Jeder siebte Euro des Wirtschaftswachstums im Jahr 2010 wurde in der Zeitarbeitsbranche erwirtschaftet – diese Bilanz veröffentlichte jetzt der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP). Doch wie kann diese volkswirtschaftliche Leistung entstehen?
"Unsere Branche ist extrem schnell und kann sehr gut zuhören", sagt Natalia Hoffmann-Demsing von Joker Personaldienstleistungen. "Wir finden in kürzester Zeit passende Mitarbeiter und suchen über alle Kanäle. Das können vor allem kleinere Unternehmen selbst gar nicht leisten."
Als Makler und Mittler zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen sieht sich auch Werner Faber von Faber & Faber Personaldienstleistungen. "Unsere Prozesse sind auf eine schnelle Suche ausgerichtet und unsere Auswahlverfahren sehr viel exakter als bei den meisten Firmen. In Zukunft kommt uns auch die Rolle zu, die Unternehmen von unrealistischen Vorstellungen über die Qualifikation von Bewerbern abzubringen – denn der Markt ist so eng, da wird man Abstriche machen müssen."
Ute Happe von Kangaroo vermittelt in eine Branche, in der es "Chancen ohne Ende" gibt – ganz unabhängig von Konjunkturzyklen: "Der Bedarf in der Pflege ist so groß, dass viele Unternehmen bereit sind, die über uns vermittelten Arbeitnehmer weiterzuqualifizieren."
Grundsätzlich profitiert die Branche auch von der Unsicherheit der Arbeitgeber: "Viele Unternehmen trauen sich noch nicht, feste Stellen zu schaffen, und greifen auf die Lösung Zeitarbeit zurück", sagt Andreas Radtke, Personalberater bei Jobsolutions in Düsseldorf. "Das ist nach der Krise eine sichere Variante."
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Zeitarbeitsbranche: Schnelligkeit ist Trumpf | RP ONLINE