Schlechtes Arbeitsklima? Dos und Don’ts für Frieden am Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz verbringen Sie täglich viele Stunden – häufig mehr Zeit, als für Partner, Kinder, Freunde oder Hobbys zur Verfügung steht. Umso wichtiger ist es, gerne zur Arbeit zu gehen, was außerdem maßgeblich zu einem zufriedenen und gesunden Leben beiträgt. Eine große Rolle spielt dabei die Arbeitsatmosphäre. Wir verraten Ihnen, wie Sie mehr Frieden am Arbeitsplatz schaffen.

Inhalt
1. Eine friedliche Arbeitsatmosphäre ist wichtig für die Gesundheit
2. Das Arbeitsklima ist der wichtigste Faktor für das Wohlbefinden
3. Dos: Gutes Arbeitsklima erwünscht? Wie Sie dazu beitragen können
4. Tipp 1: Vermeiden Sie es, (unnötigen) Stress auszulösen oder zu verstärken!
5. Tipp 2: Achten Sie darauf, wie Ihr Verhalten andere beeinflusst!
6. Tipp 3: Setzen Sie auf eine offene Kommunikation!
7. Tipp 4: Seien Sie vertrauenswürdig und loyal!
8. Tipp 5: Achten Sie auf die Bedürfnisse Ihrer Kollegen oder Mitarbeiter!
9. Tipp 6: Vergleichen Sie sich nicht mit anderen!
10. Tipp 7: Seien Sie empathisch und handeln Sie entsprechend!
11. Tipp 8: Stellen Sie keine Fragen…deren Antworten Sie nicht ertragen!
12. Tipp 9: Bedanken Sie sich für Kritik!
13. Tipp 10: Seien Sie selbst die Veränderung, die Sie sich wünschen!
14. Don’ts: So bringen Sie Ihre Kollegen garantiert gegen sich auf!

Eine friedliche Arbeitsatmosphäre ist wichtig für die Gesundheit

Richtig euphorisch sind wohl die wenigsten, wenn morgens der Wecker klingelt und die Arbeit ruft. Dabei kann der richtige Job große Erfüllung bedeuten, angenehm fordern und sogar für gute Laune sorgen. Diesbezüglich ist aber nicht nur das eigene Empfinden von Bedeutung, sondern auch das der Arbeitskollegen wichtig: Mehr Frieden und somit eine gute Stimmung am Arbeitsplatz sind nicht nur erstrebenswert, sondern auch gesund. Erwiesenermaßen erhöht ein gutes Klima im Unternehmen außerdem die Produktivität aller Beschäftigten. Konflikte zwischen Kollegen und dem Vorgesetzten hingegen, können zum Dauerstressor und damit einer echten Belastung für die psychische und physische Gesundheit werden.

Statistik: In welchen der folgenden Situationen oder Bereichen empfinden Sie Stress? | Statista
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So hat eine Untersuchung der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Deutschland im Rahmen des Fehlzeiten-Reports 2016 gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen der Stimmung am Arbeitsplatz und der Gesundheit besteht: 67 Prozent der Befragten, die mit einem schlechten Arbeitsklima konfrontiert sind, leiden unter körperlichen Beschwerden, während gesundheitliche Probleme mit 32 Prozent im Vergleich unwahrscheinlicher sind, wenn am Arbeitsplatz eine gute Stimmung herrscht. Diese Angaben decken sich ebenfalls mit den Fehlzeiten infolge von Krankheit: Bei einem guten Arbeitsklima fiel 2016 durchschnittlich lediglich jeder Sechste mehr als zwei Wochen aus, war im Unternehmen hingegen eine schlechte Stimmung dominierend, war im Schnitt jeder Dritte für einen längeren Zeitraum abwesend.

Das Arbeitsklima ist der wichtigste Faktor für das Wohlbefinden

Es ist zwar möglich, dass Menschen mit körperlichen Beschwerden das Unternehmensklima generell als etwas negativer wahrnehmen, aber es steht außer Zweifel, dass die Stimmung am Arbeitsplatz sich auf die psychische und körperliche Gesundheit aller Mitarbeiter und Kollegen auswirkt. Außerdem wirkt schlechte Laune ansteckend, infolgedessen erhöht sich schnell auch das Stresspotenzial und das wiederum bedeutet, vor allem wenn es sich bei vermehrten Stress um einen längeren Zeitraum handelt, beträchtliche negative Konsequenzen für den Körper.

