Ich trage wahnsinnig viel Verantwortung für mein Tun. Ich könnte es irgendwie nicht antun zu kündigen..

Mir tut es manchmal richtig weh, wenn mir mein Freund erzählt wie witzig doch die Raucherpause mit den Kollegen war.. Ich habe nie eine Pause und Kollegen hab ich auch nicht. Wenn das Telefon abhebe, ist meine Stimme oft wie eingerostet, weil ich so selten spreche..

Frau A. lässt mich auch oft alleine im Geschäft, dies macht mir Nichts aus. Aber das ständige Geschweige und stur bei der Arbeit sein.. Das geht mir auf den Keks..

Ich glaube diese Frau weiss meinen Einsatz gar nicht zu schätzen und auch meine gutmütige Person nicht.

Wenn ich künden würde, denke ich hätte ich auf dem Arbeitsmarkt wieder genau dasselbe Problem: Zu jung, zu wenig Erfahrung. Eigentlich bin ich froh, dass mir endlich mal jemand eine Chance gegeben hat.. Aber wie lange werde ich das aushalten? Wohl kaum 2 Jahre, wie das jede Stellenausschreibung vorgibt..

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie ist es euch ergangen in der Zeit? Bitte meldet euch, ich weiss nicht wo ich mir sonst hilfe holen könnte.

Geändert von Franky (01.07.2010 um 19:44 Uhr)
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Alt 03.03.2010, 15:55
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Zitat:
Zitat von sensimilia87 Beitrag anzeigen
Hallo zusammen

Ich habe im Sommer 2009 meine Ausbildung zur Kauffrau mit Berufsmatur (Schweiz) abgeschlossen.

Danach war ich ein halbes Jahr arbeitslos, trotz vielen Bewerbungen. Es hiess immer, ich sei zu jung oder habe zuwenig Arbeitserfahrung.

Eine Erfahrung, die man im Arbeitsleben machen muss, ist die, dass man es nie jemandem recht machen kann. Entweder ist man unter- oder überqualifiziert, zu jung oder zu alt, aber nie im richtigen Alter, zu gross oder zu klein, zu dick oder zu dünn, man hat nicht die richtige Ausstrahlung oder Aura oder sonst etwas esotherisches und wenig greifbares, man wohnt zu weit weg, und überhaupt: da stehen drei Wäschekörbe voll Bewerbungspost bei Personalentscheider im Büro, für wen soll der sich entscheiden ??

Seit Januar 2010 habe ich jetzt aber eine 100%-Stelle und zwar im Sekretariat einer Weiterbildungsschlule.

Klingt toll nicht?!



Ja, mein Aufgabenbereich ist vielseitig, sehr interessant, aber auch sehr fordernd. Ich mache die ganze Administration der Schule, denn wir sind nur 3 Mitarbeiter. Davon ist eine die Geschäftsleitung und Schulleiterin (Frau A.) und die andere ist eine Empfangsdame, die erst Abends kommt.

Mein Problem hier ist, dass meine Chefin, mit der ich den ganzen Tag zu zweit im Büro verbringe, wirklich sehr launisch ist.

Nun, Chefs haben leider imnmer die Angewohnheit, launisch zu sein. Ist ja auch keiner da, der sie bremsen dürfte.

Sie ist eine richtige Perfektionistin und ausserordentlich intelligent und erwartet natürlich auch, dass ich auch perfektionistisch und ausserordentlich intelligent bin.

Mein Eindruck ist, dass wirklich intelligente Leute unter einem sozialen Defizit leiden. Irgendwie betrachten die das Leben kalt und nüchtern wie ein Atom unter dem Elektronenmikroskop. Und manchmal wackelt auch die Mauer zwischen Genie und Wahnsinn ...

Ich finde dafür, dass ich erst 2 Monate hier bin, erledige ich schon beinahe alle meine Aufgaben selbstständig. Aber wenn ich eine kleine Frage (nur zur Sicherheit) habe, dann reagiert sie gereizt und gibt mir keine wirkliche Antwort. Sie meint, sie erkläre alles genau einmal, danach darf ich sie nicht mehr fragen.

Das ist natürlich Blödsinn und ein Führungsmangel. Sie als deine Chefin hat dir alles so zu erklären, dass du es verstehst und du deine Aufgaben erfüllen kann.

