Jobs und Zukunftsaussichten in der Energiebranche


Der klassischen Energiewirtschaft sind Grenzen gesetzt

Gut 200 Jahre war die Energiewirtschaft darauf ausgerichtet, immer mehr Energie für die ständig steigenden Bedürfnisse der Industrie und der Verbraucher bereitzustellen. Seit geraumer Zeit hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die bisherige Strategie nicht weiter verfolgt werden kann. Kohle, Erdöl und Gas sind in Millionen Jahren entstanden und ihre Verfügbarkeit ist begrenzt. In absehbarer Zeit sind die Vorräte erschöpft. Bei Erdöl soll schon 2020 die Förderspitze erreicht sein, was nur zu weiter steigenden Ölpreisen und nicht zuletzt auch zu militärischen Auseinandersetzungen wegen der Rohstoffverknappung führen kann.

Bei der Verbrennung der fossilen Energieträger entsteht Kohlendioxid, was Ursache für den sogenannten Treibhauseffekt ist, die Umwelt stark belastet und letztlich zu dramatischen Veränderungen des Weltklimas führt. Selbst wenn also noch genügend Ressourcen vorhanden sind, kann die Menschheit es sich nicht erlauben, diese Energieträger weiter in dem bisherigen Umfang zu nutzen. Also werden sowohl die Braunkohle als auch die Steinkohle in absehbarer Zeit nur noch eine unwesentliche Rolle bei der Energieherstellung spielen.
Selbst die Kernenergie ist keine denkbare Lösung für die Zukunft, zwar wird hier kein Kohlendioxid freigesetzt, aber es wird mit gefährlichen radioaktiven und toxischen Stoffen gearbeitet. Was da bei Fehlern passieren kann, hat Tschernobyl der Menschheit vor die Augen geführt.
Noch heute ist es so, dass nur etwa 20 Prozent der Menschen in den Industrieländern etwa 70 Prozent der in der Welt genutzten Energie verbrauchen. Natürlich wird auch nicht gewünscht, dass die Entwicklungsländer den Stand des Energieverbrauchs der Industrieländer erreichen.

Die Zukunft der Energiebranche liegt weltweit in den erneuerbaren Energien

Seit Jahren verzeichnet die Energiebranche in puncto erneuerbarer Energien ein immenses Wachstum. Selbst in der Wirtschaftskrise konnte die Branche der alternativen Energien boomen. In Deutschland besteht das Ziel, bis zum Jahr 2020 den größten Teil des Energiebedarfs mit den erneuerbaren Energien aus Sonnen, Wind und Wasser abzudecken. Der Anteil der fossilen Energiestoffe wird jährlich gesenkt und soll nach den Plänen der Bundesregierung bis zum Jahr 2050 völlig aus dem Energiemix fallen.
Die Zukunft liegt im Solarstrom, in der Windenergie und in der Nutzung der Energie des Wassers, alles Ressourcen, die endlos zur Verfügung stehen und die Umwelt nicht belasten. In den letzten Jahren sind durch die erneuerbaren Energien ganze Industriezweige neu entstanden, die hohe Wachstumsraten zu verzeichnen haben. Es werden händeringend deutschlandweit aber auch international Fachkräfte gesucht.

Jobs in der Energiebranche

Die Energiebranche reicht von der Mineralölindustrie, den Gasversorgern, der Stromwirtschaft, der Kraftwerkswirtschaft, der Kohleindustrie bis hin zur regenerativen Energiewirtschaft. Besonders die regenerative Energiewirtschaft sucht dringend Fachkräfte.
Es gibt Karrieremöglichkeiten für Ingenieure der verschiedenen Fachrichtungen, wie zum Beispiel Ingenieur für Energietechnik, Ingenieur für Elektrotechnik, Ingenieur für Verfahrenstechnik. Gesucht werden auch Betriebswirtschafter und Volkswirte sowie Marketingspezialisten, Energieberater oder Planer und Spezialisten im Vertrieb.
Aber auch junge Leute, die einen Ausbildungsberuf suchen, haben in der Energiebranche beste Chancen. Es gibt Jobs für Energieelektroniker, Elektroinstallateure, Energie- und Umwelttechniker, Elektroanlagenmonteure und Elektrotechniker. Die Einsatzgebiete sind bei den Energieversorgern, in Industriebetrieben und in den vielen neuen Unternehmen, in denen zum Beispiel die Solarmodule hergestellt werden.