Statistik: Was beeinflusst ihr Wohlbefinden am Arbeitsplatz? | Statista
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Wo Menschen aufeinandertreffen, kommt es leider oft zu Problemen im Umgang miteinander – das gilt ganz besonders am Arbeitsplatz, wo Sie sich nur selten aussuchen können, mit wem Sie die Zeit verbringen und die Beziehungen untereinander sich auch grundlegend von jenen in Ihrem Privatleben, mit der Familie und Freunden, unterscheiden. So kann am Arbeitsplatz die Stimmung häufig schwanken, Mobbing ist heute leider ein weitverbreitetes Problem und auch stressbedingte Schwierigkeiten stehen oft an der Tagesordnung.

Umso wichtiger ist es, dass Sie sich der Bedeutung von Frieden am Arbeitsplatz und eines guten Unternehmensklimas bewusst werden und sich damit beschäftigen, wie Sie selbst zu einer besseren Stimmung im Job beitragen können – egal, wo und mit wem Sie (zusammen-) arbeiten.

Dos: Gutes Arbeitsklima erwünscht? Wie Sie dazu beitragen können

Generell gilt: Um eine schlechte Stimmung am Arbeitsplatz zu beseitigen oder überhaupt zu vermeiden, sollten Sie versuchen, den Anliegen und Problemen Ihrer Arbeitskollegen oder Mitarbeiter mit Respekt zu begegnen. Kleinere oder größere Reibereien lassen sich wohl leider nicht verhindern, wenn Menschen auf Dauer miteinander arbeiten (müssen), entscheidend ist dabei der Umgang mit auftretenden Konflikten: Bleiben Sie stets sachbezogen und unterlassen Sie jegliche persönliche Beleidigung – dies ist der Grundstein für ein Arbeitsklima, in dem sich auch stärkere Wogen schnell wieder glätten lassen.
„Ein Weg, einen Konflikt zu lösen, ist, ihn zusammen zu überwinden. Dann kann man ihn immer noch aus dem Weg räumen.“ (Joachim Panten)
Egal, wo Sie arbeiten, wer Ihre Mitarbeiter oder Kollegen sind und wie das aktuelle Arbeitsklima ist: Sie selbst können einen wichtigen Beitrag zu einer guten Stimmung im Unternehmen leisten, wenn Sie folgende Tipps berücksichtigen:

Tipp 1: Vermeiden Sie es, (unnötigen) Stress auszulösen oder zu verstärken!

Frieden beginnt, indem Sie sich mit der Lösung eines Problems befassen und nicht ein Teil davon sind. Stress am Arbeitsplatz wird nämlich meistens durch Menschen verstärkt und nicht ausschließlich durch Umstände, Arbeitsaufgaben oder spezielle Situationen verursacht. Deshalb gilt: Sorgen Sie nicht zusätzlich für unnötigen Stress, indem Sie Dinge tun, die diesen zusätzlich einheizen. Dazu zählen zum Beispiel das Verbreiten von Gerüchten, die Teilnahme an Klatschgesprächen oder Einmischen in die Unternehmenspolitik.

Tipp 2: Achten Sie darauf, wie Ihr Verhalten andere beeinflusst!

Eigentlich wissen wir alle genau, welches Verhalten für Zwietracht und Unruhe sorgt – was im Privaten gilt, lässt sich auch auf das Arbeitsleben übertragen. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Tendieren Sie dazu, zu anspruchsvoll, fordernd oder perfektionistisch zu sein? Kritisieren Sie andere öffentlich? Wollen Sie immer Ihren Willen durchsetzen? Selbst, wenn Sie im Unternehmen eine Führungsrolle haben, handelt es sich dabei um negative Verhaltensweisen, welche die Produktivität Ihrer Mitarbeiter verringern und Beziehungen am Arbeitsplatz beeinträchtigen können.

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Tipp 3: Setzen Sie auf eine offene Kommunikation!

