Hilfe mein Kollege trinkt!
Wer entdeckt, dass ein Kollege regelmäßig trinkt, sollte nicht tatenlos zusehen, sondern versuchen, dem Betroffenen zu helfen. Wegsehen und falsche Rücksichtnahme hilft weder dem Betroffenen noch einem selbst, den Kollegen oder dem Unternehmen. Es verhindert nur, dass sich der Alkoholabhängige mit seinem Suchtverhalten auseinandersetzt und sich über die Gefahren bewusst wird, denen er sich selbst und andere aussetzt.
• Zum einen riskiert der alkoholabhängige Kollege seine Entlassung, wenn seine Sucht entdeckt wird, seine körperliche und geistige Arbeitsleistung rapide abfällt oder er in alkoholisiertem Zustand grobe Fehler und Pflichtverletzungen begeht. Denn für ein Unternehmen bedeutet ein alkoholabhängiger Mitarbeiter einen Produktionsverlust und zusätzliche Kosten: Alkoholkranke Personen verspäten sich häufiger, brauchen längere Pausen (evtl. zum „Nachtanken“), bleiben ganz vom Arbeitsplatz fern oder melden sich krank; sie erbringen so deutlich weniger und schlechtere Leistung als gesunde Mitarbeiter und müssen bei Ausfall ersetzt werden.
• Zum anderen birgt das Verhalten des Alkoholabhängigen auch ein „Sicherheitsrisiko“ für sich selbst und die Kollegen: Insbesondere in Berufen, bei denen schwere Maschinen, Fahrzeuge oder technische Geräte bedient werden müssen, kommt es durch alkoholisierte Mitarbeiter 3- bis 4mal häufiger zu Betriebsunfällen als durch gesunde Mitarbeiter. Solche Unfälle passieren insbesondere deshalb, weil durch den Alkohol die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit herabgesetzt ist und der Betroffene versucht, die eigene Unkonzentriertheit und Nervosität durch ein höheres Arbeitstempo auszugleichen. Zudem führt starker Alkoholkonsum zum Kontrollverlust über die eigenen Bewegungen (z. B. Zittern, Fahrigkeit) oder in schlimmen Fällen sogar zu plötzlichen Kreislaufschwächen oder epileptischen Anfällen.
• Oft leidet auch das Betriebsklima unter der Alkoholsucht des Kollegen. Ständige „Blackouts“, unklare Kommunikation, Verlust von Dokumenten oder Materialien und häufiges Fernbleiben von der Arbeit belasten die Beziehungen zu den Kollegen, die dadurch einen Teil der Tätigkeiten des Alkoholkranken mit übernehmen müssen. Auch neigen alkoholabhängige Personen dazu, gegenüber Kollegen und Vorgesetzten besonders misstrauisch zu sein, und fühlen sich deshalb bei gerechtfertigter Kritik wegen ihrer schlechten Arbeitsleistung schnell persönlich angegriffen. Und sie vermeiden häufig den direkten Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten, um ihre Alkoholsucht zu verstecken, und isolieren sich damit selbst.
Wie aber kann dem Betroffenen konkret geholfen werden?
Zunächst sollte der Betroffene in einem persönlichen Gespräch behutsam auf sein Alkoholproblem und Hilfsmöglichkeiten (z. B. Betriebsrat, Betriebsarzt oder Suchtberatungsstelle) angesprochen werden. Dabei kann es durchaus sein, dass er die Krankheit zunächst abstreitet, bagatellisiert oder sich aggressiv gegen die Anschuldigungen wehrt. In diesem Fall sollte mit den übrigen Kollegen gesprochen und gemeinsam vereinbart werden, dass dem Betroffenen in Zukunft keine Arbeiten mehr abgenommen werden, er keinen Alkohol mehr erhält (z. B. auf Betriebsfeiern) und er auch nicht „gedeckt“ wird, falls der Chef darauf anspricht.
Verschlechtern sich Leistung und Verhalten des Kollegen trotzdem weiter, sollte der Vorgesetzte verständigt werden. Dies hört sich zwar erst einmal sehr „hart“ an und kann eventuell eine Abmahnung oder Kündigung des Kollegen zur Folge haben; aber nur durch ansteigenden Druck des Umfelds kann der Betroffene erfahren, welche Konsequenzen sein Verhalten mit sich bringt. Gut gemeintes, aber unangebrachtes Mitleid aus dem Kollegenkreis verstärkt die Sucht eher noch zusätzlich.
Unsere Empfehlung
“Jetzt ist es genug!: Leben ohne Alkohol” von Victor Sommer, Dtv
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KOLOS am 5 September 2008:
Ich hatte einen Kollegen der regelmäßig trank. Als Kollege konnte ich nicht groß helfen, er hat sich nichts sagen lassen. Am Ende hat der Chefe ihm gekündigt. Heute ist er ganz unten, ohne Alk gehts nicht mehr. Hätte mir das einer vor vier Jahren erzählt, was aus dem wird, hätte ich dem ein Vogel gezeigt. Finger weg vom Akolhol, kann ich nur sagen!
Interessanter Artikel im übrigen.
flo am 10 September 2008:
Einer meiner Kollegen hatte auch ein Problem mit dem Alkohol, allerdings erst so richtig nachdem ihm gekündigt wurde. Besser gesagt es gab keine Aufgaben mehr für ihn. Jetzt trinkt er und wie die Wohnung aussieht das erspare ich mir an dieser Stelle.