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#1
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| Wenn der Deutsche Staat jedem Bürger ein Grundeinkommen zahlen würde, dass zum sehr guten Leben reichen würde, würde uns das in die Faulheit treiben? Ich meine, wozu dann noch etwas schaffen und anpacken? Wer würde denn von euch trotzdem noch hart arbeiten? |
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#2
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| Was heisst sehr gut leben? Sagen wir einfach mal: man würde ein auskömmliches Einkommen generieren, gerade soviel, das es wirklich für ein zivilisiertes Leben reicht, sagen wir mal über ALG II bis etwa zu einem kleinen Facharbeiterlohn. Dann würden die Menschen trotzdem arbeiten wollen, weil sie ihr Leben nicht in Sinnlosigkeit verbringen wollen. Es wäre all das möglich, was mit ALG II nicht möglich wäre: Ausbildung, Schule, Studium. Anstatt wie bei ALG II zu Hause zu verschimmeln, könnten die Menschen einen gesellschaftlichen Mehrwert erzeugen, der schlussendlich auch für die Wirtschaft profitabel wäre. Natürlich gäbe dann auch die üblichen "Nutzniesser" des Systems, aber der Prozentsatz wäre hinnehmbar und sehr wahrscheinlich kleiner als jetzt. Es gäbe Nebeneffekte: der Mühe der Einkommensbeschaffung enthoben, würde die Anzahl der Haftinsassen sinken, der Aufwand für den Justizvollzug würde sinken samt der Rechtsprechung drumherum.
__________________ Lieber himmlischer Vater, ein neuer Tag beginnt. Gib mir neue Kraft und Geduld. Tröste mich durch dein Wort. Erquicke mich in meiner Mattigkeit. Sei du bei mir, wenn Schmerzen kommen und ich mutlos werde. Laß mich den Tag bestehen und dankbar annehmen, was Menschen mir Gutes erweisen. Du bist mein Vater, dir vertraue ich mich an. |
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#3
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| naja, einige ruhen sich ja auch mit H4 aus, dass dürfte sich mit einem Grundeinkommen nicht großartig ändern... wenn einem der Job spaß macht, macht man ihn auch gerne - größtenteils unabhängig vom Gehalt Bei mir bspw. war ich im letzten Job zwar gut bezahlt, hab aber lauter Sachen gemacht die mich eigentlich nicht die Bohne interessiert haben...keine Ahnung wie lange das noch gut gegangen wäre - aber eine schleichende Unzufriedenheit hatte ich eh schon bemerkt und ich wurde ja dann sowieso gegangen |
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#4
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| Hallo Die Idee stammt ja von Götz Werner. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden wenn dafür jeder der dieses Grundeinkommen bezieht auch der Gesellschaft etwas dafür zurück gibt bzw. zurückgeben muss. Das bedeutet für mich konkret, dass demjenigen, der sich dann nicht verpflichtet fühlt jeden Morgen am Bauhof der Gemeinde, im Pflegeheim oder sonstigen Institutionen des Allgemeingutes zu erscheinen, um beispielsweise die Städte zu säubern, öffentliche Gebäude wie z.B. Schulen, Bahnhöfe und Kindergärten als Handlanger für Firmen mithelfen diese instand zu halten, Wachdienste und wirksame Aufsicht auf den Schulhöfen zu schieben oder sein Wissen in die Gesellschaft zu tragen, die Leistungen gekürzt werden und mit massiven Einschränkungen der Freiheitlichen Grundrechte, wie z.B. Entzug des aktiven und passiven Wahlrechts, zu rechnen hat. Damit jene daran gehindert werden ihrer Verweigerungshaltung auch noch an der Wahlurne, durch aktive zusätzliche Protektion ihrer Einstellung genehmer Kräfte, Vorschub leisten zu können. Wer nichts zum Wohle der Gesellschaft zu leisten bereit ist, der hat auch kein Recht den Weg zu bestimmen wo die Reise hingehen soll. Im Moment werden schon unglaubliche Summen in Transferleistungen "investiert" ohne auch nur im Ansatz etwas dafür zurück zu fordern. Gerhard Schröder meinte einmal sehr treffend: Es gibt kein Recht auf Faulheit! Und obwohl er gewiss nicht mein politischer Freund ist: Wo er Recht hat, hat er Recht! Das führte dann ja auch mit zu seiner Abwahl. Dem Gesetz der Idealverteilung folgend werden bis zu 40% der Bevölkerung Mühe damit haben für das was sie bekommen dem Leistungsgeber etwas angemessenes freiwillig dafür zurück zu geben, wenn kein Druck besteht oder ausgeübt wird diese Leistung auch einzufordern. Schon jetzt ist ein tiefer Keil in der Gesellschaft wo die einen die noch Arbeit haben immer mehr leisten müssen, um von ihrem stetig sinkenden Einkommen immer mehr Menschen unterhalten zu müssen die nichts zum Volkseinkommen beitragen. Erst kürzlich war ich in Hamburg und fuhr mit der Bahn durch die Stadt. Überall sah ich Berge von Müll und Unrat herumliegen. New York beispielsweise kommt da, mit Verlaub, wesentlich sauberer daher. Am Hauptbahnhof sah ich mich ein wenig neugierig um und beobachtete die Menschen dort. Neben den vielen Reisenden sah ich eine Unzahl von jungen Leuten die da einfach herumstanden und um 10 Uhr bereits eine