Friseur / Friseurin

Schere und KammSie wissen, welche Art von Frisur das Erscheinungsbild positiv beeinflussen kann, welche Haarpflege bei welchem Problem angewendet werden muss und wie man eine aufwendige Hochsteckfrisur haltbar macht für eine ganzen Festtag. Sie sind die Experten, wenn es um Haartrends geht. Sie sind Berater, Handwerker und Künstler in einem – der Friseur oder die Friseurin.

Aufgaben und Tätigkeiten

An erster Stelle steht ein persönliche Gespräch zwischen Friseur und Kunde. Hier werden Wünsche und Möglichkeiten besprochen, Farb- und Stilberatungen durchgeführt und dem Kunden geholfen, seine Wunschfrisur zu finden. Heutzutage helfen eine Kamera und die Digitaltechnik. Der Kopf des Kunden wird per Digitalkamera fotografiert und schon kann der Friseur am Computer die Frisur virtuell verändern. Der Kunde kann vorab sehen, ob die Wunschfrisur zu ihm passt. Der Friseur berät dabei über eventuelle Farb- oder Formveränderungen der Haare, macht Stylingvorschläge und gibt Ratschläge zur individuellen Pflege.
Der nächste Schritt ist die Haarpflege. Der Kunde erhält einen Umhang zum Schutz der Kleidung. Zum Reinigen der Haare benutzt der Friseur milde Pflegeshampoos und Spülungen und massiert die Kopfhaut. Während des Waschens muss er auf Hautirritationen der Kopfhaut achten und eventuell entsprechende Pflegeprodukte anwenden.

Um eine vertrauensvolle Atmosphäre zwischen ihm und dem Kunden zu schaffen, ist der Friseur sehr kommunikativ und in der Lage eine Gesprächsbasis aufzubauen. Je nach Wunsch des Kunden werden die Haare anschließend geschnitten. Dabei wendet der Friseur verschiedene Schnitttechniken routiniert an. Soll die Frisur mit einer neuen Haarfarbe oder einer Dauerwelle unterstützt werden, so ist auch dies kein Problem für den Friseur. Er kennt sich bestens aus im Umgang mit den notwendigen chemischen Mittel oder Geräten wie Lockenwickler, Fön und Trockenhaube. Der Friseur überwacht Einwirkzeiten und ist in der Lage, eventuelle Unverträglichkeiten oder Hautreizungen rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Heutzutage kaum bekannt, aber dennoch zu den Aufgaben eines Friseurs gehörend, ist das Rasieren und in Form bringen von Bärten sowie das Anfertigen, Bearbeiten und Reinigen von künstlichen Haarteilen und Perücken. Aber auch kosmetische Behandlungen der Haut oder Nägel und das professionelle Anfertigen eines Make-ups werden im Friseursalon zur neuen Frisur mit angeboten. So wird aus dem bloßen Haare schneiden ein ganzheitlicher Prozess der Verschönerung.

Am Ende eines anstrengenden und oft hektischen Salontages stehen meist noch Büroarbeiten wie Abrechnungen tätigen, Kassenbuch und Bestellungen führen an.

Art und Dauer der Ausbildung

Friseur ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird in der Regel im dualen System, das heißt parallel im Ausbildungsbetrieb und in einer Berufsfachschule, durchgeführt. Gesetzlich sind keine bestimmten schulischen oder beruflichen Vorbildungen vorausgesetzt. Allerdings werden Bewerber mit mindestens Hauptschulabschluss bevorzugt. Spaß am Umgang mit Menschen und der Arbeit in einem Dienstleistungsberuf gehören zu den persönlichen Voraussetzungen, die ein Bewerber mitbringen sollte.

Im ersten Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden wie die benötigten Maschinen und Geräte zu bedienen sind. Sie lernen die verschiedenen Chemikalien für die Haarbehandlungen kennen. Gleichzeitig wird ihnen hierbei der Gesundheitsschutz, insbesondere im Umgang mit Chemikalien, vermittelt. Die angehenden Friseure erfahren alles über Haar- und Kopfhautpflege und die entsprechenden Pflegemaßnahmen und –mittel. Dann folgt die Einführung in das Handwerk des Haareschneidens. Die Auszubildenden erlernen die verschiedenen Techniken und Schnittführungen und probieren sich immer wieder an Modellen.

Im zweiten Ausbildungsjahr gestalten die Auszubildenden ihre ersten Frisuren selbstständig. Dabei werden ihnen wichtige Kenntnisse über farb- und formverändernde Haarbehandlungen vermittelt. Sie lernen, was beim Ausführen von Dauerwellen zu beachten ist. Außerdem erlernen sie die Grundlagen der Maniküre und der Gesichtspflege sowie die Gestaltung eines Make-ups nach verschiedenen Vorgaben.

Im dritten Ausbildungsjahr werden die erworbenen Kenntnisse aus den ersten beiden Ausbildungsjahr durch praktische Anwendung vertieft. Die Ausbildung schließt mit einer Gesellenprüfung ab.

Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen

Nach der Ausbildung spezialisieren sich die meisten Friseure auf einen bestimmten Bereich wie Damen- oder Herrenfrisuren, eine Arbeit an anderen Institutionen wie Theater oder Film, die Perückenherstellung oder den Verkauf von Haar- und Pflegeprodukten. Dazu gibt es zahlreiche Weiterbildungsangebote wie Visagist, Farb- oder Imageberater sowie Perückenmacher. Für mehr Aufstiegsmöglichkeiten werden Zusatzausbildungen zum Fach- und Betriebswirt im Bereich Handwerkswirtschaft, Betriebsassistent oder Meisterassistent im Bereich Friseurhandwerk oder Kosmetik angeboten. Wer später einen eigenen Betrieb führen möchte, muss einen Meisterprüfung ablegen oder einen entsprechenden Abschluss einer Hochschule oder Fachschule für Technik vorweisen. Friseure mit Hochschulzugangsberechtigung können eine Hochschulausbildung zum Maskenbildner oder zum Bühnen- und Kostümbildner absolvieren.

1 Kommentar

  1. Meine Tochter wollte auch Friseurin lernen, aber eine Hautallergie machte ihr einen Strich durch die Rechnung.

    Besser vorher schon testen lassen.

    Silvia

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