Aber wenn ich etwas nur minim falsch mache, sagt sie ich hätte sie vorher fragen sollen.

Eben !

Ist das nicht zuviel verlangt?? Ich denke immer, die soll erst mal jemanden finden, der alles so schnell versteht und selbstständig arbeiten kann nach 2 Monaten.

Ausserdem spricht sie sehr wenig. Sie geht jedem Gespräch mit mir aus dem Weg,

Ihr sollt ja auch arbeiten und nicht Kaffeeklatsch halten ...

doch mit den Dozenten (die erst Abends kommen) kann sie am Telefon stundenlang über die Empfangsdame lästern und über Schüler. Ich denke, sie zieht auch über mich her, wenn ich nicht da bin. Ansonsten ist es fast jeden Tag so, dass wir nicht mehr als 5 Minuten an einem Tag sprechen.

Wenn sie mich etwas, muss ich immer sofort auswendig Bescheid wissen und ich fühle mich auch unter Druck gesetzt.

Man erwartet eine allgemeine Kenntnis des Geschäftsbetriebes. Natürlich kann man nicht über jeden Pfurz Bescheid wissen, da muss man dann eben Akteneinsicht nehmen.

Oft muss ich eine Arbeit auch sofort abbrechen, wenn sie etwas will..

Nun, das ist das Vorrecht einer Chefin, dass man sie nicht warten lässt. Das ist aber eigentlich üblich.

Das Seltsame daran ist, dass sie immer einen ruhigen Ton bewahrt. Aber das, was sie sagt gefällt mir nicht.

Das ist ihr Charakterzug: intelligent und beherrscht, dabei wissend, was sie sagt und wie es beim Empfänger ankommt. Worte, die wie vergiftete Pfeile abgeschossen werden.


Wenn ich etwas nicht richtig weiss, oder es ihr zu lange dauert, wirft sie mir einen richtigen Todesblick zu, aber der Ton bleibt freundlich.

"Sowas lebt, und Schiller musste sterben !

Irgendwie fühle ich mich ihr auch verpflichtet. Die Schule läuft nicht gut und sie hat sich für ein Jahr keinen Lohn gutgeschrieben. Ich trage wahnsinnig viel Verantwortung für mein Tun. Ich könnte es irgendwie nicht antun zu kündigen.

Ich gehe davon aus, dass früher gut bis sehr gut verdient wurde und dass man so auch eine Durststrecke überwinden kann. das bedeutet für dich aber, dass du jederzeit mit einer Kündigung wegen der wirtschaftlichen Verhältniasse rechnen musst. Deine Chefin wird sicherlich in der Lage sein, dir mit einem süssen Lächeln die Kündigung zu überreichen, garniert mit ein paar ätzenden Worten. Du kennst die Worte: Undank ist der Welt Lohn?

Mir tut es manchmal richtig weh, wenn mir mein Freund erzählt wie witzig doch die Raucherpause mit den Kollegen war..

Ich habe nie eine Pause

Selbstverständlich hast du eine Pause. Du musst diese nur in Anspruch nehmen.

und Kollegen hab ich auch nicht.

Wenn das Telefon abhebe, ist meine Stimme oft wie eingerostet, weil ich so selten spreche..



Frau A. lässt mich auch oft alleine im Geschäft, dies macht mir Nichts aus. Aber das ständige Geschweige und stur bei der Arbeit sein.. Das geht mir auf den Keks..

Ich glaube diese Frau weiss meinen Einsatz gar nicht zu schätzen und auch meine gutmütige Person nicht.

Gutmütigkeit kann bedeuten: du bietest dich als Opfer an. Du musst dich aber selber als aufrechten Menschen mit allen Rechten begreifen ...

Wenn ich künden würde, denke ich hätte ich auf dem Arbeitsmarkt wieder genau dasselbe Problem: Zu jung, zu wenig Erfahrung. Eigentlich bin ich froh, dass mir endlich mal jemand eine Chance gegeben hat.. Aber wie lange werde ich das aushalten? Wohl kaum 2 Jahre, wie das jede Stellenausschreibung vorgibt..

ich weiss nicht, wie dein Büro aussieht: bringe etwas hinein, was schön ist: eine kleine Vase mit einer Blume, ein altmodisches Tintenfässchen mit dem dazugehörigen Schreibutensil. Einen Bleistiftspitzer mit Bleistiften, die man auch mal anspitzen kann, wenn sie bereits spitz sind.