Auch völlig neue Ausbildungsberufe sind entstanden. Heute gibt es den Photovoltaik-Anlagen Monteur, den Servicetechniker für Windkraftanlagen oder den Solarfachberater, um hier nur einige der neuen Berufsfelder zu nennen. In den Energieunternehmen oder beim Arbeitsamt können sich interessiert junge Leute vor Ort informieren und sich mit den Anforderungen vertraut machen, die an diese Berufe gestellt werden.

Im Prinzip gibt es in der Energiebranche, gerade im Feld der erneuerbaren Energien unendlich viele Berufe insbesondere für Menschen mit abgeschlossenem Studium. Aber auch für Facharbeiter, die in den neuen Ausbildungsberufen einen guten Abschluss vorweisen können.

Zukunftsaussichten in der Energiebranche

Es gibt viel Arbeit in der Energiebranche, die sich an kluge Köpfe richtet. Insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien werden auch in den kommenden Jahren viele Fachkräfte gesucht und gebraucht. Eine Studie, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt wurde, sagt aus, dass allein in den Jahren zwischen 2004 und 2006 die Zahl der Arbeitsplätze um fast die Hälfte auf 230.000 angestiegen ist. Dabei hat allein der Bereich Biomasse ein Drittel zugelegt. Hier werden schon jetzt mehr als 100.000 Arbeitskräfte beschäftigt. In der Solarbranche hat sich die Zahl der Arbeitsplätze mittlerweile verdoppelt und auch in der Windbranche ist ein Ende des Wachstums nicht in Sicht. Allein der Bundesverband für Solarwirtschaft rechnet damit, dass in dieser Branche bis zum Jahr 2012 etwa 90.000 Menschen Beschäftigung haben werden. Die Zahl soll bis 2020 sogar auf 200.000 anwachsen. Auch die Potenziale in der Windenergiebranche sind nicht ausgereizt. Bis 2020 wird damit gerechnet, dass weitere 110.000 Arbeitsplätze entstehen. Davon geht der Bundesverband für Windenergie aus.

Fazit

Kaum eine andere Branche in der Industrie hat so erfreuliche Zukunftsaussichten. Wer sich neu orientieren will, überlegt, welchen Ausbildungsberuf er erlernen möchte oder welcher Fachrichtung er sich beim Studium widmet. Gerade im Hinblick darauf, was hier in den nächsten Jahrzehnten vor den Industrieländern für große Aufgaben stehen, ist ein Job in der Energiebranche als krisensicher anzusehen. Erneuerbare Energien sind das Zukunftsmodell und Fachleute sind gefragter denn je. Wer jetzt in die Energiebranche einsteigt, kann sich auf ein spannendes Berufsleben und reichlich Arbeit freuen.

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Derzeit gibt es 1 Kommentar. »

  1. "Natürlich wird auch nicht gewünscht, dass die Entwicklungsländer den Stand des Energieverbrauchs der Industrieländer erreichen." – von wem? Ich hoffe doch nicht von Ihnen (als Autor) – schließlich haben auch die Entwicklungsländer ein Recht darauf von einem Schwellenland aufzusteigen, zu einem Industrie- bzw hochentwickelten Land. Dafür braucht es "leider" einen hohen Energieverbrauch. Das Problem liegt doch viel mehr bei den Schwellenländern oder ehemaligen wie China, bei denen effiziente System versäumt wurden oder nur spärlich nachgeholt werden. Gerade bei Entwicklungsländern bestehen noch Chancen alles "richtig" zu machen. Von dem verantwortungslosen Handeln der USA ganz zu schweigen!

    Aber freut mich, dass meine Kollegen gute Aussichten haben in dieser Branche! Danke für die Info…

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