Führungskompetenz Selbstreflexion: Versöhnung mit unseren schwachen Seiten

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Auf der Karriereleiter geht es nicht immer zügig voran. Um im Bild zu bleiben: Manchmal scheinen die Sprossen nicht den gleichen Abstand zu haben, und es kommt auch vor, dass bereits jemand einzelne Sprossen angesägt hat. „Ritsche Ratsche …“ – Sie wissen schon…

Erwünschtes und unerwünschtes Verhalten in Privat- und Berufsleben

Wir lernen meist bereits als Kinder, begünstigt durch unsere eigene Sozialisation und verschiedene erzieherische Maßnahmen, dass bestimmte Verhaltensweisen überwunden werden müssen, wenn wir gemocht oder später erfolgreich werden wolllen. Aber dient es wirklich unserer persönlichen Entwicklung, wenn wir uns den Normen anpassen?

Manche von uns plagen sich bis ins Erwachsenenalter mit all den Regeln und Forderungen, mit denen wir im Elternhaus konfrontiert wurden. Den Rest besorgt die Gesellschaft, die uns u. a. über die Medien suggeriert, wie ein perfektes Mitglied unseres Gemeinwesens zu funktionieren hat. Vorbilder für äußeres Erscheinungsbild, Lifestyle und Benehmen gibt es haufenweise – kein Wunder, dass sogenannte Antitypen oft zu Idolen oder Kultfiguren werden.

Was das Ganze so schwer macht, ist die Frage, worin denn eigentlich die Perfektion besteht. Sind wir nicht viel eher „fehlerlos“, wenn es uns gelingt, die schwierigen oder komplizierten Anteile unseres Charakters so zu integrieren, dass sich daraus das Bild einer authentischen Persönlichkeit ergibt?

Wie sich Selbstzweifel bei uns einnisten

Lob und Bestrafung haben einen großen Anteil daran, welche Haltung wir im Leben einnehmen – die sogenannte positive oder negative Verstärkung gilt als mitentscheidend, wie nachdrücklich wir es betonen oder zumindest ganz offen zeigen, welche Seiten an uns nicht besonders liebenswert sind. So können leicht Selbstzweifel und Minderwertigkeitskomplexe entstehen: Manch einer ficht lebenslang einen heftigen Kampf gegen seine schwachen Seiten aus.

Nicht selten passiert es, dass ganz bestimmte Reaktionen auf allgemein als „unangebracht“ eingestufte Verhaltensweisen dieses Benehmen oder Handeln noch zusätzlich verstärken. Beispiel: Ein zorniges Kind wird für seine Wutausbrüche bestraft. Dies lässt seinen Jähzorn weiter wachsen, d. h. sowohl die Symptomatik als auch das Verhalten steigern sich.

„Westliche Menschen“ hätten unglaublich viele Selbstzweifel – das stellt der Dalai Lama immer wieder mit Erstaunen fest. Er kann dies nicht nachvollziehen, weil das Hadern mit den eigenen Schwächen in seinem Kulturkreis weniger bekannt ist. Was können wir also ändern?

Sich selbst annehmen

Wir können von den Buddhisten vieles lernen, z. B. die „Metta-Praxis“, die in der fernöstlichen Tradition tief verankert ist. Sie besitzt einen hohen Stellenwert im Hinblick auf die Entwicklung von Liebe und Selbstliebe. Dies geschieht beispielsweise durch die „guten Wünsche“, die wir zunächst für uns selbst formulieren und die in etwa so lauten könnten:

„Möge ich wohlauf sein, möge ich in Frieden sein, möge es mir wohl ergehen.“

Wünsche wie diese lassen sich ganz nach persönlicher Lust und Laune oder auch entsprechend den individuellen Bedürfnissen oder beruflichen Anforderungen variieren. Vielleicht brauchen wir mehr Geduld, Ausdauer, Zufriedenheit und weitaus mehr Gleichmut? Wir sollten nie vergessen, dass das Fundament unserer Liebesfähigkeit stets in uns selbst zu suchen ist. Ganz egal, ob wir eine herzliche oder emotional kühle Kindheit erlebt haben: Es ist nie zu spät, um sich uns selbst zuzuwenden.

Wir können die „guten Wünsche“ nach buddhistischem Vorbild ebenso auf Menschen übertragen, die uns nahestehen oder uns die berufliche Laufbahn ebnen. So ist es möglich, sowohl unsere Eigenliebe als auch die Beziehung zu einer anderen Person wesentlich zu stärken

Wie sieht es bei Ihnen aus: Wie kräftigen Sie Ihr Selbstbewusstsein?

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1 Kommentar

  1. Kerstin Walther am

    Er hat wirklich Recht und es wird in dieser Wirtschaftsgeneration mit dem wahnwitzigen Karrieregeilen Denken und Handeln immer schlimmer….Karriere hinten und vorne und oben und unten! Das geht schon im Kindergarten los! Und wer nicht von Anfang an mithalten kann,gerãt immer mehr an den Rand der Gesellschaft….es bleibt außen vor,welche Gründe die sogenannte Karriere aufhalten oder blockieren

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