Ziehen Sie den Erfolg an – Tipps für Kleidung am Arbeitsplatz

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Gewiss kennen Sie das Sprichwort „Kleider machen Leute“ und bestimmt ist Ihnen auch bewusst, dass Kleidung am Arbeitsplatz eine wichtige Rolle spielt. Doch wussten Sie auch, dass nicht nur beim Bewerbungsgespräch oder dem Probearbeiten die Kleidung über Ihre Karriere entscheiden kann, sondern auch bei jedem Meeting, der Geschäftsreise oder einfach im Arbeitsalltag? Tatsächlich unterschätzen viele deutsche Arbeitnehmer/innen immer noch die Bedeutung der Kleidung für ihren beruflichen Erfolg. Das wollen wir nun ändern: Wir verraten Ihnen heute, wie Sie den Erfolg ab sofort im wahrsten Sinne des Wortes anziehen können…

1. Wie eng hängen Karriere und Kleidung wirklich zusammen?
2. Wir lieben unsere Freizeitkleidung eben…
3. Wieso beeinflusst Kleidung überhaupt die Karriere?
4. So ziehen Sie den Erfolg an
5. „Kompetente“ Farben wählen
6. Traditionell vs. altbacken
7. Apropos Schuhe
8. Keine Spielereien
9. Ärmel- und Rocklängen verraten eine Menge
10. Attraktivität und ihre Auswirkung auf die Karriere
11. Achtung an die schönen Frauen da draußen
12. Mehr Schein als Sein?

Wie eng hängen Karriere und Kleidung wirklich zusammen?

Schauen Sie sich doch einmal in den Führungsetagen um: Sehen Sie hier löchrige Jeans oder Turnschuhe? Wohl eher nicht (natürlich stets auch abhängig von der Branche). Es macht doch den Anschein, dass jeder Arbeitnehmer, der eine gewisse Position mit Verantwortung erreicht hat, „seriös“ gekleidet ist. Die Frage ist aber: Ist die Kausalität nicht vielleicht andersrum? Werden demnach einfach diejenigen Arbeitnehmer eher in die verantwortungsvolle Führungsposition befördert, die sich angemessen kleiden? Laut einer aktuellen, auf Statista veröffentlichten, Umfrage scheint dies tatsächlich der Fall zu sein. So denken 37 Prozent der Deutschen, dass es ein Arbeitnehmer mit Freizeitkleidung niemals ins höhere Management schaffen wird. In Frankreich teilen diese Meinung 45 Prozent der Befragten und in Indien sogar 64 Prozent. Wir Deutschen liegen damit genau auf dem Durchschnitt. Tatsächlich scheinen Ihre beruflichen Aufstiegschancen also begrenzt zu sein, wenn Sie lieber in Jeans und T-Shirt zur Arbeit gehen als in Anzug oder Kostüm.

Statistik: Zustimmung zur Aussage:
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Wir lieben unsere Freizeitkleidung eben…

Interessant ist dabei aber die Feststellung, dass dennoch über 50 Prozent der Deutschen in Freizeitkleidung am Arbeitsplatz erscheinen. Wir Deutschen scheinen unseren gemütlichen Look zu lieben, toppen konnten dies in der Umfrage nämlich nur noch Russland, Polen und Argentinien.

Statistik: Anteil der Beschäftigten, die am Arbeitsplatz Freizeitkleidung tragen | Statista
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Die Arbeitnehmer befinden sich also tatsächlich in einem echten Zwiespalt: Sollen Sie sich für die Karriere „verkleiden“?

Wieso beeinflusst Kleidung überhaupt die Karriere?

Ja, darüber sollten Sie zumindest nachdenken, wenn Sie eine Karriere ins mittlere bis höhere Management eines Unternehmens anstreben. In der Freizeit können Sie schließlich immer noch zu Ihrer geliebten Freizeitkleidung greifen. Tatsächlich hängen Kleidung und Karriere in der industrialisierten Welt nämlich unmittelbar zusammen. Wieso?

