Der englische Begriff „Mobbing“ leitet sich vom englischen Wort „to mob“ ab und bedeutet, dass jemand permanent beleidigt, attackiert, bedrängt oder ausgegrenzt wird.
Um Mobbing im Job handelt es sich insbesondere, wenn die Schikanen von Vorgesetzten und / oder Kollegen über einen längeren Zeitraum wiederholt auftreten und der Betroffene das Gefühl hat, dem „Psychoterror“ hilflos ausgesetzt zu sein. Einer Studie von Zapf (1999) zufolge sind Mobbingopfer vorwiegend im Gesundheits- und Erziehungswesen sowie in der öffentlichen Verwaltung tätig. Überdurchschnittlich oft gemobbt werden dabei Frauen und Personen unter 25 Jahren.
Wie äußert sich Mobbing?
Den Betroffenen werden dabei meist Entscheidungskompetenzen entzogen oder beleidigende Arbeitsaufgaben übertragen. Oder der Betroffene wird von den Kollegen sozial isoliert, indem ihm wichtige Informationen vorenthalten werden. Oft brodelt dann die „Gerüchteküche“ um den Betroffenen herum oder die Privatsphäre des Mobbingopfers wird direkt angegriffen: Das Opfer wird vor Mitarbeitern und / oder Vorgesetzten kritisiert, bloßgestellt, lächerlich gemacht oder gedemütigt (z. B. sexuelle Belästigung) und / oder in einigen Fällen sogar mit Gewalt bedroht.
Mobbing erzeugt Stress und Misstrauen
Solche Mobbinghandlungen erzeugen meist starken sozialen Stress bei den Opfern: Sie sind demotiviert, fühlen sich schuldig, entwickeln starkes Misstrauen gegenüber Kollegen und Vorgesetzten, zweifeln an ihren eigenen Fähigkeiten, ziehen sich zurück oder fühlen sich in die Offensive gedrängt. Psychische und gesundheitliche Beeinträchtigungen sind oft die Folge: Die Betroffenen leiden unter anhaltender Nervosität und Reizbarkeit, Konzentrationsmängeln, oder psychosomatisch bedingten Kopfschmerzen, Nackenverspannungen oder Schlafstörungen; bei starkem Mobbing können auch Depressionen sowie Zwangs- und Angststörungen auftreten. Je häufiger und extremer das Mobbing erlebt wird, umso stärker zeigen sich die Beeinträchtigungen. Dies alles zieht weiteren Stress nach sich, das Verhalten der Betroffenen verändert sich und kann wiederholte Mobbinghandlungen bei den Tätern auslösen. Langanhaltendes Mobbing führt nicht selten zu häufigen Krankschreibungen und Fehlzeiten, einer geringeren Verpflichtung gegenüber dem Betrieb („innerliche Kündigung“) sowie betrieblicher Kündigung oder Entlassung, aber auch zu privaten Problemen mit Familie und Freunden. Dadurch entsteht ein „Teufelskreis“, aus dem sich die Betroffenen nur schwer selbst befreien können.
Ursachen für Mobbing
Die Ursachen für Mobbing sind selten auf den ersten Blick ersichtlich und können sowohl in den betrieblichen Rahmenbedingungen als auch in der Person von Mobbingtätern und Mobbingopfern liegen:
Opfer von Mobbing werden insbesondere Person, die in ihrem Job wenig Entscheidungskompetenzen und Handlungsspielräume haben und wenig am innerbetrieblichen Informationsfluss beteiligt sind. Widersprüchliche Informationen und Arbeitsanweisungen von Vorgesetzten können zu Rollenkonflikten und permanenter Unsicherheit über den Aufgabenbereich bei den Betroffenen führen, und so Mobbing im Arbeitsteam begünstigen. Hinzukommen können stressige Arbeitsbedingungen, Zeitdruck und mangelnde Unterstützung von Vorgesetzten.
