Umweltschutz: Step by Step zum „grünen“ Büro

Klimawandel, Abholzung der Regenwälder, Treibhauseffekt, Ozonloch, ökologischer Fußabdruck, Energiewende…der Umweltschutz ist in Deutschland in aller Munde. Doch in deutschen Büros ist „grün“ sein immer noch „out“. Sie wollen das ändern? Wir auch!

Inhalt
1. Nicht einmal „Knut“ oder „Fukushima“ machen Umweltschutz attraktiv
2. Traurige Realität: Nur ein Bruchteil der deutschen Büros ist „grün“
3. Geld ist immer noch wichtiger als die Natur: Es fehlt am öffentlichen Druck
4. Vom Märchen zur Realität: So machen Sie Ihr Büro „grün“
5. Step 1: Niemand braucht mehr Papier…
6. Step 2: Mülltrennung im Büro…
7. Step 3: Stromsparen im Büro…
8. Step 4: Stoßlüften spart Heizkosten…
9. Step 5: Grünpflanzen im Büro…
10. Fazit: Kopf einschalten, Licht ausschalten

Nicht einmal „Knut“ oder „Fukushima“ machen Umweltschutz attraktiv

Es ist der Eisbär auf seiner immer kleiner werdenden Eisscholle, der unsere Herzen berühren und ein Bewusstsein für den Klimawandel schaffen soll. Da kam der kleine Knut 2006 dem Berliner Zoologischen Garten gerade recht. In einem regelrechten Hype um die vom Aussterben bedrohte Tierart strömten die Besucher in Massen zu dem süßen Wonneproppen in Weiß. Ob das den Umweltschutz wirklich vorangetrieben hat? Wir wagen es zu bezweifeln. Ebenso zweifelhaft bleibt die Wirkung all der schockierenden Dokumentation, die uns beim Zappen im Fernsehen oder von der großen Kinoleinwand entgegenflimmern. Trotzdem steigen die Verkaufszahlen der Spritfresser namens „SUV“ Jahr für Jahr an und selbst nach der nuklearen Katastrophe in Fukushima scheint Deutschland als mutiger Vorreiter erst einmal alleine im Regen mit dem Namen „Energiewende“ zu stehen – mit all ihren Problemen und Herausforderungen.

Traurige Realität: Nur ein Bruchteil der deutschen Büros ist „grün“

Einerseits können wir durchaus stolz darauf sein, dass unser Land eine Vorbildrolle im Bereich Umweltschutz einnimmt. Andererseits sind die Fortschritte selbst hierzulande schleppend und mager. Vom Rest der Welt wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst sprechen. „Grün“ sein – für einen gewissen Anteil unserer deutschen Gesellschaft ist das gerade total angesagt. Auch die Unternehmen haben den Trend erkannt und präsentieren sich als nachhaltiger Betrieb. Nicht immer steckt dahinter aber wahre Überzeugung. Viel eher wollen sie ihr Image bei der Zielgruppe sowie für das hauseigene Employer Branding aufpolieren, wie wir Ihnen bereits im Artikel „Think green!: Nachhaltigkeit in der Berufswelt“ erläutert haben.

Die Realität sieht aber anders aus: Papierlose Büros liegen noch in weiter Ferne und Umweltschutz wird in vielen Unternehmen nur durchgesetzt, wenn es entweder politisch notwendig ist oder Kosteneinsparungen ermöglicht. Mitarbeiter wälzen die Verantwortung derweil auf die Unternehmensführung ab.