Sich zu isolieren – das ist gerade am Arbeitsplatz nicht zu empfehlen. Wenn Sie mit Ihren Kollegen oder Mitarbeitern zu wenig kommunizieren, fühlen sich diese schnell ignoriert oder vernachlässigt. Ein solches Auftreten kann überdies arrogant wirken. Schweigen gilt außerdem keineswegs als neutral, sondern kommt oft als stille Kritik beim Gegenüber an. Das bedeutet aber keineswegs, dass Sie sich an Klatschgesprächen oder Beschwerden beteiligen sollen, dabei handelt es sich nicht um eine positive oder offene Art der Kommunikation. Treten Sie anderen gegenüber stets wertschätzend auf, bieten Sie Unterstützung an und seien Sie ein guter Zuhörer!

Tipp 4: Seien Sie vertrauenswürdig und loyal!

Je höher Ihre Position am Arbeitsplatz ist, desto vertrauenswürdiger sollten Sie sein. Mitarbeiter brauchen loyale Führungskräfte. Kollegen und Mitarbeiter werden Ihnen vertrauen, wenn Sie zu Ihren Entscheidungen stehen, Ihr Wort halten, niemanden bevorzugen und für eigene Fehler die Verantwortung übernehmen und nicht andere dafür beschuldigen. Leider ist das unter all den Narzissten und Psychopathen in den Führungsetagen alles andere als selbstverständlich geworden.

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Tipp 5: Achten Sie auf die Bedürfnisse Ihrer Kollegen oder Mitarbeiter!

Auch, wenn wir alle einmalige Individuen sind, ähneln sich manche unserer Bedürfnisse: Neben dem Verlangen nach Sicherheit und Geborgenheit in nahezu jeder Situation, wollen sich Menschen auch am Arbeitsplatz wertgeschätzt und beachtet fühlen und natürlich gerecht entlohnt werden. Immer mehr Menschen sehen sich zudem danach, ihre Kreativität und ihre Talente auszuleben.

Versuchen Sie, herauszufinden, welche Bedürfnisse Ihre Kollegen oder Mitarbeiter haben, und was Sie tun können, um diese zu erfüllen. Ganz wichtig aber auch: Vergessen Sie derweil nicht, auf Ihre eigenen Bedürfnisse am Arbeitsplatz zu achten!

Tipp 6: Vergleichen Sie sich nicht mit anderen!

Das sorgt oft für (innere) Unruhe: besser ist es, sich auf eigene Ziele zu konzentrieren.

Tipp 7: Seien Sie empathisch und handeln Sie entsprechend!

Wenn sich jemand in Schwierigkeiten befindet, ist es natürlich, dass wir Mitgefühl verspüren – oft zeigen wir das aber nicht. Sobald Sie aber jemand anderem gegenüber Empathie zeigen und sich dementsprechend verhalten, verstärkt sich die emotionale Bindung zwischen den betreffenden Personen. Das gilt übrigens nicht nur, wenn sich jemand in einer schwierigen Situation befindet. Sie müssen nicht befürchten, dass Sie sofort in persönliche Probleme oder Angelegenheiten Ihrer Arbeitskollegen oder Mitarbeiter verwickelt werden, nur, weil Sie sich ihnen gegenüber empathisch verhalten.

Andererseits ist es nicht einfach, (zwischenmenschliche) Bindungen am Arbeitsplatz zu entwickeln, ohne dass es zu Missverständnissen kommt. Aus diesem Grund verzichten leider viele darauf, andere am Arbeitsplatz mit persönlicher Aufmerksamkeit zu behandeln. Beginnen Sie deshalb am besten damit, die Arbeit Ihrer Mitarbeiter oder Kollegen offen und ehrlich wertzuschätzen und ermutigen Sie sie dazu, Ihnen von ihren kreativen Ideen zu erzählen oder zu berichten, wonach sie im Job streben. Sobald sich auf dieser Ebene ein vertrauensvolles Verhältnis gebildet hat, entwickelt sich die Bindung zwischen Ihnen ganz natürlich – und das sorgt für ein besseres Arbeitsklima.

Tipp 8: Stellen Sie keine Fragen…deren Antworten Sie nicht ertragen!

Dasselbe gilt für Fragen, die andere verletzen oder deren Antworten Sie ohnehin bereits kennen. Stellen Sie außerdem so wenig wie möglich persönliche Fragen, die das Privatleben der anderen betreffen – das nehmen manche nämlich zu persönlich.

Tipp 9: Bedanken Sie sich für Kritik!