Ich z.B,. habe einen Kompass auf meinen Tisch stehen: der soll mich immer daran erinnern, den richtigen Weg zu finden ...


Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie ist es euch ergangen in der Zeit? Bitte meldet euch, ich weiss nicht wo ich mir sonst hilfe holen könnte.

Leistungsfähige Menschen machen den Fehler, sich über ihre Arbeit zu definieren. Was aber bleibt von einem Menschen übrig, der seine Arbeit durch Arbeitslosigkeit, durch Krankheit oder Rente verliert und dessen Lebensinhalt nur seine Arbeit bei einem Dienstherrn war? Ein Schatten ...

Deshalb ist es wichtig, seine Arbeit ernst zu nehmen, weil diese es ist, die zum Lebensunterhalt beiträgt, aber man darf der Arbeit nicht das Gewicht zumessen, dass sie in der Lage ist, einen in tiefe Traurigkeit und Lebensunlust zu stürzen.




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sensimilia87 (03.03.2010)

  #3  
Alt 03.03.2010, 16:32
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Hallo Nontestatum

Zuerst bedanke ich mich für deine schnelle Antwort. Es scheint, als hättest du dich prächtig über mein Problem amüsiert. Hast dir wohl einen abgelacht?!?

Du kannst dich wohl schlecht in Menschen hineinversetzen. Ich wette, du bist ein Mann. Du hast bestimmt keine Ahnung wie es ist mit einer Taubstummen zu arbeiten und sonst niemand in der Nähe zu haben. Hast wohl deine Kumpels, mit denen du lustige PP's austauscht und zu Mittag isst.

Ich arbeite in einer fremden Stadt, kenne hier niemanden. Und ich mache deshalb keine Pause, damit ich so viel wie möglich erledigen kann und es sich sowieso nicht lohnt, 5 Minuten alleine vor der Tür zu stehen oder was auch immer.

Also von wegen "Kaffeeklatsch"..! Habe es meiner Meinung nach ausdrücklich geschildert, wie das so abläuft bei uns. Ich weiss nichts von der verstehst du? Keinen Plan, ob Sie einen Mann hat oder Kinder. Wir sprechen wirklich über nichts.

Bin doch kein Opfer, nur weil ich Einfühlungsvermögen habe und hilfsbereit bin.

Und sie wird mir bestimmt nicht künden, weil Sie 2 Sekretärinnen durch mich ersetzt hat. Ohne eine Angestelle kann die den Laden dicht machen.

Mein Tipp: Nimm die Menschen ernst, egal wie jung, wie alt, wie gross, wie klein usw sie sind.
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  #4  
Alt 03.03.2010, 20:43
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Hallo Sensimilia,

ich finde eigentlich nicht, dass nontestatum sich über dich lustig macht. Er sieht die Angelegenheit halt von einer anderen Warte aus, d.h. er hat wohl mehr Erfahrung im Berufsleben als du. Die zwei Stellen, die man - aus meiner Sicht - falsch verstehen könnte, sind nicht als Spitze gegen dich gedacht, sondern sollten dich wohl aufmuntern.

Grundsätzlich habe ich aber eine Frage an dich: Die Situation, die du schilderst, scheint für dich beinahe unerträglich zu sein. Was also spricht dagegen, dich woanders zu bewerben, und deiner Chefin dann - freundlich lächelnd - die Kündigung zu überreichen, wenn du eine andere Stelle hast?

Denn so, wie du es schreibst, hast du bald einige gesundheitliche Probleme, wie z.B. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, evtl. Depression (been there, done that--glaub mir, ich weiß wovon ich spreche ), die sich -auch langfristig - auf deine Arbeitsweise auswirken können. Und du hast besseres verdient als das...oder?

