Gehaltsverhandlungen für Stelle beim Sozialministerium
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Gehaltsverhandlungen für Stelle beim Sozialministerium

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  #1  
Alt 26.04.2011, 17:12
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Standard Gehaltsverhandlungen für Stelle beim Sozialministerium


Hallo zusammen,

ich habe eine Stelle beim Sozialministerium in Aussicht und soll da in einer Stabsstelle mitarbeiten. Dem Ganzen ist eine Initiativbewerbung meinerseits vorausgegangen und der Personalrat hat meiner Anstellung bereits zugestimmt. Vor dem Vorstellungsgespräch sagte man mir am Telefon, dass mir wohl eine Stelle im gehobenen Dienst in der Rolle eines Sachbearbeiters angeboten werde. Jetzt frage ich mich wie ich damit umgehen soll.

Ich habe einen sehr gutes Diplom in Soziologie, ein Praktikum was absolut in den relevanten Bereich fällt (ebenfalls mit sehr gutem Zeugnis), dazu eines was entfernt passt und ehrenamtliche Erfahrung im passenden Bereich, bin aber Berufsanfänger. Dennoch kann man doch eine Stelle als Sachbearbeiter vielleicht bei V-L 9 einordnen und das wäre doch deutlich unter dem Level "Diplom". Das ist eher der Gehaltsbereich Bachelor oder FH aber Diplom?
Die Bewerbung lief nicht darauf hinaus Formulare zu bearbeiten, sondern wissenschaftlich tätig zu werden und da ist doch eine Sachbearbeiterstelle zu tief gegriffen...

Ich möchte mich ungern unter Wert verkaufen daher wollte ich mich vorher mal nach eurer Meinung erkundigen bevor ist in irgendwelche Gehaltsverhandlungen einsteige. Oder ist da eine Forderung nach mehr vermessen? Macht es bei einem Sozialministerium überhaupt Sinn zu verhandeln? Oder sollte ich weniger auf das Gehalt abzielen als vielmehr auf den Rang eines Sachbearbeiters? Ich könnte ja auch als Referent oder wissenschaftlicher Mitarbeiter dort fungieren. was dann TV-L 13 oder ähnliches bedeuten würde...

Ein paar Meinungen wären sehr hilfreich! Danke.

Geändert von admin (02.07.2011 um 19:25 Uhr)
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  #2  
Alt 26.04.2011, 22:57
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Standard AW: Gehaltsverhandlungen für Stelle beim Sozialministerium

Zunächst einmal vorweg: Ich kann Deine Überlegungen sehr gut verstehen. Zu Beginn meines Berufslebens dachte ich ebenso.

Es war für mich auch ganz wichtig, mich mit anderen Berufsanfängern und ihren Gehältern zu vergleichen. Im Laufe vieler Berufserfahrungen haben sich diese Überlegungen allerdings sehr verändert, und zwar weil sich die Lebensläufe so unterschiedlich entwickelt haben. Grundlage hierfür war alles andere als das Einstiegsgehalt.

Wie sich Dein Gehalt auf Dauer entwickeln wird, ist nämlich nur äußerst selten - wenn überhaupt - davon abhängig, was Du ganz am Anfang bekommst. Viel wichtiger sind andere Aspekte.

Zitat:
Zitat von grunge_e_nut Beitrag anzeigen
Vor dem Vorstellungsgespräch sagte man mir am Telefon, dass mir wohl eine Stelle im gehobenen Dienst in der Rolle eines Sachbearbeiters angeboten werde.

[...]

Macht es bei einem Sozialministerium überhaupt Sinn zu verhandeln? Oder sollte ich weniger auf das Gehalt abzielen als vielmehr auf den Rang eines Sachbearbeiters? Ich könnte ja auch als Referent oder wissenschaftlicher Mitarbeiter dort fungieren. was dann TV-L 13 oder ähnliches bedeuten würde...
Es wäre tatsächlich das erste Mal, wenn ich jetzt hören würde, dass ein Berufsanfänger in TV-L 13 eingestuft wird. Allerdings arbeite ich selbst nicht in einer Behörde, kenne da also nicht massenweise Leute.

Wenn Dir eine Sachbearbeiterstelle angeboten wird, dann wird man Dir nicht nach einer Verhandlung plötzlich eine völlig andere Position zugestehen.

Verhandlungsspielraum besteht höchstens in einem kleinen Aufschlag auf die tarifvertragliche Einstufung, die ohnehin vorgesehen war. Wenn die Position doch etwas mehr Verantwortung beinhaltet als die tarifvertragliche Beschreibung, dann könntest Du vielleicht ein- oder zweihundert Euro Aufschlag herausholen, aber nur mit dem Hinweis auf die Verantwortung und Leistung, die damit einhergeht. (Auch der öffentliche Dienst will die Bezahlungen mehr leistungsgerecht gestalten als früher.)

