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| Duisburg/Köln (RPO). Jede Menge Überstunden, zu wenig Geld, zu viel Stress - wohl jeder hat diese Worte schon einmal gehört, wenn er sich mit Freunden über den Job unterhalten hat. Eine nun veröffentlichte Studie stellt denn auch fest, dass die Deutschen immer unzufriedener werden mit ihrem Arbeitsleben. Das sieht ein arbeitgebernahes Institut jedoch ganz anders. Die Universität Duisburg-Essen hat die Daten des sogenannten Sozio-ökonomischen Panels mehrerer Jahre ausgewertet. Dafür werden jedes Jahr etwa 20.000 Menschen nach der Zufriedenheit mit ihrem Job, ihrer finanziellen Situation oder etwa auch nach ihrem Bildungsstand befragt. Das Ergebnis: Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerteten die Befragten ihre Arbeitszufriedenheit im vergangenen Jahr mit 6,8 Punkten. 1984 waren es noch 7,6 Punkte. Dementsprechend sind die Deutschen tatsächlich wesentlich unzufriedener mit ihrer Arbeit als noch vor 25 Jahren. Und auch im internationalen Vergleich sieht es für die Bundesrepublik alles andere als gut aus. Dort rangiert Deutschland auf Platz 18, nur in der Slowakei, der Ukraine, Bulgarien und Russland sind die Arbeitnehmer noch unzufriedener. Von Arbeitsbelastung bis Lohn Die Gründe für die zunehmende Unzufriedenheit haben die Wissenschaftler vom Institut Arbeit und Qualifikation schnell ausgemacht. Sie sprechen von einer zunehmenden Arbeitsbelastung, Problemen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geringen Lohnsteigerungen und wachsender Unsicherheit über die berufliche Zukunft. Damit dürften die Forscher der Realität sehr nah kommen, schließlich prägten hohe Arbeitslosenquoten jahrelang die Bundesrepublik, und die hohe Abgabelast führte dazu, dass etwa die FDP Steuersenkungen fordert, während andere für eine Entlastung bei den Sozialabgaben plädieren. Themen also, die die Öffentlichkeit und die Politik immer wieder beschäftigen. Die gleichen Zahlen-Grundlage, aber eine andere Einschätzung liefert dagegen das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. Sie nehmen die Zahl von knapp sieben Punkten aus dem Jahr 2008 als Grundlage ihrer Bewertung und sehen darin eine überwiegende Zufriedenheit der Arbeitnehmer. Schließlich ist der Wert noch immer näher an der Maximal- als an der Minimalpunktzahl. Allerdings verwundert diese Einschätzung kaum, wenn man beachtet, dass das Kölner Institut den Arbeitgebern nahesteht. IW: Auszubildende überwiegend zufrieden Interessant sind beide Sichtweisen dennoch, schaut man auf die Details. So erklärt das Kölner Institut etwa, dass sich Auszubildende mit 57 Prozent stark zufrieden über ihre Arbeit äußerten, bei den geringfügig Beschäftigten waren es nur 40 Prozent, bei den Selbstständigen 52 Prozent. Was die Auswertung des Instituts der Deutschen Wirtschaft allerdings vermissen lässt, sind Vergleichswerte zu den vergangenen Jahren. Die liefern die Duisburger mit ihrer Langzeitauswertung. Demnach sind es vor allem die älteren Arbeitnehmer über 50 Jahre, deren Jobzufriedenheit sich enorm gewandelt hat. Mitte der 80er beurteilten sie diese auf besagter Skala noch mit 7,9 Punkten und waren die zufriedensten Arbeitnehmer. Heute liegen sie mit 6,6 Punkten sogar unter dem Durchschnitt. Die liefern die Duisburger mit ihrer Langzeitauswertung. Demnach sind es vor allem die älteren Arbeitnehmer über 50 Jahre, deren Jobzufriedenheit sich enorm gewandelt hat. Mitte der 80er beurteilten sie diese auf besagter Skala noch mit 7,9 Punkten und waren die zufriedensten Arbeitnehmer. Heute liegen sie mit 6,6 Punkten sogar unter dem Durchschnitt. Weniger überraschen mag da, wie die Kölner feststellten, dass die Zufriedenheit mit sinkendem Einkommen abnimmt. In diesem Zusammenhang könnte auch die Feststellung der Duisburger stehen, dass Menschen mit einer höheren Bildung generell glücklicher sind als diejenigen mit niedrigeren Abschlüssen. Und es gibt auch noch eine andere Entwicklung: Die Ostdeutschen, seit der Wende überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen, waren jahrelang unzufriedener mit ihrer Arbeitssituation als die Westdeutschen. Doch dieser Unterschied glich sich in den vergangenen Jahren immer mehr an. |
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