Letztendlich liegt es an dir, zu entscheiden, wie lange du das mitmachen willst...denn wie du selbst sagst, wird sie dir nicht kündigen, da bist du für sie viel zu praktisch (wenn du für 1x Lohn 2x Arbeit machst) und kostengünstig.
Danebenbenehmen, nur damit sie dich rauswirft und du nicht kündigen musst, ist auch nicht ratsam, da sie dir ja ein Zeugnis ausstellen muss, und dir dein Fehlverhalten dort die nächste Stelle versauen kann.

viel Glück bei der Entscheidung!
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TMN (07.03.2010)

  #5  
Alt 03.03.2010, 22:04
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Zitat:
Zitat von sensimilia87 Beitrag anzeigen
Hallo Nontestatum

Zuerst bedanke ich mich für deine schnelle Antwort. Es scheint, als hättest du dich prächtig über mein Problem amüsiert. Hast dir wohl einen abgelacht?!?

Jedes meiner Worte ist bedacht und tödlich ernst gemeint.

Du kannst dich wohl schlecht in Menschen hineinversetzen. Ich wette, du bist ein Mann. Du hast bestimmt keine Ahnung wie es ist mit einer Taubstummen zu arbeiten und sonst niemand in der Nähe zu haben. Hast wohl deine Kumpels, mit denen du lustige PP's austauscht und zu Mittag isst.

Du arbeitest in der Schweiz? Wenn das so ist, dann bete, dass dort niemals bundesdeutsche Verhältnisse eintreten. In Deutschland haben Arbeitnehmer gefälligst zu arbeiten, und sich nicht (auch noch während der Arbeitzeit) privat zu unterhalten. Arbeitnehmer müssen auch damit rechnen und dies auch so einkalkulieren, dass sie abgehört und beobachtet werden, die Miniaturiesierung macht es möglich. Ob das legal ist oder strafbewehrt [Strafe für Arbeitgeber: ], interessiert in Deutschland keine S au. Du erlebst derzeit eine Vereinsamung, weil du z.B. nicht in enem grösseren Haus oder einem Grossbüro arbeitest, sondern in einer kleinen Beschäftigungseinheit. Dieser Effekt ist bekannt, dieser Effekt trat z.B. bei früheren Segelschiffseereisen auf. Der Kapitän konnte wegen der Standes- und Bildungsunterschiede und aus Authoritätsgründen nicht mit der Mannschaft fraternisieren und erlitt dann auf Dauer seelische Verzerrungen, die die Mannschaft dann ausbaden musste. Als das Problem erkannt wurde, hat man den Kapitänen eine Begleitperson [Gentleman's Gentleman] mitgegeben, das waren dann z.B. Offiziersanwächter, Forschunsgreisende usw. Es gibt einen Film, Master and Commander, da ist das Problem auch dargestellt. Aber deine Situation ist ja noch Gold. versetze dich mal in die Lage eines Aussendienstlers, der die ganze Woche über auf Tour ist und Aufträge reinholt, bei der Kundschaft bettelt, und der anlässlich des wöchentlichen Rapportes von seinem Teamleiter gnadenlos niedergemacht wird, weil wieder nicht genug Umsatz generiert wurde, dies Woche für Woche. Natürlich unter der Begleitmusik regelmässiger Kündigungsandrohungen und eines Vokabulars, mIt dem man nicht mal Hunde beglückt. Oder stelle dir eine Alleinkraft in einem Ersatzteillager vor, z.B. bei einem Seeausstatter. Der arme Kerl leistet das Menschenmögliche, aber bei der Vielzahl der Ersatzteile wird der es nie schaffen, seine Kunden 100% zufriedenzustellen, der hat täglich irgendwelche aufgeputschten Seeleute am Telephon, die ihn wegen eines falschen oder sonstwie nicht passenden Ersatzteiles an der nächsten Rah aufknüpfen wollen. Das sind alles Leute, die können sich mit niemandem austauschen, sind in irgendwelche unglücklichen Umstände gepresst und festgenagelt.

Ich arbeite in einer fremden Stadt, kenne hier niemanden.

Und ich mache deshalb keine Pause, damit ich so viel wie möglich erledigen kann und es sich sowieso nicht lohnt, 5 Minuten alleine vor der Tür zu stehen oder was auch immer.

Du hast sicherlich 30 Minuten ... Mittagspause. Wenn du diese Zeit deinem Arbeitgeber schenkst, dann ist das deine Entscheidung und Dank wirst du nicht ernten.

