Erfahrungen zum Burnout-Syndrom
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Erfahrungen zum Burnout-Syndrom

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  #1  
Alt 26.03.2008, 16:32
Benutzerbild von Franky
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Franky befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Erfahrungen zum Burnout-Syndrom


Diese Umfrage soll dazu dienen, über diese Art von Erschöpfung zu diskutieren und anderen Menschen mit Erfahrungen und Tipps weiterzuhelfen.

Für nähere Information sei an dieser Stelle auf einen Artikel von arbeits-abc.de und der Wikipedia verwiesen.
__________________
Beste Grüße
Franky
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Geändert von admin (02.07.2011 um 17:31 Uhr)
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  #2  
Alt 31.03.2008, 14:16
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Cindel befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Ermüdungserscheinung hat man schon ab und zu, aber ob das gleich Burnout ist, kann ich nicht sagen.

Ich denke, in unserer heutigen Gesellschaft wird viel zu viel in gewisse Dinge hineininterpretiert.

Ein Bauer werkelt auch von früh bis abends auf dem Hof, wenn da jeder gleich Burnout hätte.

Vielleicht hilft zu Entspannung auch, einfach Abends mal den Fernseher aus lassen und sich ein Buch vornehmen.

Den ganzen Tag Stress und dann noch Abends mit sinnfreien Sendungen den Kopf zudröhnen lassen, das kann auf Dauer nicht gut gehen.

An dieser Ausgebranntheit sind meiner Meinung nach die meisten selber Schuld oder wenigstens tragen sie eine Teilschuld. Ausnahmen bestätigen die Regel.
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  #3  
Alt 07.04.2008, 16:55
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Cosima befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Ich hatte Burnout, obwohl ich zu dem Zeitpunkt nur Hausfrau und Mutter gewesen bin. Du Umstände die dazu führten waren sehr vielschichtig. Wir waren berufliche mehrfach umgezogen, hatten somit keinerlei Verwandtschaft in der NÄhe und Freunde mußten wir uns auch immer wieder neue suchen. Mein Mann war beruflich viel unterwegs und ich mit erst einem dann zwei Kindern auf mich gestellt. Dazu kam, dass unser großer ständig krank gewesen ist, ein sog. Schreikind war, ich kaum noch schlafen konnte und so hat sich das alles dann aufgebaut. Dazu kam Stress mit meinen SE, die immer wieder dafür sorgten, dass Unruhe in unser Leben kam und mein Mann war zu oft auf Dienstreisen.

Aber jetzt zum Burnout (haben den Artikel auf Wikipedia nicht gelesen), wie's bei mir war.

Ständig müde, keine Lust und Kraft mehr auch nur irgend etwas zu tun, absolute Lustlosigkeit. Antriebsarmut, jeder Handgriff war zu viel, ich fühlte mich überfordert und total ausgelaugt. Konzentrationsstörungen.
Zudem war ich ständig krank, immer wieder innerhalb kurzer Zeit Erkältet, mal mehr mal weniger stark. Dazu kamen diverse andere körperliche gesundheitliche Beschwerden.

Geändert habe ich vieles im Leben und die Kinder sind auch größer geworden, umziehen werden wir nur noch im Notfall, mein Mann hat einen Job gefunden, der ihn nicht so sehr fordert. Somit kann er mich auch eher mal entlassten.

Ja, auf eine gewisse Weise ist man selbst schuld und doch sieht man es oft nicht rechtzeitig, weil es leider auch Situationen gibt, aus denen man nicht so einfach entfliehen kann oder die man ändern kann.

Und zum Vormann, die Entspannung alleine ist es nicht. Fern hab ich selten gesehen, ich liebe Bücher, aber es gibt einfach Situationen, da schlittert man so rein. Jetzt von außen betrachtet und 5 Jahre später, denke ich auch, warum mußte es so weit kommen. Nur wenn man in einer solchen Situation steckt, sind es noch die vielen Kleinigkeiten, die dazu führen. Es hört sich von außen vieles einfach an, aber nicht von innen.
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  #4  
Alt 14.04.2008, 17:40
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Mulmig befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Es ist ein komplexes Thema. Ich denke es müsste viel mehr darüber geredet werden.
In Betrieben der oft unmenschliche Druck. Das ewige gegeneinander! Habe persönliche Erfahrung. Konnte mich noch früh genug befreien Dank meiner Ärztin. Aber wer gibt offen zu dass er Hilfe braucht.
Habe eine Freundin verloren, die den Druck nicht mehr aushielt und sich selbst ein Ende setzte.
Einen Freund meines Mannes konnten wir gerade noch retten.
MITEINANDER REDEN ist sooo wichtig.
Ich frage mich, in welch einer Gesellschaft leben wir.

