Hinzuverdienst in der Rente: Freigrenzen, Steuern, Abzüge & Tipps

Freuen Sie sich auf Ihre Rente? Den wohlverdienten „Lebensabend“? Laue Sommerabende im Garten, unvergessliche Momente mit den Enkelkindern oder die langersehnte Weltreise? Nie wieder arbeiten müssen – für viele Menschen klingt das nach einem absoluten Traum. Doch immer mehr Rentner wollen oder können aus finanziellen Gründen nicht „Nichts“ tun. Die Altersarmut ist ein wachsendes Problem in Deutschland. Gleichzeitig sind die Menschen aber häufig auch über ihr Renteneintrittsalter hinaus fit, agil und leistungsfähig – und möchten schlichtweg freiwillig arbeiten. Nur, dürfen Sie überhaupt etwas zu Ihrer Rente hinzuverdienen und wenn ja, wieviel?

Inhalt
1. Altersarmut – reales Problem oder Panikmache?
2. Ursachen der Altersarmut: Es ist nicht nur der demografische Wandel schuld!
3. Wem droht die Altersarmut – Müssen Sie sich Sorgen machen?
4. Private Altersvorsorge: Welche Möglichkeiten haben Sie?
5. Hinzuverdienst: Dürfen Sie trotz Rente arbeiten?
6. Welche Hinzuverdienstgrenzen gelten in der Frührente?
7. Rentner brauchen das Geld – aber wer braucht die Rentner?
8. Rent a Rentner & Co: Digitale Plattformen bieten Nebenjobs für Rentner
9. Fazit: Langeweile? Von wegen! Der Rentner von heute ist digital und berufstätig

Altersarmut – reales Problem oder Panikmache?

Die Altersarmut ist derzeit in aller Munde. Die gesetzliche Rente würde nicht mehr ausreichen. Die Deutschen müssten frühzeitig privat vorsorgen. So lauten die aktuellen Schlagzeilen in den öffentlichen Medien. Vor allem die jüngeren Generationen zeigen sich davon aber noch reichlich unbeeindruckt. Gerade die Generation Y scheint dem Motto zu folgen: „Wird schon alles irgendwie schiefgehen!“.

Lese-Tipp:Generation Y: 10 klassische Fehler der Millenials im Umgang mit Geld

Und vermutlich wird es das auch. Zumindest, solange das Sozialsystem in Deutschland noch funktioniert und arme Menschen auffängt. Mehr als die sogenannte Grundsicherung ist dann allerdings nicht drin. Und das ist doch nicht unbedingt ein erstrebenswerter Zustand für die Rente, oder?

Infografik: Ältere in Deutschland überdurchschnittlich von Armut bedroht | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Rund 10,5 Prozent der Deutschen sind derzeit von der Altersarmut bedroht – Tendenz steigend. Etwa drei Millionen Rentner sind in Deutschland sogar bereits aktuell betroffen. Das bedeutet: Die Einkünfte reichen nicht aus, um den Lebensunterhalt selbstständig bestreiten zu können. Betroffene müssen also trotz Rentenbezug zusätzliche Leistungen von Sozialträgern beantragen, zum Beispiel Wohngeld oder Sozialhilfe. Tatsächlich handelt es sich bei der Altersarmut nicht um Panikmache, sondern um ein reales Problem, das in Zukunft weiter zunehmen wird. Das liegt vor allem im demografischen Wandel begründet:

Auf immer mehr ältere Personen, sprich Rentner, kommen immer weniger junge Erwerbstätige, welche in die Rentenkassen einzahlen.

Für die deutschen Rentenkassen entsteht dadurch ein simples, aber momentan unlösbares Problem: Die Ausgaben steigen immer weiter, während die Einnahmen rückläufig sind. In jedem betriebswirtschaftlichen Unternehmen würde das früher oder später die Insolvenz bedeuten. Und genau davor hat Deutschland jetzt auch bei seinen Rentenkassen Angst: Was, wenn diese in einigen Jahrzehnten zahlungsunfähig sind? Das Vertrauen der Bevölkerung in die gesetzliche Altersvorsorge sinkt. Und auch, wenn diese Sorge bislang noch unbegründet sein mag: (Zusätzlich) privat vorzusorgen, ist auf jeden Fall eine gute Idee!