Also von wegen "Kaffeeklatsch"..! Habe es meiner Meinung nach ausdrücklich geschildert, wie das so abläuft bei uns. Ich weiss nichts von der verstehst du? Keinen Plan, ob Sie einen Mann hat oder Kinder. Wir sprechen wirklich über nichts.

Wo steht in deinem Arbeitsvertrag, dass jemand dir Gesellschaft und seelischen Beistand leistet? Nirgendswo! Dein Arbeitsvertrag sagt nur aus: Arbeite und dann scher dich weg! In Deutschland erwartet man nichts anderes. Früher war es z.B. üblich, dass Angestellte noch Arbeit mit nach Hause genommen haben. Selbst das ist inzwischen brandgefählich, weil ständig nach Gründen gesucht wird, Personal rauszuwerfen. Wer sowas macht, kann mit dem Vorwurfs des Diebstahls und der Wirtschaftsspionage rechnen, fristlose Kündigung.

Bin doch kein Opfer, nur weil ich Einfühlungsvermögen habe und hilfsbereit bin.

Nein, natürlich nicht. Deine Chefin darf dir nur ungebührlich antworten und dich mies aussehen lassen ...

Und sie wird mir bestimmt nicht künden, weil Sie 2 Sekretärinnen durch mich ersetzt hat. Ohne eine Angestelle kann die den Laden dicht machen.

Das übersetze ich jetzt mal so: du kriegst Prügel für zwei, aber Lohn für einen

Mein Tipp: Nimm die Menschen ernst, egal wie jung, wie alt, wie gross, wie klein usw sie sind.

Das tue ich. Ich habe meine Lebenserfahrung in meiner Signatur zusammengefasst. Schau hin!

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  #6  
Alt 07.03.2010, 17:22
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@ sensimilia87: Vorweg ein kleiner Tip: Sieh dir mal den Film "Der Teufel trägt Prada" an. Sieh ihn nicht als Unterhaltung sondern analysiere mal, was dort abgeht und wie weit auch ein Anfangs extrem unterkühltes Verhältnis gehen kann, wenn man nur die richtigen Hebel umlegt und die richtigen Knöpfe drückt.
Wenn die 87 deinem Geburtsjahr entspricht, wirst du 22, bald 23 Jahre jung sein. Und wie alt ist deine Chefin? 45? 50? 55?
Sie könnte alterstechnisch sozusagen deine Mutter sein.
Sie hat sicher schon mehr als 20 Jahre Berufserfahrung, also sieht sie sich natürlich in einer Position, die deiner weit überlegen ist.
Die Gründe sind klar, die Folgen bekommst du nun leider zu spüren. Sie hatte sicher schon einige Sekretärinnen und war am Ende selbst mal eine.

Das schlimmste, was du machen kannst ist JETZT einzuknicken und aufgeben.
Lebe damit und mache deine Arbeit konzentriert und arbeite dich ein, mache auch mal bei Gelegenheit was, wo die Chefin sieht, dass du nicht nur Dienst nach Vorschrift machst, denke mit und verschaffe dir dadurch das, was du jetzt einfach noch nicht haben kannst: Respekt!

Ganz wichtig ist auch, dass du dir einen Ausgleich schaffst. In einer fremden Stadt sind Dinge wie neue Freunde, eine beste Freundin oder ein fester Freund genau das, was einem Halt gibt.
Eine neue Umgebung ist eine neue Chance. Sie es so und nutze es so!

Sieh diese Erfahrungen als Chance. Klingt krass, aber lerne daraus, wie du damit umgehen kannst!

Trotzdem würde ich mich weiter bewerben, schlimmer kann es kaum werden.

Ich bin nicht derjenige, der aus'n Nähkästchen plaudert. Vor 8 Jahren, also im zarten Alter von 20, wurde ich aus einem Arbeitsverhältnis rausgeekelt und meine nahesten Kollegen haben sich darum gekümmert, dass ich auch bei Zeiten meine Kündigung bekomme. Grund dafür: Ich wollte mehr als nur Produktionsmitarbeiter sein. Eine Kollegin im Alter von damals 44 Jahren aber auch...
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