Vielleicht kann ich Reaktionen von euch lesen.

Gruß Mulmig
----------------------------
Es gibt immer einen Weg
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  #5  
Alt 08.07.2008, 00:34
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blus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard zu dem Thema wurde schon eine weile nichts geschrieben

...das ich persönlich sehr schade finde, denn ich bin seit ca anfang Dezember erst aus dem "Mist" raus und immernoch falle ich hin und wieder in das "Alte Schema" zurück. Leider ist es tatsächlich so das man selbst (zumindest ich) nicht mitbekomme wann es Zeit ist die Bremse zu ziehen. Ich merke es erst dann wenn es zu spät ist(1 Rückfall für ca.14Tage hatte ich konnte aber wesendlich besser damit umgehen). Zu dem Sindrom kommt auch eine Depression dazu. Bei mir ist es mein Beruf der mich in die Situazion gebracht hat und seit dem bin ich nicht mehr sooo belastbar wie zu vor. Immer deutlicher wird mir, dass ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann, auch durch die Therapie die ich immernoch mache. Am schlimmsten war es für mich das ich mich selbst nicht mehr erkannt habe und dadurch fast alles was ich liebe und aufgebaut habe verloren hätte und mich selbst nicht rühren konnte. Eine absolute Hilfslosigkeit gegenüber sich selbst. Viele meiner Freunde, Arbeitskollegen, Bekannten und Familienangehörige haben versucht mich zu "wecken", jedoch wie kannst du mit jemanden über deine Situazion sprechen wenn du diese selbst nicht verstehst. Es ist eine ganz bescheuerte Situazion. Und ich kann eigendlich nur vom Glück sprechen das meine Familie (meine Frau) mich tatsächlich so liebt und in dieser Zeit zu mir stand obwohl sie es auch nicht verstand was mit mir los war. Ich glaube das so ein Mensch nur mit liebe zu ertragen ist! Danke für die Geduld und an den Glauben an mich! Nun gut, dank der Therapie habe ich und wir vieles geendert und sind immernoch dabei etwas zu verendern an unserem Lebensstil, aber es gibt auch Faktoren an denen man nichts endern kann wie die Arbeit da muss man durch. Diese Erfahrung wünsche ich niemanden, sollte man vermeiden. Mich würde es interessieren wie lange man so unstabiel bleibt; ich weiß das es individuell ist. Meine Befürchtung ist das ich tatsächlich es nicht mehr packe in meinem Berufszweig zu bleiben deshalb werde ich auch alles dafür tun mich beruflich umzustrukturieren. Evtl. mache ich da einen riesen Fähler denn in der Pflege als Mann hat man immer Arbeit und gute Aufstiegsmöglichkeiten...Leider ist das so eine Sache, was nutzt die ganze Sicherheit wenn man dadsurch Krank wird???

Es währe schön wenn mehr Beiträge zu diesem Thema kommen würden.

LG Blus
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  #6  
Alt 21.07.2008, 13:48
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sanne befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Da schließe ich mich doch Cindels Meinung vollkommen an!
Heutzutage wird viel zu viel in alles hineininterpretiert.
Jedes dritte Kind, dass nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht, hat plötzlich ADHS und scheinbar jeder dritte Mensch in Deutschland leidet plötzlich unter Burnout.
Mein Vater hatte damals die 6 Tage Woche (48Std) und litt nicht unter Burnout. Meine Mutter hat immer mit uns beiden Kindern gearbeitet, war zwar auch kaputt, genoss trotzdem ihr Leben.
Mein Mann und ich haben ebenfalls mit unseren beiden Kindern immer gearbeitet, Schulungen, Fortbildungen nebenher besucht und leiden auch nicht unter Burnout.
Natürlich ist man mal kaputt, ausgelaugt und hat zu nichts Lust, erst recht im Schichtdienst, aber auch das gibt sich wieder.
Wenn man so gar nicht mehr auf die Beine kommt, denke ich mal, ist es eher mit einer Depression zu vergleichen (habe den oben genannten Link allerdings nicht gelesen). Depressionen gab es schon immer und die müssen natürlich behandelt werden.
Burnout ist meiner Meinung nach nur wieder so ein Schlagwort das bald durch ein neues ersetzt wird.
Das war jetzt meine ganz persönliche Meinung!!!
Viele Grüße
Sanne
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  #7  
Alt 05.08.2008, 18:38
Felicitas
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Beiträge: n/a
Standard Burnout und Depression sind zwei verschiedene Dinge

aber sie treten häufig gemeinsam auf.