  • Die richtige Kleidung strahlt Seriosität, Verlässlichkeit, Professionalität und Angepasstheit aus (im Management wird dies übrigens als gute Eigenschaft gewertet).
  • Die Kleidung beeinflusst den ersten Eindruck und dieser ist bekanntlich bleibend. Für den ersten Eindruck braucht unser Gehirn übrigens keine Sekunde. Diesen zu ändern jedoch, kann Jahre dauern oder unmöglich sein.
  • Vor allem junge Arbeitnehmer wirken durch Anzug & Co erfahrener sowie reifer.
  • Sympathie entsteht durch einen stimmigen Gesamteindruck, dazu gehört also neben Stimme, Mimik und Gestik auch Ihre Kleidung.

Eigentlich ist es nicht schwer zu verstehen: Versetzen Sie sich nämlich selbst einmal in die Lage der Manager, wen würden Sie in Ihrem Team haben wollen? Gleich und gleich gesellt sich schließlich gern. Wer sich kleidet, als würde er dazu gehören wollen, steigert seine Chancen. Wer erfolgreich sein möchte, muss sich also auch so kleiden…

So ziehen Sie den Erfolg an

Doch was bedeutet nun eigentlich „sich erfolgreich kleiden“? Wir haben die wichtigsten Dos und Don’ts für Sie zusammengetragen:

1. „Kompetente“ Farben wählen: Tatsächlich gibt es Farben, die Sie unbewusst kompetenter erscheinen lassen. Dazu gehören natürlich Schwarz, Grau und Dunkelblau sowie bei den Damen auch Weiß oder Beige. Farbakzente können durchaus gesetzt werden, allerdings bevorzugt dezent als Krawatte oder Halstuch. Rot in verschiedenen Abstufungen hat sich hierfür durchgesetzt. Auch Braun ist mittlerweile als Businessfarbe etabliert, muss aber gekonnt eingesetzt werden, um professionell auszusehen. Violett ist schwierig zu kombinieren und die Farben Grün, Orange oder Gelb sind bislang im Business nur schwer akzeptiert. Lassen Sie zudem die Hände von ausgefallenen Mustern oder dem pinken Kostüm – zu schnell würden Sie Ihre Glaubwürdigkeit einbüßen. Knallige Farben oder Pastelltöne? Das lassen Sie bitte vorerst die Sache von Angela Merkel sein.

2. Traditionell vs. altbacken: Viele Arbeitnehmer verziehen bei dem Gedanken an Anzug, Stoffhose oder Kostüm das Gesicht. Klar, besonders viel Raum für Individualität ist Ihnen hier nicht gegeben. Dennoch bedeutet traditionelle Geschäftskleidung nicht, dass sie langweilig oder altbacken sein muss. Im Gegenteil: Ein Funken Individualität kann Ihre Basisgarderobe ungemein vervielfältigen und wird im Business durchaus positiv anerkannt. Aber natürlich nur in Maßen. Lassen Sie dabei eher ausgefallene Schnitte oder Marken sprechen als knallige Farben, Muster oder kitschige Stickereien. Diese lenken nämlich ab oder wirken auf das Gegenüber gar störend. Gönnen Sie sich doch vielleicht einen besonders edlen Business-Schuh in braun.

3. Apropos Schuhe: Die Schuhe sind nämlich sowieso die mitunter wichtigsten Bestandteile Ihres Business-Outfits. Sie verraten nicht nur Ihren Wohlstand, sondern auch Ihren Geschmack und Ihren Charakter. Kennen Sie das Sprichwort „Zeig‘ mir Deine Schuhe und ich sage Dir, wer Du bist?“. Versuchen Sie es selbst einmal und achten Sie die nächsten Tage bewusst auf die Schuhe der Menschen. So können Sie sofort erkennen, wie Ihr Gegenüber „durch das Leben geht“. Auch wenn Ihr Budget begrenzt ist, sollten Sie deshalb niemals an den Schuhen sparen. Herren greifen am besten zu Business-Schnürern oder (Doppel-) Monks in schwarz oder braun. Damen sollten unbedingt stets geschlossene Schuhe tragen, gerne mit einem kleinen Absatz (bis maximal 7 cm). Braune Schuhe und Gürtel werden übrigens nur zu Dunkelblau, Grau oder Beige kombiniert, niemals aber zu einem schwarzen Anzug!

elegante Business-Schuhe für Herren

Übrigens: Frauen achten stark auf die Schuhe von Männern ;-)

4. Keine Spielereien: Wenn Sie schon einen Anzug tragen, können Sie ja wenigstens den Hemdknopf offenlassen, die Ärmel hochkrempeln oder die Krawatte leger binden? Nein! Entweder befolgen Sie den Dresscode ganz oder gar nicht. Bleiben Sie in Ihrem gewählten Auftreten konsequent und sehen Sie von solchen Spielereien, um Ihre Individualität zu unterstreichen, ab. Denn dann sollten Sie doch lieber über den klassischen Freizeitlook nachdenken.

