Diebische Kollegen: So schützen Sie sich vor Ideenklau

Jeder von Ihnen hat das gewiss schon einmal erlebt: Im Job, in der Schule oder selbst im Privatleben hatten Sie eine wirklich gute Idee. Voller Enthusiasmus haben Sie diese tolle Idee Ihrem Kollegen, Vorgesetzten oder einer sonstigen Person erzählt und prompt streicht diese die Lorbeeren dafür ein. Innerlich kochend vor Wut stellen Sie sich nun gewiss die Frage: Wie gehe ich mit einem solchen „Ideenklau“ um?

Inhalt
1. Ideenklau gehört zum beruflichen Alltag
2. Dos – So schützen Sie sich vor Ideenklau
3. Don’ts – Was Sie lieber nicht tun sollten

Ideenklau gehört zum beruflichen Alltag

Ideenklau ist gewiss keine Seltenheit und gehört daher leider auch zum beruflichen Alltag. Klar, jeder möchte wahrgenommen werden, sich so von den Kolleginnen und Kollegen abheben und für die nächste Karrierestufe in Betracht gezogen werden. Eine gute Idee ist da echtes Gold wert.

Besonders ausgeprägt ist das Phänomen natürlich in kreativen Berufen und Branchen sowie bei prämienbasierten Vergütungsmodellen. Häufig zu beobachten ist der Ideenklau zudem in Jobs mit einem großen Ausrufezeichen hinter dem Begriff „Teamwork“. Klar sollen Sie Ihre Ideen mit Ihrem Team teilen und so noch besser sowie kreativer zusammenarbeiten. Doch was, wenn der Kollege plötzlich mit Ihrer Idee zum Chef rennt und das Lob einstreicht oder der Vorgesetzte sogar selbst zum Ideendieb wird? Lautet die Lösung dann: Einzelkämpfer statt Teamwork?

Tatsächlich sollten Sie lernen, Ihre wirklich guten Ideen zukünftig beim Brainstorming für sich zu behalten, um anschließend selbst mit ihnen glänzen und Erfolge verbuchen zu können. Wer immer anderen den Vortritt lässt, kann dadurch erheblich die eigene Karriere behindern. Und ehrlich gesagt gibt es doch immer mindestens einen Kollegen, der schnell durchschaut hat, „mit wem er es machen kann“ und wer sich zu wehren weiß. Tun Sie also sich selbst, Ihren Nerven und vor allem Ihrer Karriere einen Gefallen und schützen Sie sich zukünftig frühzeitig gegen Ideenklau. Wir sagen Ihnen, wie Sie dabei vorgehen sollten – und wie nicht:

Don’ts – Was Sie lieber nicht tun sollten:

  • Rache nehmen oder selbst Ideen von Kollegen klauen? Das sollten Sie natürlich unbedingt unterlassen. Gehen Sie lieber selbst mit gutem Beispiel voran.
  • Stauen Sie Ihre Wut nicht auf und explodieren dann plötzlich, beginnen einen riesen Streit oder gar mit dem Mobbing des „Täters“.
  • Rennen Sie nicht sofort zum Chef und lästern über den Ideendieb ab.
  • Machen Sie den Ideendieb nicht vor anderen schlecht, beginnen seine Fehler zu dokumentieren oder gar dessen Kündigung zu erwirken.
  • Beim Brainstorming schweigend dasitzen oder ein trotziges Verhalten an den Tag legen. So werden Sie schnell zum unbeliebten Außenseiter und wirken „arrogant“ oder „nachtragend“.
  • Jammern, das Opfer spielen oder bei den anderen Kollegen über den Ideendieb lästern bringt Sie nicht weiter, sondern stellt Sie nur selbst in ein schlechtes Licht.

Dos – So schützen Sie sich vor Ideenklau:

Gehen Sie mit Ihren Ideen vorsichtig um und lassen Sie nichts auf dem Schreibtisch liegen, was Ihre Kollegen nicht auch sehen dürfen. Sie sollten sich nicht blindlings darauf verlassen, dass Ihre Privatsphäre respektiert wird. Manch ein Kollege oder selbst Vorgesetzter kennt hier scheinbar keinerlei Schamgrenze und stiehlt schon auch einmal das Konzept vom Schreibtisch.

  • Weisen Sie den „Täter“ sofort freundlich, aber bestimmt, auf den Ideenklau hin.
  • Suchen Sie das Vier-Augen-Gespräch.
  • Sollten Sie keine Klärung finden, ziehen Sie den Vorgesetzten hinzu oder schildern Sie ihm unter vier Augen die Situation aus Ihrer Sicht.
  • Bleiben Sie stets sachlich, objektiv und ehrlich.
  • Professionalität ist das A und O. Gehen Sie daher niemals auf die persönliche Ebene und arbeiten Sie trotz Ihrer Frustration über den Ideenklau fleißig sowie teamorientiert weiter. Sonst schießen Sie sich schnell selbst ins Aus.
  • Lässt sich nun immer noch keine Lösung zwischen Ihnen, dem Ideendieb und eventuell dem Vorgesetzten finden, zeigt der „Täter“ sich uneinsichtig oder Ihr Chef selbst ist der Schuldige, dürfen Sie gerne auch einmal auf der nächst-höheren Stufe „petzen“ gehen. Da Petzen allerdings nicht gerne gesehen sind, sollte dies Ihr letztmöglicher Schritt sein. Er empfiehlt sich zudem erst dann, wenn der Ideenklau bereits mehrfach vorgefallen ist.
  • Sammeln Sie hierfür – wenn möglich – Beweise. Gibt es vielleicht eine E-Mail, in welcher Sie dem Dieb Ihre Idee unterbreitet haben? Auch Zeugen können durchaus hilfreich sein, erwirken in Teams aber auch schnell zwei „verfeindete Lager“. Holen Sie daher nur im absoluten Notfall unbeteiligte Dritte zum Konfliktgespräch hinzu.
  • Lassen Sie Ideen, die rechtlich schützenswert sind, entsprechend patentieren oder suchen Sie zum Beispiel bei Urheberrechtsverletzungen Beistand von einem spezialisierten Anwalt. Durch den Ideenklau haben Sie dann eventuell Anspruch auf Schadensersatz.
  • Hin und wieder sind Sie schlichtweg machtlos. Schlucken Sie den Ideenklau runter, nehmen Sie es nicht persönlich und lernen Sie für die Zukunft aus Ihrem Fehler. Manchmal wird er gar zum Quell völlig neuer Motivation à la „dem zeig Ich’s jetzt aber!“ und dadurch zum absoluten Karriere-Push. Wenn Ihre Ideen so gut sind, dass sie sogar geklaut werden, scheinen Sie ja etwas auf dem Kasten zu haben und lassen sich von solch einem Vorfall gewiss nicht den Wind aus den Segeln nehmen.

Sehen Sie das anders? Oder haben Sie weitere Dos und Don’ts zum Thema Ideenklau? Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit den dreisten Ideendieben gemacht? Wir sind gespannt auf Ihre Lösungsvorschläge in den Kommentaren.

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