Werden Sie am Arbeitsplatz kritisiert, bedanken Sie sich dafür und nehmen Sie der Kritik gegenüber eine positive Haltung ein, diese aber keineswegs persönlich. Vermeiden Sie zu enge persönliche Beziehungen am Arbeitsplatz! Die meisten Menschen können Berufliches und Privates nicht trennen.

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Tipp 10: Seien Sie selbst die Veränderung, die Sie sich wünschen!

Dieses berühmte Sprichwort von Mahatma Ghandi gilt für alle Bereiche des Lebens. Andere zu verändern, das funktioniert nie – Sie können aber sich selbst verändern. Wenn Sie mit gutem Beispiel vorangehen und an sich selbst die Veränderung, die Sie sich wünschen, zeigen, fühlen sich andere, die bereit für eine Veränderung sind, von Ihnen angezogen und machen mit – und das kann durchaus ansteckend wirkend.

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“
(Mahatma Gandhi)

Suchen Sie sich zunächst einen oder zwei Punkte heraus, die Sie an Ihrem Arbeitsplatz umsetzen möchten, um mehr Frieden zu schaffen, bis Sie das jeweilige Verhalten verinnerlicht haben, dann können Sie die nächste Veränderung in Angriff nehmen!

Don’ts: So bringen Sie Ihre Kollegen garantiert gegen sich auf!

Doch für mehr Frieden am Arbeitsplatz sollten Sie sich natürlich nicht nur an unseren „Dos“ ausrichten, sondern gleichzeitig auch folgende „Don’ts“ unbedingt vermeiden:

  • Lärmpegel: Egal, ob Lärm oder laute Geräusche – Konfliktpotenzial besteht diesbezüglich immer, speziell in Großraumbüros. Bei Gesprächen, die nicht die Arbeit betreffen, sollten Sie den Raum verlassen und generell leise telefonieren. Nehmen Sie Rücksicht aufeinander – rufen Sie beispielsweise nicht quer durch das Büro. Und: Handys auf lautlos schalten!
  • Geruchsintensives Essen mitbringen: Döner, stark duftener Käse oder Fischbrötchen haben im Büro nichts verloren, das kann einem empfindlichen Kollegen oder Mitarbeiter am Nebentisch schnell auf den Magen schlagen. Geruchsneutrale Nahrungsmittel, wie etwa ein Müsliriegel oder eine Banane, sind in Ordnung.
  • Unordnung: Schimmelige Kaffeetasse? Chaotischer Arbeitsplatz? Unordentliches Verhalten erregt Ärger und beeinträchtigt das Miteinander. Sorgen Sie für Ordnung, dazu gehört zum Beispiel das regelmäßige Entsorgen von Flaschen, Altpapierstapel gar nicht erst entstehen zu lassen und die Kaffeeküche so zu hinterlassen, wie Sie sie selber gerne vorfinden. Hilfreich bei einem gemeinschaftlich verwendeten Kühlschrank ist zudem ein angebrachter Hinweis, auf Ordnung zu achten.
  • Körpergerüche und aufdringliche Düfte: Verwenden Sie keine intensiven Parfüms. Das kann bei geruchsempfindlichen Kollegen sogar zu Kopfweh führen. Achten Sie auch auf Ihren Körpergeruch: Wer generell zum Schwitzen neigt, sollte unbedingt ein wirksames, geruchsneutrales Deo verwenden – müffelnde Mitarbeiter sind mehr als unangenehm.
  • Lüften: Manchen ist immer zu heiß, andere frieren schnell – jeder empfindet die Temperatur unterschiedlich. Auch, wenn Ihnen zu warm ist, sollten Sie deshalb niemals ungefragt die Fenster aufreißen, sondern Rücksicht auf andere nehmen.
  • Nicht grüßen: Auf eine Grußformel zu verzichten, wirkt immer unhöflich – auch, wenn Sie am Morgen mit schlechter Laune bei der Arbeit ankommen. Hierarchien spielen diesbezüglich keine Rolle – grüßen sollten Sie immer.

Welche weiteren Dos und Don’ts für mehr Frieden am Arbeitsplatz kennen Sie? Welche Verhaltensweisen haben bei Ihnen schon einmal zu Konflikten mit Kollegen oder Vorgesetzten geführt? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen zum Thema in den Kommentaren!

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