Viel wichtiger als einen Unterschied von ein- oder zweihundert Euro brutto (schmilzt netto auf fast die Hälfte zusammen), ist jedoch ein sehr guter beruflicher Einstieg.

Du hättest auch von viel mehr Geld gar nichts, wenn Dich die Tätigkeit in eine berufliche Sackgasse führen würde. Irgendein Berufsanfänger-verschleißender Job mit extremer Fluktuation bei einer No-Name-Klitsche hilft Dir, wenn Du wieder auf der Straße stehst, nicht für einen Cent weiter.

Das Sozialministerium erscheint mir hingegen als Berufseinstieg für einen Soziologen sehr gut.
  • Den großen Wurf kannst Du also in einer Verhandlung mit einer Behörde, die nach entsprechendem Tarif zahlt, ohnehin nicht herausholen und
  • der kleine Wurf ist nicht so wichtig für Deine weitere Entwicklung und macht netto sowieso nicht so viel aus.

Wenn Du dort länger arbeitest, wirst Du u.U. auch aufgestuft oder kannst Dich intern weiterbewerben. Ein kleiner Aufschlag, den Du jetzt rausholst, wird dann womöglich verrechnet. Es ergibt sich demnach noch nicht einmal ein dauerhafter Vorteil daraus.

Mein Tipp:

Riskiere nicht das Platzen der Verhandlungen dadurch.

Soziologen haben oftmals auch mit sehr guten Abschlüssen Schwierigkeiten, eine Stelle zu finden, wenn sie noch keine Berufserfahrung haben.

Schau im Tarifvertrag nach, was Du als Berufseinsteiger auf Sachbearbeiterposition bekommen kannst und evt. auf einer anderen Position.

Kläre dann im Gespräch zunächst freundlich, wie man die Stelle dort einordnet.

Verlange maximal 200 € mehr als die Einstufung, die der Stelle (Sachbearbeiter oder etwas anderes - je nachdem, was man Dir genannt hat) für Anfänger im Tarifvertrag beigemessen wird.

...Falls man Dich überhaupt danach fragt und nicht von vornherein eine automatische Einstufung vornimmt.

Aber bitte schau bei der Recherche nach Einstufungen und Gehältern ganz genau hin, damit Du keine unrealistische Einstufung vornimmst, weil Du der Überzeugung bist, mit dem sehr guten Abschluss und Deiner Praktikumserfahrung bereits sehr viel Verantwortung übernehmen zu können.

Google auch mal danach, wie dort andere Positionen, und zwar real besetzte Stellen, eingestuft sind. Auf mittlerer Führungsebene wird da wer eingesetzt? Welche Berufserfahrung bringen diese Leute mit? Zehn Jahre Amtskarriere? Seiteneinsteiger mit welcher Vorerfahrung?

Dann bekommst Du ein Gefühl dafür, wo Du Dich da jetzt sehen kannst.

Denke auch daran, dass im öffentlichen Dienst keine Spitzengehälter gezahlt werden, die manchmal - mit einem entsprechenden Glücksjob - in der freien Wirtschaft zu erzielen sind. Aber so mancher Glücksjob hat sich schon als Schleudersitz entpuppt und das Sozialministerium erscheint mir - wie gesagt - als sehr guter Einstieg für einen Soziologen. Später hast Du immer noch diverse Optionen. Erst einmal zählt der berufliche Einstieg.
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Alt 26.04.2011, 23:17
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Zitat:
Zitat von Melete Beitrag anzeigen
Google auch mal danach, wie dort andere Positionen, und zwar real besetzte Stellen, eingestuft sind. Auf mittlerer Führungsebene wird da wer eingesetzt? Welche Berufserfahrung bringen diese Leute mit? Zehn Jahre Amtskarriere? Seiteneinsteiger mit welcher Vorerfahrung?

Dann bekommst Du ein Gefühl dafür, wo Du Dich da jetzt sehen kannst.
Du kannst auch einmal umgekehrt vorgehen: Google mal danach (oder recherchiere sonstwie), welche Stellen dort mit TV-L 13 bezahlt werden. Und dann schau, ob das Berufsanfänger sind.

Diese Einstufung setzt zwar einen Diplom-Abschluss oder Master voraus. Das bedeutet aber noch nicht, dass man eine entsprechende Stelle als Berufsanfänger mit einem solchen Abschluss bekommen kann.
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