Mit SAP-Kenntnissen gute Chancen am Arbeitsmarkt


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Schon seit Jahren besteht in der IT-Branche ein großer Bedarf an Fachkräften. Nach Angaben des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) existieren derzeit über 40.000 offene Stellen für IT-Fachkräfte – sowohl in IT- als auch in Anwenderunternehmen.

Trotz oder gerade wegen der aktuellen Wirtschaftskrise suchen Unternehmen verstärkt nach gut ausgebildeten und erfahrenen Profis, um die wirtschaftlichen Herausforderungen mit Hilfe innovativer IT-Lösungen zu bewältigen. Vor allem IT-Projekte in den Bereichen Outsourcing (Auslagerung von IT-Infrastrukturen zu Fremdanbietern) und Systemintegration (Integration fremder Hard- und Software in vorhandene IT-Infrastrukturen) gewinnen laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts ICD zunehmend an Bedeutung. Und da viele Großunternehmen, aber auch immer mehr mittelständische Unternehmen mit der Betriebswirtschaftssoftware von SAP arbeiten, sind insbesondere SAP-Spezialisten auf dem IT-Arbeitsmarkt im Vorteil.

Hohe Anforderungen an IT-Fachkräfte

Ursache für den Fachkräftemangel sind hauptsächlich die hohen Anforderungen, die an IT-Spezialisten, wie z. B. dem IT-System-Kaufmann, gestellt werden: Stellenanalysen der BITKOM zufolge richten sich zum einen etwa 75 Prozent aller offenen Stellen in IT-Unternehmen bzw. 50 Prozent in Anwenderunternehmen explizit an Hochschulabsolventen; eine Berufsausbildung reicht nur bei 16 bzw. 27 Prozent der angebotenen Jobs aus. Die wichtigsten Fachqualifikationen dabei sind nach der CDI-Stellenmarktanalyse vor allem fundierte Programmierkenntnisse (v.a. Java) sowie Kenntnisse im Umgang mit Netzwerken, Betriebssystemen, Datenbanken, Internet- und Intranettechnologien (z. B. Groupware) und Client/Server-Technologien.

Zum anderen ist aber auch ein grundständiges Informatik-Studium noch keine Jobgarantie, da vor allem Spezialisten und „Allrounder“ gesucht werden, die nicht nur einen guten Überblick über die neuesten Informationstechnologien besitzen, sondern auch überfachliche Qualifikationen mitbringen. Gefragt sind laut BITKOM insbesondere erfahrene Software-Entwickler (v.a. in IT-Unternehmen),IT-Manager, IT-Qualitäts- und Projektmanager, Systemadministratoren (v.a. in Anwenderunternehmen) und IT-Berater.

Speziell in der IT-Beratung spielen nach Angaben der PPI Unternehmensberatung Englischkenntnisse (82 Prozent), betriebswirtschaftliches Hintergrund- und Branchenwissen (57 Prozent) und Soft Skills wie Teamfähigkeit (63 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (60 Prozent), Serviceorientierung (49 Prozent) und Mobilitätsbereitschaft (44 Prozent) eine wichtige Rolle in Stellenanzeigen. Zudem erwarten rund 43 Prozent aller Unternehmen von Bewerbern eine mehrjährige Berufserfahrung (v.a. in der Projektarbeit), da die überwiegende Mehrzahl der Tätigkeiten in der IT-Branche in Projekten organisiert wird. IT-Spezialisten sitzen dabei häufig an der „Schnittstelle“ zu den beteiligten Unternehmensabteilungen und/oder den Kunden und müssen sowohl den Überblick über die laufenden Geschäftsprozesse behalten als auch diese miteinander koordinieren. Kompetenzen im Projektmanagement, die am besten durch Berufspraxis erworben werden können, sind deshalb von großer Bedeutung.

Hohe Nachfrage nach SAP-Spezialisten

Daneben ist SAP-Know how für IT-Fachkräfte heute fast ein Muss, aber auch ein großes Plus bei der Jobsuche. Denn die SAP AG ist einer der weltweit führenden Hersteller von betriebswirtschaftlicher Software und rund 40 Prozent aller deutschen Unternehmen (v.a. Großunternehmen) arbeiten mit branchenspezifischen SAP-Lösungen oder speziellen SAP-Modulen, um damit ihre Geschäftsprozesse abwickeln zu können (z. B. Rechnungswesen, Logistik, Kunden-, Personal- und Qualitätsmanagement, Produktionsplanung, Workflow).

Nach eigenen Auswertungen der GULP Information Services GmbH, die Projekte an freiberufliche IT-Fachkräfte vermittelt, haben vor allem SAP-Berater, die sich auf bestimmte Module spezialisiert haben, Vorteile bei der Projektvergabe: Gefragt waren 2007 insbesondere Kenntnisse in den Modulen FI (Finanzwesen), BW (Business Information Warehouse), CO (Controlling), BC (Basis) und SD (Vertrieb). Die meisten IT-Freiberufler verfügen laut GULP jedoch vor allem über Programmiersprachen- und Datenbankkenntnisse (z. B. Java, SQL oder Oracle) und nur rund 15 Prozent über SAP-Kenntnisse. Demgegenüber werden aber in rund einem Viertel aller Projekte SAP-Spezialisten gesucht, so dass damit nicht nur die Auftrags-, sondern auch die Verdienstchancen für Personen mit entsprechenden Erfahrungen steigen: Während Selbständige mit SAP-Kenntnissen durchschnittlich 84 EUR pro Stunde verlangen können, sind es bei Selbständigen ohne SAP-Kenntnisse nur etwa 71 EUR.

Auch eine Studie der Vergütungsberatung PersonalMarkt zeigt, dass fest angestellte SAP-Spezialisten deutlich mehr Einkommen als andere IT-Spezialisten erzielen können: Während SAP-Berater und -Entwickler je nach Ausbildung, Alter und Berufserfahrung durchschnittlich 60.000 bis 70.000 EUR im Jahr verdienen, sind es bei anderen IT-Fachkräften (v.a. in kleinen und mittelständischen Unternehmen, die noch nicht mit SAP arbeiten) nur rund 33.000 bis 51.000 EUR.

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