Ursachen der Altersarmut: Es ist nicht nur der demografische Wandel schuld!

Die Diskrepanz in der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung der deutschen Rentenkassen sorgt zwar langfristig für Probleme im deutschen Rentensystem, wie eine zu erwartende Kürzung der Rentenbezüge, doch aktuell resultiert die Altersarmut in der Regel aus anderen Gründen:

  • Das reguläre Renteneintrittsalter wird stufenweise erhöht. Viele Menschen gehen aber dennoch mit 64 oder 65 in Rente, statt erst wie vom Gesetzgeber gewünscht mit 67. Die Folge: Pro Monat, welchen sie früher in Rente gehen als durch das Renteneintrittsalter vorgesehen, müssen die Rentner hohe Abzüge bei ihren Rentenzahlungen in Kauf nehmen – und zwar dauerhaft. Genauer gesagt: 0,3 Prozent. Wer also beispielsweise vier Jahre früher als geplant in Rente geht, muss auf 14,4 Prozent (48 Monate x 0,3 Prozent) seiner Rentenbezüge verzichten.

Definition: Da die Regelaltersgrenze stufenweise angehoben wird, gilt das Renteneintrittsalter von 67 Jahren erst für alle ab dem 1. Januar 1964 Geborenen. Wer hingegen vor dem 1. Januar 1947 das Licht der Welt erblickt hat, kann bereits mit 65 Jahren in Rente gehen. Für alle Jahrgänge dazwischen gilt die stufenweise Anhebung. So kann der Jahrgang 1955 zum Beispiel mit 65 Jahren plus neun Monaten regulär in Rente gehen.

  • Zwar ist in Deutschland für den Fall, dass die Rente zum Leben nicht ausreicht, für die sogenannte „Grundsicherung“ gesorgt, doch reiche diese kaum für genügend Essen bis zum Ende des Monats, so Experten. Wer von der Grundsicherung lebt, muss auf vieles verzichten und jeden Cent zweimal umdrehen. Mit Lebensqualität oder dem „wohlverdienten“ und „sorgenfreien“ Ruhestand hat das nur wenig zu tun. Viele Betroffene müssen sich stattdessen trotz Rentenbezug mit (schlecht bezahlten) Nebenjobs durchschlagen. Doch irgendwann ist auch das körperlich (oder geistig) nicht mehr möglich.
  • Wer 35 oder sogar 45 Jahre in die Rentenversicherung einzahlt, muss sich zumindest bisher in der Regel noch keine Sorgen um seine finanzielle Situation in der Rente machen. Wer jedoch wegen gesundheitlichen Problemen, zugunsten der Kindererziehung, für die Pflege von Angehörigen oder aus anderen Gründen mehrere Jahre aus dem Berufsleben ausgestiegen ist und dadurch seine Rentenzahlungen ausgesetzt hat, dem droht unter Umständen die Altersarmut.
  • Besonders häufig betroffen sind aus diesem Grund Frauen. Das liegt einerseits daran, dass Mütter bis heute öfter sowie länger für die Kinder aussetzen als Väter. Dadurch steigen sie in weniger hohe hierarchische Positionen auf und verdienen weniger – was wiederum geringere Einzahlungen in die Rentenkassen bedeutet.
  • Geringere Einzahlungen in die Rentenkassen haben Frauen andererseits häufig zudem, weil sie bei gleicher Qualifikation und in selber Position wie Männer immer noch deutlich weniger verdienen. Stichwort: Gender Pay Gap.
  • Ein häufiger Auslöser für Altersarmut sind zudem Schicksalsschläge wie eine langjährige Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit oder häusliche Pflege des Ehepartners.
  • Und zuletzt trägt auch der deutsche Staat seine Schuld am Problem der Altersarmut: Die Absenkung des Rentenniveaus, die Anhebung des regulären Renteneintrittsalters und die Förderung der sozialversicherungsfreien „Minijobs“ haben die Problematik in den vergangenen Jahren stark verschärft.