5. Ärmel- und Rocklängen verraten eine Menge: Bei den karrierebewussten Damen sind es die Röcke, bei den Herren die Ärmel: Beachten Sie hierbei stets die richtige Länge. Ein Rock sollte das obere Ende der Kniescheibe erreichen und die Ärmel eines Hemdes berühren bei hängenden Armen die Daumenwurzel. Lassen Sie Ihre Businesskleidung deshalb am besten direkt beim Schneider anpassen. So sind Sie gewiss auf der sicheren Seite.

Mit diesen fünf Kleidungstipps lässt der Erfolg nicht mehr lange auf sich warten! Oder?

Attraktivität und ihre Auswirkung auf die Karriere

Eine Garantie gibt es dafür leider nicht. Dennoch haben es attraktive Menschen nachgewiesenermaßen leichter im Job und machen häufiger sowie schneller Karriere. Menschen, die von ihrem Gegenüber als „schön“ empfunden werden, finden besser einen Job und steigen eher auf, ergab eine Umfrage aus den USA und Großbritannien. Mit der zunehmenden Globalisierung trifft dies vermehrt auch auf Deutschland zu. Die Bevorzugung der „schönen“ Menschen allerdings, findet häufig – nicht immer – unbewusst statt. „What is beautiful must be good“, so bezeichnen Psychologen den Gedankengang. Doch damit nicht genug:

Attraktive Menschen verdienen auch mehr. Bei gleicher Qualifikation kann dies einen Unterschied von bis zu fünf Prozent ausmachen. Die Forscher bewerten die Attraktivität eines Menschen deshalb sogar als wichtiger für seine Karriere als persönliche Kontakte.

Das Problem ist: Attraktivität und Schönheit sind ein subjektives Empfinden. Dennoch können ein gepflegtes Äußeres und angemessene Kleidung hierzu einen großen Beitrag leisten.

Achtung an die schönen Frauen da draußen

Zu schönen Frauen allerdings, kann ihr Aussehen hinsichtlich ihrer Karriere wiederum schaden. Vor allem in traditionellen Männerberufen wird ihnen häufig nur wenig Kompetenz zugestanden. Nicht wenige Bewerberinnen kleiden sich deshalb bewusst burschikos und oder geben sogar zu, sich extra hässlicher zu machen.

Als Dame sollten Sie Ihren Look deshalb stets an die jeweilige Branche und Stelle anpassen.

Manchmal binden Sie Ihre wunderschöne Wallemähne auf der Arbeit doch lieber nach hinten. Beobachten Sie hierfür bewusst die Frauen in der Führungsebene Ihres Unternehmens, also Ihre „Vorbilder“. So erkennen Sie die im Unternehmen gängige „Kleidungs-Knigge“.

Mehr Schein als Sein?

Doch natürlich gibt es auch immer noch viele Arbeitnehmer/innen, deren vorrangiges Ziel nicht in der großen Karriere liegt – und das ist auch völlig in Ordnung. Tatsächlich ist die adrette Kleidung der oberen Führungsetage nämlich häufig mehr Schein als Sein. Das denken zumindest 63 Prozent der deutschen Arbeitnehmer. Demnach seien Personen im Casual Look bei der Arbeit produktiver als jene im angepassten Business-Style. Der Karriere hilft es bislang leider trotzdem nicht, oder?

Welche sind Ihre Erfahrungen zum Thema Kleidung und Karriere?

Statistik: Zustimmung zur Aussage:
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Beitrag von

Mirijam Franke

Mirijam Franke ist freiberufliche Texterin und Autorin. Die studierte Medienwirtschaftlerin aus Friedrichshafen am schönen Bodensee stieg nach ihrem Abitur bereits im zarten Alter von 18 Jahren als Lektorin in der Industrie ein. Seit Oktober 2014 unterstützt sie unser Team von Arbeits ABC mit Textbeiträgen und Ratgebern rund um die Arbeitswelt.

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