Geld ist immer noch wichtiger als die Natur: Es fehlt am öffentlichen Druck

Die Unternehmensführung schiebt die Verantwortung wiederum auf die Politik und diese hat derzeit „andere Probleme“. Doch die Agenda ist doch immer voll. Das wirkliche Problem ist stattdessen, dass es am öffentlichen Druck fehlt. Die Flüchtlingsdiskussion schlägt derzeit große Wellen und rückt deshalb an die Spitzenposition der politischen Debatten. So ähnlich war es mit der Energiewende nach Fukushima. Doch wie es mit Wellen eben so ist, ziehen sie vorüber und so war der Umweltschutz in Anbetracht der neuen Herausforderungen schnell wieder vergessen. Gerade einmal zwölf Prozent der deutschen Bevölkerung erachteten im Jahr 2008 den Umweltschutz als dringlichste Aufgabe in Deutschland.
Statistik: Umweltschutz als dringlichste Aufgabe in Deutschland von 1985 bis 2008 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Im Jahr 1988 lag diese Zahl noch bei unglaublichen 57 Prozent. Was ist passiert? Gab es damals einfach keine anderen Probleme? Oder hat ein halbherziges Kyoto-Protokoll die Gemüter genug besänftigt, um das Thema erst einmal hinten anzustellen? Wir können über die Antworten zu diesen Fragen nur spekulieren. Es sind jedenfalls erschütternde Zahlen, denn Umweltschutz beginnt bei jedem Einzelnen. Und solange die oberen Riegen in den Unternehmen diesen noch verschlafen (oder verschmähen), können wir ganz einfach gemeinsam im Kleinen beginnen. Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist!

Vom Märchen zur Realität: So machen Sie Ihr Büro „grün“

Wenn Sie auch Step by Step Ihren ökologischen Fußabdruck verbessern und Ihr Büro etwas „grüner“ gestalten möchten, haben wir jetzt die besten Tipps für Sie. Werden Sie zum Vorreiter in Ihrem Unternehmen und zum Schutzengel von all den Eisbären und Regenwäldern da draußen. Sie werden sehen: So schwierig ist das gar nicht und vielleicht ziehen schon bald Ihre Kollegen, Vorgesetzten oder sogar die Geschäftsleitung mit:

Step 1: Niemand braucht mehr Papier…

…denn Papier nimmt nur viel Platz weg, ist unhandlich und fördert vor allem die Abholzung der Regenwälder. Auf der Suche nach ausgedruckten Dokumenten durchwühlen Sie gerne einmal hunderte Ordner im Archiv, bis an den Rand vollgestopft und mit Staub übersät. Klingt irgendwie nach 1980? Ist es auch! So umstritten die Digitalisierung sein mag, so ein Segen kann sie für den Umweltschutz werden – wenn Sie nur endlich von Papier auf elektronische Daten umstellen. Prüfen Sie daher ab sofort vor dem Drucken stets, ob

  • Sie das Dokument, die E-Mail & Co wirklich ausdrucken müssen oder auch mit der elektronischen Version arbeiten können.
  • Sie das gesamte Dokument in ausgedruckter Form benötigen oder ob eventuell auch einzelne Seiten ausreichen können.
  • Sie das Dokument auf weniger Seiten komprimieren können. Auf ein DIN A 4 Blatt passen vielleicht auch vier Seiten statt nur einer (zwei auf jeder Seite).
  • Sie statt des gebleichten Billigpapiers auch recycelbares Ökopapier verwenden können. Dieses senkt nicht nur den Papierverbrauch, sondern auch die unnötige Belastung der Umwelt durch schädliche Chemikalien.

So benötigen Sie weniger Platz, finden alte Dateien oder Ordner schneller wieder auf und vor allem: Sie mindern die Abholzung der Regenwälder, dadurch auch den Treibhauseffekt und ebenfalls das Abschmelzen der Polarkappen, den Lebensraum der Eisbären. So einfach kann Umweltschutz sein!

Step 2: Mülltrennung im Büro…

…ist ein häufig vernachlässigtes Thema. Sie würde ohnehin nichts bringen, denn auf der Mülldeponie wird sowieso alles wieder zusammengewürfelt, ist die häufig vertretene Meinung. Greenpeace bestätigt aber: 83 Prozent des Altpapiers werden bis zu fünf Mal wiederverwertet, 82 Prozent sind es beim Altglas. Auch im Büro sollten Sie daher mindestens Papier, Glas und Restmüll trennen. Noch besser ist es natürlich, wenn Sie zudem Müll so gut wie möglich vermeiden. Vor allem Plastik ist für die Umwelt extrem schädlich. Greifen Sie daher für Ihren morgendlichen Kaffee auf dem Arbeitsweg zur Thermoskanne statt zum Kaffee-to-Go-Becher und bringen Sie Ihr Vesper in der Tupperbox mit statt in Alufolie. Auch Tonerkartuschen und Tintenpatronen können übrigens recycelt werden. Machen Sie Ihre Vorgesetzten und Kollegen darauf aufmerksam, dass diese fortan nicht mehr in den Müll wandern sollten.