Wieso der Staat dann überhaupt solche Maßnahmen ergreift, fragen Sie sich jetzt? Ganz einfach: Weil er sich aufgrund des demografischen Wandels dazu gezwungen fühlt, um die Rentenkassen vor einer Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Hier schließt sich also wieder der Kreis: Schlussendlich stellt die demografische Entwicklung das Hauptproblem dar.

Wem droht die Altersarmut – Müssen Sie sich Sorgen machen?

Sie verdienen „ganz gut“, haben eine feste Anstellung, durch welche Sie regelmäßig in die Rentenkasse einbezahlen, und kommen problemlos über die Runden? Das bedeutet leider nicht, dass Sie nicht dennoch von der Altersarmut bedroht sind. Viele Deutsche nehmen das Problem auf die leichte Schulter, fühlen sich mit ihrer gesetzlichen Altersvorsorge vermeintlich sicher und erleben dann bei ihrem Renteneintritt eine böse Überraschung. Denn

Wer 2.500,- Euro brutto pro Monat oder weniger verdient, wird laut Experten im Alter keine höheren Renteneinnahmen haben als die Grundsicherung von 688,- Euro – sprich von der Altersarmut betroffen sein.

Das Durchschnittsgehalt in Deutschland lag in den letzten Jahren etwa zwischen 3.400,- und 3.600,- Euro brutto pro Monat, je nach Region und Geschlecht etwas mehr oder weniger. Angesichts der Tatsache, dass es sich dabei nur um einen Durchschnittswert handelt und laut Gehaltsreport viele Fach- und Führungskräfte in Deutschland deutlich besser verdienen, liegt also die Vermutung im Raum: Vielen Gutverdienern stehen auch viele Menschen gegenüber, die von der Altersarmut bedroht sind.

Lese-Tipp:Gehaltsstudie: Wie viel verdient Deutschland?

Wer sich also nicht Akademiker, Fach- oder Führungskraft nennen kann oder aber zugunsten der Familie, krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen längerfristig aus dem Berufsleben aussteigt, sollte unbedingt frühzeitig (zusätzlich) privat vorsorgen. Das gilt zudem für alle Selbstständigen, die nicht in der gesetzlichen Rentenkasse (pflicht-) versichert sind. Und auch als Besserverdiener raten Experten mittlerweile zu einer privaten Vorsorge. Denn doppelt hält bekanntlich besser!

Private Altersvorsorge: Welche Möglichkeiten haben Sie?

Die private Altersvorsorge ist ein komplexes Thema mit beinahe unzähligen Varianten, die für jeden die richtige Lösung bieten. Infrage kommen zum Beispiel:

  • die Investition in Immobilien
  • Verträge über eine Privatrente
  • Aktienfonds
  • Riester- oder Rürup-Rente
  • Lebensversicherungen

Jede Möglichkeit bringt dabei – wie immer im Leben – ihre individuellen Vor- sowie Nachteile, Chancen und Risiken mit sich. Ein guter Rat, den wir Ihnen an dieser Stelle mitgeben möchten, ist wohl:

Setzen Sie nicht alles auf ein Pferd, sondern streuen Sie das Risiko!

Welche schlussendlich die für Sie am besten geeignete Variante ist, finden Sie am besten heraus, indem Sie sich von einem oder mehreren Spezialisten beraten und Angebote unterbreiten lassen. Legen Sie Verträge zudem stets einem Fachanwalt vor, bevor Sie diese unterzeichnen.

Hinzuverdienst: Dürfen Sie trotz Rente arbeiten?

Sie wissen nun also bereits, weshalb viele Deutsche trotz Rentenbezug arbeiten müssen, um (gut) über die Runden zu kommen und ihre finanzielle Situation zu verbessern. Sie haben außerdem gelernt, wie Sie die Altersarmut frühzeitig verhindern können, damit Sie im Alter auch wirklich „ruhen“ können, anstatt weiterhin arbeiten zu müssen. Dennoch gibt es natürlich nicht nur Rentner, die arbeiten, weil sie dies aus finanziellen Gründen müssen, sondern auch jene, die freiwillig weiterhin erwerbstätig sind. Ruhestand – das klingt für immer mehr Rentner nämlich nach purer Langeweile.