Mobbingtäter
Denn Mobbingtäter werden häufig aktiv, wenn das Betriebsklima und die Zusammenarbeit unter Kollegen unbefriedigend ist und es an gegenseitiger Akzeptanz fehlt. Oft wird einfach nur ein „Sündenbock“ in der „Zwangsgemeinschaft“ gesucht wird, dem die Schuld für Stress und Ärger aufgeladen werden kann. Aber auch persönliche Gründe können Anlass für Mobbing sein, beispielsweise wenn sich Täter in ihrem Status bedroht fühlen. Durch Mobbing versuchen sie, ihr eigenes Selbstwert- und Kompetenzgefühl zu erhöhen. Ursachen dafür können wiederum mangelndes Selbstbewusstsein, wenig Bereitschaft zu einer fairen Konfliktlösung oder aufgestauter Ärger, der unbewusst abreagiert wird, sein.
Mobbingbetroffene geraten dagegen häufig in die Opferrolle, wenn sie über wenig Selbstvertrauen verfügen. Aber auch mangelnde soziale Kompetenz kann Ursache für Mobbingattacken sein, beispielsweise unsicheres Verhalten in der Arbeitsgruppe sowie Ignorieren und Vermeiden von Konflikten. Und wer sich selbst übertrieben selbstbewusst und unnachgiebig präsentiert oder Kollegen und / oder Vorgesetzte persönlich angreift, kann sich selbst unabsichtlich ausgrenzen.
Auswege für Mobbingopfer?
Auswege aus einer Mobbingsituation sind meist Kündigung und „Durchhaltewille auf Zeit“ (z. B. Vermeidung von Arbeitslosigkeit durch Suche nach einer neuen Stelle), wenn die Situation den Betroffenen zu verfahren erscheint. Viele Mobbingopfer versuchen aber auch, das Problem aktiv zu lösen. Dabei gilt es zu verstehen, wie es zu dieser Mobbingsituation kommen konnte und welchen Anteil sie selbst zu dieser Situation beigetragen haben. Ein „Mobbingtagebuch“, in dem Mobbinghandlungen, Umstände und eigene Reaktionen vermerkt werden, kann dabei wertvolle Einsichten liefern. Oft hilft es auch, Vertrauenspersonen im Betriebsrat oder in der Personalabteilung hinzuzuziehen, die Einfluss auf die betrieblichen Rahmenbedingungen besitzen und auch bei Rechtsfragen beraten können. Psychosomatische Beschwerden können zudem mit Entspannungsverfahren sowie Sport- und Bewegungstherapie (z. B. autogenes Training, Yoga, Ergotherapie) gelindert werden. Bei extremen Belastungen ist es aber meist erforderlich, eine Selbsthilfegruppe, psychologische Beratung oder Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, um wieder mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. In Rollenspielen, Selbstsicherheits-, Stressbewältigungs- oder Problemlösetrainings können Mobbingopfer dabei lernen, „Nein zu sagen“, ihre Einstellung zum Problem zu verändern, verschiedene negative Emotionen (z. B. Wut, Enttäuschung oder Ärger) offen auszudrucken, den Täter zur Rede zu stellen und sich gegen Mobbingattacken und falsche Gerüchte zu wehren.
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Ich wurde selbst jahrelang gemobbt und bin dadurch auch in Behandlung. Jetzt geht es mir soweit wieder besser, dass ich wieder Arbeiten gehen will. Ich hatte Angst davor, in einem neuen Betrieb nicht anerkannt zu werden und das mir das gleiche noch ein weiteres mal wiederfahren könnte.
Ich kann nur jedem raten, wenn es derartige Probleme gibt diese nicht zu verschweigen. Es macht einen nur fertig und man kommt selbst nicht mehr aus der Zwickmühle.
Liebe Grüße Tinchen
Hallo Tinchen,
wie kannst Du das so lange mitmachen? Warum hast du nicht eher deine Koffer gepackt und hast dir etwas anderes gesucht?