Molle oder Alkopop in der Hand hatten und eine Zigarette nach der anderen rauchten, während die Polizei immer wieder mal mit 3 Beamten und einem Verhafteten im Gewahrsam zur Wache lief. Da fragte ich mich: Die kriegen doch alle schon mal soviel Geld dass es doch sogar auch für Alkohol und Zigaretten reicht. Ist doch eigentlich Luxus oder etwa nicht? Von Mangel somit also keine Spur. Ich dachte dann so bei mir: Sollen sie gewiss alle auch haben, aber erst wenn der Bahndamm und Gehweg von Hauptbahnhof bis zur HSV Arena blitzeblank ist. Dann kommt auch keiner mehr, wenn es dunkel wird, auf dumme Gedanken, weil er am Feierabend rechtschaffen müde ist von seinem Tagewerk. Die Grundvoraussetzungen eines Grundgehalts sind ja schon in weiten Teilen da. Nur fordert niemand auch etwas dafür zurück. Damit stellt sich doch die Frage warum man das nicht sofort einführt oder längst schon eingeführt hat? Stattdessen macht sich eine so von der Politik gestützte, als sozial oder besser Wohlfahrts-Staat trächtige "All inclusive" Schlaraffenland Mentalität breit, wo schon heute Kinder im KiGa antworten, auf die Frage was sie einmal werden wollen, dass sie einmal später H4 werden möchten. Die H4 Reformen wurden und werden nun sträflich auf dem Rücken derer ausgetragen die 3-4 Jahrzehnte und mehr die Kassen bedient haben, nun kurz vor der Pension von unersättlichen "Shareholders" und Kapitalmarktanalysten erpresste und/oder dadurch fehlgeleitete Unternehmensführungen auf die Strasse gestellt und mit denjenigen in den gleichen Topf geworfen werden die kaum oder gar noch nie etwas für das Land geleistet haben. Das ist die grösste Schweinerei welche die damalige Rot/Grüne Regierung zu verantworten hat. Warum die Roten bisher nur den hohen Preis dafür bezahlen mussten ist mir absolut rätselhaft geblieben. Die grüne Brille verstellt wahrscheinlich dem Wähler der Grünen den Blick, dass er den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Insbesondere wenn er zur Arbeitnehmerschaft zählt. Doch das nur nebenbei. Mein Fazit: Die Idee mit dem Grundeinkommen, dass jeden satt macht, etwas vernünftiges zum Anziehen sichert und ein Dach über dem Kopf bietet ist nicht gefährlich oder verwerflich wenn gleichzeitig der Zwang eingeführt wird dafür auch jeden Morgen aufzustehen und pünktlich und zuverlässig die anstehenden Aufgaben zum Wohle der Gemeinschaft zu erledigen. Ansonsten hat jeder mit empfindlichen und schmerzhaften Einschnitten in seine Lebensqualität zu rechnen. Doch solche Entscheidungen und Beschlüsse sind vor der Gemeinschaft der Wähler gar nicht nachhaltig durchsetzbar. Weil mittlerweile jeder politische Entscheidungsträger doch spürbar nur noch sich selbst der Nächste ist. Und solange sich an dieser Einstellung der Politik und mit diesen Vorbildern die jedes einzelnen Bürgers nichts grundlegend verändert und all jene die nicht im Arbeits- / Leistungsprozess eingebunden sind und eine bestimmende Kraft der Wählerschaft darstellen, die Richtung weisen wo die Reise hingeht; so lange wird der Sog nach unten anhalten bis wir uns vielleicht wieder in einem neuen Klassenkampf finden oder gar in einem Bürgerkriegsähnlichen Zustand. Der schwarze Freitag 1929 war Auslöser der grossen Weltwirtschaftskrise des letzten Jahrhunderts. 10 Jahre später wurde der zweite Weltkrieg in Europa losgetreten weil als Folge der Krise der Faschismus in Europa immer mehr an Boden gewann und Mächte nach oben gespült wurden, Diktatoren, denen man zutraute all die Probleme auf einen Schlag zu lösen. Selbst um den Preis von Mord und Totschlag an anderen Völkern und ethnischen Gruppen. Himmel hilf, dass sich das nicht wiederholt. Ein Grundeinkommen könnte diesen Kräften zumindest den Boden entziehen, daher wäre es durchaus eine Überlegung wert. Gepaart mit der Verpflichtung der Leistungsempfänger zukünftig auch etwas dafür leisten zu müssen könnte enorm Geld an anderer Stelle sparen, den Aufwand gegenfinanzieren und den inneren Frieden wieder herstellen zwischen denen die arbeiten und jenen die bislang Geld für nichts bekommen. Dazu muss es auch ein Mindestlohnniveau für jede Branche geben welches sich in jedem Fall deutlich, mit 20%, über demjenigen der Transferleistungen bewegen muss. Damit sich diejenigen die Transferleistungen bekommen auch wieder zu bewegen lernen bzw. es nicht verlernen. Leistung und Anstrengung soll und muss sich lohnen für diejenigen die sie erbringen. Doch wie schon Mark Twain einmal sehr richtig bemerkte: "Wenn du einen Sumpf trocken legen willst, solltest du niemals die Frösche damit beauftragen" Und weil es in der Politik schon immer mehr Frösche als Störche gibt und gab, schwindet meine Hoffnung den Sumpf in absehbarer Zeit wenn überhaupt je trocken zu kriegen. Und an diesem "schlechten Boden" wird auch, nach meinem Dafürhalten, ein Grundeinkommen nichts aber auch gar nicht ändern. Gruss Trader |
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Franky (21.05.2012) | ||