Lese-Tipp:Jobben im Ruhestand: Rente beziehen und trotzdem arbeiten? Wieso nicht!

Unser verbessertes Gesundheitssystem hat nämlich zur Folge, dass viele Deutsche auch über ihr Renteneintrittsalter hinweg körperlich sowie geistig fit und leistungsfähig sind. Ihre Lebens- und Berufserfahrung sowie ihr Knowhow werden für die Unternehmen hierzulande aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels zudem immer wichtiger. Rentner werden wieder „gebraucht“ – und genießen dieses Gefühl. Die Frage, vor welcher viele arbeitswillige Rentner aber stehen, lautet: Darf ich überhaupt zu meiner Rente hinzuverdienen und wenn ja, wieviel?

  • Ob und wieviel Sie zu Ihrer Rente hinzuverdienen dürfen, hängt zu großen Teilen davon ab, ob Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben oder sich in Frührente befinden. Das Sozialgesetzbuch regelt hierzu:

㤠35 Regelaltersrente

Versicherte haben Anspruch auf Regelaltersrente, wenn sie die Regelaltersgrenze erreicht und die allgemeine Wartezeit erfüllt haben. Die Regelaltersgrenze wird mit Vollendung des 67. Lebensjahres erreicht.“

(Quelle: SGB VI – Gesetzliche Rentenversicherung)

  • Prinzipiell dürfen Sie, sobald Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben und demnach „regulär“ in Rente gegangen sind, unbegrenzt nebenbei arbeiten, sprich hinzuverdienen.
  • Verdienen Sie mehr als 450 Euro pro Monat (geht Ihr Nebenverdienst also über einen sogenannten „Minijob“ hinaus), müssen Sie die Einnahmen regulär versteuern und Sie sind sozialversicherungspflichtig.
  • Die Einzahlung in die Rentenkasse ist dann zwar freiwillig, durchaus aber empfehlenswert, denn dadurch erhöhen sich Jahr für Jahr Ihre Rentenbezüge. Sie erhalten also auch dann noch mehr Geld pro Monat, wenn Sie irgendwann körperlich oder geistig nicht mehr in der Lage sein sollten, zu arbeiten.
  • Haben Sie Ihre Regelaltersgrenze erreicht, müssen Sie Ihre Beschäftigung also nicht dem Rentenversicherungsträger melden und Sie müssen auch keine Rentenabzüge befürchten.

Welche Hinzuverdienstgrenzen gelten in der Frührente?

Etwas strenger sind die Regelungen hingegen, wenn Sie noch nicht Ihre Regelaltersgrenze erreicht haben. Klar, sonst könnten Sie ja einfach früher in Rente gehen und nebenbei unbegrenzt hinzuverdienen. Um das zu verhindern, gelten folgende gesetzliche Regelungen:

  • Wie bereits erwähnt, müssen Sie für jeden Monat, welchen Sie vor Erreichung Ihrer Regelaltersgrenze in Rente gehen, Abzüge in Höhe von 0,3 Prozent in Kauf nehmen. Gleichzeitig dürfen Sie nicht mehr als 450,- Euro pro Monat hinzuverdienen.
  • Diese Grenze gilt sowohl für Angestellte als auch Selbstständige.
  • Wer diese Hinzuverdienstgrenze überschreitet, fällt von der sogenannten Vollrente in die Teilrente. Diese wird individuell berechnet und richtet sich nach Ihrem Gehalt vor dem Renteneintritt. Dadurch stehen Ihnen unter Umständen höhere Freigrenzen für einen Hinzuverdienst zur Verfügung.

Definition Teilrente: Je nachdem, wie hoch Ihr Einkommen vor dem Renteneintritt war und wieviel Sie nun hinzuverdienen möchten, erhalten Sie entweder noch zwei Drittel, die Hälfte oder ein Drittel Ihrer Rentenbezüge.

