Gerüchteküche – Bei Gerüchten am Arbeitsplatz besser sofort reagieren

In den meisten Unternehmen brodelt die Gerüchteküche leise vor sich hin, das lässt sich ignorieren. Nicht aber von demjenigen, über den schwerwiegende Gerüchte im Umlauf sind. In so einem Fall gehört ganz schnell der Deckel auf den Topf, damit nichts überkocht.

Gerüchte haben die fiese Angewohnheit, sich wie ein Lauffeuer zu verbreiten, und leider kriegt es der Betroffene meist erst dann mit, wenn schon die Lunte brennt. Unglaublich, wie viele bisher vertrauenswürdig wirkende Kollegen sich auf einmal als Gerüchteköche betätigen. Manche lenken gern von ihren eigenen Schwierigkeiten ab, indem sie das Feuer unter dem Gerüchtetopf kräftig schüren und ein paar Zutaten hineinwerfen, die die Suppe noch mehr vergiften.

Wer sich nicht sofort gegen Verleumdungen zur Wehr setzt, hat schon verloren. Es besteht ohnehin die Gefahr, dass etwas hängenbleibt. Gewisse Kollegen kolportieren das dann so: “Es hieß ja mal, Soundso habe … Aber da soll ja angeblich nichts dran sein.” Meist weiß jeder, wo die Giftspritzen sitzen, doch seltsamerweise können sie ihre Gemeinheiten immer irgendwo anbringen.

Gefährliche Gerüchte

Alles, was dazu angetan ist, eine Beförderung zu verhindern oder die Autorität zu untergraben, muss sofort geahndet werden. Ob es dabei um den Betroffenen selbst oder um seinen Partner geht, spielt meist auch eine Rolle. Gerüchte über finanzielle Probleme, unheilbare Krankheiten, sexuelle Präferenzen, Straftaten oder angebliche dunkle Punkte in der Vergangenheit müssen vom Tisch.

Manchmal sind es Zufälle oder Namensverwechslungen, die zu Gerüchten führen, die zunächst wie aus der Luft gegriffen wirken, aber immer “wahrer” klingen, je öfter sie Thema sind. Mancher hinterfragt dann schon gar nicht mehr die Quelle, aus der die trübe Brühe stammt.

Erste Hilfe bei Gerüchten

Niemals abwarten und hoffen, dass das herabsetzende Gerücht bald von einem neuen verdrängt wird. Wenn klar ist, wer die Verleumdung oder Indiskretion in die Welt gesetzt hat, muss der Betroffene denjenigen unter vier Augen zur Rede stellen. Manchmal ist es hilfreich, wenn ein Vorgesetzter Zeuge dieser Unterredung wird.

Sobald das Gerücht ans eigene Ohr gedrungen ist, unverzüglich handeln! Dazu haben Management-Trainer drei Vorschläge, wie sich entschlossen und selbstbewusst auf ein Gerücht reagieren lässt:

  • das Vier-Augen-Gespräch, in dem der Gerüchteschmied als solcher geoutet wird
  • an den Arbeitgeber appellieren, sich auf seine Fürsorgepflicht zu besinnen und das Opfer zu unterstützen
  • auf die eigenen Verbündeten im Kollegenkreis und deren Solidarität setzen

Meistens sind Konkurrenzdenken, Neid oder persönliche Antipathie der Grund, ein Gerücht zu lancieren. Entweder ist das Ziel, den Betroffenen in seinem firmeninternen Status auszuhebeln oder aber ihn zumindest tief zu verunsichern. Je eher der Verursacher dieser belastenden psychischen Situation (bloß)gestellt wird, desto eher wird ihm das Mundwerk gestopft. Es soll loyale Vorgesetzte geben, die einen solchen Vorfall mit einer Abmahnung “belohnen”, z. B. weil der Betriebsfrieden gründlich gestört wird.

Was Gerüchte anrichten können

Die Serben kennen das Sprichwort “Der gute Ruf geht weit, aber der schlimme geht noch weiter”. Wer beispielsweise tatsächlich einmal aufgrund einer Verwechslung oder eines Irrtums eine Nacht einsitzen musste, aber komplett rehabiliert wurde, ist deshalb noch lange kein “ehemaliger Knastbruder”. Wer von einem Kollegen in der Nähe eines Bordells gesehen wurde, geht deswegen nicht regelmäßig zu Prostituierten. Und so weiter …

Ist das Gerücht durch ein Missverständnis und nicht als Mobbing-Versuch entstanden, kann ihm meist schnell der Nährboden entzogen wird. Dafür ist es am besten, einigen Kollegen, die als Schlüsselfiguren fungieren, die eigene Version zu erzählen. Je schneller sich die Gegendarstellung verbreitet, desto früher hört das Getuschel auf. Wird es nämlich nicht beendet, kann es zu einem Karriereknick führen – falls die Chefetage ihm Glauben schenkt, ohne den Betroffenen dazu zu befragen. Das ist zwar nicht die feine Art, soll aber schon vorgekommen sein.

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