Karrierekiller Internet
Nach einer aktuellen Studie von ARD und ZDF zum Online-Verhalten nutzen knapp zwei Drittel aller Deutschen das WWW für private und berufliche Zwecke. Dabei spielt vor allem die Informationsbeschaffung eine große Rolle, immer beliebter wird es aber auch, eigene Inhalte im Netz zu veröffentlichen. Dazu zählen insbesondere Blogeinträge, Einstellen von Videos und Fotos in entsprechenden Portalen, Anlegen von Community-Profilen (z. B. in Karrierenetzwerken oder privaten Kontaktbörsen, sog. „Social Networks“), Benutzung von Foren und Newsgroups, aber auch das Betreiben eigener Hompages.
All diese Internetmedien können dazu beitragen, sich interessant zu präsentieren und neue private und berufliche Kontakte anzuknüpfen. Wird jedoch nicht darauf geachtet, welche Inhalte eingestellt werden, kann sich dies auch schnell als „Karrierekiller“ entpuppen. Denn auch immer mehr Personalchefs durchforsten das Internet, um weiterführende Informationen über Bewerber zu erhalten und die Recherche-Ergebnisse mit den Angaben aus den Bewerbungsunterlagen abzugleichen. Hat ein Bewerber persönliche oder berufliche Daten im WWW hinterlegt, können sie ohne viel technisches Know-How herausgefunden werden, z. B. durch „Googeln“ des Namens und der E-Mail-Adresse oder Recherche in den Benutzerprofilen der gängigen Communities und Foren.
Die Möglichkeit zur Online-Suche wird laut einer Studie des BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V.) von 28 Prozent aller Personalberater genutzt – insbesondere bei der Besetzung hochdotierter und öffentlichkeitswirksamer Stellen (z. B. bei Führungskräften, in der Kommunikations- und PR-Branche). Eigenen Angaben zufolge geht es den Personalberatern dabei vorwiegend um Informationen zu fachlicher und persönlicher Eignung sowie bisherige Karriereverdienste des Bewerbers (v.a. Referenzen, berufliche Kontakte, relevante Freizeitaktivitäten wie z. B. ehrenamtliche Tätigkeiten, Vereinsmitgliedschaften). Aber auch wenn nicht absichtlich im Privatleben von Bewerbern „herumgeschnüffelt“ wird, ist es nicht ausgeschlossen, dass bei der Suche auftauchende, negative Details berücksichtigt werden. Zwar sind solche Informationen meist nur vage Puzzleteile im Gesamtprofil eines Bewerbers, immerhin 26 Prozent der befragten Personalberater gaben jedoch an, dass sie deswegen schon gänzlich von Bewerbern abgesehen hätten. Und wird der Bewerber trotzdem zum Bewerbungsgespräch eingeladen, muss er in vielen Fällen mit peinlichen Fragen rechnen.
Deshalb sollte darauf geachtet werden, bestimmte Informationen im Internet nicht über sich preiszugeben und nicht durch Unüberlegtheit in die “Jobfalle” zu tappen:
- Grundsätzlich sollten keine Inhalte mit vertraulichen Daten (z. B. Krankheiten), pikanten Details aus dem Privatleben (z. B. Jugendsünden, sexuelle Neigungen) sowie Fotos oder Videos in peinlichen Situationen (z. B. alkoholisiert auf ausschweifenden Partys, freizügig am Urlaubsstrand) ins Netz gestellt werden. Wer trotzdem nicht darauf verzichten will, sollte sicherstellen, dass nur vertrauenswürdige Personen Zugang zu solchen Daten haben (z. B. passwortgeschützte Blogs oder Homepage-Bereiche, Verschlüsselung von Newsgroup-Nachrichten). Oder bei der privaten Benutzung von öffentlichen Foren, Newsgroups oder Portalen E-Mail-Adressen und Nicknames verwenden, die keine Rückschlüsse auf die Person zulassen.
- Insbesondere bei der Foren- und Newsgroup-Nutzung sollte zudem die „Netiquette“ beachtet werden, die bestimmte Grundregeln für das Verhalten im Internet festlegt (z. B. keine strafbaren Äußerungen, extreme politische Ansichten oder pornographischen Inhalte). Dazu gehört es auch, den “guten Ton” zu wahren und keine rufschädigenden Aussagen über andere Personen zu verbreiten. Trotzdem finden sich in vielen Foren immer wieder Lästereien und dumme Kommentare über frühere Arbeitgeber oder Kollegen, was bei Personalchefs einen denkbar unzuverlässigen und verantwortungslosen Eindruck hinterlässt.
- Und wer eine eigene Homepage betreibt bzw. Community-Profile angelegt hat, sollte diese regelmäßig pflegen oder löschen, wenn sie nicht mehr genutzt werden sollen. Denn auch unprofessionell gestaltete Webseiten mit veralteten Informationen, die zu viel über die Vergangenheit eines Bewerbers verraten (z. B. beschönigter Lebenslauf, falsche Angaben), können sich negativ auf den Bewerbungsprozess auswirken.
Buchtipp
“Karrierefalle Internet. Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor andere es tun!” von Klaus Eck, erschienen im Hanser Verlag 2008
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Tester am 30 April 2008:
Habe spaßeshalber mal getestet, ob persönliche Infos über mich im Internet zu finden sind, in dem ich nach meinem Namen gegoogelt habe. Da gibt’s wohl eine Philosophie-Professorin und Buchautorin, die genauso heißt wie ich. Lustisch!