Über 40 Jahre in einem Unternehmen – das ist tatsächlich eine reife Leistung. Als junger Mensch eingestiegen, hat man vielleicht eine Ausbildung in einem Betrieb absolviert, um dann später den beruflichen Aufstieg anzugehen.
Vielleicht ist man auch kurz nach der beruflichen Ausbildung neu in die Firma gekommen oder hat gar den Einstieg erst direkt nach dem Studium gewagt, doch in jedem Fall hatte man danach keine Gründe mehr, ernsthaft einen Wechsel des Unternehmens ins Auge zu fassen. Doch was bindet Menschen über viele Jahrzehnte an ein Unternehmen? Warum bleiben Arbeitnehmer ihr ganzes Arbeitsleben lang einem Betrieb treu, obwohl ein Wechsel neue Perspektiven und auch mehr Geld bringen könnte? Was macht letztlich den Reiz aus, dauerhaft an einer Firma festzuhalten und mit ihr den gemeinsamen Berufsweg zu gehen – durch Höhen und durch Tiefen?
Für immer und ewig: Heute noch erstrebenswert?
Tatsächlich wird es heute von vielen Unternehmen und Personalchefs als sehr unterschiedlich bewertet, ob die Treue zu einem einzigen Betrieb eher zum Vorteil oder zum Nachteil ausgelegt wird. Während die Befürworter von soliden und verlässlichen Arbeitskräften sprechen, deren Erfahrung und Kompetenz nicht zu unterschätzen ist, während sie die Treue zum Unternehmen auch in Krisenzeiten als höchstes Gut propagieren und während sie langjährige Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Gratifikationen wertschätzen, sehen die Kritiker das „Für immer und ewig“ in der Arbeitswelt ganz anders. Von Betriebsblindheit ist die Rede, von dem fehlenden Blick über den Tellerrand, von mangelnder Internationalität und eben von sehr eingefahrenen Wegen, die der treue Mitarbeiter nie verlassen hat, weil er sich möglicherweise gar nicht für etwas Neues interessiert. Am Ende wird es immer von der persönlichen Einstellung des Personalchefs und des direkten Vorgesetzten abhängen, aber es wird auch ein Teil der Firmenphilosophie sein, ob langjährige Mitarbeiter noch geschätzt werden oder ob der kontinuierliche Wechsel der Unternehmen als die höchste Tugend gepriesen wird.
Was bindet Menschen an ein Unternehmen?
Geht man davon aus, dass Menschen im Berufsleben neugierig sind, dass sie leistungsbereit sind und sich weiterentwickeln wollen, dass sie neue Herausforderungen suchen und sich immer wieder selbst motivieren wollen, müssen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter für viele Jahre binden wollen, die Kunst der Mitarbeiterbindung verstanden haben. Dazu gehören in erster Linie die Unternehmenskultur, die Entwicklungsmöglichkeiten und die leistungsgerechte Bezahlung einschließlich der Sozialleistungen. Es wird also niemals ein einziger Faktor sein, der bei der Mitarbeiterbindung ausschlaggebend ist, vielmehr darf immer angenommen werden, dass eine solide und attraktive Mischung aus mehreren gut gewählten Faktoren vorliegt.
Zum einen ist es sicher die Unternehmenskultur, die langjährige Mitarbeiter schätzen werden. Ein faires Miteinander, eine akzeptable Fehlerkultur, ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen den Kollegen untereinander und den Vorgesetzten gehören sicher dazu. Hinzu kommen die Entwicklungsmöglichkeiten, die jeder Mitarbeiter erhalten muss, der danach sucht. Sie dürfen sich an unüberwindliche Voraussetzungen geknüpft sein, sie müssen vielmehr dafür sorgen, dass das Potenzial der Mitarbeiter effektiv und zur beiderseitigen Zufriedenheit ausgereizt wird. Und schließlich spielt die Bezahlung sowie die Sozialleistungen eine große Rolle. Hier hat das Unternehmen weitreichende Möglichkeiten, Mitarbeiter an sich zu binden. Die Vergütung sollte leistungsgerecht sein und als möglichst transparent und gerecht empfunden werden. Sozialleistungen wie eine betriebliche Altersvorsorge, eine Betriebsrente, eine Betriebskrankenkasse, eine Gruppen-Unfallversicherung oder ähnliche Dinge können bei der Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen eine immense Rolle spielen. Hat ein Unternehmen hier die richtige Mischung aller Maßnahmen klug gewählt, darf es sicher sein, von der langfristigen Treue seiner Mitarbeiter zu profitieren.
Die Firma als Statussymbol?
Und schließlich ist die Rolle der Firma als Statussymbol ein nicht zu unterschätzender Faktor. Die etablierten Fluggesellschaften kennen dieses Phänomen ebenso wie die großen Namen der Automobilindustrie, denn wer einmal bei dem Unternehmen mit dem gelben Kranich arbeitet oder endlich bei einem großen deutschen Sportwagenhersteller unter Vertrag ist, dürfte dieses Juwel sein Leben lang kaum noch hergeben. Tatsächlich kann gerade in einer hochbezahlten Position der Job zum echten Statussymbol werden, der Mitarbeiter ein Leben lang bindet.
Möglicherweise ist es sogar der kaum zu quantifizierende Faktor des Statussymbols, der die größte Rolle in der Mitarbeiterbindung spielt. Wer wirklich stolz darauf ist, bei einem bestimmten Unternehmen zu arbeiten, wird dieses wichtige Gut in seiner beruflichen Laufbahn nicht verspielen. Stimmen dann noch Bezahlung, Unternehmenskultur und Perspektiven, hat ein Unternehmen gute Chancen, den einst jungen Auszubildenden irgendwann als Pensionär zu begrüßen und in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken.















Hallo,
ich muss sagen man merkt schon sehr, dass sich viele Unternehmen damit beschäftigen. Sie wissen, dass es nicht anders geht und versuchen gute Mitarbeiter zu halten – finde ich gut.
freundliche Grüße
Josef