Games-Industrie – Chancen, Jobs und Zukunftsperspektiven
Derzeit sind in Deutschland rund 10.000 Personen in der Games-Industrie tätig – Tendenz steigend. Denn obwohl die Computer- und Videospiele-Branche eine relativ junge Branche ist und sich erst etwa Anfang der 1970er Jahre etabliert hat, gehört sie weltweit zu den wachstumsstärksten Märkten.
Entwicklung und Zukunftsperspektiven der Games-Industrie
Laut Angaben des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hat sich der Umsatz auf dem deutschen Computer- und Videospielemarkt von etwa 870 Millionen Euro im Jahr 2000 auf über 1,5 Milliarden EUR im Jahr 2008 fast verdoppelt.
Zum einen werden die technischen Möglichkeiten immer ausgefeilter (v.a. 3D-Animation, gleichzeitiges On- und Offline-Spielen), so dass auch immer mehr unterschiedliche Zielgruppen mit verschiedenen Arten von Computer- und Videospielen angesprochen werden können. Nach der Studie „Spielplatz Deutschland“ des weltweit führenden Spieleherstellers „Electronic Arts“ sind mittlerweile 54 Prozent der Deutschen über 14 Jahren „Freizeitspieler“, die zumindest gelegentlich nach Schule oder Arbeit spielen. 24 Prozent aller Gamer sind zudem „Gewohnheitsspieler“, bei denen das virtuelle Spielen zum Leben dazugehört, 5 Prozent sogar „Intensivspieler“, die sich ein Leben ohne Computer- und Videospiele kaum vorstellen können. Die größte Zielgruppe der Spielehersteller sind nach wie vor die 14- bis 29 Jährigen, aber auch die ältere Generation der ab 50Jährigen „zockt“ immer öfter. Zu den beliebtesten Spielgenres zählen dabei Strategie-, Simulations- und Rollenspiele; danach folgen Sport-, Rätsel- und Action-Spiele sowie Shooter.
Zum anderen besitzen zunehmend mehr Menschen ein Endgerät, auf dem sie Computer- und Videospiele spielen können. Während der Umsatz im Bereich PC-Spiele in den letzten Jahren weitgehend konstant geblieben ist, hat sich den Daten der Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK) zufolge vor allem der Umsatz im Bereich Videogames für Konsolen zwischen 2001 und 2005 von rund 370 auf 580 Millionen EUR jährlich gesteigert. Weiteres Wachstumspotential wird vor allem in den Bereichen „Mobile Gaming“ (Spielen auf tragbaren Konsolen und Handys) und „Online Gaming“ (Spielen über Internet via PC, Konsole oder Browser) erwartet, da immer mehr Personen in Deutschland über ein Handy bzw. einen Breitband-Internetanschluss verfügen.
Nachgefragte Jobs
Aufgrund des großen Wachstumspotentials der Branche ist es wenig erstaunlich, dass ständig gut ausgebildete Fachkräfte gesucht werden, die neue Spielideen mit der neuesten Technik für unterschiedliche Zielgruppen umsetzen können. Zu den nachgefragtesten Jobs in der Games-Industrie gehören unter anderem:
• Game-Designer/innen, die ähnlich eines Filmregisseurs die Spielinhalte festlegen und die Produktion koordinieren,
• Programmierer/innen, die die Programmbibliotheken und die Künstliche Intelligenz des Spiels schaffen,
• Graphiker/innen und 3D-Modellierer/innen, die die graphischen Bestandteile des Spiels entwickeln und animieren,
• Level-Designer/innen, die die Spielwelten und Events der einzelnen Level gestalten,
• Sound-Designer/innen, die für die musikalische Untermalung und die Geräuschkulisse des Spiels zuständig sind,
• Autoren und Autorinnen, die sich Hintergrundgeschichten zur Spielumgebung und den Spielcharakteren ausdenken,
• sowie Tester/innen, die das Spiel in verschiedenen Kategorien auf ihre Spieltauglichkeit hin testen.
Daneben gehören aber auch Web-Designer/innen (Fernstudium zum Web-Designer), die sich mit den technischen Möglichkeiten des Web 2.0 bei Online-Spielen auskennen, und Betriebswirtschaftler/innen, die unter anderem Produktionsabläufe und das Marketing optimieren können, zu den gesuchten Personen in der Games-Branche.
Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Da sich die Games-Industrie zunehmend weiterentwickelt und ausdifferenziert, wird ein Quereinstieg in die Branche jedoch immer schwieriger. Verlangt werden zumindest eine allgemeine Aus- und Weiterbildung in einem relevanten Bereich (z. B. Computergraphik, Informatik, Mediendesign) sowie spezifische Berufserfahrungen (z. B. durch Praktika oder freie Mitarbeit). Die spezielle Aus- und Weiterbildung im Game-Design findet überwiegend an kostenpflichtigen Privat(hoch)schulen in den großen deutschen Ballungsgebieten statt. Dazu zählen unter anderem die „Games Academy“, der größte Bildungsanbieter im Bereich Gaming, das „L4 – Institut für Digitale Kommunikation“ oder die „Mediadesign Hochschule“. Öffentliche Studiengänge sind eher rar; Möglichkeiten dazu bieten aber beispielsweise der Studiengang „Virtual Design“ an der Fachhochschule Kaiserslautern oder der Studiengang „Internationale Medieninformatik“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.
Interview mit der Games Academy auf der Games Convention
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Die größten Arbeitgeber
Die Unternehmenslandschaft der deutschen Games-Branche ist dagegen sehr breit gefächert. Zu den größten Arbeitgebern gehören insbesondere Entwicklerstudios, Info- und Edutainment-Publisher, reine Games-Publisher und Verlage. Bekannte Entwicklerstudios in Deutschland sind beispielsweise „Ascaron“, „Gameforge“ und „Greentube“. Der Top-Publisher in den Bereichen Konsolen- und PC-Spiele ist nach Angaben der GfK der Spielehersteller „Electronic Arts“, mit einem Marktanteil von 20 bzw. 30 Prozent. Ebenfalls in beiden Sparten unter den Top-10-Publishern vertreten sind die Firmen „Ubisoft“, „Activision“, „Take 2“, „THQ“ und „Atari“. Darüber hinaus sind als größte Arbeitgeber bei den PC-Spielen die Firmen „Koch Media“, „Vivendi Games“, „Microsoft“ und „Flashpoint“ zu nennen, bei den Konsolenspielen vor allem „Nintendo“, „Sony“ und „Konami“.
Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten im Umfeld der Games-Industrie bestehen beispielsweise bei Hardwareherstellern und Dienstleistern aus den Bereichen Computergraphik, Event-Management, Internet, Marketing, PR und Werbung, Merchandising, Presse und Unternehmensberatung.
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AgeCu am 11 Juli 2009:
Wird man als Spieletester auch bezahlt? Das wäre ja supi, wenn das Hobby den Lebensunterhalt finanziert.
Val am 14 Juli 2009:
@AgeCu
Ja, man kann das tatsächlich als Beruf machen;) aber ich glaube nach drei oder vier Jahren wird es selbst dem begeistersten zu viel…
Ich würde da lieber meine Zeit mit der Entwicklung des Spieles verbringen(<Traumberuf!)