  • Überschreiten Sie die Grenzwerte der Voll- oder Teilrente, wird Ihr Hinzuverdienst anteilig auf Ihren Rentenbezug angerechnet.
  • Zweimal jährlich dürfen Sie die Hinzuverdienstgrenzen allerdings bis zum Doppelten überschreiten, ohne eine Anrechnung auf Ihre Rentenbezüge befürchten zu müssen. Das bedeutet. Bei Bezug der Vollrente dürfen Sie zweimal jährlich bis zu 900,- Euro brutto pro Monat verdienen – zum Beispiel bei der Auszahlung von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Wie hoch Ihre Hinzuverdienstgrenze bei einer Teilrente ist, erfahren Sie nach der individuellen Berechnung von Ihrem Rentenversicherungsträger. Sollten Sie sich also in Frührente befinden und hinzuverdienen wollen, wenden Sie sich zuvor an Ihre Rentenkasse. Waren Sie einmal in Teilrente und verdienen fortan wieder weniger als 450,- Euro pro Monat, ist es zudem notwendig, dass Sie einen Antrag auf (erneuten) Bezug der Vollrente stellen. Der Wechsel findet nicht (!) automatisch statt. Weitere Informationen sowie die Kontaktdaten für eine individuelle Beratung finden Sie direkt auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung.

Rentner brauchen das Geld – aber wer braucht die Rentner?

Fakt ist also: Viele Rentner müssen heutzutage trotz wohlverdientem Ruhestand arbeiten, um sich einen finanziell sorgenfreien Lebensabend leisten zu können – ohne sozialen Abstieg. Doch das ist nicht der einzige Grund für die neuentdeckte Arbeitslust der deutschen Rentner. Der Großteil von ihnen muss nämlich nicht (nur) arbeiten, er will! Denn 19,6 Jahre durchschnittliche Rentenbezugsdauer – das klingt doch nach einer ziemlich langen Zeit. „Nichts“ zu tun, kann dann schon früher oder später sehr langweilig und eintönig werden. Vor allem, wenn das Geld eben nicht für ein Leben in Luxus, mit spannenden Reisen oder teuren Abenteuern reicht. Hand aufs Herz: Möchten Sie tagein tagaus in Ihren vier Wänden, auf dem Balkon, im Garten oder auch im Park um die Ecke sitzen und keine andere Aufgabe haben als die Essensplanung für die kommende Woche oder den Hausputz? Oder, um es noch etwas drastischer auszudrücken: Möchten Sie in Ihrer Rente nur noch auf den Tod warten?

„Erholung besteht weder in Untätigkeit noch in bloßem Sinnengenuß,
sondern im Wechselgebrauch unserer Körper und Geisteskräfte.“
(Karl Julius Weber)

Viele Rentner sind mit 65, 67 oder auch 70 Jahren heutzutage noch körperlich sowie geistig fit. Das Gefühl, dass sie und ihre Leistungsfähigkeit allerdings nicht mehr gewünscht sind beziehungsweise gebraucht werden, nagt nicht selten am Selbstbewusstsein. Sie haben schließlich über Jahrzehnte hinweg Berufserfahrung gesammelt, Leistung erbracht, sich für Ihren Job aufgeopfert und das Unternehmen vorangebracht. Doch oft beschleicht sie am Ende ihres Berufslebens das Gefühl, dass sie nicht wertgeschätzt, sondern als „Kostenfaktor“ oder „Last“ betrachtet werden. Tatsächlich wissen bislang nur wenige deutsche Unternehmen den Diversity Ansatz und die Kompetenz ihrer älteren Arbeitnehmer zu nutzen. Sie möchten diese stattdessen „so schnell wie möglich loswerden“. Doch was sie nicht bemerken: Mit den älteren Arbeitnehmern geht auch das Knowhow und die Berufserfahrung.

Zum Glück wissen die Rentner, welche der Altersdiskriminierung zum Opfer fallen oder einfach aus anderen Gründen nicht bis zum Renteneintrittsalter beziehungsweise darüber hinaus in ihrem bisherigen Beruf arbeiten können, sich mittlerweile selbst zu helfen. Der „hilflose, alte, kranke Rentner, der von Internet & Co keine Ahnung hat“ gehört längst der Vergangenheit an. Der Rentner von heute ist modern und nutzt die digitalen Möglichkeiten des Internets aktiv gegen die Altersarmut – oder einfach, um sich eine Aufgabe zu suchen. Denn eine Aufgabe beziehungsweise das lebenslange Lernen ist schließlich das, was Körper und vor allem den Geist fit hält.

