Konfliktmanagement – So lösen Sie Konflikte!
Konflikte werden oftmals als unangenehme Störungen im Alltag empfunden, sind jedoch eine notwendige Voraussetzung für die Persönlichkeitsentwicklung, da meist erst Konflikte individuelle Unterschiede und Bedürfnisse der beteiligten Personen zu Tage fördern. Streit und zwischenmenschliche Probleme sollten daher weniger als Störungen, sondern als „Trainingsmöglichkeit“ des erfolgreichen Umgangs mit widersprüchlichen Erwartungen und Situationen betrachtet werden.
Der Erwerb von Konfliktfähigkeit ist auch das zentrale Thema beim Konfliktmanagement: D.h. die eigenen Interessen angemessen vertreten zu können, ohne die Interessen der Gegenseite abzuwerten. Das Ziel dabei ist, Konflikte möglichst frühzeitig erkennen und lösen zu können, um Streitpunkte auf eine sachliche Ebene zu bringen, aufgestaute Spannungen zu vermeiden und so das Selbstvertrauen aller Beteiligten sowie das Vertrauen untereinander zu fördern bzw. wiederherzustellen.
Wie lassen sich Konflikte erkennen?
Um einen Konflikt überhaupt als solchen erkennen zu können, ist es wichtig, sowohl das eigene als auch das Verhalten von Personen aus dem Umfeld kritisch hinterfragen zu können. Denn Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich entstehen entweder durch widersprüchliche Interessen, Positionskämpfe (z. B. Rollenkonflikte, Statusunterschiede) oder Veränderungen im sozialen Umfeld (z. B. Weggang von Bezugspersonen, betriebliche Umstrukturierungen). Sie führen auf Dauer zu Stress, Misstrauen und Kämpfen auf „Nebenkriegsschauplätzen“ (z. B. Mobbing), weil sie mit mehr oder weniger starken, zum Teil widerstreitenden persönlichen Emotionen (z. B. Wut, Trauer, Neid, Aggression) verbunden sind, die den sachlichen und vernünftigen Umgang untereinander erschweren. Hinzu kommt, dass Menschen im Laufe der Zeit individuell unterschiedliche und zum Teil ungeeignete Konfliktlösungsmuster entwickeln (z. B. Ausweichen, direkte Konfrontation, Abwertung oder Demütigung des Anderen, Suche nach „Sündenböcken“), die bei anderen Menschen eventuell zusätzliches Konfliktpotential erzeugen.
Wie lassen sich Konflikte lösen?
Um einen Konflikt erfolgreich lösen zu können, müssen dagegen zunächst gemeinsam mit allen Beteiligten die „Wurzeln“ des Konflikts ausfindig gemacht werden: Um welche sachlichen und emotionalen Aspekte dreht sich der Konflikt? Was sind die widerstreitenden Interessen? Welche Konsequenzen sind mit dem Konflikt verbunden? Wie fühlen sich die betroffenen Personen dabei? Denn oft die Ausgangslage gar nicht so klar, wie es auf den ersten Blick scheint: zum Beispiel weil Konflikte unterschwellig schon lange vorhanden sind (z. B. persönliche Diskrepanzen), bisher aber ignoriert wurden und sich jetzt erst an einem konkreten Streitpunkt entzünden, oder weil das Verhalten einer anderen Personen falsch interpretiert wurde.
Wirklich handfeste Lösungen, die die Gegensätze der Konfliktparteien soweit vereinbaren, dass weder die eine noch die andere dauerhaft eingeschränkt wird, können deshalb auch nur zwischen den Parteien selbst ausgehandelt werden. Von Dritten angeordnete Lösungsstrategien lassen die individuellen Aspekte des Konflikts zu oft unberücksichtigt und verlangen von den Beteiligten, ihre Verantwortung abzugeben und sich unterzuordnen. Ebenso wie Flucht und offener Kampf ist Unterordnung jedoch meist keine geeignete Herangehensweise, da dies den Konflikt nicht löst, sondern nur weiter hinauszögert. Denn nur selten ist eine Seite völlig im Unrecht und die Abgabe von Verantwortung trägt nicht zur Entwicklung von Konfliktfähigkeit bei.
Möglich ist es allerdings, eine neutrale und von allen Konfliktparteien akzeptierte Person einzuschalten (z. B. ein professioneller Coach oder Konfliktmanager, eine Führungskraft), die zwischen den Fronten vermittelt, indem sie die Interessen aller ernst nimmt und aus der Distanz Unterschiede, Gemeinsamkeiten sowie Lösungsmöglichkeiten aufzeigt. Dies entspricht auch dem Ziel erfolgreichen Konfliktmanagements: D.h. statt eines („faulen“) Kompromisses einen echten Konsens herzustellen, bei dem alle Konfliktparteien das Gefühl haben, gewonnen zu haben (so genannte „Win-Win-Situation“), und erkennen können, dass die Gegensätze zwischen den Beteiligten vielleicht gar nicht so groß sind wie ursprünglich angenommen.
Bücher zum Thema Konfliktmanagement
Dies ist jedoch nur ein grober Überblick. Wer noch mehr zum Thema „Konfliktmanagement“ und den praktischen Umgang mit unterschiedlichen Arten von Konflikten erfahren möchte, für den empfehlen sich deshalb zum Beispiel die folgenden Bücher:
• „Toolbox zur Konfliktlösung: Konflikte schnell erkennen und erfolgreich bewältigen“ von Rolf Schulz, erschienen 2007 im Eichborn-Verlag
• „Selbsthilfe in Konflikten: Konzepte, Übungen, Praktische Methoden“ von Friedrich Glasl, erschienen 2007 im Verlag Freies Geistesleben
• „Konflikte im Beruf: Erkennen, lösen, vorbeugen“ von Eberhard G. Fehlau, erschienen 2008 im Haufe-Verlag
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