Wobei sich beides bedingen kann. Wer so abschätzig darüber spricht hat schlichtweg soviel Ahnung vom Thema wie ein Gehender davon, im Rollstuhl zu sitzen!!!

Und Arbeitsbedingungen sind per Demonstrationen verändert worden, weil es unmenschliche Gründe dafür gab, auch wenn es keine definierte Diagnose der Zeit dafür gab.

Und das Burnout wird erst langsam in seinem Ausmass zum Thema, da es gerade in der heutigen Zeit sehr unauffällig beginnt. Und natürlich liegt es nicht immer an der Firma, aber doch auch an unserer modernen Welt.
(Kindesmissbrrauch wird einerseits auch erst richtig aufgedeckt, nimmt aber auch zu -wird das überinterpretiert, nur weil man schon im Mittelalter ungewollte Kinder "totgeschlafen" (gequetscht) hat?)

Die unauffälligste Strategie ist die des Workaholismus.
Das schaffe ich auch noch, das schaffe ich auch allein, hier eine Aspirin, da Wikdaymed, Ärzte brauch ich nicht, Koffein, Kinder von der Schule, Handy am Ohr, einer arbeitet Morgens, der Lebenspartner Abends, gerecht werden, Kontakte ziehen weg, neue müssen aufgebaut werden, nebenberuflich aus moralischen Gründen zwei bettlägerige Elternteile versorgen, etc.
Stichworte Motivation beweisen, Flexibilität, Mobilität, Erreichbarkeit. Druck durch die Individualisierung von gesellschaftlichen Problemen.

(Eigentlich geht es mit dem Borderline-Begriff als Gesellschaftsbild schon weiter... obwohl ich bis vor kurzem damit auch nicht viel anfangen konnte.)

Ich habe Ende letzten Jahres auch wieder einmal die Reissleine gezogen. Ein schlimmes Burnout mit Depression hatte ich schon anfang 20. Eigentlich was für Leute ab 35 aufwärts, die schon 15 Jahre in der Pflege arbeiten hiess es damals.
Hatte bei mir nur andere, soziale Gründe.
Diesmal habe ich ein Burnout, aber ganz klar ohne Depression. Diese Differenzierung ist mir auch wichtig, da keinen "passiven Handlungsspielraum" empfinde, wie ich es mal zu nennen versuche.

Und auch wenn Arbeitsamtspsychologen nach einer halben Stunde was anderes sagen, hat es diesmal mit dern äusseren Arbeitsbedingungen zu tun.
Dass ich zu zu hoher Leistung neige weiss ich seit damals. Aber wenn Leistungsdruck und Existenzangst zusammenkommen, ist der evt. Zwangsmechanismus, der in Gang kommt nicht nur meine subjektive Einstellung.

Meine Auftraggeber wollten mit mir zusammenarbeiten, weil ich diese "Arbeitseinstellung" mitbrachte für das Geld, das sie bereit waren zu zahlen. Und um dass ich regelmässig debattieren musste, weil es darum ging davon die Werkstatt zu bestücken, die Mieten zu bezahlen und den Kühlschrank voll zu kriegen. (Zugegeben ist meine Branche allerdings auch sehr extrem.)

Und ja, wir haben hier in Berlin unter den Arbeitsplätzen auf Rechnungsbasis und natürlich auch auf den letzten "Regulären" schon lange Bedingungen wie im Entwicklungsland. Trotzdem sind wir immer zu teuer. Das liegt auch am Konsumverhalten und den Ansprüchen. Dann
wiederum verlangen Arbeitgeber Überqualifizierungen für geringerere Löhne.

In meinem Bekanntenkreis machen einige zwei bis drei Jobs.
Und bei zwei Halbtagstellen stellt der einzelne Arbeitgeber umfassende Verfügbarkeitsansprüche, als wäre er der einzige.
Sage ich da nein, heute muss ich mal auf die grüne Wiese?

Damals hiess es noch, Halbtagsstellen für Alleinerziehende müssten gewährleisten, dass man damit seine Grundsicherung erwirtschaften kann...

Ich finde, in ein gebrochenes Bein sollte man auch nicht soviel hineininterpretieren! Meine Grossmutter hat sich beim Kartoffelklau nach dem Krieg auch fast zwei Zehen abgefrohren...

Sie hat auch erzählt, das erste was nach dem Krieg florierte, waren die Eckkneipen. Damals hat man von Alkoholismus noch nicht öffentlich gesprochen.


Mit freundlichen Grüssen

Felicitas
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