Lese-Tipp:Fluide Intelligenz: Wer stetig lernt, bleibt länger schlau

Rent a Rentner & Co: Digitale Plattformen bieten Nebenjobs für Rentner

Das Konzept der Arbeit statt oder neben der Rente ist kein neues. Schon in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verdienten sich viele Rentner als freie Mitarbeiter, Berater in ihrem früheren Betrieb oder auch in einem Minijob etwas Taschengeld hinzu. Besonders beliebt sind vor allem akademische Tätigkeiten sowie die Anstellung oder freie Mitarbeit im Verkauf oder als Techniker.

Statistik: Verteilung der arbeitenden Menschen ab 65 Jahren in Deutschland nach Berufsfeldern | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Doch auch das Internet hat mittlerweile die Ressource „Rentner“ sowie ihren Bedarf an Nebenjobs erkannt. Auf zahlreichen Plattformen wie Rentarentner.de, Kimeta.de oder Gelegenheitsjobs.de können Frührentner ab 50, Rentner und Senioren jetzt in einer perfekt auf sie zugeschnittenen Jobbörse Nebentätigkeiten in der Region finden. So bleiben sie auf Achse, pflegen soziale Kontakte und bessern ihre Geldbörse auf. Die Jobs reichen dabei von

  • Hausmeistertätigkeiten über
  • Hundesitter,
  • selbstständige Logistiker,
  • Buchhaltung,
  • Möbelmontage über
  • Steuerberatung bis hin zu
  • Fahrservice u. v. m.

Es kann also – muss aber nicht – eine Tätigkeit in Ihrer früheren Branche sein. Oder aber Sie probieren sich in unterschiedlichsten Berufen aus. Vielleicht ist ja Ihre neue Leidenschaft dabei, die nicht nur das Portemonnaie füllt, sondern Ihrem Leben auch wieder einen Sinn verleiht, Freude und Abwechslung bringt. Wir jedenfalls finden: Rentarentner & Co sind Internet-Plattformen mit Zukunft und eine tolle Idee für alle Rentner, die aus finanziellen und/oder emotionalen Gründen ihren Lebensabend eben doch nicht zum Dauerurlaub machen möchten.

Fazit: Langeweile? Von wegen! Der Rentner von heute ist digital und berufstätig

Die Rente als Dauerurlaub? Dieses Konzept scheint für den modernen Rentner von heute ausgedient zu haben. Die einen müssen aus finanziellen Gründen weiterarbeiten, die anderen möchten das schlichtweg. Wer sich auf einen Lebensabend voller „Nichtstun“ freut, der sollte so früh wie möglich privat vorsorgen.

Lese-Tipp:Rentenalter: 10 einfache Tipps für eine „frühe“ Frührente

Ansonsten können wir Ihnen nur einen Rat mit auf den Weg geben: Machen Sie sich fit für das Internet und stöbern Sie auf den modernen „Rentner-Jobbörsen“ nach Ihrem nächsten Traumjob. Probieren Sie sich in neuen Branchen aus oder bieten Sie Ihre Berufserfahrung sowie Ihr Knowhow all jenen Menschen an, die sie auch wirklich zu schätzen wissen. Vor Langeweile im Ruhestand müssen Sie jedenfalls dank Rentarentner & Co keine Angst mehr haben.

Möchten oder müssen auch Sie trotz Rente arbeiten? Welche Tätigkeiten bieten Sie an? Oder haben Sie vielleicht sogar schon einmal eine Plattform à la Rentarentner ausprobiert? Welche Vor- und Nachteile hat das Konzept Ihrer Meinung nach? Oder sehnen Sie sich doch lieber nach einem faulen Lebensabend im Dauerurlaub-Stil? Wir freuen uns auf Ihre Meinung in den Kommentaren!

Ihr Kommentar zum Thema