Step 3: Stromsparen im Büro…

…kann so einfach sein. Schalten Sie zum Beispiel über Nacht Ihren PC-Bildschirm ganz aus, statt ihn auf Standby zu lassen, machen Sie hinter sich stets das Licht aus, wenn Sie einen leeren Raum verlassen (zum Beispiel die Küche oder die Toilette), und füllen Sie den Wasserkocher für Ihren Tee nur so voll wie nötig. Als Arbeitgeber sollten Sie zudem darüber nachdenken,

  • die Lichtschalter durch Bewegungsmelder zu ersetzen,
  • Energiesparlampen zu verwenden,
  • durch Rollläden die Raumtemperatur zu regulieren, um Heiz- oder Klimaanlagenkosten zu verringern und
  • bei elektronischen Geräten auf die Energieeffizienz zu achten.

Step 4: Stoßlüften spart Heizkosten…

…und ist daher die bessere Variante als das ständig offenstehende Fenster. Im Sommer lüften Sie am besten in den Morgenstunden, wenn es noch kühl ist, und schließen dann die Fenster sowie Rollläden, um die Mittagshitze auszuschließen. Im Winter können Sie mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten Stoßlüften. Anschließend sollten alle Fenster geschlossen werden, damit die warme Heizungsluft nicht nach Außen entweicht.

Step 5: Grünpflanzen im Büro…

…sorgen nicht nur für ein angenehmeres Raumklima und eine bessere Arbeitsatmosphäre, sie sind auch ein kleiner aber feiner Schritt zum Ausgleich Ihrer CO2-Bilanz. Rund 11,91 Tonnen CO2-Ausstoß produziert jeder Mensch in Deutschland jährlich. Bei Unternehmen liegt diese Zahl je nach Branche natürlich bedeutend über diesem Durchschnitt. Zwar wird die kleine Grünpflanze in der hinteren Ecke des Büros diese Zahlen niemals wieder wettmachen können. Doch sie stellt einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung dar. Zudem wirken Pflanzen durch das veränderte Raumklima und ihre grüne Farbe stimmungsaufhellend. Die Atmung verlangsamt sich, der Körper entspannt und Sie können sich besser konzentrieren. So wird der neue „Mini-Regenwald“ in Ihrem Büro nicht nur zum Klimaretter, sondern auch zur Burnout-Prävention.

Fazit: Kopf einschalten, Licht ausschalten

Konnten wir Sie überzeugen, dass Umweltschutz im Büro notwendig und vor allem ganz simpel ist? Mit kleinen Schritten können Sie bereits die richtige Richtung einschlagen und so vielleicht auch bald Ihre Kollegen, die Vorgesetzten oder das gesamte Unternehmen mitreißen. Kreieren Sie in Ihrem persönlichen Umfeld ein Bewusstsein für den Umweltschutz und vielleicht ist das papierlose Büro in Deutschland dann schon bald keine Illusion mehr. Wir finden: Umweltschutz ist „in“ und sollte es auch bleiben! Denn wenn unser Wirtschaftswachstum und der Wohlstand der Gesellschaft auf Kosten der Umwelt gehen, ist unsere Welt schon bald nicht mehr lebenswert. Was bringt Ihnen dann noch das viele Geld? Unser Fazit lautet daher:

„Think before you print!“

Mit ein wenig Köpfchen und etwas mehr Achtsamkeit können Sie den Umweltschutz mittels unserer fünf genannten Schritten ganz einfach in Ihren beruflichen – und privaten – Alltag einbauen. Und das ist erst der Anfang: Sie kennen bestimmt noch zahlreiche weitere praktische Tipps und Kniffe für mehr Umweltschutz im Büro? Wie achten Sie ganz persönlich auf Ihren ökologischen Fußabdruck? Wir sind gespannt auf Ihre großen und auch ganz kleinen Steps für eine gesündere Umwelt in den Kommentaren.

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